Die gmina wiejska Brodnica ([]) ist eine selbständige Landgemeinde im Powiat Brodnica in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern in Polen. Ihr Sitz befindet sich in der Stadt Brodnica ( Strasburg an der Drewenz).
Geografie mini|Karte der Landgemeinde Geografische Lage Die Landgemeinde (Gmina) hat eine Fläche von 126,96 km². Sie liegt im nordöstlichen Teil der Wojewodschaft Kujawien-Pommern und umschließt die Stadt Brodnica fast vollständig. Ihr Gebiet ist reich an Gewässern.
Gewässer mini|Der See Bachotek Der Fluss Drwęca (Drewenz) durchzieht das Gebiet der Landgemeinde. Die Skarlanka ist ein kleiner Nebenfluss. Der 215 Hektar große See Bachotek bildet einen Teil der nordöstlichen Gemeindegrenze. Der 87 Hektar große See Niskie Brodno liegt dagegen auf dem Gebiet der Stadt Brodnica, ein Teil des westlichen Ufers gehört jedoch zum Gebiet der Landgemeinde. Zwei weitere kleine Seen bei Cielęta und Szczuka liegen auf Gemeindegebiet. Die Seen gehören zur Pojezierze Brodnickie („Brodnicer Seenplatte“, Mezoregion 315.12).
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind Bartniczka, Bobrowo, Brzozie, Osiek, Świedziebnia, Wąpielsk, Zbiczno und die Stadt Brodnica.
Geschichte Der etwa 30 Kilometer lange Abschnitt des Flusslaufes der Drwęca zwischen Brodnica (Strasburg) und Lubicz (Leibitsch) kurz vor Thorn markierte in der Geschichte mehrfach einen Teil der Nordwestgrenze Polens.
Nach dem Zusammenbruch des Ordensstaats gehörte das Gebiet seit 1466 zu Polnisch-Preußen unter der Schutzherrschaft der Krone Polens. Durch die Erste Teilung Polens 1772 wurde es bis einschließlich 1919 Teil der Provinz Westpreußen und kam 1818 zum Kreis Strasburg in Westpreußen. Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurden die Namen einiger Dörfer eingedeutscht. Als nach dem Ersten Weltkrieg im Januar 1920 die Bestimmungen des Versailler Vertrags in Kraft traten, fiel das Gebiet 1920 an Polen. (vgl. Polnischer Korridor)
Im Zweiten Weltkrieg kam die Region am 26. Oktober 1939 zur neuen Provinz Reichsgau Danzig-Westpreußen des Deutschen Reichs. Nach dem Krieg wurde sie ein Bestandteil des polnischen Staates, der deutsche Teil der Bevölkerung wurde vertrieben.
Von 1975 bis 1998 gehörte die Landgemeinde zur Woiwodschaft Thorn.
Gliederung Schulzenämter Zur Landgemeinde gehören die in der Tabelle aufgeführten 20 Ortschaften mit Schulzenämtern.
