Walter Tom Hops, auch Tom Walter Hops (* 6. Mai 1906 in Hamburg; † 23. Januar 1976 ebenda), war ein deutscher Maler und Grafiker der Verschollenen Generation.

Leben mini|Am Ende seiner Amtszeit erhielt 1963 der Kieler Bürgermeister Herbert Fuchs im Kieler Rathaus ein Gemälde von Tom Hops als Abschiedsgeschenk. Links neben ihm der Kieler Oberbürgermeister Hans Müthling. Das Gemälde zeigt unter anderem die Kieler Hauptkirche St. Nikolai.

Tom Hops wurde in seiner Kindheit von seiner musischen Mutter geprägt, die ihn früh in die Hamburger Kunsthalle mitnahm und ihn ans Zeichnen heranführte. Nach der Schulzeit absolvierte er eine kaufmännische Lehre im Im- und Export. Anschließend fuhr er 1926 und 1927 als Zahlmeister bei der Woermann-Linie zur See und malte und zeichnete nebenbei. 1928 zog er nach Berlin und entschied sich für die Malerei, die er sich autodidaktisch aneignete, da er von der Preußischen Akademie der Künste abgelehnt wurde. Im selben Jahr erfolgte eine Reise nach Italien. Um 1930 wurde er von Berliner Galeristen gefördert, wie zum Beispiel von Alfred Flechtheim, bei dem er ein und ausging.

Ab 1933 war er wieder in Hamburg ansässig. Ab spätestens 1935 wohnte er in der Schlankreye 59 in Hamburg-HarvestehudeEintrag im Hamburger Adressbuch 1936 und ab 1936 oder 1937 in der Fuhlsbüttler Straße 288 in Hamburg-Barmbek-Nord. 1936 und 1938 erhielt er zwei Stipendien der Erdwin-Amsinck-Stiftung. Im Zweiten Weltkrieg wurde er 1940 der Kriegsmarine zugeteilt und war dort Leutnant zur See, unter anderem in der Biskaya. 1943 erhielt er den Albrecht-Dürer-Preis der Stadt Nürnberg. Nach dem Krieg war er Mitglied der unter anderen von Martin Irwahn und Richard Steffen gegründeten Künstlergemeinschaft Hamburger Gruppe 1945, der auch Willi Breest, Ernst Flege (1898–1965), Fritz Husmann (1896–1982), Peter Luksch (1901–1988, Sohn von Richard Luksch und Elena Luksch-Makowsky), Max Hermann Mahlmann, Hanns Müller-Dünwald (1900–1955), Franz Nespethal (1912–1993), Kurt Priegnitz (auch Kurth und Prignitz, 1914–1983), Hermann Schütte (1893–1973), Walter Siebelist, K. R. H. Sonderborg, Hildegard Stromberger (1904–1985), Johannes Ufer und Ernst Witt (1901–1977) angehörten.PDF-Datei Arnold Fiedler (1900–1985) – Eine Künstlermonographie, Dissertation von Uta Schoop, 2011, S. 326. Er wurde zudem auch Mitglied des Rotary Club Hamburg, in dem er sehr engagiert war. Er stand auch in Kontakt zu Gisela Kühler-Balcke, die eine Porträtbüste von ihm anfertigte.Bettina Winkler: Balcke-Kühler, Gisela, geb. Balcke. In: Ulrike Wolff-Thomsen: Lexikon Schleswig-Holsteinischer Künstlerinnen, Städtisches Museum Flensburg (Hrsg.), Verlag Boyens & Co., Heide 1994, ISBN 3-8042-0664-6, S. 45–46

