Weltcupfinale 2017 Turnierserien: FEI-Weltcup Dressurreiten 2016/2017, FEI-Weltcup Springreiten 2016/2017 Austragungsort: CenturyLink Center,Omaha, Teilnehmende Reiter: 16 Dressurreiter; 37 Springreiter (ohne Rahmenprüfungen) Internet: www.omahaworldcup2017.com

Das Weltcupfinale 2017 im Spring- und Dressurreiten war das Finale der Weltcupserien in zwei Pferdesportdisziplinen. Es wurde vom 29. März bis zum 2. April 2017 im CenturyLink Center in Omaha (Nebraska) durchgeführt.

Pferdesport in Omaha Omaha verfügte erst über eine kurze Tradition in der Durchführung internationaler Reitturniere. Im Jahr 2010 wurde die Non-Profit-Organisation Omaha Equestrian Foundation gegründet. Da es nach eigenen Angaben im Umkreis von 1000 Meilen keine hochklassigen Spring- und Dressurreitturniere gab, strebte man die Durchführung einer solchen Veranstaltung in Omaha an. 2012 führte man erstmals International Omaha als Springreitturnier nach nationalem Reglement durch. Seit 2013 findet die Veranstaltung nach FEI-Reglement statt, bis 2015 als CSI 2*. Den Zuschlag für die Durchführung das Weltcupfinals im Dressur- und im Springreiten 2017 bekam man im Sommer 2014. Im Jahr vor dem Weltcupfinale wurde International Omaha zu einem CSI 3*-Turnier aufgewertet, während die 2015 erstmals hier (nach nationalem Reglement) durchgeführte Dressur als CDI 4* ausgerichtet wurde.About Omaha Equestrian Foundation, abgerufen am 19. März 2017Turnierkalender der FEI

Seriensieger in Omaha war der aus der Nähe von Neustrelitz stammende und in Hudson Oaks (Texas) lebende Springreiter Christian Heineking. Heineking gewann die Großen Preise der Jahre 2012, 2013, 2014Sieger 2012 bis 2015 auf der Internetseite von International Omaha und 2016Ergebnis Grand Prix of Omaha 2016 und qualifizierte sich (unter anderem mit einem Sieg im Weltcupspringen von Las Vegas) auch für das Weltcupfinale 2017.

Für die Dressurreiter war Omaha nach Los Angeles und vier Mal Las Vegas erst der dritte Weltcupfinalstandort außerhalb Europas. Der ältere, bereits seit 1978/1979 ausgerichtete, Springreiterweltcup führte bereits öfter sein Finale außerhalb Europas durch, Omaha war hier der sechste außereuropäische Veranstaltungsort.

Bedingungen in Omaha Da in Omaha nie zuvor eine Weltcupprüfung durchgeführt wurde, bestanden zunächst Bedenken gegenüber dem Austragungsort.On the way to Omaha - with Kevin Staut, worldofshowjumping.com, 24. März 2017, abgerufen am 2. April 2017 Vor Ort stellten sich diese jedoch als grundlos heraus, der Veranstalter wurde trotz wechselhaften Wetters ausdrücklich für die guten Bedingungen gelobt: Kurze Wege, Organisation, Böden und auch eine große Rasenfläche zum Grasen für die Pferde. Für die europäischen Reiter ungewohnt war der Omaha vielfach zu hörende Szenenapplaus der Zuschauer (bei beiden Disziplinen).Weltcupfinale 2017: Beste Bedingungen für die Pferde in Omaha, Jan Tönjes / St. Georg, 30. März 2017, abgerufen am 2. April 2017Weihes Weltcup-Wonne, dressursport-deutschland.de, 1. April 2017

Bereits am Trainingstag waren viele Besucher vor Ort, auch bei den Dressurprüfungen war die Arena gut besucht (8600 Zuschauer bei der Grand Prix Kür).Weltcupfinale 2017: Dritter Triumph für Isabell Werth, Jan Tönjes / St. Georg, 2. April 2017

Dressurreiten Qualifizierte Teilnehmer Der Austragungsort im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten erfordert für die europäischen Dressurreiter, die anders als die Springreiter fast ausschließlich in Europa ihre Turniere bestreiten, die weiteste Anreise der Saison. Nachdem nach der letzten Wertungsprüfung der Westeuropaliga festgelegt wurde, wie viele Personen pro Nation die Pferde im Flugzeug begleiten dürften, kam es zur ersten Absage. Fabienne Lütkemeier verzichtete auf den Start in Omaha, da ihr Pferd D'Agostino voll auf sie fixiert sei und sie es ihm nicht zumuten wolle, ohne seine Bezugsperson den Flug anzutreten.Fabienne Lütkemeier verzichtet auf Weltcup-Finale, Reiter Revue International, 14. März 2017, abgerufen am 27. März 2017

