Markus Holemar (* 16. Juni 1976 in Wien) ist ein österreichischer Fußballspieler. Derzeit lässt er seine Karriere im Amateurbereich beim SC Wolfsthal ausklingen. Zudem steht er im Kader des österreichischen Futsal-Bundesligisten SC Vienna Walzer.
Als Spielmacher klassischer Prägung mit hohen technischen Fähigkeiten galt er Mitte der 90er Jahre als eines der größten Talente Österreichs. Im Verlauf seiner Karriere polarisierte er jedoch fast bei all seinen Vereinen bzw. galt als „schwieriger Charakter“ und „Querdenker“, der oftmals seinen vorzeitigen Abgang erzwang oder aber auch mehrfach von seinem Verein suspendiert oder entlassen wurde.Ich war für Schottland zu jung noen.at, abgerufen am 12. März 2017 Dadurch entwickelte er sich zu einem Wandervogel, der von 1993 bis 2017 insgesamt 26 Mal den Verein wechselte.
Trotz mitunter starken Spielzeiten schaffte er auf höchstem Niveau nie den Durchbruch und verbrachte den Großteil seiner Karriere bei österreichischen Zweit- und Drittligavereinen.
Vereinskarriere Anfangsjahre Holemar begann seine Karriere in der Jugend seines Heimatvereins 1. Simmeringer SC, für den er auch sein Debüt in einer A-Mannschaft feierte. Als technisch hoch versierter Spieler, war er in der eher durch Kampf geprägten Wiener Stadtliga schnell einer der auffallendsten Akteure und zog das Interesse mehrerer Profivereine auf sich. Bereits nach seiner ersten Spielzeit bemühte sich der damalige österreichische Erstligist FC Admira Wacker um eine Verpflichtung, die jedoch von der Simmeringer Vereinsführung untersagt wurde. Im Spätherbst der Folgesaison wurde der inzwischen von der österreichischen Kronen Zeitung zum „Herzog der Had“ stilisierte Spieler,Markus Holemar ist der „Herzog von der Had“, Kronen Zeitung vom 10. April 1995, Seite 50 erstmals wegen Disziplinlosigkeit von seinem Verein temporär suspendiert.„Had-Herzog“ flog hinaus!", Kronen Zeitung vom 12. Oktober 1995, Seite 53 Holemar galt zu diesem Zeitpunkt bereits als eines der größten Nachwuchstalente des Landes und hatte den Wunsch geäußert zu einem höherklassigen Verein wechseln zu dürfen. In der Winterübertrittszeit der Spielzeit 1995/96 ließ ihn Simmering daraufhin auf Leihbasis zu FK Austria Wien ziehen.
Von der Austria wurde er in Folge umgehend an deren Satellitenklub Prater SV weiterverliehen, der zu diesem Zeitpunkt unter dem Namen Prater Memphis das Amateurteam des Vereins darstellte.Geschichte: Austria Amateure austria-archiv.at, abgerufen am 12. März 2017 Unter dem damaligen Trainer Rudolf Flögel sollte er behutsam an die Profimannschaft herangeführt werden, was auf Anhieb gelang. Nach einer starken Rückrunde beim Prater SV kam er im Sommer 1996, während der UI-Cup-Begegnung gegen NK Maribor, erstmals in einem Bewerbsspiel für die Austria zum Einsatz.UEFA Intertoto Cup: Branik Maribor – Austria Wien 3:0 austria-archiv.at, abgerufen am 12. März 2017
Danach stockte der endgültige Transfer des Spielers, da die Austria aufgrund der noch jungen Bosman-Entscheidung lediglich rund 110.000 Schilling Ausbildungsentschädigung zahlen wollte, Simmering jedoch 1,5 Millionen Schilling als Ablöse forderte und mit einer Sperre des Spielers drohte. Um den drohenden Rechtsstreit zu entgehen, unterzeichnete Holemar einen weiteren Amateurvertrag, wodurch die hohe Ablöseforderung von Simmering obsolet wurde. Über die genauen Ablösemodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart.Jetzt Wirbel um Holemar, Kronen Zeitung vom 16. Juli 1996, Seite 41
Es folgte ein Stadtliga-Vizemeistertitel in der Saison 1996/97, ehe er als herausragender Akteur neben den späteren österreichischen Nationalspielern Muhammet Akagündüz, Yüksel Sariyar und Bozo Kovacevic, in der Spielzeit 1997/98 den Meistertitel erringen konnte. Die Austria hatte bereits im Winter verlautbart den Spieler im Sommer 1998 mit einem Profivertrag auszustatten und gänzlich in den A-Kader zu holen. Holemar, der in Zweieinhalb Spielzeiten für die Austria lediglich 5 Mal im UI-Cup und in 23 Testspielen zum Zug kam, lehnte diesen jedoch ab und wechselte überraschend, gemeinsam mit seinem Vereinskollegen Christian Schandl in die Scottish Premier League zu Heart of Midlothian.Vom Wiener Prater in den Kilt, Kurier vom 13. Juni 1996, Seite 27, Ressort: Sport Daily Record via. highbeam.com, abgerufen am 12. März 2017
