mini|Herrenhaus Gestorf

Schloss Gestorf in Springe, Gemarkung Gestorf in der Region Hannover, ist ein schlossähnliches Anwesen mit HerrenhausSchloss Gestorf im Denkmalatlas Niedersachsen und großen, landwirtschaftlichen Bauten, die mit dem als Gartendenkmal ausgezeichneten Park als Ensemble unter Denkmalschutz stehen.Henner Hannig (Bearb.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Band 13.1: Landkreis Hannover, Braunschweig; Wiesbaden: Friedr. Vieweg & Sohn, 1988, ISBN 3-528-06207-X und ISBN 978-3-528-06207-1, S. 86, S. 87 (Gebietskarte 22), 273–274, 302; Zugang zum Digitalisat mit Volltextrecherche der Universitätsbibliothek Heidelberg

Herrenhaus mini|Ansicht "zum Richtfeste des Wohnhauses des Herrn von Ilten" am 8. September 1883 in Gestorf; Druck von C. L. Schrader, Hannover

Das schlossähnliche Bauwerk im neugotischen Stil wurde im Jahre 1884 als Herrenhaus für die Familie von Ilten nach Plänen des hannoverschen Architekten Christoph Hehl errichtet. Es ist Teil des ehemaligen Rittergutes I. Das Herrenhaus ist umgeben von einem weitläufigen Hofgelände mit Scheunen, Ställen, Remisen und anderen Wirtschaftsgebäuden. Angrenzend befand sich früher der Gutsgarten, der im 19. Jahrhundert in einen Park umgewandelt wurde.

Das Herrenhaus wurde mit Kalkstein vom nahegelegenen Limberg erbaut, der vormals zum Gut gehörte. Der Bau ist von einem Mittelrisalit mit Treppengiebel und einem altanartig überbautem Portikus geprägt. Zum Gebäude gehört ein Turm.

Geschichte mini|hochkant|Seitenansicht des Herrenhauses mit Turm

Das Rittergut geht auf den Grundbesitz der Familie von Ilten in Gestorf seit dem 14. Jahrhundert zurück. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bestanden im Ort fünf Rittergüter, von denen drei Güter unter Wilhelm von Ilten zum Rittergut I zusammengelegt wurden. Es gehörte mit fast 3000 Morgen Land und Forst zu den größten Besitzungen im Calenberger Land.

Vorläufer des Herrenhauses war ein 1794 geschaffener Fachwerkbau, der 1881 durch einen Brand zerstört wurde. Etwa 50 Meter entfernt vom abgebrannten Haus wurde von 1883 bis 1884 das heute bestehende Herrenhaus in schlossbauartiger Weise errichtet.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Herrenhaus von Heimatvertriebenen bewohnt. Die Familie von Ilten verkaufte das Haus 1954 an den Evangelischen Hilfsverein, der es als Altenheim nutzte.Konrad Maier, Heike Seewald: Landkreis Hannover: Kunst und Kultur beiderseits der Leine. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 1981, ISBN 3-422-00119-0, S. 28. Im Jahr 1997 erwarb eine Suchthilfeeinrichtung aus Hannover das Herrenhaus und nutzt es, seit einer umfänglichen Renovierung des Innenbereichs, für die Wiedereingliederung suchtkranker Menschen.

Literatur Herrenhaus Gestorf. In: Hans Maresch, Doris Maresch: Niedersachsens Schlösser, Burgen & Herrensitze. Husum Verlag, Husum 2012, ISBN 978-3-89876-604-3, S. 103.Buchtitel mit Inhaltsverzeichnis Gottfried Kiesow et al. (Bearb.): Rittergut von Ilten, in Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Band Bremen Niedersachsen, Berlin; München: Deutscher Kunstverlag, 1977, ISBN 978-3-422-00348-4 und ISBN 3-422-00348-7, S. 864 Heiner Jürgens (Bearb.): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover. Regierungsbezirk Hannover: Die Kunstdenkmale des Kreises Springe. Band 1, Ausgabe 3. Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Hannover 1941, S. 70.

Weblinks

Herrenhaus Gestorf im Denkmalatlas Niedersachsen Beschreibung des von Ilten Gutshof Geschichte von Rittergut Gestorf I bei Burgen-und-Schloesser.net

Einzelnachweise

Gestorf Kategorie:Neugotisches Bauwerk in der Region Hannover Kategorie:Bauwerk von Christoph Hehl Kategorie:Erbaut in den 1880er Jahren Kategorie:Bauwerk in Springe Kategorie:Wohngebäude in der Region Hannover Kategorie:Baudenkmal in Springe Gestorf Kategorie:Parkanlage in der Region Hannover Kategorie:Bauensemble in Europa Kategorie:Parkanlage in Europa