Burk ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Forchheim im Landkreis Forchheim (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Burk hat eine Fläche von 3,235 km². Sie ist in 2120 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1526,13 m² haben.
Lage Das Pfarrdorf Burk liegt im Regnitztal, einen Kilometer westlich des Stadtkerns von Forchheim und ist mit der nördlich gelegenen ehemaligen Gemeinde Buckenhofen zusammengewachsen. Der Ort entstand auf einem markanten Geländevorsprung auf einer Höhe von rund zehn Höhenmeter über dem Niveau der auf fließenden Regnitz.
Naturräumlich liegt Burk zwischen den Landschaftenhttps://geodienste.bfn.de/landschaften?lang=de Aischgrund (nordwestlich) und Nördliches Mittelfränkisches Becken mit der östlich aufsteigenden Fränkischen Schweiz.
Geologie In den Randbereichen vom Osten der Unteren Mark wird der Sandsteinkeuper großflächig von Feuerletten, Rhät und Knollenmergel überlagert, die das Grundwasser hemmen und das Wasser stauen. Als oberste Schicht des Keupersandsteins steht Rhät, ein gelblichbrauner Sandstein an, der als regionales Baumaterial verwendet wird.
Klima Im nördlichen Mittelfränkischen Becken herrscht ein relativ trockenes und regenarmes Klima, das den Anbau von Gemüse und Obst begünstigt. Prägend für das Landschaftsbild ist die Teichwirtschaft. Angrenzend an die von Fichten und Kiefern dominierten Wälder der Riedelrücken liegen Ackerflächen. Größere zusammenhängende Waldgebiete sind die Untere Mark und der Markwald.
Geschichte Die Ursprünge Burks reichen bis in das erste nachchristliche Jahrtausend zurück. Bereits in karolingischer Zeit verlief entlang des Regnitztales ein wichtiger Handelsweg von der Nord- und der Ostsee zum Donau-, Alpen- und Mittelmeerraum. Es gibt verschiedene Hinweise, dass schon vor 900 eine Burg dort stand, von der aus die Regnitzschleife oberhalb der Mündung der Wiesent kontrolliert werden konnte. Um 1007 tauchte der Ort mehrfach als „Schlirbach“ auf,Erwähnung als Schlirbach 1.007Erwähnung als Burk im Zusammenhang mit weiteren Orten der Umgegend eine Bezeichnung, die noch mit den westlich gelegenen Schlehebacher Weihern überliefert ist.ehemalige Regnitzschleife und Schlehebacher Weiher auf hist. Karte Der genaue Standort der ehemaligen Spornburg ist noch nicht erforscht, wird aber mit den Fundamenten der katholischen Pfarrkirche zu den Heiligen Drei Königen, im ausgehenden 16. Jahrhundert überbaut, vermutet.
Die Motte Turmhügel Burk südlich des Ortes in der ehemaligen Regnitzschleife, eine Niederungsburg, wurde 1127 erstmals urkundlich erwähnt, sie ging im Mittelalter ab. Südlich des Ortes, an der Straße nach Hausen steht die Schöne Marter aus dem Jahr 1470.
Nach der unklarem Geschichte des Ortes bis in die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg erfasst das bayerische Urkataster dort in den 1810er Jahren wieder ein stattliches Kirch- und Haufendorf mit über 100 Hofstellen.Burk um 1810 auf hist. Karte bei BayernAtlas Klassik
Bei Beginn des Industriezeitalters blieb der Ort buchstäblich zunächst links der Regnitz, da sowohl der in den 1840er Jahren gebaute Ludwig-Donau-Main-Kanal als auch die Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg rechts im Tal gebaut wurden. Der Ort behielt seine landwirtschaftliche und dörfliche Prägung. Nur die Ziegelhütte entstand nördlich außerhalb.
Im Zweiten Weltkrieg kam es zu Einquartierungen und in der Nachkriegszeit stieg die Einwohnerzahl sprunghaft an. In den 1960er Jahren setzte ein Bauboom ein. Etwa zeitgleich wurde die Regnitzschleife während des Baus des Main-Donau-Kanales abgegraben und zu einem Altwasser, das unter Landschaftsschutz steht.
Burk wurde 1978 im Zuge der Gebietsreform in Bayern zusammen mit der ehemaligen Gemeinde Buckenhofen nach Forchheim eingemeindet.
Zahlreiche Baudenkmäler aus der Zeit vom 16. bis zum 19. Jahrhundert sind erhalten., Seiten 3, 9 und 40 siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Burk.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1871 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2011Gemarkung Burk auf Geoindex 2016 Einwohner 450 492 689 820 1292 1623 1767 2053 2213 2312
Wappen Das Ortswappen zeigt drei goldene Kronen (Kirchenpatrozinium Heilige Drei Könige) auf rotem Grund über einer silbernen Zinnenmauer (für die angenommene Bedeutung des Ortsnamens als befestigte Anlage, Burg)Klemens Stadler, Albrecht von und zu Egloffstein: Die Wappen der oberfränkischen Landkreise, Städte, Märkte und Gemeinden Herausgegeben von Bayreuth Bezirk Oberfranken. Freunde d. Plassenburg, 1990, ISBN 3-925162-17-8. Die Zustimmung erfolgte am 10. Februar 1970 vom damaligen bayerischen Staatsminister des Innern, Bruno Merk.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Turmhügel Burk Landschaftsschutzgebiet Burk
Verkehr Gemeindestraßen führen zur Kreisstraße FO 13 und diese zu den Bundesstraßen 470 und zur 73. Der ÖPNV bedient Burk mit mehreren Haltestellen (Frankenau, Kriegerdenkmal, Burker-/Stillstr. und Am Schellenberg) der VGN-Linie 206, die zum Bahnhof Forchheim führt. Da der Betrieb am Hafen Forchheim bis auf die Fahrgastschifffahrt eingestellt ist, bestehen Zugänge für den Güterumschlag zum europäischen Wasserstraßensystem derzeit nur an den benachbarten Häfen Eggolsheim nördlich oder an der Lände Erlangen südlich. Im Flugverkehr ist der in etwa einer halben bis dreiviertel Autostunde erreichbare Albrecht-Dürer-Airport in Nürnberg, der nächstgelegene internationale Verkehrsflughafen.
Sport Größter Sportverein des Gemeindeteils ist der 1930 gegründete 1. FC Burk e. V. mit über 800 Mitgliedern in sechs Abteilungen: Fußball, Gymnastik, Tischtennis, Volleyball, Darts und Tischkicker.
Die Fußballer tragen ihre Heimspiele dabei im "Seetalstadion" aus. Zeitweise spielte die erste Herrenmannschaft in der Bezirksoberliga, mittlerweile ist sie in die A-Klasse abgestiegen. Die Damenmannschaft ist derzeit in der Bezirksliga zu finden.
Veranstaltungen Am dritten Oktoberwochenende findet im Ortszentrum alljährlich die Burker Kerwa statt. Eine Woche später wird das Burker Weinfest abgehalten, was im von der Bierkultur geprägten Forchheim eine Besonderheit darstellt.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Forchheim) Kategorie:Geographie (Fränkische Schweiz) Kategorie:Ersterwähnung 1127 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Forchheim) Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ort an der Regnitz Kategorie:Gemarkung im Landkreis Forchheim