In Köln wie in anderen ehemals stark katholisch geprägten westdeutschen Großstädten sind Christen zahlenmäßig längst in der Minderheit.Austen: Wir brauchen dringend pastorale Angebote für Ausgetretene, abgerufen am 5. November 2023Kirchenmitglieder in Großstädten, die Daten., abgerufen am 5. November 2023 Durch Säkularisierung und Zuwanderung nichtchristlicher Bevölkerungsgruppen sinkt der christliche Bevölkerungsanteil.

Ende 2022 waren von den 1.092.118 Einwohnern 28,8 % Mitglied der katholischen Kirche, 12,9 % der evangelischen; 58,3 % gehörten anderen Konfessionen oder Glaubensgemeinschaften an oder waren konfessionslos.Stadt Köln, Kölner Stadtteilinformationen, Zahlen 2018: Tabelle 6 (Einwohnerinnen und Einwohner nach Konfession am 31.12.2010 und 31.12.2018), S. 14, abgerufen am 16. Juli 2022 (PDF)Stadt Köln, Kölner Stadtteilinformationen 2017. Tabelle 6 (Angaben zur katholischen und evangelischen Konfessionszugehörigkeit). S. 14. Abgerufen am 16. Juli 2022 (pdf) Ende 2023 waren von den 1.095.520 Einwohnern 27,5 % (301042 Einwohner) Mitglied der katholischen Kirche, 12,4 % der evangelischen; 60,1 % gehörten anderen Glaubensgemeinschaften an oder waren konfessionslos.Stadt Köln Strukturdaten 2023

Römisch-katholische Kirche mini|Köln, Groß St. Martin, vom Rhein her gesehen Ende 2019 waren 32,8 % der Einwohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche, 2008 waren dies noch 38,6 %.

Seit 313 existiert das Erzbistum Köln, erst als Bistum, seit Karl dem Großen im Jahr 794 dann als Erzbistum.H. Seibert: Köln. B. Erzbistum. In: LexMA V, Sp. 1261–1268, hier Sp. 1261 f. Das Erzbistum war bis 1802 eines der geistlichen Territorien des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Der Erzbischof war zugleich einer der Kurfürsten.

Daher hatte die katholische Kirche in der Geschichte der Stadt Köln stets eine besondere Rolle. 1288 wurde Köln Freie Reichsstadt und gehörte danach nicht mehr zum Kurfürstentum. 1525 wurde der Sitz des Kurfürstentums nach Bonn verlegt, ab 1597 war Bonn dauerhaft als kurkölnische Residenzstadt bestimmt.Kurfürstentum Köln, Portal Rheinische Geschichte Die Reformation konnte nicht Fuß fassen, wenngleich es an verschiedenen Gegenden des Kurfürstentums reformatorische Tendenzen gab.Geschichtliche Informationen auf der Seite des Erzbistums Köln Innerhalb der Stadt Köln konnten Protestanten im Gegensatz zum Kurfürst-Erzbistum Köln bis zum Einmarsch der Franzosen 1794 keinen öffentlichen Gottesdienst abhalten. Die katholischen Pfarreien der Stadt gehörten anfangs zum Archidiakonat des Dompropstes. 1802 wurde das Erzbistum Köln zunächst aufgehoben, die Pfarreien gehörten danach zum Bistum Aachen, doch wurde das Erzbistum 1821 beziehungsweise 1825 in anderem Zuschnitt neu errichtet. Köln wurde wieder Sitz eines Erzbischofs und ist somit bis heute Hauptort einer der sieben Kirchenprovinzen Deutschlands.

Neuzeit mini|Pilger vor dem Willkommens-Poster für Benedikt XVI. am Dom

Einer der Höhepunkte in der christlichen Geschichte Kölns war der 20. Weltjugendtag im August 2005. Rund 26.000 Freiwillige aus 160 Staaten begrüßten Gäste aus 196 Staaten in den Städten Köln, Bonn und Düsseldorf. Zu diesem Großereignis der „jungen katholischen Kirche“ waren 400.000 Besucher akkreditiert. Bei der Abschlussmesse auf dem Marienfeld, einem stillgelegten Tagebau nahe dem Vorort Frechen, nahmen über eine Million Menschen teil. Auch der Papst Benedikt XVI. besuchte zu diesem Anlass die Stadt Köln bei seiner ersten Pontifikalreise nach seiner Amtseinführung im April 2005.

2007 war Köln zum zweiten Mal nach 1965 Gastgeberin für den 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag mit etwa 155.000 Teilnehmern.

