mini|hochkant=1.4|Stolpersteine for Hugo Löbl and Heinrich Lederer in Teplice Die Liste der Stolpersteine im Ústecký kraj enthält die Stolpersteine in der tschechischen Region Ústecký kraj (deutsch: Aussiger Region). Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, welche von den Nationalsozialisten in Tschechien ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt.

Das tschechische Stolpersteinprojekt Stolpersteine.cz wurde 2008 durch die Česká unie židovské mládeže (Tschechische Union jüdischer Jugend) ins Leben gerufen und stand unter der Schirmherrschaft des Prager Bürgermeisters. Die Stolpersteine liegen vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.Zdeňka Kuchyňová: Praha má na chodnících své první pamětní kameny holocaustu, Bericht des tschechischen Rundfunksenders Radio Praha vom 19. Oktober 2008, online auf: www.radio.cz/...Stolpersteine in der Tschechischen Republik, Bericht der Vereinigung Stolpersteine.cz, online auf: Die Stolpersteine werden auf Tschechisch ebenfalls stolpersteine genannt, alternativ auch kameny zmizelých (Steine der Verschwundenen).

Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Děčín In der Stadt Děčín wurde folgender Stolperstein verlegt: Bild Inschrift Standort Name, Leben 120px HIER WOHNTEVILHELMINA 'MINNA'PÄCHTERGEB. STEINGEB. 1872ERMORDET 1944IN THERESIENSTADT Děčín, Thomayerova 25/3 geb. Stein wurde am 16. Juli 1872 in Hluboká nad Vltavou geboren. Sie war die sechste und jüngste Tochter des Gerbers Heinrich Stein. Sie besuchte ein Lehrerseminar in Prag und studierte Kunst und Literatur. Um 1900 heiratete sie Adolf Pächter, einen älteren Witwer mit sechs Kindern. Das Paar hatte zwei gemeinsame Kinder: Heinz (geboren 1904) und Anna Wilma (geboren 1907). Sie kümmerte sich aber auch um Adolfs andere Kinder. Ihr Ehemann war Inhaber einer Knopf-Fabrik und ermöglichte den Bau einer Synagoge. 1915 starb Adolf Pächter an einer Lungenentzündung. Vilhelmina wurde Kunsthändlerin und finanzierte so das Leben für sich und die Kinder. Ihre Tochter studierte Kunstgeschichte, heiratete 1930 den Anwalt George Stern und hatte mit diesem einen Sohn Peter. Vilhelmina Pächter lebte bei ihnen. Ihr Sohn Heinz heiratete Dorothea Schipfer, wurde Zionist und emigrierte nach Palästina. Nach der Besetzung des Sudetenlands 1938, flohen die Mitglieder der Familien Stern und Pächter nach Prag. Von dort floh George Stern nach Palästina, im November 1939 folgten Anna Stern und ihr Sohn. Vilhelmina Pächter wurde am 16. Juli 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert. Dort sammelte sie Rezepte, die in mehreren Sprachen publiziert wurden. Als sich ihr Gesundheitszustand 1943 verschlechterte, wurde sie von Liesel Reich, einer Enkelin ihres verstorbenen Mannes, die als Krankenschwester im Lager-Krankenhaus arbeitete, versorgt. Trotzdem starb sie am 25. September 1944.David Stern: Wilhelmina Pächter, A Biographical Sketch, in: Michael Berenbaum: In Memory's Kitchen: A Legacy from the Women of Terezin, Rowman & Littlefield, 2006, 105–107holocaust.cz: VILEMINA PÄCHTEROVÁ, abgerufen am 14. März 2017Über Les Carnets de Minna im Standard Ihr Enkelsohn David (Peter) Stern schrieb mehrere Texte über Vilhelmina Pächters Leben.David Stern: , Theresienstadt Martyrs Remembrance Association, abgerufen am 14. März 2017David Stern: Prague 2012, Czech letters, abgerufen am 14. März 2017

