Klein Schierstedt ist seit dem 4. März 2005 ein Ortsteil der Stadt Aschersleben im Salzlandkreis und liegt am Südufer der Wipper im Bundesland Sachsen-Anhalt. Im Ortsteil leben 305 Einwohner (Stand 2013). Die Fläche der ehemaligen Gemeinde beträgt etwas über 7 km². Der Ort liegt im Wippertal des Harzvorlandes.
Geschichte Der Ort wurde erstmals 1010 unter dem Namen Seerstedt urkundlich erwähnt. Diese Urkunde ist datiert auf den 28. April 1010, so dass die Ortschaft 2010 ihr 1000-jähriges Jubiläum feiert. Die in Anhalt liegende Ansiedlung entwickelte sich zunächst in zwei Teilen: dem Dessauischen Anteil und dem Coethnischen Anteil. Am 1. Juni 1860 wurden die beiden Gemeinden zu Klein Schierstedt zusammengeschlossen.
Zwischen 1913 und 1915 entstand in dem Ort eine Schachtanlage, aus der bis in die 1960er Jahre Kalisalz gefördert wurde.
Am 20. Juli 1950 wurde Klein Schierstedt mit der benachbarten Gemeinde Groß Schierstedt zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Schierstedt zusammengeschlossen. Diese wurde am 1. Januar 1957 aufgelöst. Groß Schierstedt und Klein
Am 4. März 2005 fand die freiwillige Eingemeindung Klein Schierstedts nach Aschersleben statt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Im Zentrum des Ortes steht die Gnadenkirche mit ihrer 2008 restaurierten Turmspitze. Sie wurde 1590 erbaut, wie eine in Stein gemeißelte Bauurkunde an der Nordseite des Kirchenschiffes beweist. Der Turm musste im 19. Jahrhundert erneuert werden, in seiner heutigen markanten Gestalt (nach oben hin achteckig verlaufend) wurde er 1825 erbaut. Die Mitte des Altarraums nimmt ein imposanter Taufstein ein. Er wurde im Jahr 1590 von einem Klein Schierstedter Bürger gestiftet und aus einer anderen, unbekannten Kirche nach Klein Schierstedt gebracht; er ist deutlich älter als die Kirche selbst. Bemerkenswert ist auch die Orgel, die an der Westseite des Kirchenschiffs steht. Aufgrund ihrer Größe musste ein Teil der Decke herausgebrochen werden. Sie wurde von einem Dessauer Orgelbaumeister geschaffen und am 25. November 1866 aufgestellt und ist bis heute spielbar. Der Ort hat einen regional bekannten Kirchenchor.
Weitere Kulturdenkmäler sind in der Liste der Kulturdenkmale in Klein Schierstedt aufgeführt. Als Bodendenkmale gelten ein Grabhügel („Galgenberg“) aus dem Neolithikum und die „Alte Burg“. Das Gelände mit dem Burgwall wirkt wie eine Hochebene (Geländesporn), die im Nordwesten durch die Bahnstrecke Güsten–Drohndorf verändert wurde und an der Nordostseite von einer Stromleitung durchzogen wird. In Südlage an der Oberfläche finden sich einige hausartige Vertiefungen mit zerfallenen Steinlagen.
Der ortsansässige Schützenverein betreibt einen eigenen Schießstand mit Vereinsheim. Mitglieder nehmen regelmäßig an regionalen, landesweiten und nationalen Wettkämpfen teil, mit u. a. beachtenswerten Erfolgen z. B. in der Disziplin Ordonnanzgewehr bei der Meisterschaft des Landesschützenverbandes Sachsen-Anhalt und der Deutschen Meisterschaft des DSB. Zusammen mit dem Chor und der Freiwilligen Feuerwehr ist der Verein Kulturträger im Ort.
Für die Freiwillige Feuerwehr Klein Schierstedt wurde 2008 ein neues, modernes Feuerwehrhaus erbaut.
Wirtschaft Klein Schierstedt ist seit Jahrhunderten von der Landwirtschaft geprägt. Im Zentrum liegt die Schierstedter Schokoladenfabrik GmbH & Co. KG mit 65 Beschäftigten, die vorwiegend in der Ortschaft wohnen. Es handelt sich dabei um ein Unternehmen, das sich auf hochwertige Rohstoffe für die Ernährungsindustrie spezialisiert hat.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Salzlandkreis Kategorie:Ortsteil von Aschersleben Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Salzlandkreis) Kategorie:Ersterwähnung 1010 Kategorie:Gemeindeauflösung 1950 Kategorie:Gemeindegründung 1957 Kategorie:Gemeindeauflösung 2005