Gemeinden in Köln Die Pfarrgemeinden der Stadt bilden das „Stadtdekanat Köln“. Zum 1. Januar 2017 hat der Kardinal die Dekanate im Erzbistum neugeordnet. Die bisherigen Stadt- und Kreisdekanate bilden nunmehr die – im Kirchenrecht vorgesehenen – Dekanate des Erzbistums. Die Dekanate Köln-Mitte, Dünnwald, Ehrenfeld, Lindenthal, Mülheim, Nippes, Porz, Rodenkirchen und Worringen wurden damit aufgelöst. Die über 300 Kirchen, Klöster und Stifte, wie auch die Mülheimer Gottestracht an Fronleichnam, zeugen von einer Volksfrömmigkeit in Köln. Neben verschiedenen Museen unterhält die katholische Kirche in Köln zahlreiche Schulen und soziale Einrichtungen. Außerdem veranstaltet sie vielfältige Konzerte, Ausstellungen und Fortbildungen.

Ordensgemeinschaften In Köln gibt es die Ordensgemeinschaften der Dominikaner, Franziskaner-Minoriten, der Kölner Alexianer, der Jesuiten, der Redemptoristen, der Salesianer Don Boscos, der Ursulinen, Karmelitinnen, Vinzentinerinnen, der Schönstatt-Schwestern und der Cellitinnen.

Im Mittelalter waren in der bedeutenden Groß-, Bistums- und Universitätsstadt nahezu alle damals bestehenden Orden mit eigenen Niederlassungen vertreten. Insbesondere die Franziskaner und Dominikaner waren stark in die damalige Universität eingebunden.

Heilige

Das „heilige Köln“ hat zahlreiche heilige Männer und Frauen hervorgebracht und beherbergt bis heute viele Reliquien. Unter den Heiligen des Bistums waren die hll. Caspar, Melchior, Balthasar, Maternus, Severin, Ursula, Bruno von Köln, Albertus Magnus, Adolph Kolping, Gereon, Gero, Irmgard, Pantaleon, Johannes Duns Scotus, Edith Stein, Engelbert von Berg, Richeza, Plektrudis.

Evangelische Kirche Geschichte miniatur|Trinitatiskirche Protestantische Bewegungen wurden innerhalb der Stadt Köln stark unterdrückt. 1520 wurden die Schriften Martin Luthers verbrannt. 1529 wurden Peter von Fliesteden und der bergische Prediger Adolf Clarenbach auf dem Gebiet des heutigen Melatenfriedhofs wegen ihres evangelischen Glaubens hingerichtet.Axel Bluhm (Hg.): Allein Gottes Wort. Vorträge, Ansprachen, Predigten und Besinnungen anläßlich des 450. Todestages der Märtyrer Adolf Clarenbach und Peter Fliesteden. Köln 1981. Auch die in Köln aktive Täufergemeinde konnte nur im Untergrund wirken. Eine Ausnahme bildete die Amtszeit des evangelisch orientierten Erzbischofs Hermann V. von Wied. (PDF; 77 kB) So konnte beispielsweise Menno Simons zwischen 1544 und 1546 relativ frei in Köln wirken. Schon 1566 jedoch wurde der täuferische Lehrer Mathias Zerfaß denunziert, gefoltert und unter Anteilnahme vieler Zuschauer verbrannt. Das Märtyrerlied Etliche hatten Mitleiden erinnert noch heute an ihn. 1558 wurde der mennonitische Prediger Thomas von Imbroich gefoltert und enthauptet. Täuferisch-Mennonitische Gemeinden konnten sich so nicht auf Dauer in Köln etablieren.

