Klein Gaglow, , ist ein Ortsteil der Gemeinde Kolkwitz im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße. Bis zur Gebietsreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 war Klein Gaglow eine eigenständige Gemeinde im damaligen Landkreis Cottbus.
Lage mini|links|Südlicher Ortseingang an der B 169 mini|Anschlussstelle Cottbus-West der BAB 15 Klein Gaglow liegt südwestlich der Stadt Cottbus in der Niederlausitz. Die Gemarkung von Klein Gaglow grenzt im Norden an die Gemarkungen der Cottbuser Stadtteile Ströbitz und Sachsendorf, im Osten an den Cottbuser Stadtteil Groß Gaglow, im Süden an Schorbus (bzw. die frühere Gemarkung Klein Oßnig) und im Westen an die Gemarkung von Hänchen.
Durch Klein Gaglow verläuft die Bundesstraße 169 von Cottbus nach Senftenberg sowie nördlich am Ortskern vorbei die Bundesautobahn 15 von Lübbenau/Spreewald nach Forst. Die Anschlussstelle Cottbus-West an der A 15 liegt auf der Gemarkung von Klein Gaglow.
Geschichte mini|Klein Gaglow auf dem Urmesstischblatt 4251 Cottbus West von 1846, mit Windmühle, Ziegelei und Schäferei Klein Gaglow wurde im Jahr 1389 als Gogolow minor erstmals urkundlich erwähnt. 1466 heißt es Kleinen Goglow, 1538 Klein Galaw. Nach Eichler ist der Name von einer Entenart, die im Altsorbischen gogol hieß, abgeleitet. Nach Rudolf Lehmann soll Klein Gaglow ursprünglich ein Sackgassendorf gewesen sein, mit mehr Blockcharakter.
15. und 16. Jahrhundert Im 1466 hatten Siegmund und Hans von Berge Zinseinnahmen in Klein Gaglow; ihnen gehörte auch das benachbarte Groß Gaglow.
Am 26. August 1538 erhielten die Brüder Antonius, Andreas, Hans und Wolf von Pannewitz, nach dem Tod ihres Vaters Hans, die ererbten, von der Krone Böhmens zu Lehn gehenden Dörfer Hornow, Bagenz, Klein Bademeusel, Graustein, Jehserig und Klein Gaglow. Hans von Pannwitz besaß jedoch auch noch die vom Kurfürstentum Brandenburg gehenden Lehn Kathlow, Schlichow, Anteil Babow, halb Döbbrick und Klein Oßnig. Der jüngste Sohn Wolf erbte Klein Oßnig, Klein Gaglow, halb Babow und halb Döbbrick. Er war seit 1541 mit einer Margarethe NN. verheiratet. Er wird als Besitzer von Klein Oßnig und Babow bezeichnet. Dessen Sohn, wiederum Wolf genannt, besaß Groß Gaglow, Klein Gaglow, Klein Oßnig und halb Döbbrick. Er war mit Marianne von Loeben, Tochter des Nickel von Loeben auf Groß Döbern verheiratet, mit der er acht Kinder hatte. Der älteste Sohn, wiederum Wolf genannt, erbte Klein Gaglow, das er schon seit 1600 gepachtet hatte. Aus dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts liegt lediglich ein Gesamtlehenbrief des Landvogts der Niederlausitz Jaroslav von Kolowrat für die Brüder und Vettern Heinrich, Hans, Wolf, Otto, Dietrich und Baltzer von Pannwitz über die Dörfer Hornow, Bagenz, Groß Gaglow, Klein Gaglow, Klein Oßnig, Klein Bademeusel, Graustein und Wadelsdorf vor, aus dem nicht ersichtlich ist, wer nun Besitzer der einzelnen aufgeführten Lehen war.
17. bis 18. Jahrhundert 1618 erhielten mehrere Brüder und Vetter von Pannwitz erneut einen Gesamtlehenbrief für die oben genannten Güter. Verhältnismäßig sicher war Wolf von Pannwitz Besitzer von Klein Gaglow, Klein Oßnig, halb Döbberick, Gulben, Anteil Haasow und Groß Gaglow. Er hinterließ bei seinem Tod 1629 oder 1630 zwei unmündige Söhne Valentin Nickel und Wolf Ernst, für die ihre Vormünder Siegmund von Pannwitz auf Wadelsdorf und Ernst von Zabeltitz auf Hänchen 1630 und 1632 die Lehen muteten. Nach dem Tod der beiden Vormünder tat dies 1636 ihre Mutter. 1640 musste die Mutter erneut um Aufschub der Belehnung und Ablegen des Lehenseides bitten, da Valentin Nickel schwer erkrankt war und Wolf Ernst noch nicht lehensmündig war. Die von Pannwitz, unter ihnen auch Valentin Nickel und Wolf Ernst erhielten 1640 erneut einen Gesamtlehenbrief. 1643 leistete Valentin Nickel den Lehenseid wegen Gulben und Klein Gaglow, 1657 auch für Groß Gaglow. Valentin Nickel war mit Barbara Sabine von Pannwitz, die Tochter des Christian von Pannwitz auf Kathlow und der Sofie von Oppen. Das Paar hatte acht Töchter und sieben Söhne. Um die Ehe- und Schmuckgelder für seine Schwestern aufzubringen, sieben waren verheiratet, war er gezwungen, Klein Gaglow seinen Schwägern Joachim Ludwig von Hobegk/Howegk auf Sarkow (bei Friedland), Hans Georg von Schütz auf Gießmannsdorf, Hans Otto von Stutterheim auf Laasow, Siegmund von Knoblauch auf Trebatsch (mit Anna Magdalena), Hans Caspar von Muschwitz und Christof Ernst von Diepow auf Frehne zu überlassen. Am 8. Juli 1645 ließ er Klein Gaglow seinen Schwägern auf, die das Dorf 1647 für 5.600 Taler an den sechsten Schwager, Christof Loth von Bomsdorf auf Eulo verkauften. Valentin Nickel von Pannwitz durfte von dem Kaufgeld seinen Erbteil von 953 Talern 8 Groschen abziehen.
