Der Saratoga-Feldzug war 1777 eine Unternehmung der British Army im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Der Feldzug sollte die amerikanischen Streitkräfte teilen, indem eine Zone unter Kontrolle des Königreichs Großbritannien zwischen der Neuengland-Kolonie und ihren Nachbarn im Süden geschaffen werden sollte. Der Feldzug war endgültig gescheitert, als John Burgoyne am 17. Oktober 1777 nach der Schlacht von Saratoga im Namen der British Army kapitulierte.

Planung des Feldzuges

Nachdem Generalleutnant John Burgoyne geholfen hatte, die amerikanische Invasion von Kanada Ende 1776 zu verhindern, kehrte er im September nach England zurück. Er begann politische Unterstützung für seinen Plan der Spaltung der amerikanischen Kolonien durch eine Invasion von Kanada aus zu suchen. General Sir Henry Clinton war ebenfalls in Großbritannien und versuchte für sich die Genehmigung für ein unabhängiges Kommando zu erhalten.

Burgoyne schrieb seine Strategie unter dem Titel Ideen für die Ausführung des Krieges auf der kanadischen Seite nieder. Er sandte sie an Lord Germain, erhielt am 20. Februar 1777 die Zustimmung und besiegte seinen Rivalen um das unabhängige Kommando. Sein Plan wurde angenommen und er selbst sollte den Hauptvorstoß des Saratogafeldzuges anführen. Burgoyne war von seinem Erfolg so sehr überzeugt, dass ein Londoner Gentlemens Club seine Wette über 50 Guineen aufzeichnete, … dass er am Weihnachtstag 1777 siegreich aus Amerika zurück sein werde.

Feldzugsstrategie

Der Plan, Neuengland zu separieren, basierte auf den zwei Voraussetzungen des okkupierten New York City und des kürzlich gesicherten Kanadas. Drei Gruppen von Streitkräften sollten den Widerstand durchschneiden und sich bei Albany (New York) treffen. Burgoyne sollte die Hauptstreitkraft regulärer britischer, Braunschweiger und Hanauer Truppen den Seeweg hinab von Trois-Rivières (Québec) über den Lake Champlain und Lake George durch das nördliche Hudson-River-Tal führen. Oberstleutnant Barry St. Leger sollte eine zweite Streitmacht vorwiegend kanadischer Kräfte und indianischer Alliierter von Fort Oswego den Mohawk River hinab führen. General William Howe und die Seestreitkräfte schließlich sollten sich von New York aus den Hudson River hinauf bewegen. Wenn sie sich bei Albany treffen würden, wäre die Separierung komplett.

Burgoyne kehrte am 6. Mai 1777 mit einem Brief von George Germain, 1. Viscount Sackville, nach Québec zurück, der den Plan vorstellte, jedoch in den Details ungenau war. Das erzeugte einen neuen Konflikt um das Kommando, der die Briten den Krieg hindurch behinderte. Nominell stand Generalleutnant Burgoyne höher als Generalmajor Guy Carleton, aber Carleton war Gouverneur von Kanada. Carleton erfüllte Burgoynes Forderung nach genügend kanadischen Truppen, um Crow Point und Fort Ticonderoga zu bemannen, nötigte ihn aber, einige seiner regulären Truppen als Besatzung in Kanada zu belassen. Er scheint es außerdem versäumt zu haben, Burgoyne über einen Brief Howes zu informieren, der mitteilte, dass er den Feldzug nicht mit vollen Kräften unterstützen könne. Im Juni war alles bereit und die Vorstöße begannen.

Die Mohawk-Expedition St. Leger segelte den Sankt-Lorenz-Strom hinauf, kreuzte den Ontariosee und traf ohne Verluste zu erleiden in Fort Oswego ein. Er hatte über 300 reguläre Soldaten, die durch 650 Mann kanadischer und britischer Loyalisten-Milizen unterstützt wurden, und 1000 Indianer, angeführt von John Butler und dem Mohawk-Hauptmann Joseph Brant. Am 25. Juli verließen sie Oswego und marschierten mit guter Disziplin los, um Fort Stanwix zu belagern.

