mini|130px In der Liste der Kreuzwege im Main-Tauber-Kreis sind Freilandkreuzwege für Orte, die zum Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg gehören, aufgeführt. Sie ist primär nach Orten sortiert, unabhängig davon, ob es sich um Ortsteile, Gemeinden oder Städte handelt.

Als Kreuzweg wird die letzte Leidensstrecke Jesu Christi bezeichnet und heute überwiegend mit 14 Stationen dargestellt. Der Kreuzweg zur Stammbergkapelle in Tauberbischofsheim umfasst hingegen lediglich sieben Stationen, welche an die „sieben Schmerzen Mariens“ erinnern sollen. Der Assamstadter Kreuzweg umfasst 16 Stationen, davon 14 eigentliche Kreuzwegstationen sowie eine Vorab- und eine Abschlussstation. In den meisten katholischen Kirchen des Main-Tauber-Kreises befinden sich ebenfalls Kreuzwegdarstellungen entlang der Seitenwände in Form von Bildern, Reliefs oder einfachen Darstellungen der Leidensgeschichte. Da der Wertheimer Raum und der Raum ab Bad Mergentheim bis Niederstetten überwiegend evangelisch geprägt ist, gibt es dort, mit Ausnahmen wie beispielsweise dem Kreuzweg zur Bergkirche Laudenbach, kaum Freilandkreuzwege.

Der Main-Tauber-Kreis ist seit dem Mittelalter mit einer durchgehend landwirtschaftlichen Struktur geprägt. Es kam in der Neuzeit zu keiner Verdichtung von Siedlung und Industrie wie in den Ballungsgebieten, so dass Kulturdenkmale im Freiland, wie beispielsweise Bildstöcke und Kreuzwege weitgehend gut erhalten blieben. Nach Bernhard Losch beherbergt der Main-Tauber-Kreis aus diesem Grund auch die meisten Mord- und Sühnekreuze aller Landkreise in Baden-Württemberg.Bernhard Losch: Sühne und Gedenken. Steinkreuze in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 1981.

Freilandkreuzwege im Main-Tauber-Kreis Die folgende Auflistung umfasst 22 Freilandkreuzwege im Main-Tauber-Kreis:

Ort Errichtet / Geweiht im Jahr Beschreibung Standort (Beginn) Bild Assamstadt 1946–1949 Der Assamstadter Kreuzweg zum Steffeskirchle umfasst vierzehn Stationen. Er befindet sich im südöstlichen Wald von Assamstadt, der oberhalb der Asmundhalle beginnt. Am Beginn des Zweiten Weltkrieges versprach die Gemeinde mit dem damaligen Pfarrer Wilhelm Frank die Errichtung eines Kreuzwegs auf dem Weg zum Steffeskirchle für den Fall, dass die Gemeinde Assamstadt den Krieg einigermaßen unbeschadet überstehen würde. Nach Kriegsende wurde dann der Bildhauermeister Anton Göbel aus Assamstadt beauftragt, den Kreuzweg anzufertigen. Von 1946 bis 1949 schuf der Künstler die 14 Stationen.Assamstadt.de: . Online auf www.assamstadt.de. Abgerufen am 18. Juli 2017. Die Kreuzwegstationen bestehen aus geschnitztem Holz.Liebliches Taubertal: Rundwandern im Taubertal, Seite 24. Online auf www.liebliches-taubertal.de. Abgerufen am 18. Juli 2017.Landratsamt Main-Tauber-Kreis: Erfassungsbögen Kleindenkmale Nr. 46.1–46.14 (Assamstadt): Kreuzwegstationen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14 (jeweils PDF). Online unter gistbb.de. Abgerufen am 16. Juni 2018. 130px (weitere Bilder) Beckstein 1823 Der Becksteiner Kreuzweg in der Friedhofsmauer mit vierzehn Stationen – jeweils in Form von Bildstocktafeln mit Abschlusskreuz und Sandsteinreliefs – befindet sich in der Mauer des örtlichen Friedhofs am Hofackerweg. Der Kreuzweg ist im 19. Jahrhundert entstanden, wohl um das Jahr 1823.Landratsamt Main-Tauber-Kreis: Datenblatt Denkmal: Kreuzwegstationen Friedhof Beckstein (PDF; 327 kB). Online unter gistbb.de. Abgerufen am 16. Juni 2018. 130px (weitere Bilder) Distelhausen Der Distelhäuser Kreuzweg in der Friedhofsmauer beginnt an der Mauerseite in Richtung Lauda und läuft mit seinen vierzehn Stationen auf die Wolfgangskapelle am Taubertalradweg zu. 130px (weitere Bilder) Dittwar 1747 / 1759 Der Dittwarer Kreuzweg zum Kreuzhölzle des Jahres 1747 wurde durch den damaligen Verwalter des Spitals Tauberbischofsheim, Christoph Bernhard Müller, gestiftet. Die Einweihung des vierzehn Stationen umfassenden Kreuzweges zur Kreuzkapelle erfolgte im Jahre 1759 durch die Tauberbischofsheimer Franziskaner. Die 12. Kapelle wurde „Kalvarienberg“ genannt, da sie größer als die Übrigen war und sich in der „Kalvarienbergkapelle“ ein Altar zur Erinnerung an die Kreuzigung befand. Von der ersten Station bis zum Kalvarienberg zählte man 1361 Schritte; Das soll laut Legende der Abstand des historischen Kreuzweges in Jerusalem sein.Manfred Maninger: Chronik der Gemeinde Dittwar, 1968. Heimat- und Kulturverein Dittwar e. V. (Hrsg.). Online auf www.hkvdittwar.de. Abgerufen am 15. Juli 2017.