Bei den Hearts wurde er mit einem Halbjahresvertrag ausgestattet und in den Profikader aufgenommen.Trialist Holemar makes impression heraldscotland.com, abgerufen am 12. März 2017 In Folge kam er zwecks Umgewöhnung an die Liga, bis zum Winter in der Scottish Reserve League zum Einsatz, wo er im Gegensatz zu Schandl überzeugen konnte.So fühlt sich der einstige „Herzog von der Had“ in Edinburgh, Kronen Zeitung vom 4. September 1998, Seite 52 Der Verein bemühte sich daraufhin um eine Vertragsverlängerung die sein damaliger Manager vorerst ablehnte um bessere Konditionen zu lukrieren und ihn zu einem einwöchigen Probetrainingslager zum damaligen französischen Erstligisten AJ Auxerre schickte.Holemar zum Probetraining bei AJ Auxerre, Kronen Zeitung vom 22. Dezember 1998, Seite 44 In Auxerre konnte Holemar nicht überzeugen und bekam keinen Vertrag, die Hearts hatten aufgrund der Vorgehensweise des Spielers samt Manager, ihr Vertragsangebot zurückgezogen und nahmen von einer Verlängerung Abstand.Holemar: Schottland war am schönsten fanreport.at, abgerufen am 12. März 2017
Bundesliga Als vereinsloser Spieler kehrte er im Frühjahr 1999 nach Österreich zurück, wo er nach einem weiteren gescheiterten Transfer zum SV SalzburgWieder zwei Testspieler, Kronen Zeitung vom 1. Dezember 1998, Seite 42, beim Schlusslicht der Bundesliga Vorwärts Steyr unterkam. Steyr wollte nach einem katastrophalen Herbst mit Jürgen Sundermann als neuen Trainer und dem Einkauf einiger routinierter Legionäre, wie Alexander Löbe, Jan Sopko oder Didier Frenay noch den Klassenerhalt schaffen, was nicht gelang. Am Ende der Spielzeit stieg man mit elf Punkten Abstand auf den vorletzten SC Austria Lustenau aus der Bundesliga ab.Aus der Bundesliga abgestiegen ohne Comeback: SK Vorwärts Steyr abseits.at, abgerufen am 12. März 2017 Holemar feierte am 3. März 1999 während der 0:1-Niederlage gegen den SV Salzburg, sein Bundesligadebüt, als er in Spielminute 58 für Daniel Madlener eingewechselt wurde. Insgesamt kam er in 12 von 15 möglichen Rückrundenspielen großteils als Einwechselspieler zum Einsatz. Nach dem Abstieg wurde das hochverschuldete Steyr rasch von finanziellen Problemen heimgesucht, woraufhin ein Großteil der Spieler den Verein verließen- bzw. verlassen mussten.
Holemar wurde daraufhin von Trainer Walter Skocik als Wunschspieler zum damaligen Zweitligisten First Vienna FC geholt.Markus Holemar bei der Vienna, Sportzeitung Nummer 27 vom 6. Juli 1999 Seite 19 Ressort : Fußball Skocik hatte mit ihm bereits in seiner Zeit als Trainer von Austria Wien zusammengearbeitet und erhoffte sich den Durchbruch, des immer noch als hoffnungsvolles Talent geltenden Spielers. Seine Leistungen in der Spielzeit 1999/00 waren daraufhin von Beginn an von großen Schwankungen geprägt. Trotz zum Teil überragender Offensivleistungen vernachlässigte er oftmals das Defensivspiel und fiel durch eine Vielzahl von Undiszipliniertheiten auf. Nachdem ihm Trainer Skocik bereits zu Beginn der Herbstsaison eine schlechte Einstellung vorwarf,Trainer Walter Skocik sieht bei Markus Holemar Aufholbedarf, Kronen Zeitung vom 24. August 1999, Seite 52 wurde er nach einer inferioren Leistung gegen den SV Wörgl im Oktober 1999, indem er nach seiner Einwechslung bereits nach 20 Minuten wieder ausgetauscht wurde, erstmals suspendiert und zu den Amateuren abgeschoben.Der Umbau hat begonnen, Kurier vom 22. Oktober 1999, Seite 26, Ressort: Sport Auf die Pardonierung für das letzte Hinrundenspiel gegen den FC Kärnten, in dem er eine solide Leistung bot, folgten weitere Undiszipliniertheiten in der Winterpause die das Verhältnis zwischen Spieler und Verein beeinträchtigten. Zur Rückrunde hatte er daraufhin fast jeglichen Kredit verspielt, kam aber trotzdem noch zu einigen Einsätzen, ehe er nach einer abermals schwachen Leistung gegen die WSG Wattens im April 2001 endgültig aus dem Profikader verbannt wurde.„Aufreger“ Holemar störte die Vienna-Ruhe!, Kronen Zeitung vom 16. April 2000, Seite 52