Die Belagerung von Fort Stanwix

St. Leger begann die Belagerung am 4. August, indem er die Garnison unter dem Kommando von Oberst Peter Gansevoort zur Kapitulation aufforderte. Sein Angebot wurde ausgeschlagen und am selben Tag brach General Nicholas Herkimer mit 800 Milizionären von Tryon County auf, um Gansevoort zu helfen. Aber St. Leger erfuhr von diesem Auftrag und griff die Unterstützungsexpedition am 6. August in der Schlacht von Oriskany an. Während dieser Schlacht zerstörte ein Ausfall aus dem Fort große Teile von St. Legers Tross. Sie richteten sich nun auf eine Belagerung ein. Teile der indianischen Streitkräfte und der Hilfstruppen desertierten, da es nicht so bald Kriegsbeute geben würde und die Vorräte knapp wurden.

Inzwischen wurde der amerikanische Gegenschlag vorbereitet. Am 10. August hatte Benedict Arnold Stillwater mit 800 Mann der Kontinentalarmee aus Philip Schuylers Norddepartement verlassen. Er erwartete Unterstützung von den örtlichen Milizen aus der Umgebung von Fort Dayton, das er am 21. August erreichte. Arnold konnte jedoch nur etwa 100 Milizionäre ausheben, darum griff er zu einem Täuschungsmanöver. Er sandte Agenten und täuschte die Flucht eines Gefangenen vor, der St. Leger informierte, dass Arnold mit einer großen Streitkraft anrücke.

Auf Grund dieser Nachrichten zogen sich Joseph Brant und der Rest von St. Legers Indianern zurück. Sie nahmen das meiste der verbliebenen Vorräte mit sich, weshalb St. Leger gezwungen war, sich über Oswego nach Kanada zurückzuziehen. Arnold sandte ihnen eine Militäreinheit nach und zog mit dem Rest seiner Streitkraft nach Osten, um die amerikanischen Streitkräfte in der Schlacht von Saratoga zu unterstützen.

Die Burgoyne-Expedition mini|300px|Burgoynes Zug auf Albany, Juni bis Oktober 1777 St. Legers Angriff entlang des Mohawk und General Howes erwarteter Vorstoß von New York aus waren Ablenkungsmanöver, um die amerikanische Verteidigung auszudünnen. Burgoyne führte den Hauptangriff südlich durch die Seen und das Hudson-Tal in Richtung Albany. Am 13. Juni 1777 hatte er seine Streitkräfte in Saint-Jean-sur-Richelieu versammelt.

Er erwartete keine Wiederholung der vorjährigen Verzögerung auf Valcour Island, weil er eine übermächtige Seestreitkraft hatte. Neben den fünf Schiffen aus dem letzten Jahr war ein sechstes gebaut worden, und drei waren Benedict Arnold nach dem Seegefecht bei Valcour Island abgenommen worden. Zusätzlich hatte er 28 bewaffnete Kanonenboote und eine große Flotte von Kanus und Flussbooten (Boote mit flachem Boden) für den Transport. Seine Armee umfasste mehr als 7.800 Mann und über 130 Artilleriewaffen von leichten Mörsern bis zu 11-kg-Kanonen. Seine regulären Truppen waren in zwei Divisionen organisiert. Generalmajor William Phillips führte die 3700 britischen Regulären zur Rechten, während Generalmajor Friedrich Adolf Riedesels 3000 BraunschweigerBerufsreise nach Amerika: Briefe und Berichte des Generals und der Generalin von Riedesel während des nordamerikanischen Kriegs in den Jahren 1776 bis 1783 geschrieben, hrsg. von Claus Reuter, in Deutschland hrsg. von Thomas Ostwald, Neuausgabe nach der Edition Berlin 1801, Braunschweig 2005, ISBN 3-925320-00-8 (Tagebuchaufzeichnungen von Friederike Riedesel Freifrau zu Eisenbach, die an der Seite ihres Mannes Friedrich Adolf am Saratoga-Feldzug teilnahm)https://www.americanrevolution.org/hessians/hessindex.php die Linke hielten. Seine regulären Truppen starteten in gutem Zustand, waren aber schlecht für den Kampf in der Wildnis gerüstet.

Fort Ticonderoga

Burgoynes Kombination aus See-, Artillerie- und Infanteriestreitkräften bewegte sich den Champlainsee hinab. Sie schien in der Lage, jeden amerikanischen Widerstand zu überrennen.