mini|Historischer Dorfkern an der Ecke Am Denkmal/Kirchweg Mit seiner ersten Frau Anna Sofie von Pannwitz hatte Christof Loth von Bomsdorf sechs Töchter; sie starb vor 1658. 1651 konnte er auch Gulben erwerben. Im gehörte auch das Gut Löschen. Am 11. Juni 1653 ging ein Unwetter mit Hagel über Klein Gaglow nieder, das schweren Schaden an den Feldfrüchten und in den zwei Weinbergen verursachte. Die Hagelkörner sollen so groß wie ein Schneebällchen gewesen sein. 1649 klagte er gegen seinen Schwager Valtin Nickel von Pannwitz wegen der Hütung. Um 1650 hatte er Streitereien mit dem Amtskastner von Cottbus, der ihn auf eine jährliche Abgabe von einem Malter Hafer verklagte. 1654 verkaufte er Löschen an Christian von Zabeltitz.
In zweiter Ehe heiratete Christof Loth von Bomsdorf Anna Marianne von Zabeltitz, Tochter des Hans von Zabeltitz auf Kackrow und der Elisabeth Sabine von Zabeltitz. In der Ehestiftung vom 25./15. Mai 1658 wurde ein Ehegeld von 1.000 Talern vereinbart. Drei Söhne und eine Tochter gingen aus dieser Ehe hervor. Nach dem Tod der Anna Marianne am 5. März 1679 ging Christof Loth noch eine dritte Ehe mit Judith Kracht verw. von Berger ein. Er starb am 24. April 1687 und wurde in der Kirche von Gulben bestattet.
Von den zwei Söhnen übernahm Gottfried Ehrenreich Klein Gaglow und fand seinen Bruder Christof Siegmund und seine Schwester ab. Möglicherweise geriet er durch Abfindung derartig in Schulden, dass er Klein Gaglow vor 1699 an Friedrich Wilhelm von Pannwitz (* 20. November 1656), einem Sohn des Vorbesitzer Valtin Nickel von Pannwitz, verkaufen musste. Friedrich Wilhelm war mit seiner Cousine Anna Magdalena von Diepow verheiratet. Für diese Heirat brauchte aufgrund der nahen Verwandtschaft einen Ehedispens, den er am 2. Februar 1683 auch erhielt. Nur wenig später starb Anna Magdalene und Friedrich Wilhelm schloss 1686 eine zweite Ehe mit Eva Marianne von Muschwitz. Mit der Ehestiftung von 1699 war ein Ehegeld von 3.800 Talern verbunden. Das Paar hatte die Söhne Wolf Erdmann, Caspar Friedrich und Gottlob Ernst sowie die Töchter Charlotte Tugendreich und Elisabeth. 1708/18 wohnten drei Bauern (oder Hüfner) und acht Gärtner (oder Kossäten) in Klein Gaglow. Am 18. November 1720 ist Friedrich Wilhelm von Pannwitz gestorben.
Die drei Brüder übernahmen Klein Gaglow zunächst gemeinsam. 1724 übernahm Caspar Friedrich die Verwaltung des Gutes. 1742 und 1746 wurden die Brüder von Pannwitz in communione mit Klein Gaglow belehnt. 1750 übernahm Gottlob Ernst allein das Gut Klein Gaglow. Er erreichte die Umwandlung des Gutes von Lehen in ein Erbgut. 1753 legte er den Lehnseid ab. Der 1694 geborene Gottlob Ernst von Pannewitz stieg in der preußischen Armee bis zum Generalmajor auf. In der Schlacht von Kolin wurde er schwer verwundet und geriet in Gefangenschaft, aus der er erst 1758 zurückkehrte. Er wurde 1759 als Invalide mit einer jährlichen Pension von 1.200 Talern aus der Armee entlassen. Er blieb unverheiratet. 1764 verkaufte er Klein Gaglow an Carl Heinrich Hackborn, der am 31. Januar 1766 den Lehnseid ablegte. Dieser verkaufte Klein Gaglow an August Wilhelm Christoph von Linnenfeld, der am 11. April 1794 den Leheneid leistete. Lehmann nennt für 1777 noch einen Nadeborn als Besitzer, der aber bisher nicht bestätigt werden konnte.
