miniatur|Friedrich II. mit den Windspielen Alcmène und Hasenfuß, Johann Gottfried Schadow, Entwurf 1821–1822, Guss von 1906, Bronze; Alte Nationalgalerie, BerlinRenate Hoffmann, Friedrich und die Hunde, 21. Juli 2008, Das Blättchen, Heft 15 miniatur|„Der große Saal in der Bildergalerie von Sanssouci, nach der Natur gezeichnet“. Die Federzeichnung zeigt Friedrich den Großen mit einem seiner Windspiele. Adolph von Menzel, Reproduktion von Bernwarth, 1856. Eine Szene, auf die sich Bruno Frank bei Tage des Königs, dritter Teil: Alkmene bezieht. Alcmène (auch Alkmene; † 1785 in Sanssouci) war eine der Lieblingshündinnen des preußischen Königs Friedrich II.E. Hohenstein, , 27. Januar 2005, Der Tagesspiegel Sie wird in zeitgenössischen Quellen als Windspiel bezeichnet und wurde von Friedrich nach Alkmene („Die Starke“), einer Figur der Griechischen Mythologie, benannt.

Neben Friedrichs erster Windspiel-Hündin Biche und der an seinem Sterbebett anwesenden Superbe gehörte Alcmène zu den Favorithündinnen des Königs. Wie auch schon Biche vor ihr, durfte Alcmène sich am Hof in Sanssouci viel erlauben. Sie wurde auf Sesseln und Kissen geduldet, durfte im Bett des Königs schlafen und wurde von ihm wegen ihrer (angeblichen) Instinkte gegenüber Menschen geschätzt. So soll sie bei einem Vorstellungsgespräch des italienischen Gelehrten Girolamo Lucchesini an diesem hochgesprungen sein und somit ihre Zuneigung bekundet haben – weshalb er den Posten als Kammerherr bekam.Christoph Stollowsky, Der Alte Fritz: Das gute Herrchen, 7. Februar 2012, Der Tagesspiegel

Krankheit und Tod Zur Krankheit und dem Tod von Alcmène ist vielfach, teilweise kontrovers, berichtet worden.

Gesichert ist, dass der König sich 1785 zu einer jährlich stattfindenden Truppenmusterung in Schlesien aufhielt.Ernst Floessel, Der Hund, ein Mitarbeiter an den Werken des Menschen: Ein Beitrag zur Geschichte des Hundes, A. Hartleben, 1906, S. 380 (Snippet) Alcmène war bei seiner Abreise bereits alterskrank und der Herrscher in großer Sorge um sie. An seinen Bruder Heinrich hatte er im Vorfeld bereits geschrieben:

Im Manöver ließ er sich täglich durch berittene Kammerhusaren über den Zustand der Hündin unterrichten. Als ihm von Alcmènens Tod berichtet wurde, brach er seine Anwesenheit beim Manöver ab und reiste zurück nach Sanssouci.Simon Benne, Friedrich der Große war ein Tierfreund, 29. Juni 2012, Hannoversche AllgemeineK. F. Reiche, Friedrich der Große und seine Zeit, Kollmann, 1840, S. 190

Nach verschiedenen Quellen war die Hündin nach ihrem Tod bereits beigesetzt worden und wurde auf Anordnung Friedrichs wieder ausgegraben und im Bibliothekssaal in Sanssouci aufgebahrt.Tierschutz: Sklavenmarkt der Sprinter, 20. Oktober 1997, Der Spiegel, Nr. 43/1997 Andere Quellen berichten von einer Aufbahrung direkt nach Todeseintritt. Bei Ankunft des Königs hatte die Verwesung des Hundekörpers bereits begonnen, von entsprechendem Gestank wird berichtet.Honoré Gabriel de Riqueti, comte de Mirabeau, Lexikon aller Anstössigkeiten und Prahlereyen, welche in denen zu Berlin in funfzehn Bänden erschienenen sogenannten Schriften Friedrichs des Zweyten vorkommen, Schönfeld, 1790, S. 64 Dennoch habe der eintreffende Friedrich direkt nach Ankunft die Hundeleiche in den Arm genommen und sich unter Tränen mit Küssen verabschiedet.Karl Friedrich Tzschucke, Brandenburgisch-Preußische Regenten- und Volksgeschichte: von den ältesten bis auf die neuesten Zeiten, Von Friedrich II. bis Friedrich Wilhelm II, Band 2, Flittner, 1821 S. 282 f.Christoph Stollkowski, Geschichte der Hundehaltung in Berlin Vom Königshof zum Hinterhof, 17. Juli 2015, Der Tagesspiegel Nach einer Novelle von 1886 soll der König drei Tage lang um seine Hündin getrauert haben.Conrad von Bolanden, Die Freidenker: Historische Novelle über Friedrich II. von Preussen und seine Zeit, Franz Kirchheim, 1866, S. 316 f.

