Henri François Martin (* 13. Juli 1878 in Genf; † 22. Februar 1959) war ein Schweizer Diplomat.
Leben und Wirken Martin trat 1904 in den diplomatischen Dienst der Schweiz ein. Von 1904 bis 1907 war er Gesandtschaftsattaché an der Schweizer Gesandtschaft in Berlin und Paris. 1907 erfolgte seine Ernennung zum Gesandtschaftssekretär an der Schweizer Gesandtschaft in Washington, D.C. Dort nahm er unter anderem an der Washingtoner Konferenz von 1911 unter der Leitung des Schweizer Gesandten, Paul Ritter, teil. WIPO (PDF; 8,5 MB), S. 330. Mit der Errichtung des Generalkonsulats in Montreal 1912/13 ernannte ihn der Bundesrat zum Generalkonsul der Schweiz in Kanada und Generalkonsulat in Canada. Bundesratsprotokoll Nr. 5690 vom 8. November 1912, S. 48 (PDF; 12,6 MB). 1917 zum Handelsattaché der Schweizer Gesandtschaft in London.Ernennung des Herrn Generalkonsul Martin zum Handelsattaché der Gesandtschaft in London. Bundesratsprotokoll Nr. 2350 vom 21. September 1917, S. 3 f. (PDF; 4,8 MB). Dort wurde er 1921 zum Gesandtschaftsrat ernannt.Octroi du titre de conseiller à M. Henri Martin secrétaire de légation de 1re classe. Bundesratsprotokoll Nr. 2706 vom 16. September 1921, S. 18 (PDF; 14,4 MB).
1926 wurde Martin zu einer ausserordentlichen Mission mit dem diplomatischen Titel des Geschäftsträgers in die Türkei entsandt, um die schweizerisch-türkischen Beziehungen zu vertiefen. Er sollte die Frage prüfen, ob dort eine ständige Gesandtschaft errichtet werden soll.Envoi d’une mission extraordinaire en Turquie. Bundesratsprotokoll Nr. 593 vom 16. April 1926, S. 34–38 (PDF; 9,8 MB).Freundschaftsvertrag zwischen der Schweiz und der Türkei. Website der Bundesverwaltung (PDF; 471 kB). Nach dem erfolgreichen Abschluss eines schweizerisch-türkischen Handelsabkommens und des Niederlassungsabkommens ernannte der Bundesrat 1928 Martin zum Schweizer Gesandten in der Türkei mit Sitz in Ankara, wo die Errichtung einer diplomatischen Vertretung realisiert wurde. Zwischen 1935 und 1937 wurde Martin zusätzlich in Ägypten sowie 1937 in Bulgarien akkreditiert. 1937 wurde Martin Nachfolger von Maxime de Stoutz als Schweizer Gesandter in Polen.Nomination de Ministres à Buenos Aires et Ankara, d’un Chargé d'Affaires en pied au Caire. Bundesratsprotokoll Nr. 2114 vom 24. Dezember 1937, S. 74 f. (PDF; 28,4 MB).Marek Andrzejewski: Schweizer in Polen. Spuren der Geschichte eines Brückenschlages, S. 366 (). Als das Deutsche Reich 1939 Polen überfiel, begab sich Martin nach Ungarn.. Schliesslich wurde er 1941 nach Lissabon versetzt, wo er weiterhin bei der polnischen Exilregierung in London als Schweizer Gesandter akkreditiert und gleichzeitig Geschäftsträger an der Schweizer Gesandtschaft in Portugal war.Ernennung von Herrn Minister H. Martin zum Geschäftsträger in Lissabon; Versetzung der Herren Redard und de Claparède. Bundesratsprotokoll Nr. 6 vom 3. Januar 1941, S. 12 (PDF; 3,4 MB). Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde er zum Schweizer Gesandten in Portugal ernannt. 1946 trat Martin in den Ruhestand.Nomination de M. Maximilian Jaeger en qualité de ministre de Suisse au Portugal. Bundesratsprotokoll Nr. 3260 vom 21. Dezember 1945, S. 67 (PDF; 39,1 MB).
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Einzelnachweise
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