Schorbus, , ist ein OrtsteilAuflistung als Ortsteil von Drebkau im Kommunalverzeichnis Brandenburg; abgerufen am 2. Mai 2026 der Stadt Drebkau im Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg). Schorbus war bis 2001 eine selbstständige Gemeinde.
Geographie Der (Kern-)Ort Schorbus liegt rund fünf Kilometer nordöstlich von der Kern-Stadt Drebkau bzw. rund neun Kilometer südwestlich von der Innenstadt von Cottbus. Zu Schorbus gehören die Gemeindeteile Auras, Klein Oßnig sowie die Wohnplätze Alte Ziegelei, Oelsnig, Reinpusch und Schorbus Ausbau. Mit den Eingemeindungen von Auras, Klein Oßnig und Oelsnig wurden auch die früheren Gemarkungen und Gutsbezirke von Auras, Klein Oßnig und Oelsnig mit der Gemarkung Schorbus vereinigt. Das mittelalterliche Dorf Reinpusch fiel schon im Spätmittelalter wüst und wurde um 1700 als Vorwerk von Schorbus wieder aufgebaut.
Die ursprüngliche Gemarkung von Schorbus (inkl. Reinpusch) grenzte im Norden an Klein Oßnig und Groß Gaglow, im Osten an Harnischdorf und Oelsnig, im Süden an Auras und im Westen an Leuthen. Der Ortskern liegt auf . Die höchste Erhebung ist der Pflanzenberg mit , der tiefste Punkt bei etwa .
Der Kernort ist über die B 169 gut zu erreichen, die westlich am Ortskern vorbei führt. Die abzweigende L 521 führt in den Ort hinein. Der größere Teil der örtlichen Bebauung ist entlang dieser Straße aufgereiht. Ein weiterer Schwerpunkt der Bebauung liegt nordöstlich des alten Ortskern entlang der Straße der Jugend. Westlich am Ortskern verläuft der Leuthener Hauptgraben, der die von Osten kommenden Streinberggraben und Piepersgraben Schorbus aufnimmt.
Geschichte Schorbus wurde am 14. Mai 1350 erstmals urkundlich erwähnt (als Scorbus). Spätere Schreibweisen sind Schorbst (1498), Schorbeß (1501), Schorbisch (1513), Schorbuß (1515) und Scharbus (1533). Der Name leitet sich wahrscheinlich von einem Personennamen ab, zu aso. Skorbuš, Ort des Skorbuch. Die ursprüngliche Dorfstruktur ist kaum mehr zu erschließen. Rudolf Lehmann vermutet ein Sackgassendorf.
Besitzgeschichte bis 1600 1350 wird der Priester von Schorbus, aber ohne Namen, in einer Urkunde des (Weih-)Bischofs Gaufried von Carpentras als päpstlicher Commissarius genannt. In einer Urkunde vom 15. Januar 1495 werden die Brüder Caspar und Heinrich von Birckholtz zu Schorbicz genannt. Heinrich hatte 1498 ein Darlehen von 15 Schock Groschen beim Rat der Stadt Cottbus aufgenommen, für das er dem Altaristen des Altars St. Erasmus in Cottbus Gregorius Molner oder dessen Nachfolgern 1 Schock Groschen gab. Am Dienstag nach Galli huldigten Caspar, und Heinrich Bercholtz zu Scherbitz dem neuen brandenburgischen Kurfürsten Joachim I. und dem brandenburgischen Markgrafen Albrecht. Vermutlich ist Heinrich (I.) vor 1511 gestorben, denn 1511 wird ein Caspar von Birckholtz zu Schorbus genannt, der ein Sohn und Erbe Heinrichs (I.) war. Caspar (I.) von Birckholtz starb wohl ohne Leibeserben.
