Jorge Antonio Villafaña (* 16. September 1989 in Anaheim, Kalifornien als Jorge Antonio Flores) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Fußballspieler auf der Position eines Abwehrspielers.

Seit Januar 2021 stand er bei LA Galaxy unter Vertrag und beendete seine Karriere im April 2023.

Vereinskarriere Kindheit und Jugend Jorge Villafaña wurde am 16. September 1989 als Jorge Antonio Flores geboren und nahm erst im November 2011 den Familiennamen seiner Mutter an und tritt seitdem als Jorge Antonio Villafaña in Erscheinung. Seine Kindheit verbrachte er zum Teil in den Vereinigten Staaten, zu einem Großteil aber in der Stadt Pénjamo im mexikanischen Bundesstaat Guanajuato, wohin er mit seiner Mutter Juanita gezogen war, als er gerade einmal ein Jahr alt war.From TV to M.L.S., One Mexican Teen’s Soccer Dream (englisch), abgerufen am 29. März 2017 Als seine Mutter wieder in die Vereinigten Staaten zurückkehrte, als er fünf Jahre alt war, blieb er in Mexiko und lebte bei seiner Tante und seiner Großmutter, wobei seine Mutter, die in der Textilindustrie arbeitet, die Familie unterstützte und Geld nach Mexiko schickte. Erst im fortgeschrittenen Alter kam der damals 15-Jährige zu seiner Mutter, die mittlerweile geheiratet hatte, in die Vereinigten Staaten, wobei er zu diesem Zeitpunkt noch kein Englisch sprach oder verstand. Obwohl er sich aufgrund seiner sprachlichen Defizite schwer tat, zeigte er mit seiner Leistung in der Fußballmannschaft der Schulsportabteilung Anaheim High School, der er angehörte, auf und führte diese mitunter auch als Mannschaftskapitän an. Des Weiteren galt er als Most Valuable Player der Mannschaft und gehörte parallel dazu von 2004 bis 2007 auch zum Santa Ana Development Soccer Programm Juventus; dennoch war er nicht am Radar von College- oder Profimannschaften.

Über Sueño MLS, einer national ausgestrahlten Reality-Show, die den besten unentdeckten Fußballspieler der Vereinigten suchte, schaffte der Mittelfeldspieler den Sprung in die Major League Soccer, nachdem er im Jahre 2007 als erster Spieler überhaupt diese Auswahl gewann. Sein Onkel hatte ihn im Februar 2007 für die Show, die ihn 10-Minuten-Segmenten in Univisions Sportprogramm República Deportiva ausgestrahlt wurde und für den Sieger ein Probetraining beim MLS-Franchise CD Chivas USA versprach, angemeldet. In weiterer Folge gehörte er im Jahre 2007 der Akademie des CD Chivas USA an, wo er in der U-19-Mannschaft in Erscheinung trat und unter anderem bei einer Tour durch Mexiko bei drei Spielen gegen Reservemannschaften ebenso viele Tore erzielte, ehe er im Juli 2007 einen Profivertrag angeboten bekam, den Sueño, so sein weiterer Spitzname (auf Deutsch: Traum), auch annahm.

Mäßiger Durchbruch in der MLS Nachdem er ab 25. Juli 2007 als Profispieler des CD Chivas USA in Erscheinung trat, kam er am 9. September 2007 bei einem 3:0-Erfolg über die New York Red Bulls zu seinem Profidebüt, als er in der 76. Spielminute von Preki eingewechselt wurde. Dies war zugleich auch sein einziger Pflichtspieleinsatz für das MLS-Franchise aus Kalifornien, das in diesem Jahr das erfolgreichste seiner bisherigen und späteren Geschichte schrieb. Im Endklassement der regulären Spielzeit rangierte das Team auf dem ersten Platz der Western Conference, schied in den Conference Semifinals jedoch bereits frühzeitig gegen die Kansas City Wizards aus. Auch im Lamar Hunt U.S. Open Cup 2007 fand die Mannschaft ein jähes Ende, als sie bereits im ersten Spiel, der Drittrundenpartie gegen die Seattle Sounders, mit 1:3 unterlag. Auch beim Erhalt des MLS Supporters’ Shield unterlagen die Chivas nur knapp dem Franchise D.C. United um zwei Punkte. Als Zweitplatzierter um den Erhalt des MLS Supporters’ Shield war das Team für die Preliminary Round zur CONCACAF Champions League 2008/09 qualifiziert, unterlag dort jedoch dem Tauro FC aus Panama mit einem Gesamtscore von 1:3 aus Hin- und Rückspiel und schaffte somit nicht die Teilnahme an der Endrunde. Jorge Flores, wie er sich damals noch nannte, kam in beiden Partien für sein Team zum Einsatz. Bereits einige Wochen zuvor nahm die Mannschaft als Gesamtzweiter des MLS-Spieljahres 2007 an der nordamerikanischen SuperLiga 2008 teil, schied dort aber bereits in der Gruppenphase als Dritter der Gruppe B vom laufenden Turnier aus.

