Nils Sustrate (* 1. September 1931 in Hamburg; † 17. Mai 1999 ebenda) war ein deutscher Musiker, Fernseh- und Hörspielkomponist und Musiklehrer an Schulen und Hochschulen.

Leben und Wirken mini|hochkant|Grabstätte auf dem Waldfriedhof Volksdorf Sustrate erhielt seine künstlerische Ausbildung in den frühen 1950er Jahren an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und war anschließend, noch im selben Jahrzehnt, an der Gründung des literarischen Kabaretts Die Buchfinken, deren musikalische Leitung er übernahm, beteiligt. Als Musiklehrer und Komponist arbeitete er fortan auch an Schulen und an seiner alten alma mater, wo Sustrate eine Professur für angewandte und populäre Musik übernahm. Überdies komponierte Nils Sustrate Bühnen- und Hörspielmusiken aber auch einzelne Lieder und Chansons sowie Stücke für Chor und Orchester.

Seine Liebe zum Jazz sollte sich auch in seinen Kompositionen für Kino-, Fernseh- und Werbefilme niederschlagen. Nach sporadischen Tätigkeiten in diesem Sektor während der 1960er Jahre begann Nils Sustrate seit Beginn der 1970er regelmäßig für das Fernsehen zu komponieren. Sustrate ist besonders für seine enge und (von 1970 bis 1977) kontinuierliche Kollaboration mit Wolfgang Petersen, den er bereits seit dem vorangegangenen Jahrzehnt gut kannte, in Erinnerung. Petersens Tatort-Krimis mit Klaus Schwarzkopf gehören zu Sustrates wichtigsten Fernsehkontributionen; Sustrates Komposition für Reifezeugnis besitzt mittlerweile Kultcharakter.

Nach Petersens Abgang nach Hollywood – Sustrate weigerte sich, trotz inständigen Bittens Petersens, beharrlich, ihm dorthin zu folgenSustrate auf Alles Schulz! – wurde Sustrate als Fernsehkomponist kaum mehr beschäftigt, und er komponierte nur noch sporadisch für den Tatort, darunter drei Inszenierungen Jürgen Rolands.

Nils Sustrate ruht auf dem Hamburger Waldfriedhof Volksdorf.

Filmografie 1960: Geliebtes, blaues Abendkleid (Dokumentarfilm) 1964: Stein der Weisen – gibt es den? (Zeichentrickkurzfilm) 1965: Stadt auf Stelzen 1968: Ich nicht (Kurzfilm) 1971: Ich werde dich töten, Wolf 1971: Tatort: Blechschaden 1972: Anna und Totò 1972: Tatort: Strandgut 1973: Smog 1973: Tatort: Jagdrevier 1973: Van der Valk und die Reichen 1974: Tatort: Nachtfrost 1974: Aufs Kreuz gelegt 1975: Die Stadt im Tal 1975: Stellenweise Glatteis 1975: Tatort: Mordgedanken 1975: Tatort: Kurzschluß 1976: Hans im Glück 1976: Tatort: Reifezeugnis 1977: Die Konsequenz 1979: Tatort: Alles umsonst 1979: Tatort: Freund Gregor 1981: Tatort: So ein Tag … 1983: Tatort: Der Schläfer 1990: Tatort: Lauf eines Todes 1991: Der Wenzel (Kurzdokumentarfilm)

Hörspiele 1958: Ernst-Otto Schlöpke: Dat Schüttenbild – Regie: Hans Tügel 1959: Paul Hinrich Cassun: Abelke Bleken, de Hex vun Ossenwarder – Regie: Hans Tügel 1960: Heinz Bredendiek: Bott för de Doden – Regie: Hans Tügel 1962: Anonymus: Dat Düvelsspill. Nach dem Redentiner Osterspiel – Regie: Hans Tügel 1963: Ludwig Rathcamp: De Bremer Stadtmusikanten – Regie: Hans Tügel, Jutta Zech 1963: Karl Otto: De verloren Wiehnachtssteern – Regie: Günther Siegmund 1964: Unbekannt: Reinke de Voss – Regie: Friedrich Schütter 1966: Hans Heinrich Rottgardt: Familje Lammers (1. Teil) – Regie: Hans Tügel 1967: Hans Heinrich Rottgardt: Familje Lammers (2. Teil) – Regie: Hans Tügel 1967: Hans Heitmann: De Düppler Sturmmarsch – Regie: Hans Tügel 1968: Hans Heinrich Rottgardt: Familje Lammers (3. Teil) – Regie: Hans Tügel 1974: Max un Moritz. Söben Hansbunkentöög na de Riemels vun Wilhelm Busch – Regie: Friedrich Schütter

Literatur Jürgen Wölfer & Roland Löper: Das große Lexikon der Filmkomponisten. Berlin 2003, S. 515 f.

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Einzelnachweise

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