mini|hochkant|Migishi Kōtarō, 1933 Migishi Kōtarō (; geb. 18. April 1903; gest. 1. Juli 1934) war ein japanischer Maler im Yōga-Stil.

Leben und Wirken Migishi begann bereits zur Zeit des Besuchs der Mittelschule in Sapporo sich für Ölmalerei zu interessieren und studierte nebenbei unter dem Maler Hayashi Takejirō (; 1871–1940). Nach dem Schulabschluss 1920 ging er nach Tokio. Dort war er stark beeindruckt von Cézanne und van Gogh, die er zum ersten Mal auf einer Ausstellung der Künstlergruppe Shirakaba sah. Im folgenden Jahr wurden Bilder von ihm auf der dritten „Zentralen Kunstausstellung“ (, Chūō bijutsuten) gezeigt.

1923 zeigte er „Mädchen mit Zitrone“ (, Remon moteru shōjo) auf der ersten Ausstellung der Shun’yō-kai (). Auf der zweiten Ausstellung im nächsten Jahr erhielt er für sein Bild „Porträt eines Freundes“ (, Yūjin no shōzō) den ersten Preis. In dem Jahr gründete er zusammen mit Yokobori Kakujirō (; 1897–1978), einem Kollegen aus der Shun’yō-kai, und anderen die Rokujin-sha und machten eine erste Ausstellung. Im gleichen Jahr heiratete er die Malerin Yoshida Setsuko. Weiter zeigte er auf den folgenden Ausstellungen der Shun‘yō-kai die Bilder „Jugendliche“ (, Shōnen; 3. Ausstellung), „Mädchen aus China“ (, Shina no shōjo; 5. Ausstellung) und „Mädchen als Clown“ (, Shōjo dōke), „Mann mit Maske“ (, Omen no otoko/dōke) auf der 7. Ausstellung.

1928 beteiligte Migishi sich zusammen mit Chōkai Seiji und seiner Frau an einer Dreier-Ausstellung, auf der unter anderem sein Bild „Botanischer Garten“ (, Shokubutsu-en) gezeigt wurde. 1929 beteiligte er sich an der Gründung der „Unabhängigen Kunst-Gesellschaft“ (, Dokuritsu bijutsu kyōkai) und wurde deren Mitglied. Im folgenden Jahr zeigte er „Schimmel und Clown“ (, Hakuba to dōke), „Marionette“ (, Marionetto) und andere Bilder auf der ersten Ausstellung. Auch in den nächsten Jahren bis zu seinem Tod zeigte er wichtige Bilder auf den darauf folgenden Ausstellungen.

Ab 1932 wurde Migishi stark durch die französische Moderne beeinflusst, die er auf der Ausstellung „Avantgarde-Ausstellung – Paris“ (; Zen’ei kaigaten – Pari) und auf der Ausstellung der „Progressiven Kunst-Liga“ (, Shinkō bijutsu dōmei) in Tokio sah. Er verband diese neuen Anregungen aus der abstrakten Malerei mit einer Farbgebung des Fauvismus, wechselte dann zum Surrealismus. Werke aus dieser Zeit sind „Junger Clown, stehender Clown“ (, Shōnen dōke, tateru dōke), „Orchester“ (, Ōkesutora), „Komposition“ (, Kompojishon), „Fliegender Schmetterling“ (, Tobu chō) und „See und Licht“ (, Umi to shakō).

1934 publizierte Migishi auf eigene Kosten ein langes Gedicht mit dem Titel „Schmetterlinge und Muscheln“ (, Chō to kaigara), das er mit leichten farbigen Illustrationen versah. Im selben Jahr erkrankte er auf einer Reise und starb unterwegs in Nagoya. Seine Heimatpräfektur widmete seinem Nachlass ein eigenes Museum in Sapporo, das „Migishi-Kōtarō-Museum der Präfektur Hokkaidō“ (, Hokkaidō-ritsu Migishi Kōtaro bijutsukan).

Bilder

Literatur S. Noma (Hrsg.): Migishi Kōtarō. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993, ISBN 4-06-205938-X, S. 958. Japan Foundation (Hrsg.): Japanische Malerei im westlichen Stil, 19. und 20. Jahrhundert. Ausstellungskatalog, Köln, 1985. Tazawa, Yutaka: Migishi Kōtarō. In: Biographical Dictionary of Japanese Art. Kodansha International, 1981. ISBN 0-87011-488-3.

Weblinks Webseite des Migishi-Kotaro-Museums, englisch

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