Der Hochbehälter Kroatenberg ist ein denkmalgeschützter Hochbehälter in Magdeburg in Sachsen-Anhalt, der im Jahr 1869 in Betrieb ging. Er diente der Magdeburger Trinkwasserversorgung mehr als 120 Jahre als Zwischenspeicher.

Lage Der Hochbehälter befindet sich auf dem Kroatenberg im Wohngebiet Friedenshöhe im Süden des Magdeburger Stadtteils Sudenburg auf einer Fläche westlich der Aßmannstraße und südlich der Thomas-Müntzer-Straße. Westlich davon erstreckt sich die Kleingartenanlage Am Teich, östlich steht die Wetterwarte Magdeburg. Der Behälter liegt in der Otterslebener Gemarkung.

Geschichte mini|links|Blick von der Thomas-Müntzer-Straße Der Behälter wurde im Jahr 1867 auf dem Kroatenberg weit südlich der damaligen Ortslage Magdeburgs errichtet, südwestlich grenzte das Fort III der Festung Magdeburg an. Er gehört damit zu den frühen Bauten der zentralen Trinkwasserversorgung der Stadt. Der Hochbehälter diente als Ausgleichsbehälter und Speicher für das vom 1857 entstandene Wasserwerk Magdeburg auf dem Wolfswerder südlich von Buckau geförderte Wasser. Der Hochbehälter befand sich damit in einer Entfernung von fast fünf Kilometern westlich des Wasserwerks.

Der Hochbehälter war zunächst als offenes Becken mit einem abgestuften Quadermauerwerk und Erdanschüttung ausgeführt. Das lichte Maß des Beckens betrug 56 mal 34 Meter, es war 5,26 Meter tief. Die Beckensohle bestand aus einer rund 30 cm starken Tonschicht, über der zwei flache in Zement gebettete Schichten aus Mauersteinen verlegt waren. Das Wasser wurde durch ein 21-Zoll-Rohrsystem vom Wasserwerk hierher gepumpt.Festschrift, S. 18.

Im Jahr 1877 erfolgte die Erweiterung um zwei aus Ziegeln errichtete Kammern, die zu beiden Seiten des ursprünglichen Beckens aufgemauert wurden. Zugleich erhielten alle Becken eine Überwölbung und eine seitliche Aufschüttung aus Erde. Zu Wartungs- und Reparaturzwecken wurden dabei auf der Ostseite zwei Einstiegshäuser aus Werkstein mit Ziegelgewänden gebaut. In der Zeit nach 1900 ließen die Wasserwerke einen kleinen mit einem Zeltdach versehenen Lüftungsturm hinzufügen.

Als Teil der Magdeburger Wasserversorgung blieb der Hochbehälter Kroatenberg auch einige Jahre nach der Wende bis zum Oktober 1996 in Betrieb. Danach wurde er zur Trinkwasserzwischenspeicherung durch den Hochbehälter Thauberg ersetzt. Die historische Anlage blieb erhalten, hat jedoch keine Funktion mehr. Dagegen nahm die Landesregierung den Behälter unter der Erfassungsnummer 094 71249 als Baudenkmal in ihr örtliches Denkmalverzeichnis auf.

Der Hochbehälter gilt als wichtiges Zeugnis der Historie der Trinkwasserversorgung der Stadt Magdeburg und kann auf Anmeldung oder zum Tag des offenen Denkmals besichtigt werden.

Architektur mini|links|Einstiegshaus mini|Lüftungsturm

Eine offene Metalltreppe ermöglicht den Aufgang zum Beckenplateau. Der Behälter samt den zugehörigen Bauten belegt eine Fläche von rund 4500 Quadratmetern, seine Oberfläche ist begrünt, er ragt aber gegenüber dem Straßenniveau etwa sieben Meter auf. Erhalten sind die Einstiegshäuser, deren Fassaden nicht verputzt wurden. Sie sind mit einem gekappten flachen Pultdach abgeschlossen und durch breite mit roten Ziegelsteinen eingefasste Segmentbogentore zugängig. Ebenso erhalten ist der verputzte Lüftungsturm, der eine quadratische Grundfläche besitzt (4 × 4 Meter) und mit einem symmetrischen Zeltdach mit roten Dachziegeln versehen wurde. Ein Rundbogeneingang führt in ihn hinein und er besitzt zwei kleine schmale Fenster auf einer Seite.Angaben aus Abbildungen des Behälterkomplexes im Internet abgeleitet.

Literatur Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 14: Landeshauptstadt Magdeburg. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, S. 95.

Einzelnachweise

Kategorie:Kulturdenkmal in Magdeburg Kategorie:Erbaut in den 1860er Jahren Kategorie:Wasserversorgungsbauwerk in Magdeburg Kategorie:Aufgegebenes Wasserversorgungsbauwerk