Die Historische Rangordnung der höchsten Offiziere der Vereinigten Staaten (military seniority) ist ein lose definierter Begriff für die allgemeine Bedeutung der verschiedenen Generäle und Admiräle im Rahmen der Geschichte der Vereinigten Staaten. Sie ist in der Militärgeschichte der Vereinigten Staaten allgemein anerkannt. Bedeutsam war die Rangordnung bei Offizieren mit dem gleichen Rang. Seniorität (lat. senior „der Ältere“) bezeichnet hier das Prinzip des Vorrangs von Offizieren mit einem höheren Rang oder einer früheren Beförderung im gleichen Rang.
Rangliste Legende A = Altersordnung R = Rangordnung Ber. = Bereich Dat. = Datum der Verleihung A R Name Ber. Rang Dat. Historische Bedeutung 1. 1 George Washington US-Heer General of the Armies of the United States 4. 7.1976 postum 1775 Commanding General of the United States Army, Chief der Kontinentalarmee im Unabhängigkeitskrieg, 1789 US-Präsident 2. 1 John J. Pershing Heer General of the Armies of the United States 3. 9.1919 1917 General im Ersten Weltkrieg und OB in Europa, 1921 Generalstabschef des Heeres 3. 1 Ulysses S. Grant Heer General of the Army of the United States bzw. General of the Armies of the United States 25. 7. 1866 bzw. 27. 4. 2022 postum Commanding General U.S. Army (1864–1869), Bürgerkrieg, 1869 US-Präsident 4. 1 oder2 George Dewey Marine Admiral of the Navy 2. 3.1899 Einziger Träger des Ranges, 1898 Spanisch-Amerikanischer Krieg, Asiengeschwader 5. 4 Winfield Scott Heer Generalmajor,Generalleutnant (Brevet-Rang) 29. 3. 1847 Commanding General U.S. Army (1841–1861), 1846 Mexikanisch-Amerikanischer Krieg 6. 3 David Glasgow Farragut Marine Admiral 25. 7.1866 1864 Schlacht in der Mobile Bay, 1866 Erster US-Admiral, Oberbefehlshaber der Marine, Bürgerkrieg 7. 3 William T. Sherman Heer General of the Army of the United States 4. 3.1869 Commanding General U.S. Army (1869–1883), Bürgerkrieg, Indianerkriege 8. 3 David D. Porter Marine Admiral 25. 7.1866 1864 OB der Mississippiflotte, Bürgerkrieg 9. 4 Stephen Clegg Rowan Marine Vizeadmiral 1. 8.1870 1867 OB der Asienflotte 10. 3 Philip Sheridan Heer General of the Army of the United States 1. 6.1888 Commanding General U.S. Army (1883–1888), Bürgerkrieg, Indianerkriege 11. 4 John Schofield Heer Generalleutnant 5. 2.1895 Commanding General U.S. Army (1888–1895) 12. 4 Nelson A. Miles Heer Generalleutnant 6. 6.1900 Commanding General U.S. Army (1895–1903), Spanischer Krieg 13. 3 Tasker H. Bliss Heer General 6. 10.1917 Generalstabschef des Heeres, Erster Weltkrieg 14. 2 William D. Leahy Marine Fleet Admiral 15. 12.1944 1942 Joint Chiefs of Staff, 1945 Teilnehmer an der Potsdamer Konferenz 15. 2 George C. Marshall Heer General of the Army 16. 12.1944 1939 Generalstabschef des Heeres 16. 2 Ernest J. King Marine Fleet Admiral 17. 12.1944 1941 OB der United States Fleet, 1942 Chief of Naval Operations 17. 2 Douglas MacArthur Heer General of the Army 18. 12.1944 1930 Generalstabschef, 1942 OB im Southwest Pacific Area 18. 2 Chester W. Nimitz Marine Fleet Admiral 19. 12.1944 1941 OB der Pazifikflotte, 1942 OB der Pacific Ocean Areas, 1945 Chief of Naval Operations 19. 2 Dwight D. Eisenhower Heer General of the Army 20. 12.1944 1942 OB im European Theater of Operations, 1945 Generalstabschef, 1953 US-Präsident 20. 2 Henry H. Arnold Heer,Air Force General of the Army,General of the Air Force 21. 12.1944 1941 OB der U.S. Army Air Forces 21. 2 William Halsey Marine Fleet Admiral 11. 12.1945 1942 OB der Südpazifikflotte, 1943 OB 3. Flotte 22. 2 Omar Bradley Heer General of the Army 20. 9.1950 1944 OB der 1. Armee und der 12. Heeresgruppe, 1948 Generalstabschef 23. 3 Raymond A. Spruance Marine Admiral 4. 2.1944 1942 Schlacht um Midway, 1943 OB der 5. Flotte, 1945 OB der Pazifikflotte 24. 3 George S. Patton Heer General 14. 4.1945 1944 OB der 3. Armee 25. 3 Matthew Ridgway Heer General 11. 5.1951 1951 OB im Koreakrieg, 1953 Generalstabschef