Ab 1945 hatte Tom Hops einen Schüler, der Maler und Grafiker Diether Kressel lernte bei ihm das Aquarellieren.Biografie Diether Kressel, Richard Haizmann Museum Dieter Kressel bei galerie-harmstorf.de Neben dem Malen engagierte Tom Hops sich auch politisch und ließ sich für die FDP in die Kulturdeputation berufen. Um 1951 folgte auf Einladung des Reeders der Nordfriesischen Reederei Konsul Thomas Entz-von Zerssen eine zweimonatige Schiffsreise.Erwähnung im Artikel Malerfahrt auf einem Schönwetter-Schiff von Hanns Hubertus Graf von Merveldt, Die Zeit, 1952, Ausgabe 45 Diese und andere Reisen führten ihn unter anderem nach Frankreich, England, Spanien, Italien, Marokko, Istanbul sowie in die Schweiz und die USA. Aber auch innerhalb Deutschlands trat er viele Reisen an. Die Insel Sylt besuchte er regelmäßig. In Niebüll restaurierte er einmal in einer Gaststätte das Wandgemälde Bierkönig des Malers Carl Ludwig Jessen, das 2014 im Andersen-Hüs in Klockries, in der Gemeinde Risum-Lindholm einen neuen Platz fand.Der Bierkönig auf geschichtsverein-niebuell.deArtikel Wie der "Bier-König" knapp dem Abrissbagger entging, Nordfriesland Tageblatt, 28. September 2012.Artikel Bierkönig prostet wieder den Gästen zu, Nordfriesland Tageblatt, 1. September 2014. 1955 zog er in die Hallerstraße 1d, in eines der Grindelhochhäuser in Hamburg-Harvestehude. Tom Hops wohnte Tür an Tür mit dem Komponisten und Intendanten Rolf Liebermann. In einem der Grindelhochhäuser, in der Hallerstraße 5a wohnte auch der Bildhauer Fritz Fleer, mit dem Hops befreundet war. Auch der Maler Arnold Fiedler wohnte in einem der Grindelhochhäuser, am Grindelberg 60 im 9. Stock.

In den 1950er und 1960er Jahren galt Tom Hops als so etwas wie ein „Botschafter Hamburgs“, da viele seiner farbenfrohen Hamburg-Ansichten durch den Hamburger Senat und als Auftragswerke unter anderem von Banken, Reedereien, Industrieunternehmen, wie Shell, in zahlreichen internationalen Großstädten wie Rio de Janeiro, Helsinki, Warschau und Paris verschenkt wurden. 1960 wurde ihm der Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg verliehen, wie auch Martin Irwahn. 1974 wurde er zum Professor ernannt.Hauptquelle 1: Ein nicht gehaltener Vortrag zur Geschichte des Rotary Clubs Hamburg Steintor von Jürgen Blankenburg, 2005, S. 3–4 (PDF-Datei)Hauptquelle 2: Biografie von Tom Hops auf kunsthandel-koskull.deHauptquelle 3: Tom Hops auf arcadja.com Neben Ölgemälden, Aquarellen, Gouachen und Faserstiftzeichnungen schuf Tom Hops auch Kunst in öffentlichen Räumen, wie Glasmosaikfenster, Wandgemälde, eine Kachelstele und ein Keramikmosaik. Von seinen Lithografien erschienen einige bei der Griffelkunst-Vereinigung Langenhorn. mini|hochkant|Familiengrab Hops, Friedhof Ohlsdorf

Tom Hops wurde 1976 auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg, Planquadrat AA 5, beigesetzt.Prominenten-Gräber

Tom Hops, der auch Nachkommen hat,Artikel Es gibt noch Einzelhändler, die handeln, Die Welt, 7. August 2004. ist unter anderem mit Werken in den Sammlungen der Hamburger Kunsthalle, des Altonaer Museums in Hamburg, der Kunsthalle Bremen, des Stadtmuseums Warleberger Hof in Kiel, des Pinneberg Museums, des Museumsberges Flensburg, des Museum Rade am Schloss Reinbek und der Osten World Gallery of Drawings in SkopjeTom Hops auf artfacts.net vertreten sowie in der Sammlungen von Gerhard Schneider, Hermann-Josef Bunte, in der Sammlung Deutsche Bank, der Sammlung Deutsche Bank den Sammlungen der Deutschen Bundesbank, in Hamburg, der Hamburger Sparkasse, der Behörde für Kultur und Medien, des NDR,Liste der Werke der NDR-Sammlung Weite und Licht (PDF-Datei), S. 11–12. Ca. 360 weitere Werke der Gesamtsammlung des NDR sind nicht aufgeführt. der BBC und der SAGA Unternehmensgruppe, mit mindestens mit 15 Werken. Kunst im Quartier von Friederike Weimar und Ute Janssen, Saga Unternehmensgruppe, 2008, PDF-Seite 15 u. 68