Teplice Im Kurort Teplice wurden folgende Stolpersteine verlegt: Bild Inschrift Standort Name, Leben 120px HIER WOHNTEIRMA BLOCHGEB. 1886DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1943IN AUSCHWITZ Teplice, Masarykova třída 18/652 geb. Löwy wurde am 10. November 1886 in Teplice geboren. Ihre Eltern waren der Arzt Dr. Moritz Löwy und Flora, geborene Auerbach. Sie war mit dem Juristen Ludwig (Ludvík) Bloch verheiratet. Das Paar hatte einen Sohn und eine Tochter: Lilly (geboren 1913)TEPLICE 2080 N 1909–1937 (39/46) Geburtsregister und Herbert. Zuletzt lebte sie zusammen mit ihrem Ehemann in Prag in der Podskalská 40. Am 16. Juli 1942 wurde sie zusammen mit ihrem Ehemann von Prag mit dem Transport AAr ins KZ Theresienstadt deportiert, ihre Nummer auf dem Transport war die 74. Von hier wurde sie am 6. September 1943 zusammen mit ihrem Mann nach Auschwitz deportiert. Irma Blochová hat die Shoah nicht überlebt.Irma Bloch in der Datenbank von Yad VashemIrma Bloch Theresienstädter Gedenkbuch

Auch ihr Ehemann wurde in Auschwitz ermordetLudwig Bloch auf Holocaust.cz. Beide Kinder haben überlebt. Sohn Herbert war ab 1939 verheiratet mit Grete, geborene Justiz. Das Paar flüchtete nach Israel. Tochter Lilly wurde ebenfalls Juristin. Sie heiratete 1940 Erich Liban in Vyhne. Vom 1. Juli 1940 bis 29. August 1944 befand sie sich hier im Konzentrationslager. Beide konnten überleben und emigrierten in den 1950er Jahren nach Israel.Familie Bloch Digital Collection auf Yad VashemIrma Blochová auf Holocaust.cz120px HIER WOHNTELISBETH FELDSTEINGEB. 1900DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1943IN AUSCHWITZ Teplice, Masarykova třída 400/15 geb. Stein, tschechisch Alžběta Feldsteinová, wurde am 2. Mai 1900 in Teplice geboren.Alzbeta Feldsteinová auf Holocaust.cz Ihre Eltern waren Dr. Emil Stein und Margarete geb. Baum. Sie hatte zwei Schwestern. Sie war verheiratet mit dem Arzt Dr. Rudolf Feldstein. Das Paar hatte einen Sohn. Zuletzt lebte das Ehepaar in Prag in der V Šáreckém údolí 528. Lisbeth Feldstein wurde am 20. November 1942 zusammen mit ihrem Ehemann mit dem Transport CC (ihre Nummer auf dem Transport lautete 258) von Prag ins KZ Theresienstadt deportiert. Von dort wurden sie und ihr Mann am 20. Januar 1943 mit dem Transport Cq (ihre Nummer auf diesem Transport lautete 1045) nach Auschwitz deportiert. Lisbeth Feldstein und ihr Mann haben die Shoah nicht überlebt. Ihre Mutter Margarete und ihre Schwester Klementina, verh. Stern, wurden ebenfalls während der Shoah ermordet.Margarete Stein bei Yad VashemKlemetina Stern auf Holocaust.czClementine Stern nee Stein Ihre Schwester Marianne Norton konnte nach England flüchten. Bild fehlt HIER WOHNTEDR. MED. VIKTOR HAHNGEB. 1891DEPORTIERT 1941NACH THERESIENSTADTERMORDET 25.10.1944IN AUSCHWITZ Teplice, Masarykova trida 1595/54 Dr. wurde am 19. Februar 1891 in Teplice geboren. Seine Eltern waren Robert und Auguste Hahn. Viktor Hahn war Gynäkologe und in erster Ehe mit Grete, geborene Riethof, verheiratet. Dieser Verbindung entstammte Heinz Lothar (geboren 1918). Viktor Hahn lebte und arbeitete in Wien. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kehrte er mit seiner Familie nach Teplice zurück. Nach seiner Scheidung 1929 heiratete Viktor erneut. Seine zweite Frau Katharina (verheiratete Bloch, geborene Bruml) hatte aus ihrer ersten Ehe zwei Töchter. Um 1938 zog die Familie nach Brünn. Sein Sohn Heinz emigrierte 1938 nach England. Auch Viktor und Katerina bereiteten sich mit Englisch-Kursen auf eine Emigration vor, sie wollten über England in die USA auswandern. Von Verwandten in den USA hatten sie schon Affidavits für sich und die zwei Töchter erhalten. Einen Monat später zog Viktor mit seiner Familie nach Prag in die Pod Klaudiánkou 303. Später musste die Familie die Wohnung verlassen und ein Zimmer in einer „Judenwohnung“ in der Parizska beziehen. Am 11. Dezember mussten sich Viktor, seine Frau und die zwei Stieftöchter zu einem Sammelplatz (Veletržní palác) begeben, von hier wurden sie am 14. Dezember 1941 mit dem Transport M (Viktors Nummer auf dem