Geschichte mini|hochkant=0.5|Washingtonmini|hochkant=0.5|Pershing mini|hochkant=0.5|Grant mini|hochkant=0.5|Dewey mini|hochkant=0.5|Scott
mini|hochkant=0.5|General of the Army, 1866–1872, Grant, Sherman mini|hochkant=0.5|General of the Army, 1872–1888, Sherman, Sheridan mini|hochkant=0.5|Rangabzeichen General of the Armies, Pershing mini|hochkant=0.5|General mini|hochkant=0.5|Rangabzeichen 5-Sterne-General mini|hochkant=0.5|General of the Army mini|hochkant=0.5|Fiktives Rangabzeichen General of the Armies mini|hochkant=0.5|Tressen und Schulterstück, Admiral of the Navy mini|hochkant=0.5|Fleet Admiral mini|hochkant=0.5|Admiral mini|hochkant=0.5|General of the Air Force
Heer Die Rangordnung ergab sich auf Grund komplexer Zusammenhänge wie Kongressbeschlüsse, Stellung im Militärsystem, Zeitpunkt des Rangerhebung und Einbeziehung der Admiräle.Der erste Rang stand nur Washington zu. Ihm wurde 1976 durch Kongressesgesetz zur Zweihundertjahrfeier der Vereinigten Staaten postum „für die Vergangenheit und die Gegenwart“ der höchste Dienstgrad eines General of the Armies of the United States verliehen.Public Law 94-479. Wikisource.
Nach dem Bürgerkrieg wurde der Rang eines Generals nicht vergeben. Im 19. Jahrhundert gab es in den USA nur die drei Generalsränge Brigadegeneral, Generalmajor und Generalleutnant. Der letztere Rang wurde jeweils nur an einen Offizier verliehen der zugleich auch Oberbefehlshaber des Heeres war. Der erste Generalleutnant war Washington (1798); es folgten Scott (1855 – als Brevet-Rang), Grant (1863), Sherman (1866), Sheridan (1869) und Schofield (1895). Ab 1900 erhielt diesen Rang der jeweilige Stabschef des Heeres.
1866 wurde erstmals durch Kongressbeschluss der neue, singuläre Rang General of the Army an Grant verliehen. Er trug auf den Schulterklappen vier Sterne, während später Sherman und dann Sheridan zwei Sterne und das US-Wappen bevorzugten.
Nach dem Kriegseintritt der USA in den Ersten Weltkrieg wurden 1917 erstmals wieder die Dienstgrade Lieutenant General und General verliehen. 1917 wurden Pershing Vier-Sterne-General (nach Sheridan 1888 der vierte General) und etwas später im Oktober 1917 (temporär während seiner Amtszeit bis Mai 1918 und dauerhaft als Charakter ab 1930) der Stabschef Bliss. In der Liste sind nicht Peyton C. March, John L. Hines und Charles Pelot Summerall enthalten, die wie Bliss als Generalstabschefs temporäre Viersterne-Generale und nach ihrer Pensionierung dauerhaft Generale waren.
1919 wurde vom Kongress der einzigartige Rang eines General of the Armies of the United States an Pershing verliehen, der deshalb in der historischen Rangordnung den zweiten Platz belegt. Ihm wurde es gestattet, seine eigenen Insignien zu wählen. Er entschied sich, die vier Sterne eines Generals zu tragen, jedoch in Gold. Fiktiv wurden später als Rangabzeichen die Insignien eines Sechssternegeneral vorgeschlagen.
1944 folgte die Ernennung von vier Offizieren zum General of the Army. Da es seit 1917 den Vier-Sterne-General gab, wurden nun das Rangabzeichen eines Fünfsternegenerals eingeführt. Die Ernennungen erfolgten im Wechsel mit den Marineoffizieren jeweils an sieben aufeinanderfolgenden Tagen, um die Rangordnung eindeutig zu bestimmen.
Bradley wurde 1950 der letzte Fünf-Sterne-General. Danach erfolgten keine weiteren Ernennungen, da die Erwägungen für die Generale Colin Powell (1989–1993: Generalstabschef), Norman Schwarzkopf (1991: OB im Zweiten Golfkrieg) und David Petraeus (2011: OB der United States Forces Iraq, 2012 Petraeus-Affäre) keine Zustimmung im Kongress gefunden hätten.