Anfang Januar 2017 wurden die ca. 400 Teile des Keramikmosaiks von Tom Hops aus dem Jahre 1971 nummeriert, von der Wand des ehemaligen Ortsamtes in Hamburg-Fuhlsbüttel in der Hummelsbütteler Landstraße 46 entfernt, von der mehrere Zentimeter dicken Schicht alten Mörtels auf den Rückseiten befreit und im Sitzungssaal des vom Bezirk Hamburg-Nord gemieteten Gebäudes Tangstedter Landstraße 6 in Hamburg-Langenhorn mit Fliesenkleber angebracht. Für die Anfertigung des Mosaiks erhielt Tom Hops damals 30.000 DM. Die Abnahme, Reinigung, den Transport und die Anbringung der Mosaikteile übernahm auf ihre Kosten die Langenhorner Peter Ahrens Bauunternehmen GmbH, der beide Häuser gehören und an der Hummelsbütteler Landstraße baut und umbaut.Video (YouTube) Ein Mosaik zieht um, Peter Ahrens Bauunternehmen GmbH Zwei Mitarbeiter der Firma sollen insgesamt rund 500 Stunden für dieses Projekt gebraucht haben.

Rezeption Am 22. August 2010 wurde eine Folge der Sendung Lieb & Teuer des NDR ausgestrahlt, die von Ann-Katrin Schröder moderiert wurde. Darin wurde unter anderem ein Ölgemälde einer norddeutschen Flusslandschaft besprochen, die einst von Tom Hops auf Malpappe gemalt wurde.Informationen über die Folge der Sendung Lieb & Teuer, ARD

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1956: Tom Hops, Hamburger Kunsthalle 1960: Ausstellung der neuen Arbeiten von Tom Hops in der Galerie Commeter, Hamburg 1966: Retrospektive Ausstellung zum 60. Geburtstags in der Galerie Commeter, Hamburg 1968: Tom Hops – Aquarelle, Zeichnungen, Graphik, Galerie Ernst Hauswedell, Baden-Baden 1971: Landschaften und Stadtlandschaften, Retrospektive Ausstellung, anlässlich seines 65. Geburtstages im BAT-Haus, Esplanade, Hamburg 1974: Ausstellung, Nissenhaus, Husum Postum 1976: Ausstellung mit Werken von Tom Hops und Friedrich Wield, Kunsthaus HamburgAusstellungen im Kunsthaus Hamburg 1983: Galerie Mohr, Ahrensburg 1985: Tom Hops, Gemälde, Aquarelle und Grafik aus dem Nachlass, aus Hamburger Privatsammlungen und dem Besitz des Altonaer Museums, Hamburgische Landesbank 1987: Rathaus, Schenefeld 1988: Galerie Sebastian Drum, Schleswig