Transport lautete 565) von Prag ins KZ Theresienstadt deportiert. Viktor Hahn praktizierte als Arzt in Theresienstadt. Aufgrund dessen war es ihm möglich, seine Familie in seine Baracke zu holen. Des Weiteren war er auf einer Schutzliste und auch die Familie war für kurze Zeit geschützt. Nachdem Viktor sich unerlaubt eine Schleuse anschaute, wurden er und Katerina auf eine Transportliste gesetzt. Am 23. Oktober 1944 wurde die Familie (die Stieftöchter hatten sich freiwillig für den Transport gemeldet) mit dem Transport Et (Viktors Nummer auf dem Transport lautete 1183) nach Auschwitz deportiert. Dr. Viktor Hahn wurde am Tag der Ankunft in Auschwitz erschossen. Auch seine Frau hat Auschwitz nicht überlebt, sie starb kurze Zeit nach der Ankunft an Ruhr.Viktor Hahn auf Holocaust.czBericht von Marietta Smolka Sein Sohn Heinz überlebte, heiratete und wurde Vater. Er starb 1997.Genealogie Rindskopf-Familie mit Familie Hahn Bild fehlt HIER WOHNTEKATEŘINA HAHNOVÁGEB. 1894DEPORTIERT 1941NACH THERESIENSTADTERMORDET 10.11.1944IN AUSCHWITZ Teplice, Masarykova trida 1595/54 geb. Bruml wurde am 8. November 1894 in Duchcov geboren. Ihre Eltern waren der Textilhändler Adolf und Ida Bruml. Nach der Grundschule besuchte sie ein Mädcheninternat in Dresden. Katerina heiratete 1915 in erster Ehe den Porzellanfabrikanten Artur Bloch. Das Paar hatte zwei Töchter: Hannerle (geboren 1916) und Marietta (geboren 1921). 1929 wurde die Ehe geschieden. Tochter Hannerle verblieb bei der Mutter, Marietta lebte beim Vater. Katerina heiratete kurz nach ihrer Scheidung den Gynäkologen Viktor Hahn. Die Familie zog nach Brünn, hier wohnte ab Oktober 1938 auch Tochter Marietta wieder bei ihrer Mutter. Katerinas Tochter Hannerl arbeitete in einem Kinderkrankenhaus. Später zog Familie Hahn nach Prag in die Pod Klaudiánkou 303. Die Familie musste später die Wohnung verlassen und ein Zimmer in einer „Judenwohnung“ in der Parizska beziehen. Am 11. Dezember mussten sich Katerina, ihre Töchter und ihr Mann zu einem Sammelplatz (Veletržní palác) begeben. Von hier wurden sie am 14. Dezember 1941 mit dem Transport M (Katerinas Nummer auf dem Transport lautete 566) von Prag ins KZ Theresienstadt deportiert. Am 23. Oktober 1944 wurde die Familie (die Töchter hatten sich freiwillig für den Transport gemeldet) mit dem Transport Et (Katerinas Nummer auf dem Transport lautete 1184) nach Auschwitz deportiert. Katerinas Ehemann wurde am Tag der Ankunft in Auschwitz erschossen. Katerina Hahnová starb kurze Zeit nach der Ankunft an Ruhr.Katerina Hahn auf Holocaust.czBericht von Marietta Smolka Die Töchter überlebten die Shoah. Hannerle starb 1983.120px HIER WOHNTEADOLF KANNGEB. 1862DEPORTIERT 1942NACH TREBLINKAERMORDETEBENDORT Teplice, Krupská 22/37 wurde am 6. Juni 1862 in Litvínov geboren. Seine Eltern waren Eduard und Julie Kann, geborene Löwy. Er war Kaufmann in Teplice und heiratete 1894 Frederika (Bedřiška), geborene Freund. Das Paar hatte fünf Kinder: Grete (geboren 1896), Erwin (geboren 1898)Erwin Kann Foto des Geburtsregisters, Gertrud (geboren 1901)Foto des Geburtsregisterauszuges Gertrud Kann, Edith (geboren 1905)Foto des Geburtsregisterauszuges Edith Kann und Herbert (geboren 1909)Herbert Kann Foto des Geburtsregisterauszuges. Vor der Deportation waren Adolf Kann und seine Frau in Prag in der Böhmova 1329 gemeldet. Am 20. Juli 1942 wurde er zusammen mit seiner Frau mit dem Transport AAs (seine Nummer auf dem Transport war die 48) von Prag nach Theresienstadt deportiert. Von hier wurde er am 22. Oktober 1942 zusammen mit seiner Frau mit dem Transport Bx (seine Nummer auf dem Transport war die 1872) ins Vernichtungslager Treblinka deportiert. Adolf Kann und seine Frau Bedřiška haben die Shoah nicht überlebt.