Der amerikanische General Philip Schuyler war wie andere der Ansicht, dass Fort Ticonderoga möglicherweise nicht gegen diese Streitmacht zu halten sei. Dennoch befahl er General Arthur St. Clair, die erste amerikanische Verteidigung hier zu errichten und so lange wie möglich auszuhalten, ehe er sich zurückzöge. So nahm Burgoyne Crown Point am 24. Juni ohne Gegenwehr. Er verstärkte seine Verteidigung und begann mit der Errichtung eines Magazins oder Vorratslagers, um seinen Angriff auf das Fort Ticonderoga zu unterstützen.

Burgoyne einerseits und Schuyler andererseits hielten die Einnahme von Fort Ticonderoga für die wichtigste Operation. Die Briten fanden einen Weg, ihre Artillerie auf eine Hügelspitze namens Sugar Loaf zu bringen, die das Fort überblickte. St. Clair organisierte den Rückzug in der Nacht und Burgoynes Männer nahmen die Hauptbefestigung und die Mt. Independence Werke am 6. Juli ein. Obwohl eine spätere Untersuchung Schuyler und St. Clair von jedem Fehler bei dieser Kapitulation befreite, veranlasste diese den Kontinentalkongress, Philip Schuyler durch General Horatio Gates als Kommandeur im Norddepartement zu ersetzen.

Die Schlacht von Hubbardton

Nach dem Verlust von Ticonderoga zog sich St. Clairs Streitmacht geordnet zurück. Burgoyne sandte Kräfte aus seiner Haupttruppe aus, um sie zu verfolgen. Sie gerieten mindestens drei Mal mit den sich zurückziehenden Amerikanern in Kontakt. Der Hauptangriff wird als Schlacht von Hubbardton bezeichnet, während die anderen bei Fort Anne und Skenesboro stattfanden. Insgesamt kosteten diese Aktionen die Amerikaner nur etwas mehr als halb so viel Verluste wie die Briten. Wieder brachte St. Clair die meisten seiner Männer sicher hinaus, um sich mit General Schuyler bei Fort Edward zu vereinigen, und die Amerikaner bewiesen, dass sie immer noch in der Lage waren, sich gegen die regulären britischen Truppen zu behaupten. Burgoynes Vorstoß nahm am 17. Juli Fort Anne ein, während die Hauptstreitkraft am 8. Juli bei Skenesboro landete.

Der Feldzug war bislang weitestgehend ein Erfolg für die Briten. Nun aber begann sich das Blatt zu wenden. Burgoyne hatte einige Verluste erlitten, doch auch wenn die 220 getöteten oder verwundeten Männer nur eine Kleinigkeit für sein Vorhaben darstellten, schwächten sie die Invasion. Er hatte 400 Mann als Besatzung des Nachschublagers in Crown Point zurückgelassen und weitere 900, um Ticonderoga zu verteidigen. Er hätte nun nach Ticonderoga zurückkehren und dann nach Süden bis zum Ende des Lake George segeln können, aber das hätte wie ein Rückzug ausgesehen. Er machte daher den fatalen Fehler, weiter über Land nach Fort Edward zu ziehen. Er dachte, er werde Artillerie und Tross brauchen, um genügend Feuerkraft zu haben, um eine Wiederholung derartiger Verluste wie in der Schlacht von Bunker Hill zu vermeiden.

Schuyler und St. Clair entschieden inzwischen, einfach den Briten das Durchkommen so weit wie möglich zu erschweren. Als Benedict Arnold sich am 24. Juli mit ihnen traf, unterstützte er dankbar ihren Plan, bevor er nach Westen geschickt wurde, um St. Leger bei Fort Stanwix aufzuhalten. Ihre Hauptwaffe in dieser Phase des Feldzuges war die erfolgreiche Anwendung der Axt. Sie fällten einfach große Bäume auf dem Weg des Feindes, die dieser mühevoll beiseite schaffen musste. Der Marsch zog sich in die Länge, die Truppen ermüdeten und verbrauchten ihre Vorräte. Die Taktik funktionierte gut, weil Burgoyne für seine Kanonen eine Straße durch die Wildnis bauen musste. Sein Vorankommen wurde auf eine Meile pro Tag reduziert. Er nahm Fort Edward am 29. Juli ohne größere Kämpfe ein. Schuyler hatte sich nach Stillwater zurückgezogen, und die Amerikaner waren darauf vorbereitet, die Verzögerungstaktik von Fort Edward nach Saratoga zu wiederholen.

Die Schlacht von Bennington