Ähnlich erfolgreich wie das vorangegangene Jahr verlief für die Chivas auch das MLS-Spieljahr 2008, das auf dem zweiten Platz der regulären Spielzeit in der Western Conference abgeschlossen wurde. Der als Mittelfeldakteur eingesetzte Linksfuß kam in diesem Jahr bereits in elf Meisterschaftsspielen zum Einsatz, wobei er sich drei Mal als Torschütze eintragen konnte und diese drei Treffer in drei Spielen hintereinander erzielte. In den saisonabschließenden Play-offs unterlag das Team erneut in den Conference Semifinals, diesmal dem Franchise Real Salt Lake. Wie bereits ein Jahr zuvor ereilte die Mannschaft auch im Lamar Hunt U.S. Open Cup 2008 ein rasches Ende, als man im ersten Spiel in der dritten Runde erneut gegen die Seattle Sounders unterlegen war. Aufgrund der Platzierung in der zusammengefassten Endtabelle hatte die Mannschaft einen Startplatz in der nordamerikanischen SuperLiga 2009, in der das Team erneut frühzeitig ausschied und als Letzter der Gruppe A deutlich unterlegen war. Der 1,75 m große Mittelfeldspieler wurde von Trainer Preki in allen drei Gruppenspielen eingesetzt.

In der teilweise recht dicht gestaffelten Endtabelle der Major League Soccer 2009 erreichte Flores mit dem CD Chivas USA den vierten Platz in der regulären Spielzeit und schied abermals in den Conference Semifinals aus; in diesem Fall gegen Los Angeles Galaxy. Dabei wurde Flores selbst in neun Spielen eingesetzt, wovon er in drei Partien von Beginn an und über die volle Spieldauer am Rasen war und in den sechs anderen Partien stets eingewechselt wurde. Aufgrund der Endposition in der zusammengefassten Tabelle qualifizierte sich das Team abermals für die nordamerikanische SuperLiga. Wie bereits mehrfach in den vorangegangenen Jahren schaffte die Mannschaft 2010 erneut kein Weiterkommen im Wettbewerb und schied als Dritter der Gruppe A frühzeitig vom Turnier aus. Zum wiederholten Male unterlag das Franchise auch im Lamar Hunt U.S. Open Cup 2009 einem unterklassigen Team; diesmal Charleston Battery mit 1:3, abermals im ersten Spiel in der dritten Runde.

Auf dem Weg zur Stammkraft ab 2011 Unter dem neuen Trainer Martin Vasquez, der zuvor einige Jahre als Co-Trainer beim Franchise tätig war, ehe er von 2008 bis 2009 als Co-Trainer beim FC Bayern München aktiv war, blieben die Erfolge weitgehend aus. Jorge Flores saß in diesem Jahr des Öfteren uneingesetzt auf der Ersatzbank und brachte es bis zum Saisonende auf acht Ligaeinsätze und einen -treffer. Das Team rangierte am Ende des Jahres abgeschlagen auf dem achten und damit letzten Platz der Western Conference und kam in der zusammengefassten Endtabelle nur dank der noch schlechteren Mannschaft von D.C. United auf den 15. und damit vorletzten Gesamtplatz. Einzig im Lamar Hunt U.S. Open Cup 2010 konnte die Mannschaft einigermaßen überzeugen und erreichte nach Siegen über die Austin Aztex und Houston Dynamo das Halbfinale, in dem jedoch der spätere Pokalsieger Seattle Sounders FC die Partie für sich entscheiden konnte. Für den CD Chivas USA war dies der größte Erfolg im US-amerikanischen Fußballpokal seit dem Bestehen des Franchises.