Gemeinschaftsausstellungen 1937: Frühjahrs-Ausstellung Hamburger Künstler, Hamburger Kunsthalle 1937: Hamburger Maler auf Reisen, Hamburger Kunsthalle 1937: Erde, Mensch und Arbeit, Hamburger Kunsthalle – Dabei Ölgemälde Buhnen am Meer von 1937Artikel (Ausstellungsbericht) Erde, Mensch und Arbeit in Die Kunst für alle – Malerei, Plastik, Graphik, Architektur, Heft 12, September 1938 (mit Abbildung des Gemäldes) 1938–1939: Hamburger Künstler, Kunstverein in Hamburg, Hamburger Kunsthalle im Kunstverein in Hamburg (PDF-Datei). 1927 ist auch ein Walter Hops verzeichnet – Ölgemälde: Hohe Trauern, Venedig, Brandung mit grauem Himmel, Brandung mit Kliff. Aquarelle: Gebirgssee, Gardasee, Watt Munkmarsch, Vorgebirge im MittelmeerAusstellungskatalog 1938–1939, S. 7 (PDF-S. 5) u. Abbildung Hohe Trauern (PDF-S. 17) von kunstverein.de 1939: Deutsche Malerei und Plastik der Gegenwart, Kunstverein in Hamburg – Zwei ÖlgemäldeAusstellungskatalog 1939 von kunstverein.de 1939: Der Hamburger Hafen, Kunstverein in Hamburg, Hamburger Kunsthalle 1939: Freude am Aquarell, Hamburger Bücherstube der Deutschen Buch-Gemeinschaft, Paulstraße 4, Hamburg – Aquarell FlußlandschaftFreuse am Aquarell, Hamburger Neueste Zeitung, 13. Juni 1939, S. 2. 1940: Frühjahrs-Ausstellung Düsseldorf, Kunsthalle Düsseldorf 1940: Hamburg – Stadt, Hafen, Landschaft, Museum Folkwang, Essen und Kaiser-Wilhelm-Museum, Krefeld 1941: Herbstausstellung Hamburger Künstler, Kunstverein in Hamburg, Hamburger Kunsthalle – Ölgemälde: Sylter Strand, Tollerort, Am Watt. Aquarelle: Strand bei Duhnen, Kugelbarke bei Cuxhaven, Nebel an der Elbe bei Cuxhaven 1941 von kunstverein.de 1942: Frühjahrs-Ausstellung Düsseldorf, Kunsthalle Düsseldorf 1942: Herbstausstellung Hamburger Künstler, Kunstverein in Hamburg, Hamburger Kunsthalle 1942: Hamburg in Aquarellen und Zeichnungen, Hamburger Kunsthalle 1943: Junge Kunst im Deutschen Reich, Künstlerhaus Wien – Ölgemälde: Hamburger Hafen, Buhnen am Meer (etwas anders als das von 1937), Steilküste, Dünen auf Sylt, Wattenmeer. Aquarelle: Cuxhaven, Auf Sylt, Bei EbbeAusstellungskatalog, S. 42.Abbildung Buhnen am Meer 1946: Kunstausstellung Kampen auf Sylt, Alte Sturmhaube, mit Siegward Sprotte, Albert Aereboe, Ivo Hauptmann, Fritz Klimsch, Herbert Marxen, Franz Radziwill, Friedrich Schaper und Magnus Weidemann u. a. Zwei Künstler auf Sylt – Magnus Weidemann und Siegward Sprotte – 1946–1967 von Manfred Wedemeyer, in Nordfriisk Instituut, Nr. 157, März 2007, S. 24.Weitere Namen auf der Ausstellung 1947: Bilder vom Karneval, Galerie der Jugend von Gottfried Sello im Dachgeschoss des Finanzamtes in der Steinstraße, HamburgAusstellungsplakat der AusstellungArtikel Galerie der Jugend, Die Welt, 7. Dezember 1950. 1949: 2. Deutsche Kunstausstellung in Dresden 1951: Frühjahrsausstellung, Kunstverein Hannover, Künstlerhaus 1951: Allgemeine Hamburger Kunstausstellung, Kunstverein in Hamburg 1951: Moderne Bilder für moderne Büros, Galerie der Jugend von Gottfried Sello im Dachgeschoss des Finanzamtes in der Steinstraße, HamburgArtikel Verhinderte Mäzene von H. J. Hansen, Die Welt, 8. November 1951. 1953: Große Jahresausstellung Hamburger Künstler in der Hamburger Kunsthalle 1955: Rosarium Uetersen 1963: Ausstellung in Salzburg