1513 musste ein Heinrich von Birckholtz, es kann sich nur um einen weiteren Sohn von Heinrich I. handeln, ein weiteres Darlehen auf Wiederkauf, diesmal in Höhe von 5 Schock Groschen aufnehmen, für das er dem Altaristen der Schützen zu Cottbus, Bartholomäus Briesen einen halben Schock Groschen geben musste. Am 18. November 1515 erlaubte Heinrich (II.) von Birckholtz seinen Afterlehnleuten Hans Crüger und Hans Kochmann den Verkauf von Zinsen an den Cottbuser Altaristen. 1517 war Caspar (II.) von Birckholtz Schöffe in Cottbus. Montags Vigilia Johannis Baptiste Am 24. Oktober 1527 erhielten die Brüder Caspar und Heinrich von Birckholtz das benachbarte Oelsnig, ein Lehn der Krone Böhmens, vom Landvogt der Niederlausitz zu einem gesamten, brüderlichen Lehen. 1533 empfing Heinrich von Buckholtz zu Scharbus nach dem Tod seines Bruders Caspar die brüderliche Lehn. Caspar war anscheinend ohne Leibeserben gestorben. Am Tag Christi Himmelfahrt 1536 wurde Heinrich (II.) von Birckholtz mit dem Dorf Schorbus mit Rittersitz und der Mühle sowie mit den Dörfern Stradow und Lindchen. Weiter war in der Lehn enthalten die wüste Dorfstätte Reinpusch mit sechs freien Hufen und freier Trift, das Kirchlehn von Schorbus und den obersten und niedersten Gerichten in Schorbus sowie das Dorf Bahnsdorf belehnt. Am 8. August 1538 erhielt er einen Lehenbrief über Oelsnig, auch das Dorf Oelsnig besaß er nun allein. Heinrich (II.) ist vor 1546 gestorben und hatte die Söhne Heinrich, Caspar und Wolf hinterlassen. Zwei der drei Brüder waren, in neudeutsch umgesetzt, in einen Raub und eine räuberische Erpressung verwickelt. Im Herbst 1546 überfielen Wolf und Caspar (III.) von Birckholtz und andere Mitgesellen ohne förmliche Fehdeerklärung den Abt des Klosters Paradies bei Meseritz, Matthäus, der sich auf der Heimreise befand, in der Nähe von Schorbus. Sie nahmen ihm alle Habseligkeiten, auch den Wagen und die Pferde ab, und hielten ihn 14 Tage gefangen. Er konnte schließlich durch Cottbuser Bürger befreit werden und nach Hause reisen. Die polnische Regierung forderte vom Kurfürsten die Bestrafung der Straßenräuber. Auf Fürsprache des Bischofs von Posen kamen sie aber relativ glimpflich davon, mussten aber die geraubten Sachen zurückgeben und 800 Gulden Schadenersatz leisten. Ihre Güter wurden beschlagnahmt und so lange unter Aufsicht gestellt, bis die Summe von 800 Gulden samt Zins und Zinseszins beglichen war. 1551 verkaufte Caspar (III.) seinen Anteil an Schorbus an die Brüder Christoph und Caspar von Zabeltitz auf Hänchen. Sie waren die Söhne des Caspar von Zabeltitz auf Illmersdorf. Seine Brüder Wolf und Heinrich III. von Birckholtz gaben am 8. Juni 1551 ihr Einverständnis zum Verkauf. Wolf behielt sich aber eine Wiese vor, die er bei der brüderlicher Teilung allein bekommen hatte, freilich gegen Bezahlung von 150 Talern. 1552 veräußerte auch Heinrich seinen Anteil an Schorbus an die Brüder von Zabeltitz. Auch Wolf verkaufte schließlich seinen Anteil kurz darauf. Nur zwei Jahre später 1554 verkauften die beiden Brüder von Zabeltitz Schorbus mit dem Rittersitz und Vorwerk an Caspar Burggraf von Dohna auf Straupitz, der schon vorher von Christoph von Zabeltitz Auras gekauft hatte. Diese letzteren Verkäufe waren auf Wiederkauf, denn 1563 kauften die Brüder Christoph und Caspar von Zabeltitz Schorbus und Auras wieder zurück. Um 1565 waren sogar die von Birckholtz kurz wieder Besitzer von Schorbus (oder die folgende Urkunde wiederholt irrtümlich ältere Verhältnisse). 1565 mussten nämlich die Birckholtzer zu Zschorbst zweieinhalb gerüstete Ritterpferde für Schorbus stellen, zusammen mit Siegmund von Kottwitz, dem ein halbes Pferd angerechnet wurde, drei Ritterpferde.
Christoph von Zabeltitz war mit Dorothea von Seyffertitz verheiratet, der er 1552 wegen des eingebrachten Ehegeldes von 600 Talern seine sämtlichen Güter verschrieb. Sein Bruder Caspar war mit Eva von Schönfeldt verheiratet; die Ehe blieb ohne Kinder. Christoph von Zabeltitz war mit Dorothea von Seyffertitz hatten die vier Söhne Christoph, Caspar (II.), Heinrich und Abraham. 1571 legte Caspar von Zabeltitz zu Schorbus die Lehnspflicht nach dem Regierungsantritt des neuen brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg ab. 1583 musste Caspar von Zabeltitz wegen Schorbus ein Ritterpferd stellen, das als wolgerust bewertet wurde. Ob es sich bei diesem Caspar noch um den Bruder des Christoph handelt wie Houwald annimmt oder schon um den Sohn des Christoph ist nicht sicher zu entscheiden. 1591 starb jedenfalls dieser Caspar ohne Leibeserben und seine Güter fielen an den Neffen oder Bruder Heinrich.
Heinrich von Zabeltitz war mit einer Anna von Muschwitz verheiratet. Sie brachte immerhin 2.000 Taler Ehegeld mit in die Ehe und hatte weitere 3.000 Taler an Vater- und Muttererbe erhalten. Am 11. Mai 1597 verkaufte dieser Heinrich von Zabeltitz Schorbus und Auras mit den beiden Rittersitzen, der Mühle in Schorbus, der wüsten Dorfstätte Reinpusch mit Äcker, Hufen und Triften für 8.000 Taler an Caspar von Loeben aus dem Hause Kurtschow (Landkreis Crossen (Oder)). Auch das benachbarte Oelsnig hatte Heinrich schon an den Caspar von Loeben verkauft, der darüber am 19. September 1595 den Lehnbrief erhalten hatte. Caspar von Loeben war mit einer NN von Zabeltitz verheiratet und Schwager (Eidam) des Heinrich von Zabeltitz. Einschränkend wurden beim Verkauf von Schorbus eine Hypothek von 4.000 Gulden auf dem Gut als Sicherheit für Anna von Muschwitz belassen. Sie starb 1616, Heinrich ist vor 1625 verstorben.