Erst unter dem 27-fachen US-amerikanischen Internationalen und 260-fachen MLS-Spieler Robin Fraser schaffte Jorge Flores im Spieljahr 2011 den Durchbruch im Franchise. Für den Mittelfeldakteur, der auch in der Defensive zum Einsatz kommen kann, folgten 25 von 34 möglich gewesenen Ligaeinsätzen, wobei er ein Tor und erstmals auch eine Torvorlage beisteuerte. Im Endklassement rangierten die Chivas auf dem vorletzten Platz ihrer Conference und belegten in der Gesamttabelle den 15. von 18 Plätzen. Im Lamar Hunt U.S. Open Cup 2011 war das Franchise in diesem Jahr nicht vertreten. Unter Fraser blieben jedoch auch die Erfolge aus, was ein letzter Platz in der Western Conference im Spieljahr 2012 und ein vorletzter Platz in der Gesamttabelle bewies. Bei seinen 14 Einsätzen in der regulären Saison spielte er in acht über die volle Spieldauer durch und kam am Ende abermals auf einen Treffer und einen Assist. Anders hingegen verlief es im Lamar Hunt U.S. Open Cup 2012, in dem es die Mannschaft nach Siegen über die Carolina RailHawks und die Charlotte Eagles erneut bis ins Semifinale schaffte. Dort unterlag das Franchise jedoch abermals dem Seattle Sounders FC, der in weiterer Folge selbst im Finale Sporting Kansas City in der Verlängerung unterlag.

Nachdem Robin Fraser nach beendigter Saison im November 2012 entlassen wurde,Chivas part ways with Fraser as restructuring continues (englisch), abgerufen am 30. März 2017 gab das Franchise etwa einen Monat später die Verpflichtung von José Luis Sánchez Solá als neuen Cheftrainer bekannt.Chivas USA names Jose Luis Sanchez Sola new coach (englisch), abgerufen am 30. März 2017 Unter dem Mexikaner brachte es Villafaña daraufhin wieder vermehrt zu Einsätzen und absolvierte im Spieljahr 2013 20 Meisterschaftsspiele in der regulären Saison, wovon er in 15 Partien von Beginn an am Rasen war. Dabei gelang ihm ein Treffer und das bisherige Karrierehoch von vier Torvorlagen. Im Lamar Hunt U.S. Open Cup 2013 schaffte es die Mannschaft bis in die vierte Runde und unterlag dort den Carolina RailHawks aus der Zweitklassigkeit. In der Liga kam die Mannschaft abermals nicht über einen neunten und damit letzten Platz in der Western Conference und einen vorletzten Platz in der zusammengefassten Endtabelle hinaus. In diesem Jahr verzeichneten die Chivas zudem den mit Abstand niedrigsten Zuschauerschnitt der gesamten Liga, was mitunter, neben den ausbleibenden Erfolgen, zur baldigen Auflösung des Franchises beitrug.

Wechsel zu den Portland Timbers Nach 86 Ligaspielen und sieben -treffern für den CD Chivas USA wurde Jorge Villafaña, der im November 2011 zu Ehren seiner Mutter deren Mädchennamen annahm,CHIVAS USA: Meet Jorge Villafaña (englisch), abgerufen am 30. März 2017 über den MLS Re-Entry Draft 2013 zu den Portland Timbers gedraftet. (englisch), abgerufen am 30. März 2017 Dabei erhielten die Portland Timbers vom CD Chivas USA den 2. Pick im Re-Entry Draft sowie die Rechte an Jorge Villafaña im Tausch für den 17. Pick und die Rechte am Verteidiger Andrew Jean-Baptiste. Zu seinem eigentlichen Durchbruch brachte er es erst beim Sieger der regulären Saison der Western Conference und Gesamtdritten des Spieljahres 2013. Jedoch dauerte er es einige Spielrunden, ehe Villafaña, zwei Monate nach dem Start ins Spieljahr 2014, zu seinem Ligadebüt für die Timbers kam und dabei nur als Ersatzspieler zu Spielpraxis kam. Bis zum Saisonende wurde er von Caleb Porter, unter dem er davor bereits in der U-23-Nationalmannschaft der USA gespielt hatte, in 19 Ligaspielen eingesetzt wurde, wovon er in 17 von Beginn an startete. Im Verlauf der regulären Meisterschaft erzielte er einen Treffer und bereitete zwei Tore für seine Teamkameraden vor.