Zur Spielzeit 2000/01 wechselte er daraufhin ligaintern zum amtierenden Vizemeister und Aufstiegsmitfavoriten DSV Leoben.Holemar bei DSV, Kronen Zeitung vom 27. Juli 2000, Seite 45 Unter Trainer Milan Đuričić bildete er fortan als Spielmacher, hinter den Sturmspitzen Joachim Parapatits und Roland Linz, ein viel beachtetes Offensivtrio, welches als Herzstück der Mannschaft angesehen wurde.Ex-Problemboy Holemar fällt nur mehr positiv auf, Kronen Zeitung vom 26. August 2000, Seite 52 Zwar scheiterte der Verein mit Platz 4 im Endklassement am Aufstieg in die Bundesliga, galt aber aufgrund seines erfrischenden Offensivfußballs als positivste Erscheinung, der vor allem durch Kampf geprägten zweiten Liga. Holemar selbst hatte sich erstmals als Stammspieler in einer Profimannschaft etabliert und bekam bereits früh ein Angebot zur Vertragsverlängerung.
Vier Tage vor dem Start zur 2001/02 wurde überraschend der ablösefreie Wechsel des Spielers zum Erstligaabsteiger LASK Linz bekannt. Leoben, welches fest mit ihrem Spielmacher für die neue Saison geplant hatte zeigte sich überrascht und räumte später eine administrative Panne bei der Vertragsverlängerung des Spielers ein. Holemar hatte zwar vorzeitig einer Vertragsverlängerung zugestimmt, das Papier jedoch niemals unterzeichnet.„DSV-Eigentor – Holemar weg“, Kleine Zeitung vom 6. Juli 2001 Nachdem man ihm laut eigener Aussage in der Endphase der Saison im allgemeinen Trubel um den Wechsel von Torschützenkönig Linz zu Austria Wien wenig wertschätzend behandelt habe, entschied er sich daher überraschend zum Wechsel.„Alles drehte sich zuletzt nur mehr um Roland Linz“, Kleine Zeitung vom 7. Juli 2001
Die Station LASK entpuppte sich lediglich als kurzes Intermezzo für den Spieler. Nach einem Einsatz in der 3. Runde gegen damaligen SC Interwetten, kehrte er nach nur einem Monat beim LASK wieder nach Leoben zurück. Der DSV hatte sich erfolglos um einen Ersatz für Holemar bemüht, der wiederum nicht in das System des damaligen LASK-Trainers František Cipro passte und daher einem Rücktransfer zustimmte.„DSV Leoben verpflichtete drei neue Spieler – Holemar zurück“, APA vom 16. August 2001
In Folge spielte er noch sieben Rückrundenspiele für Leoben, in denen er aber bereits mit Knieproblemen zu kämpfen hatte und immer wieder ausfiel. Nach einem Eingriff zur Winterpause war er daraufhin über ein Jahr rekonvaleszent und stand vor seinem Karriereende. Sein im Sommer auslaufender Vertrag wurde daraufhin nicht verlängert.
Meister in der RLO Nach einer halbjährigen Vertragslosigkeit versuchte er im Winter der Spielzeit 2002/03 ein Comeback. Nach mehreren gescheiterten Probetrainings u. a. beim SC Untersiebenbrunn nahm ihn schlussendlich der damalige österreichische Drittligist SV Schwechat unter Vertrag.Schwechat gibt Holemar eine Chance, Kurier vom 1. Februar 2003, Seite 27, Ressort: Sport Bei Schwechat konnte er sich wieder als Stammspieler etablieren und am Ende der Spielzeit den Meistertitel in der Regionalliga Ost feiern. In der vorletzten Runde zog er sich im Spiel gegen den SKN St. Pölten einen Schien- und Wadenbeinbruch zu und verpasste dadurch die Aufstiegsrelegationsspiele gegen WSG Wattens/FC Wacker Tirol, welche der Verein knapp mit 0:0 und 3:2 verlor.Markus Holemar wurde zum großen Pechvogel dieser Runde, Kronen Zeitung vom 19. Mai 2003, Seite 46 Nach einer halbjährigen Verletzungspause feierte er im November 2003 gegen den Wiener Sportklub sein Comeback,Comeback des Jahres, Kronen Zeitung vom 19. November 2003, Seite 69 kam aber bis zum Saisonende auf keinen Einsatz über die volle Spielzeit.