Im Bereich der reformierten und lutherischen Spektrum kam es jedoch zu vier Gemeindegründungen, die später in der Evangelischen Gemeinde Köln zusammengefasst wurden: die niederländisch-reformierte (Konsistorialprotokolle ab 1571 erhalten),Rudolf Löhr: Protokolle der Niederländisch-Reformierten Gemeinde in Köln 1651–1677, 2 Bde., Rheinland Verlag Düsseldorf: Köln 1971. die französisch-reformierte (Namen einiger Prediger aus der Zeit von 1576 bis 1605 bekannt), die deutsch-reformierte (wohl ab 1572) und die deutsch-lutherische Gemeinde (nachweisbar ab 1575). Teilweise wurden die Gemeindeglieder von Pfarrern aus Mülheim seelsorgerisch betreut. 1586–1587 war Philipp Nicolai im Geheimen evangelischer Pfarrer in Köln. Nur außerhalb des damaligen Stadtgebietes konnte es zu offiziellen evangelischen Gottesdiensten kommen. Der Rat der Stadt verwehrte den Protestanten ab dem Jahr 1583 sogar das Begräbnis innerhalb der Stadtmauern. Somit liegt auch die älteste evangelische Begräbnisstätte vor den Toren des damaligen Stadtgebiets: Nach dem Dreißigjährigen Krieg konnten die evangelischen Christen ihre Verstorbenen auf dem sogenannten Geusenfriedhof, etwa 1,5 Kilometer vor der Stadtmauer, also auf kurkölnischem Gebiet, bestatten. Dieser Friedhof wurde von Reformierten und Lutheranern gemeinschaftlich angekauft, genutzt und finanziert.

Selbst als Kaiser Joseph II. 1788 den Protestanten das Privileg einräumte, ein „eigenes Beth-, Schul- und Predigerhaus“ zu bauen, wurde dies durch die Kölner Katholiken verhindert. Dies änderte sich erst mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen 1794. Gegenwärtig sind – die kleineren evangelischen Freikirchen mit eingeschlossen – knapp 15 % der Kölner Bevölkerung evangelisch.

Evangelische Gemeinden Köln und Evangelischer Kirchenverband Köln und Region

Evangelische Kirche im Rheinland

Weitere lutherische Kirchen Evangelisch-Lutherische Kirche Finnlands Herrnhuter Brüdergemeine Japanische Evangelische Gemeinde Köln/Bonn Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK)

Reformierte Kirchen Niederländisch-reformierte Kirche in Deutschland Ungarisch-reformierte Gemeinde

Freikirchen mini|Apostolische Gemeinschaft, Stuppstraße, Köln-Ehrenfeld Es gibt folgende evangelische Freikirchen in Köln: apostolische Gemeinschaft Apostelamt Christi evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten, z. B. Ev.-Freik. Gem. Köln-Süd) Brüdergemeinde Christian Science Evangelisch-methodistische Kirche Evangeliums-Christen Freie evangelische Gemeinde Lindenthal und Mülheim Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage hat ein Gemeindehaus in Köln Neuapostolische Kirche

Orthodoxe Kirchen Byzantinisch-orthodoxe Kirchen griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde des Entschlafens der Gottesgebärerin russisch-orthodoxe Kirchengemeinde Hl. Panteleimon, Köln-Porz-Westhoven Russische orthodoxe Kirche außer Landes Kirchengemeinde des Hl. Demetrios e. V. rumänisch-orthodoxe Kirchengemeinde serbisch-orthodoxe Kirchengemeinde ukrainisch-orthodoxe Kirchengemeinde

Orientalisch-orthodoxe Kirchen Äthiopisch-orthodoxe Kirchengemeinde Hl. Michael armenisch-apostolische Gemeinde Koptisch-orthodoxe Kirche St. Marien syrisch-orthodoxe Kirchengemeinde

Andere christliche Gemeinschaften Daneben gibt es altkatholische Gemeinde anglikanische Gemeinde Zeugen Jehovas

sowie weitere freie Gemeinden, die keinem Verband angehören, in Köln vertreten.

Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Köln Viele Gemeinden sind Mitglied in der „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Köln“ oder haben dort zumindest Gaststatus. Mitglieder beziehungsweise Gäste sind neben den beiden großen Kirchen Altkatholiken, Apostolische Gemeinschaft, Apostelamt Christi, Armenisch-Apostolische Kirche, Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, Äthiopisch-Orthodoxe Kirche, Church of England (Anglikaner), Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten, z. baptistische ev.-freikirchliche Gemeube Köln-Süd, und Brüdergemeine), Evangelisch-methodistische Kirche, Evangeliums-Christen, Evangelisch-lutherische Gemeinde (SELK), Evangelisch-Lutherische Kirche Finnlands, Freie evangelische Gemeinde Lindenthal und Mülheim, griechisch-orthodoxe Metropolie, Heilsarmee, Herrnhuter Brüdergemeine, japanische evangelische Gemeinde Köln/Bonn, niederländisch-reformierte Kirche in Deutschland, ukrainisch-orthodoxe Kirche und ungarisch-reformierte Gemeinde.

Judentum mini|hochkant|Privileg Erzbischofs Engelbert II. aus dem Jahr 1266 für die Kölner Juden, Tafel im Kölner Dom