Aus der Ehe von Caspar von Loeben mit der NN von Zabeltitz entsprossen drei Söhne namens Christian, Maximilian und Wolf George. Die Tochter Marianne heiratete 1619 den Heinrich von Muschwitz auf Petershayn, und nach dessen Tod den Siegmund von Pflugk in Meißen. Caspar von Loeben ist dann vor 1613 gestorben, denn 1613 wurden seine drei Söhne mit den väterlichen Gütern belehnt.
mini|Teil der Gutsanlage. Besitzgeschichte bis 1900 In der brüderlichen Teilung erhielt Wolf Georg das Gut Schorbus und Auras allein. Wolf George von Loeben auf Schorbus und Auras war mit Anna Margaretha von Kracht verheiratet. Von Pfingsten 1639 datiert eine Ehestiftung des George von Loeben auf Schorbus und der Anna Margaretha von Kracht, Tochter des Ernst von Kracht auf halb Strega, Gosda und Klinge. Das Ehegeld wurde auf 2.000 Taler festgesetzt. Die Tochter Barbara des Ernst von Kracht heiratete übrigens den Sebastian von Zabeltitz auf Eichow. Eine zweite Ehestiftung 600 über Taler Ehegeld datiert von 1647. Der Dreißigjährige Krieg brachte schwere Verwüstungen über Gut und Dorf. Wolf George von Loeben meldete allein in den Jahren 1633/34 Schäden in Höhe von 990 Talern an, die er durch durchziehende kaiserliche Truppen, meist Kroaten erlitten hatte. Die Truppen erzwangen die Herausgabe von 85 Rindern zu je 6 Talern, 10 guten Pferden zu je 20 Talern, 40 Schweinen von je 2 Talern sowie Getreide und Feldfrüchte im Wert von 200 Talern. Das Gutshaus, die Stallungen, Scheunen und das Brauhaus hatten kein Dach mehr und waren baufällig. Die Schäferei war völlig zerstört, ebenso die Wassermühle. Die Wälder waren in sehr schlechtem Zustand, da fast alle Bäume geschlagen wurden, sodass nur noch Sträucher und schwaches Holz vorhanden war. Reichlich vorhanden waren noch Stubben. Die Schaftriften waren z. T. verwachsen, es gab weder Schafe noch Vieh. Von neun Bauernhöfen waren fünf nicht besetzt, von 15 Gärtnerstellen waren 5 unbesetzt. Im Dorf waren Schäden in Höhe von 652 Talern entstanden. Zur Huldigung zum Regierungsantritt des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm im Jahre 1644 kam auch Caspar (von Loeben), Caspars sel. unmündiger Sohn, zu Schorbus im Cottbusischen. 1647 wird Wolf George noch auf Schorbus genannt. Das Gut war total überschuldet. Vermutlich ließ er das Vorwerk Reinpusch anlegen. Bald darauf musste er Schorbus an Rittmeister Wolf Georg von Werdeck verkaufen. Auras konnte er dagegen behaupten.
Wolf Georg von Werdeck ist 1652 als Besitzer von Schorbus genannt. Dieser hatte eine Bauernhufe zum Vorwerk gezogen, 2½ wüste Bauernhufen waren schon vor alters zum Rittergut genommen worden. Aber auch Wolf Georg von Werdeck brachte den Kaufpreis nicht auf, mit dem die auf Schorbus stehenden Schulden beglichen werden sollten. Daraufhin übernahmen die von Loebenschen Gläubiger das Gut in ihre Verwaltung und stellten es 1661 zur Versteigerung. Der kurfürstlich-brandenburgische Rittmeister Kuno Friedrich von Klitzing zu Fröhden erhielt für 8.000 Taler den Zuschlag für das Gut Schorbus mit Vorwerk Reinpusch. Er war der Sohn des Lippold Friedrich von Klitzing auf Fröhden und der Eva von Birckholtz aus dem Hause Kümmritz. Er hatte schon vor 1654 mit Sophie Sabine von Schlieben aus dem Hause Pitschen geheiratet. Er starb am 6. Mai 1674 und hinterließ vier unmündige Kinder, die Söhne Johann Friedrich, Kuno Erdmann und Christoph Albrecht sowie die Töchter Hedwig Elisabeth und Erdmute Sophie. Zum Vormund der Kinder wurde der Bruder der Witwe Erdmann von Schlieben bestellt. Sophie Sabine von Schlieben starb am 13. Dezember 1678.