Das Böge-Schloss (dän. Bygge) ist eine abgegangene Niederungsburg in Gestalt einer Turmhügelburg (Motte) in der Gemeinde Ausacker im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.Arthur Dähn: Ringwälle und Turmhügel. Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein, Husum 2001, Seite 343Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 126; die Lage ist zudem in der beigelegten Fundkarte zum Buch eingetragen
Lage Der Standort des Böge-Schlosses befindet sich am östlichen Rand des Dorfes Ausacker ungefähr 10 Kilometer südöstlich der Stadt Flensburg, deren Innenstadt im Mittelalter durch die umfassende Flensburger Stadtbefestigung geschützt war. Nördlich von Ausacker befindet sich in 2,5 Kilometer Entfernung Husby, das ehemalige Zentrum des Verwaltungsbezirkes Husbyharde. 1,5 Kilometer entfernt befindet sich zudem der Winderatter See. Für das Husbyer Gebiet sind mehrere Burgen überliefert, beispielsweise die Burg Alt-Seegaard am Winderatter See.Hans Nicolai Andreas Jensen: Versuch einer kirchlichen Statistik über das Herzogthum Schleswig, Band 3, Flensburg 1841, Seite 957 Die Lage am Fluss Kielstau machte die Niederungsburg zudem zu einer Wasserburg.Vgl. Karte in: Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 89
Geschichte Wann die Burg entstand ist unklar.Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 90 Zum Edelhof sollen Teile des Ausackergebietes gehört haben.Hans Nicolai Andreas Jensen: Versuch einer kirchlichen Statistik über das Herzogthum Schleswig, Band 3, Flensburg 1841, Seite 957 In den überlieferten Quellen ist die Burg unter dem Namen „Böge-Schloss“ bekannt.Arthur Dähn: Ringwälle und Turmhügel. Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein, Husum 2001, Seite 343 Der Standort der Burg, der Burgplatz mit seiner Kuppe trägt den Namen „Boy“, „Bygg“ oder auch „Böge“.Hans Nicolai Andreas Jensen: Versuch einer kirchlichen Statistik über das Herzogthum Schleswig, Band 3, Flensburg 1841, Seite 957Arthur Dähn: "Ringwälle und Turmhügel. Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein", Husum 2001, Seite 343Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 126 Der Burgname ist erstmals 1785 schriftlich verzeichnet und geht auf Dänisch bygge für bauen/Gebäude oder bøge für Buchen zurückBerthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln, Bd. 1, Husum 1994, S. 93Kristian Hald: Sydslesvigs stednavne, Bd. 7.1, 1979, S. 206. Unbekannt ist, wann das Böge-Schloss aufgegeben oder zerstört wurde.Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 90 Im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden beim beackern des Burggeländes noch Mauersteine ausgepflügt.Hans Nicolai Andreas Jensen: Versuch einer kirchlichen Statistik über das Herzogthum Schleswig, Band 3, Flensburg 1841, Seite 957 Der Gutsbesitzer und Topograph Henning Oldekop (1846–1923) berichtete so auch noch im Jahr 1906: „[...] an der Kielstau hat eine alte Burg gestanden [...]; der Burggraben ist noch sichtbar, auch werden noch Mauerreste gefunden.“Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 126 Der Platz blieb bis heute unbewohnt.Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 90
Beschreibung Der direkt neben der Kielsau liegende Burgplatz dient heute als Ackerland.Vgl. Hans Nicolai Andreas Jensen: Versuch einer kirchlichen Statistik über das Herzogthum Schleswig, Band 3, Flensburg 1841, Seite 957 Die ungefähren Gesamtausmaße der Burganlage betrugen 53 × 56 Meter.Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 90 Der Turmhügel besitzt heute einen Durchmesser von ungefähr 40 Meter.Arthur Dähn: Ringwälle und Turmhügel. Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein, Husum 2001, Seite 343 Die flache Erhöhung ist jedoch heutzutage nur noch schwer erkennbar.Arthur Dähn: Ringwälle und Turmhügel. Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein, Husum 2001, Seite 343 Rundum soll ein Burggraben ursprünglich die Kuppel umschlossen haben, den Jakob Röschmann in den 1960er Jahren mit einer Tiefe von einem halben Meter dokumentierte.Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 126 Heute deutet sich der Graben offenbar noch als eine fünf bis sieben Meter breite Mulde an.Arthur Dähn: Ringwälle und Turmhügel. Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein, Husum 2001, Seite 343
Einzelnachweise
Kategorie:Ausacker Kategorie:Ehemalige Burganlage in Schleswig-Holstein Boge-Schloss