mini|hochkant=0.3| Stammwappen derer v. Wenckstern.

Friedrich Alexander Freiherr von Wenckstern (* 25. Dezember 1755 in Celle; † 17. Januar 1790 in Wien) war Assessor (Richter) am ReichskammergerichtJahns, S. 436. und Diplomat des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg.

Herkunft und Familie Friedrich Alexander von Wenckstern war der zweite Sohn von Detlev Alexander von Wenckstern (1708–1792), der 1769 Präsident des Oberappellationsgerichts Celle, 1771 Minister und ab 1779 Premierminister des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg wurde Die Mutter von Friedrich Alexander war Agnes Marie Elisabeth, geborene von Staffhorst a. d. H. Hoya. Friedrich Alexander von Wenckstern blieb unverheiratet.Jahns, S. 436f. Karl Friedrich Alexander von Arnswaldt war sein Neffe.

Ausbildung Friedrich Alexander von Wenckstern besuchte ab dem 11. Mai 1770 die Ritterakademie Lüneburg und immatrikulierte sich am 24. April 1773 an der Universität Göttingen. Hier studierte er Rechtswissenschaft.Arnold von Tideböhl: Baltische Monatsschrift. Jahrgang 36-Band IXL, Verlag Franz Kluge Reval 1894, S. 186, Nr. 58. In der Göttinger Studentenschaft spielte er eine hervorgehobene Rolle. Seit September 1773 war er Mitglied des Studentenordens ZN. Von Ostern 1775 bis zu seinem Abgang von der Universität an Michaelis (29. September) 1776 war er Senior der Hannöverschen Landsmannschaft. Er verließ die Universität ohne formalen Abschluss, was im 18. Jahrhundert durchaus üblich war.Jahns, S. 438.

Wirken Der Berufseinstieg von Friedrich Alexander von Wenckstern erfolgte 1776 als Hof- und Kanzleirat der Justizkanzlei in Hannover.Jahns, S. 438. Zu diesem Zeitpunkt war sein Vater Minister des Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg und leitete dessen Politik, da der Landesherr, Georg III., sich als König von Großbritannien dauerhaft außer Landes aufhielt. Der Schwager von Friedrich Alexander von Wenckstern, Christian Ludwig August von Arnswaldt, war zu diesem Zeitpunkt Direktor der Justizkanzlei und damit Vorgesetzter von Friedrich Alexander von Wenckstern.Jahns, S. 438.

1780 schied mit Ankündigung der Inhaber der vom Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg zu besetzenden Assessorenstelle am Reichskammergericht, Johann Philipp Franz von Fleckenbühl, dort aus, da er als Justizminister und Präsident des Oberappellationsgerichts Kassel in den Dienst der Landgrafschaft Hessen-Kassel wechselte. Als Nachfolger schlug deshalb schon Ende Oktober 1779 formal König und Kurfürst Georg III. – faktisch die Ministerialbürokratie in Hannover, also die Verwandten des Kandidaten – Friedrich Alexander von Wenckstern dem Reichskammergericht als Nachfolger vor. Er war damals erst 22 Jahre alt. Nach etwas mehr als einem Jahr hatte er das Zulassungsverfahren durchlaufen und die künftigen Kollegen bescheinigten ihm hohe berufliche Fähigkeiten als Jurist. Bis zum Eintritt in das Gericht in Wetzlar dauerte es noch etwas. Diese Wartezeit erklärt sich mit der chronischen Unterfinanzierung des Gerichts: Es musste immer erst ein Richter ausscheiden, damit das Geld für das Gehalt eines Neueinsteigers gesichert war. Am 1. Juni 1782 leistete Friedrich Alexander von Wenckstern seinen Amtseid am Gericht.Jahns, S. 439f.

1786 ernannte Georg III. ihn zum Gesandten des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg am kaiserlichen Hof in Wien und Friedrich Alexander von Wenckstern schied aus dem Reichskammergericht aus. Friedrich Alexander von Wenckstern verstarb bereits vier Jahre später in Wien.Jahns, S. 436. Sein Nachlass befindet sich im Hauptstaatsarchiv Hannover.

Wissenswert Friedrich Alexander von Wenckstern war seit 1782 Mitglied der Freimaurerloge „Friedrich zum weißen Pferde“ in Hannover im Meistergrad. 1782 wurde er in Wetzlar Illuminat, geworben von seinem Kollegen Franz Dietrich von Ditfurth. Abgesehen von seiner Mitgliedschaft sind Aktivitäten seinerseits in diesem Zusammenhang aber nicht bekannt. Weiter trat er dort 1783 der Provinzialloge „Joseph zum Reichsadler“ bei.Jahns, S. 441.

Er ließ sein Wappen heraldisch etwas abwandeln.Christian Friedrich August von Meding-Schnellenberg: Nachrichten von adelichen Wappen. Band 3, Freyheit Naumburgisches Waysenhaus-Friedrich Severin, Weißenfels/Leipzig 1790, S. 834. Nr. 947.

Literatur W. C. v. Arnswaldt | O. von Dassel-Stiftung bei der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte (Hg.): Familiengeschichtliche Blätter. Monatsschrift zur Förderung der Familiengeschichtsforschung. Mit: Familiengeschichtliche Notizen-Gelegenheitsfindlinge, VIII. Jahrgang, Nummer 2, G. Reichardt, Leipzig, Februar 1910, S. 31., S. 32. Gunnar Henry Caddick: Die Hannöversche Landsmannschaft an der Universität Göttingen von 1737 bis 1809, Göttingen 2009. Otto Deneke: Alte Göttinger Landsmannschaften – Urkunden zu ihrer frühesten Geschichte (1737–1813). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1937, S. 26. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil A (Uradel). 1935. Jahrgang 34, Gotha November 1934. Andreas Ludolf Jacobi: Annalen der Braunschweig-Lüneburgischen Churlande. Stück 2-Jahrgang 4, Verlag W. Pockwitz jun., Hannover 1789, S. 24 f. Sigrid Jahns: Das Reichskammergericht und seine Richter. Verfassung und Sozialstruktur eines höchsten Gerichts im Alten Reich – Teil 2, Band 1: Biografien (= Friedrich Battenberg, Albrecht Cordes, Ulrich Eisenhardt, Peter Oestmann, Wolfgang Sellert (Hg.): Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, Band 26). Böhlau, Köln u. a. 2003. ISBN 3-412-06503-X, S. 436–441 Walter Richter: Der Esperance- und ZN-Orden, In: Einst und Jetzt. Jahrbuch 1974 des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung, Würzburg 1974, S. 30–54 (Nr. 65). Ernst Peter Johann Spangenberg: Historisch-topographisch-statistische Beschreibung der Stadt Celle im Königreich Hannover, Schulze, Celle 1826, S. 295.

Weblinks Friedrich Alexander von Wenckstern im Projekt „Illuminaten“ der Universität Erfurt

Einzelnachweise

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