polnischer Name deutscher Name (1815–1920) deutscher Name(Zweiter Weltkrieg) Einw.(2011) Lage BildCielęta Cielenta 1903–20 Zeland 1939–45 Zeland 614 100px|Kirche in CielętaDzierżno Dzierzno 1939–42 Dzierzno 1942–45 Dreschenbusch 148 Gorczenica Groß Gorczenitza 1903–20 Groß Gorschen 1939–45 Großgorschen 672 100px|Kirche in GorczenicaGorczeniczka Klein Gorczenitza 1903–20 Klein Gorschen 1939–45 Kleingorschen 86 100px|Gorczeniczka, Bahndamm der ZuckerrübenbahnGortatowo Gottartowo 1939–42 Gottartowo 1942–45 Gottersdorf 229 Karbowo Karbowo 1906–20 Karben &1906–20 Kriegersdorf 1939–45 Karben 1685 100px|Gut Karbowo (um 1870, Sammlung Duncker)Kominy Komini 1939–42 Komini 1942–45 Rauchfeld 138 Kozi Róg Kozirog 1939–42 Kozirog 1942–45 Koserock 113 100px|Kozi RógKruszynki Geistlich Kruschin 1939–42 Geistlich Kruschin 1942–45 Waldkrossen 432 Moczadła Moczadlo 1939–42 Moczadlo 1942–45 Feuchtenau 390 100px|MoczadłaMszano Mszanno 1939–42 Mszanno 1942–45 Schannen 288 60px|Kirche in MszanoNiewierz Niewierz 1894–1920 Neuheim 1939–45 Neuheim 292 Nowy Dwór Neuhof bei Strasburg 1939–42 Neuhof bei Strasburg 1942–45 Drewenzneuhof 124 Opalenica Opalenitza 1891–20 Wilhelmsdank 1939–45 Wilhelmsdank 134 100px|OpalenicaPodgórz Arndtshof 1867–20 Karlsberg 1939–45 Karlsberg 267 Sobiesierzno Sobierszysno 1939–42 Sobierszysno 1942–45 Soberschütz 149 Szabda Szabda 1939–42 Szabda 1942–45 Schaben 629 100px|Szabda, Bahndamm der ZuckerrübenbahnSzczuka Szczuka 1939–42 Szczuka 1942–45 Hecht 499 100px|Kirche in SzczukaSzymkowo Szymkowo 1939–42 Szymkowo 1942–45 Schenkendorf 160 Wybudowanie Michałowo Michelau 1939–45 Michelau 374
Ortschaften und Weiler ohne Schulzenamt mini|Przydatki Bartniki • Bobrowiska • Drużyny • Kurlaga • Małgorzatka • Mszano-Waldsiedlung • Nowe Moczadła • Przydatki • Rybaki • Szabda-Waldsiedlung • Szymkówko • Tama Brodzka • Tywola.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Baudenkmale Cielęta, Kirche św. Mikołaja, 14. Jh., erweitert 1783 Gorczenica, Kirche Podwyższenia Krzyża Świętego, 14.–19. Jh. Gut Karbowo: Herrenhaus (1810/1840), Scheune (1804), Nebengebäude (19. Jh.) und Park Mszano, Kirche św. Bartłomieja Apostoła, 1906–07 Szczuka, Kirche św. Fabiana i św. Sebastiana, 14. Jh., erweitert 1882 Szczuka, Chata podcieniowa kleines Vorlaubenhaus von 1780 Przydatki: Herrenhaus (19. Jh.), Scheune (1916) und Park des 19. Jahrhunderts Brücke der Zuckerrübenbahn über die Drwęca (um 1920). Über den Ort Kominy verlief von 1926 bis 1991 die Schmalspurbahn (750 mm) Kolej Cukrowni Ostrowite.
Verkehr mini|Ehemalige Bahnstation Tama Brodzka Die Landgemeinde Brodnica liegt an der Landesstraße 15 Richtung Ostróda.
Brodnica hatte einen früher bedeutenden Bahnhof. Im Personenverkehr wird jedoch nur die Bahnstrecke Działdowo–Chojnice westwärts, Richtung Jabłonowo Pomorskie und Grudziądz bedient, während sie ostwärts genauso wie die Strecken nach Kowalewo Pomorskie und Bahnstrecke Tama Brodzka–Iława nicht mehr betrieben wird. Die Strecke aus Sierpc wird nur noch im Güterverkehr bedient.
Persönlichkeiten Paul von Krause (1852–1923, * in Karbowo), Jurist und Politiker Jan Powierski (1940–1999, * Szczuka), Historiker in Danzig
Literatur Rudolf Birkholz: Der Kreis Strasburg. Osnabrück 1981, .
Weblinks
Offizielle Seite der Landgemeinde Brodnica (polnisch)
Fußnoten