Weitere Absagen folgten in der Woche vor dem Weltcupfinale: So wird es keine Titelverteidigung geben, da sich Hans Peter Minderhouds Wallach Flirt sich kurz vor dem Abflug eine Verletzung am Bein zuzog.Kein Weltcupfinale für Hans Peter Minderhoud, St. Georg, 24. März 2017, abgerufen am 27. März 2017 Ebenso kurz vor dem Abflug hatte der Hengst Unee eine leichte Kolik, so dass seine bereits nach Omaha vorgereiste Reiterin Jessica von Bredow-Werndl sich gegen das Risiko eines Fluges entschied und somit nicht am Weltcupfinale teilnehmen konnte.Kolik bei Unee – kein Weltcupfinale, St. Georg, 25. März 2017, abgerufen am 27. März 2017

WeltcupligaAnzahl der Reiter, die sich aus dieser Liga für das Weltcupfinale qualifizierenqualifizierte Teilnehmer Zentraleuropaliga 2 Nordamerikanische Liga 2 Pazifische Liga 1 Westeuropaliga 9 (Absage) (Absage, damit weitere Wildcard) Teilnehmer aus dem Bereich Asien / Südamerika 1 Maria Florencia Manfredi becomes first Argentine to win dressage World Cup Final start, dressage-news.com, 1. März 2017, abgerufen am 27. März 2017 Weltcupsieger 2015/2016 1 (Absage) Wildcards der FEI 2 João Victor Marcari Oliva é Brasil na FEI World Cup Dressage Finals, porforadaspistas.com.br, 7. März 2017, abgerufen am 27. März 2017

Ablauf und Ergebnisse Grand Prix Die Einlaufprüfung des Weltcupfinals, der Grand Prix, wurde am 30. März ab 14 Uhr Ortszeit ausgerichtet. Für die Teilnehmer des Dressur-Weltcupfinals war der Start in dieser Prüfung verpflichtend, das Ergebnis hatte jedoch für den Ausgang des Finals keine direkte Bedeutung.

Als erste Starterin trat hier Maria Florencia Manfredi an, die damit die erste Argentinierin bei einem Dressur-Weltcupfinale war. Die eher zierliche Reiterin bekam mit ihrem großrahmigen Wallach Bandurria Kacero ziemlich durchgängig Noten von 6,5 und 7,0, was ihr ein Ergebnis von 66,500 Prozent einbrachte. Zweiter Reiter war Edward Gal. Mit seinem Rappen Voice kam er auf ein Ergebnis von 74,486 Prozent, was ihm für Dauer einiger Ritte die Führung einbrachte.

Für die vierte Reiterin des Wettbewerbs war der Grand Prix der letzte Wettbewerb des Weltcupfinals: Die Belarussin Hanna Karasiowa, die in den Grand Prix in dieser Weltcupsaison Wertnoten im hohen 60er-Prozent-Bereich erhalten hatte, blieb in Omaha mit Arlekino zehn Prozent unter diesen Wertungen. Insbesondere die Piaffen und die Übergänge von und zu den Piaffen wurden durchgängig mit Noten von 3,0 (ziemlich schlecht) bis 5,0 (genügend) bewertet, so dass sie auf ein Ergebnis von 58,886 Prozent kam. Das Weltcupreglement sieht jedoch vor, dass eine Wertung von mindestens 60 Prozent für einen Start in der Weltcupfinal-Kür erforderlich ist. Ebenso war das Weltcupfinale für die Reiterin mit der weitesten Anreise, Wendi Williamson aus Neuseeland, bereits mit dem Grand Prix beendet, da sich Blut im Maul ihres Wallachs Dejavu fand, was ihre Disqualifikation zur Folge hatte.

Während zwischenzeitlich noch Carl Hester mit Nip Tuck die Führung übernahm, fiel die Entscheidung mit den letzten beiden Starterinnen. Das Los für den vorletzten Startplatz hatte Laura Graves erhalten, die mit ihrem 15-jährigen Wallach Verdades bis auf den Schritt und eine Piaffe von den Richtern mit einer Vielzahl von 8er-Noten bedacht wurde und auf 79,800 Prozent kam. Den abschließenden Startplatz hatten Isabell Werth und ihre Rappstute Weihegold OLD zugelost bekommen. Bereits im Vorfeld aufgrund ihrer Ergebnisse dieser Weltcupsaison als Favoriten gehandelt, wurden sie diesen Erwartungen gerecht und erhielten in den Piaffe-Passage-Touren sogar mehrere 10er-Noten von den Richtern. Lediglich verpatzte Zweierwechsel konnte das Ergebnis nicht wesentlich beeinträchtigen, die Gesamtnote betrug 82,300 Prozent und brachte damit den Sieg in dieser Prüfung.Ergebnis Grand Prix, Weltcupfinale Dressurreiten Omaha 2017Weltcupfinale 2017: Über 82 Prozent im Grand Prix für Isabell Werth und Weihegold, Jan Tönjes / St. Georg, 31. März 2017, abgerufen am 1. April 2017