Schon 1795 verkaufte August Wilhelm Christoph von Linnenfeld Klein Gaglow weiter an Johann Sebastian von Wirsing, den Landesältesten des Sprembergischen Kreises.
19. Jahrhundert 1810 kaufte der königlich-preußische, dann königlich-hannoveranische Major a. D. Preißgott Friedrich Erdmann von Obernitz das Rittergut Klein Gaglow. Er war von 1804 bis 1806 war er im Besitz von Türkendorf, und von 1805 bis 1806 auch im Besitz von Brodtkowitz. Er hatte 1794 Gottliebe Margarethe Wilhelmine von Langen adH. Bornsdorf geheiratet, von der er aber geschieden wurde. Er heiratete in zweiter Ehe Caroline von der Lahr, von der er ebenfalls geschieden wurde. 1809 wurde er wegen verbotswidriger Getreideausfuhr angezeigt. 1801 bestand die Bevölkerung von Klein Gaglow aus 11 Kossäten und 9 Häuslern. 1811 verkaufte er Klein Gaglow schon wieder, an wen ist nicht bekannt. Er starb 1818 in Hamburg.
Die Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Frankfurth a. d. O. von 1821 gibt für Klein Gaglow eine Windmühle mit einem zugehörigen Wohnhaus und acht Einwohnern, eine Schäferei mit einem Wohnhaus und acht Bewohnern und eine Ziegelei mit fünf Wohnhäusern und 27 Bewohner an. Im Dorf selber standen 20 Häuser mit 116 Bewohnern. Klein Gaglow hatte also insgesamt 169 Einwohner und 27 Wohnhäuser. Die Schäferei stand etwas außerhalb südöstlich des Ortskerns (heute Ringstraße 1 und 2). Die Ziegelei ist heute in der Bebauung der Siedlung an der Bergstraße aufgegangen.
Erst für 1840 ließ sich wieder ein Besitzer des Rittergutes Klein Gaglow ermitteln. Es gehörte damals dem Kreisdeputierten Ludwig (Louis) Uttech, der es bis 1861 besaß. 1844 hatte Klein Gaglow 199 Einwohner, die in 27 Wohnhäusern lebten. Berghaus nennt (für 1850) als Besitzer ebenfalls Ludwig Uttech. Das Gut hatte damals eine Gesamtgröße von 1494 Morgen 136 Quadratruten, davon 762 Morgen 62 Quadratruten Acker, 83 Morgen 81 Quadratruten Wiesen und 375 Morgen 145 Quadratruten Forst. Bis 1849 war in Rechts- und Strafsachen das Patrimonialgericht in Klein Gaglow zuständig, ab 1849 das Kreisgericht Cottbus, ab 1878 das Amtsgericht Cottbus.
Im Jahr 1864 waren in Klein Gaglow eine Brauerei, eine Brennerei, eine Schäferei, eine Windmühle sowie drei Ziegeleien ansässig, die für die wirtschaftliche Existenz eines Großteils der Dorfbevölkerung verantwortlich waren. Der Ort hatte 263 Einwohner, und man zählte 25 Wohnhäuser. Das Rittergut gehörte einem in Klein Gaglow ansässigen NN Kreutz und dem Maurermeister Friedrich Wilhelm Schneider in Brunschwig (Cottbus). 1860 war eine erwachsene Person nach Kanada ausgewandert.
Adolf Frantz und das Generaladressbuch nennen für 1863 bzw. 1879 Kreutz und Schneider als Besitzer. Der Gemeindebezirk hatte 1871 110 Einwohner, die in 18 Wohnhäusern lebten. Zum Gutsbezirk gehörten 10 Häuser mit 153 Einwohnern. Das Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche für 1885 nennt nun Moritz Kreutz als Besitzer. Das Gut hatte eine Gesamtgröße von 373 ha, davon waren 254 ha Acker, 29 ha Wiesen, 3 ha Hutung und 87 ha Wald. Der Grundsteuerreinertrag betrug 3605 Mark. Das Gut betrieb eine Brennerei und eine Brauerei. Der Betrieb war auf Milchwirtschaft und Schäferei ausgerichtet. Das Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche von 1896 nennt nun als neuen Besitzer des Rittergutes einen NN Walz. Alle anderen Angaben sind gegenüber 1885 unverändert.
Um das Jahr 1897 errichtete die Stadt Cottbus in der Gemarkung von Klein Gaglow ein Wasserwerk, das der Gemeinde weitere Steuereinnahmen einbrachte.
20. Jahrhundert mini|hochkant|Das Kriegerdenkmal am Dorfanger