Marine Dewey wird an vierter Stelle der historischen Rangliste geführt. Ihm wurde 1903 vom Kongress rückwirkend ab 1899 der höchst erreichbare Dienstgrad in der US-Marine als Admiral of the Navy verliehen, in etwa vergleichbar mit dem eines Fünf- oder Sechssternegenerals. Sein Schulterstück hatte aber nur vier goldene Sterne, da zu seiner Zeit es auch nur drei niedrige Admiralsränge gab. Als erster Konteradmiral (1862), Vizeadmiral (1865) und dann Admiral (1866) der US-Navy wird Farragut als Sechster in der historischen Rangordnung geführt. Die Marine kannte damals die drei Ränge Konteradmiral (Rear Admiral), Vizeadmiral und Admiral. Später, am Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde der Rang Rear Admiral aufgeteilt in Rear Admiral (lh) und Rear Admiral (uh). Ab dem Zweiten Weltkrieg gab es den temporären Rang Commodore (-Admiral) (1 Stern, 1981–1982 auch permanent) und Rear Admiral (2 Sterne). Seit etwa 2001 werden the Abkürzungen RDML für Rear Admiral (lower half) und RADM für Rear Admiral (upper half) verwendet. Der Rang Fleet Admiral wurde 1944 eingeführt. Da Admiral Leahy seit 1942 Chief of Staff to the Commander in Chief of the Army and Navy war, wurde ihm als ersten der Rang eines Fleet Admiral zuerkannt, einen Tag vor George C. Marshall, der Chief of Staff of the Army war.
In der Liste nicht enthalten sind die Chiefs of Naval Operations (1915 bis 1937, 1939–1942), die Admirale William S. Benson, Robert Coontz, Edward W. Eberle, Charles Frederick Hughes, William V. Pratt, William Harrison Standley und Harold R. Stark.
Luftwaffe In dieser Rangliste ist mit Arnold nur ein Vertreter dieser Teilstreitkraft enthalten. Die Air Force wurde als selbständige Teilstreitkraft erst 1947 gegründet. Arnold führte als einziger den vom Kongress 1949 bewilligten Rang General of the Air Force (Fünf-Sterne-General, der dem Rang eines General of the Army gleichgestellt ist).
Vier-Sterne Offiziere Vier-Sterne Generale 1917 bis April 1945 Seit 1917 wurde dieser Rang (General, Full) oft noch auf Zeit (temporary) und dann nach der Pensionierung dauerhaft, an folgende Offiziere verliehen: Tasker H. Bliss, 1917–1918 als Chief of Staff und 1919 als Teilnehmer der Pariser Friedenskonferenz John J. Pershing, 1917–1919 als Kommandierender General in Europa Peyton C. March, 1918–1921 als Chief of Staff Charles P. Summerall, 1926–1930 als Chief of Staff Douglas MacArthur. 1930–1935 als Chief of Staff, 1941–1944 als Kommandierender General in Ostasien Malin Craig, 1935–1939 als Chief of Staff George C. Marshall, 1939–1944 als Chief of Staff Dwight D. Eisenhower, 1943–1944 als Kommandierender General in Europa Henry H. Arnold, 1942–1944 als Kommandierender General der US Army Air Forces Joseph Stilwell, 1944–1946 (†) als Kommandierender General in China, Burma und Indien Walter Krueger, März 1945–1946 als Kommandierender General der 6. US-Armee im Süd-West-Pazifik Brehon B. Somervell, März 1945–1946 als Kommandierender General der Army Service Forces Joseph T. McNarney, ab März 1945 als Kommandierender General in Europa Jacob L. Devers, ab März 1945 als Kommandierender General in Europa George Kenney, ab März 1945 als Kommandierender General der Air Forces im Fernen Osten (Far East Air Force) Mark W. Clark, ab März 1945 als Kommandierender General und U.S. High Commissioner Carl A. Spaatz, ab März 1945 als Befehlshaber der United States Strategic Air Forces in Europe Omar Bradley, ab März 1945 als Kommandierender General in Europa Thomas T. Handy, ab März 1945 als Deputy Chief of Staff George S. Patton, ab April 1945 als Kommandierender General in Europa Courtney Hodges, ab April 1945 als Kommandierender General der 1. Armee in Europa. Alexander A. Vandegrift, ab April 1945 als Kommandierender General der 1. US-Marineinfanteriedivision und Commandant of the Marine Corps Richmond K. Turner ab Mai 1945 als Kommandeur 5th Amphibious Forces im Pazifikkrieg
Sechs der o.a. Offiziere wurden zu General of the Army bzw. General of the Armies befördert. Diese und drei weitere Vier-Sterne-Generale stehen in der o.a. Rangliste. Unklar ist, warum nur diese drei Vier-Sterne-Generale in dieser Liste Erwähnung finden.
Marine