Auf Friedrichs Anweisung wurde Alcmène in einem Sarg in der für ihn selbst bestimmten Gruft unter der obersten Weinbergterrasse der Parkanlage von Sanssouci beigesetzt. Sie war der einzige der an der Terrasse beerdigten Hunde des Königs, der dieser besondere Gunstbeweis zuteilwurde.J. C. Freier (Hrsg.), Leben und Charakter Friedrichs II, Königs von Preussen: Nebst einem zweckmäßigen Auszuge aus dessen sämtlichen Werken, mit Zusätzen und eignen Anmerkungen, Voss, Berlin 1795, S. 89 Eine massive Sandsteinplatte mit ihrem Namen wurde neben denen der anderen Hunde verlegt.Katharina von der Leyen, Friedrich II., der große Hundefreund, 12. Juli 2012, Bild.de Die Grabplatte wurde im Jahr 2005 gereinigt und konserviert.

Literarische und künstlerische Darstellung Im Erzählzyklus Tage des Königs von Bruno Frank aus dem Jahr 1924 wird eine von drei Erzählungen dem Verhältnis Friedrichs zu Alcmène gewidmet. Die Geschichte handelt von der oben geschilderten Inspektion des Grünen Regiments auf einem Truppenübungsplatz bei Neisse, bei der der König vom Tod der Hündin erfährt, seiner überstürzten Rückreise nach Potsdam und dem Abschied von Alcmène im Schloss Sanssouci. Der Abschied von dem Tier wird zum Abschied vom eigenen Leben.Fritz Endemann, Der Preußenkönig und sein schwäbischer Chronist, Literaturblatt für Baden-Württemberg, Ausgabe 6/2012, S. 12

Hasenfuß und Alcmène wurden von Johann Gottfried Schadow als Begleitung zu einem Ensemble mit der Königsfigur modelliert. Während der Arbeit notierte Schadow:

Auf den Halsbändern der Hunde vermerkte Schadow ihre Namen. Das Original wurde häufig kopiert.

Im Historienstummfilm Der alte Fritz von Gerhard Lamprecht aus dem Jahr 1928 wird gezeigt, wie der Tod Alcmènes den einsamen König aus der Fassung bringt.Volker Weigold, Preussen, Versuch einer Bilanz: Preussen im Film, Axel Marquardt und Heinz Rathsack (Hrsg.), Ausstellung der Berliner Festspiele, 15. August – 15. November 1981, Gropius-Bau (Museum), Rowohlt Verlag, 1981 (Snippet)

Sonstiges Am Schlosse zu Potsdam und auf dem Jägerhof,dazu: potsdam-chronik.de, Lemma Jägerhof der sich vor dem heute noch stehenden Jägertor und der Akzisemauer Potsdams befand, wurden Windspiele in einer „Pflanzschule“ mit etwa 40 bis 80 Hunden gezüchtet; für Pflege und Aufsicht waren zwei Jäger verantwortlich, von denen einer zugleich für das gesundheitliche Wohl dieser Tiere sorgen sollte. Hans Räber, Die Windspiele Friedrichs des Großen in Enzyklopädie der Rassehunde, Band 2: Ursprung, Geschichte, Zuchtziele, Eignung und Verwendung, 2. als E-Book besorgte Auflage, Kosmos 2014, S. 842–844 (eingeschränkte Vorschau auf Google-Books; dort breit zitierend aus: Anton Friedrich Büsching, Beyträge zu der Lebensgeschichte denkwürdiger Personen, insonderheit gelehrter Männer, Band 5, Halle, Curt 1788, S. 22 -24) Die schönsten „Zöglinge“ dieser „Pflanzschule“ wurden an den königlichen Hof geliefert.Ludwig Pflaum, Friedrich der Grosse. Eine Lebensbeschreibung für Jünglinge, Band 3 von: Lebensbeschreibungen merkwürdiger Männer, Verlag J. F. Steinkopf, 1815, S. 273

Siehe auch Condé (Pferd)

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Individueller Haushund Kategorie:Friedrich II. (Preußen) Kategorie:Tier in der Politik