ReiterPferdBewertung1 Weihegold OLD 82,300 %2 Verdades 79,800 %3 Nip Tuck 76,671 %4 Voice 74,486 %5 Vancouver K 74,443 % (beste 5 von 16 Teilnehmern)

Grand Prix Kür (Finale) Nach einem Tag Pause für die Dressurreiter und -pferde am Freitag wurde am 1. April, erneut ab 14 Uhr, die Grand Prix Kür durchgeführt. Anhand des Ergebnisses dieser Prüfung wurde der Weltcupsieger 2017 ermittelt.Zeitplan und Ergebnisse Weltcupfinale Omaha 2017

Den Auftakt in dieser Prüfung machte der 21-jährige Brasilianer João Victor Marcari Oliva, der in dieser Hallensaison bereits bei den Weltcupturnieren von Neumünster und ’s-Hertogenbosch sowie beim CDI 5* in Dortmund angetreten war. Mit seinem Lusitano-Schimmelhengst Xama Dos Pinhais kam er auf 70,321 Prozent. Die beiden südamerikanischen Reiter beendeten ihre ersten Weltcupfinalteilnahmen mit 70-%-Noten und kamen damit auf die Plätze dreizehn und vierzehn. Der Schweizer Vertreterin in diesem Starterfeld, Marcela Krinke Susmelj unterliefen mit ihrem Wallach Molberg Fehler im Galopp, die ihre Wertnote niedriger als sonst in dieser Weltcupsaison ausfielen ließen (74,146 %).Weltcupsieg für überragende Isabell Werth, Florian Brauchli / Pferdewoche, 2. April 2017 Hingegen seine bisher beste Bewertung in einer internationalen Grand Prix Kür erhielt Rustique, der 15-jährige Schimmelwallach von Mai Tofte Olesen. Für die bereits 49-jährige Dänin, die bei Anne Grethe Jensen-Törnblad trainiert, gaben die Richter bei ihrem ersten Weltcupfinale eine Wertung von 74,300 Prozent.Mai Tofte Olesen Skips Den Bosch, but Hopes for Omaha, eurodressage.com, 9. März 2017, abgerufen am 2. April 2017

Die fünfte Starterin, Kristy Oatley, erhielt als erste Reiterin in dieser Prüfung eine Gesamtnote von über 75 Prozent. Für die Australierin, die in ihrer Jugend für Deutschland (dem Heimatland ihres Vaters) an den Start gegangen war und hier in Omaha mit dem Hannoveraner Du Soleil teilnahm, war dies der dritte Weltcupfinalstart nach 2001 und 2004. Deutlich übernahm dann die nachfolgende Starterin die Führung: Mit dem nun 10-jährigen Fuchshengst Cennin war Madeleine Witte-Vrees bereits die Weltcupsaison über konstant auf Wertnoten um 77 bzw. 78 Prozent gekommen. In Omaha konnten sie sich in der Kür nochmals verbessern und erhielten hierfür 79,046 Prozent. Als letzter Reiter vor der Pause folgte Steffen Peters, der mit seiner Stute Rosamunde noch nicht wieder an die Erfolge mit Legolas anknüpfen konnte, insbesondere die noch wenig ausbalancierten Piaffen trübten das Bild (75,879 Prozent).

Einen harmonischen Auftakt nach der Pause gab es von Kasey Perry-Glass und ihrem Braunen Dublet. Die Bewertung des Richters bei F (A-Note nur 69,500 Prozent) drückte ihre Gesamtnote etwas nach unten, insgesamt gab es 77,068 Prozent. Inessa Merkulowa kam mit ihrem Trakehner Mister X, unter anderem aufgrund eines Fehlers in den Einerwechseln, nicht an ihre Spitzenergebnisse um 80 Prozent heran, hier wurde sie mit 76,414 Prozent bewertet. Als zehnte Starter trat das zurzeit beste US-amerikanische Paar im Dressursport, Laura Graves und Verdades an. Ihre im Vorfeld nochmals im Schwierigkeitsgrad erhöhte Kür wurde von allen Richtern mit A-Noten über 80 Prozent bedacht (kein anderes Paar hatte in dieser Prüfung bis hierhin eine A-Note von über 80 Prozent erhalten). B-Noten von bis zu 92 Prozent rundeten das Ergebnis ab und brachten sie mit 85,307 Prozent klar in Führung.