Richard Hutter (* 2. Juni 1883 in Wien, Österreich-Ungarn; † 30. März 1947 in Wycombe, Buckinghamshire, Vereinigtes KönigreichEngland und Wales, nationaler Nachlasskalender, Jahr 1947, Eintrag Richard Hutter. Quelle: ancestry.com) war ein österreichischer Kabarettist, Drehbuchautor und Produzent beim deutschen Stummfilm.

Leben Ehe er 1915 zum Film stieß, hatte Hutter als Bibliothekar bei der Wiener Handelskammer gearbeitet und ein Jurastudium absolviert. 1912 war er der erste Conférencier an der berühmten Wiener Kleinkunstbühne SimplHutter in wienerzeitung.at und war an der Seite von Fritz Grünbaum als Kabarettist und Humorist aktiv.Hutter in kabarettarchiv.at

Inmitten des Ersten Weltkriegs verpflichtete ihn die in Berlin ansässige Produktionsfirma May-Film seines Landsmannes Joe May als Drehbuchautor. Für May verfasste Hutter in den kommenden Jahren eine Reihe von Manuskripten, darunter mehrere belanglose Kriminal- und Detektivgeschichten aber auch die Drehbücher zu den unmittelbar nach Kriegsende entstandenen Leinwandklassikern Veritas vincit und Die Herrin der Welt, letztgenannter ein überaus aufwendiger Achtteiler.

Gelegentlich war Hutter auch für Oskar Messter und die PAGU tätig. Im November 1919 gründete er die „Film für Alle!“ GmbH (1919–1932).Berliner Handelsregister HRB Nr. 17305 Er produzierte jedoch nur drei Filme mit seiner patentierten Erfindung, bei der das Publikum die Handlung mitbestimmen konnte und die er deswegen 'Der gehorchende Film' nannte.

Bereits im Laufe der fortschreitenden 1920er Jahre wurde sein Œuvre kleiner, und mit Beginn der Tonfilm-Ära war Hutter kaum mehr als Drehbuchautor aktiv. Infolge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten musste Hutter emigrieren und fand in Großbritannien eine neue Heimat. Hier ist er als Bearbeiter von Manuskripten zweier englischer Filme von aus Hitler-Deutschland geflohenen Juden, Friedrich Zelnik und Otto Kanturek, nachzuweisen, danach wurde der Wiener Exilant nicht mehr verpflichtet. Von der Filmbranche völlig vergessen, starb Richard Hutter 1947 in der Nähe von London.

Filmografie (Auswahl) 1916: Die Stieftöchter 1916: Der Floh-Zirkus 1917: Die leere Wasserflasche 1917: Das Klima am Vaucourt 1917: Sein bester Freund 1918: Rotterdam-Amsterdam 1918: Die Fürstin von Beranien 1918: Die Ratte 1918: Diplomaten 1918: Das Auge des Götzen 1918: Veritas vincit 1919: Die platonische Ehe 1919: Fräulein Zahnarzt 1919: Die Pantherbraut 1919: Der Dolch des Malayen 1919: Der Amönenhof 1919/20: Die Herrin der Welt (8 Teile) 1920: Die Nebenbuhler (Kurzfilm, auch Produktion) 1921: Die Zauberpuppe (auch Produktion) 1921: Die Sängerin 1923: Maciste und die chinesische Truhe 1926: Der Sohn des Hannibal 1928: Eddy Polo im Wespennest 1931: Mal was Anderes! Der gehorchende Film (auch Produktion) 1935: The Student’s Romance 1937: The Lilac Domino

Literatur Filmstern. Richters Handbuch der Schauspieler, Regisseure und Schriftsteller des Films. Bd. 4, 1921/1922, , S. 41.

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Einzelnachweise

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