alt=Andreas Bunte posiert für eine Porträtfotografie in seinem Büro mit Bildern an der Wand.|mini|Andreas Bunte fotografiert von Oliver Mark, Berlin 2022 Andreas Bunte (* 1970 in Mettmann) ist ein deutscher Filmemacher und Installationskünstler, der in Berlin lebt.Staatliche Akademie der Bildenden Künste abgerufen am 18. März 2017

Leben und Werk Andreas Bunte studierte zunächst „Freie Kunst“ an der Kunsthochschule Kassel und anschließend von 1993 bis 1998 an der Kunstakademie Düsseldorf. 1999 war Bunte Villa-Romana-Preisträger. 2014 war er Audain Artist in Residence, an der Simon-Fraser University in Vancouver. Von 2012 bis 2016 war Bunte Research Fellow des Norwegian Artistic Research Programme und forschte an der Kunstakademie Oslo zum Genre des Wissenschaftlichen Films.

Buntes Arbeiten wurden in Gruppen- und Einzelausstellungen unter anderem bei den Skulptur Projekten Münster, in der Kunsthalle Wien, dem Berlinale Filmfestival, dem Museum of Art and Design in New York, im Cornerhouse Manchester, der Kunsthalle Basel, dem Gropiusbau Berlin oder dem Kunstverein Hamburg präsentiert.

Buntes Filme und Film-Installationen beschäftigen sich mit der Frage, wie das Zusammenspiel von Architektur, Technologie, und menschlichen Körper unsere materielle und immaterielle Lebenswelt prägt. Dies gilt für Rheinische Betonkirchen der Nachkriegszeit ebenso wie für das Bepacken von Plastiktüten, die Produktion synthetischer Diamanten, oder die Bewegungsmuster von Computerspiel-Avataren. Sein filmischer Ansatz eignet sich Strategien aus den Bereichen des anthropologischen Films, des wissenschaftlichen Films und der Forensik an. Die Offenheit und Redundanz, dieser explizit anti-narrativen, streng beobachtenden Ansätze nutzt er dabei gezielt um seine Themen für neue, spekulative Lesarten zu öffnen.Neue Lehrkraft für besondere Aufgaben im Studiengang Intermedia am Institut für Kunst & Kunsttheorie: Andreas Bunte

Für die fünfte Ausgabe der Skulptur Projekt Münster in 2017 produzierte Bunte die Arbeit Laboratory Life, eine Serie von 12 kurzen Filmen, in denen alltägliche Prozesse gezeigt oder besser simuliert werden. Die Vorgänge sind aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst und in einer laborähnlichen Situation nachgestellt. Die Filme folgen damit Strategien, wie sie im wissenschaftlichen Film entwickelt wurden. Sie streben jedoch keine „Objektivität“ an, sondern interessieren sich für das fremdartige Eigenleben, dass durch die ausschnitthafte Inszenierung entsteht. Die Filme konnten über in der Stadt plakatierte Poster mit QR-Codes von den Besucher mit ihrem Smartphone abgerufen werden. Die unter Laborbedingungen rekonstruierten Alltagsbewegungen wurden also direkt in den konkreten urbanen Münsteraner Alltag eingeschleust.Skulptur Projekte Archiv

Im Jahr 2026 inszenierte er den schwarzweißen Kurzfilm Slow Dissolve. Darin stellt er ein Archiv von Eisblöcken und ein Filmarchiv in der Antarktis gegenüber. Der Film feierte im Internationalen Wettbewerb der Kurzfilmtage Oberhausen 2026 Premiere.Anne Fiehn, Christian Lailach (Redaktion): Katalog der 72. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Karl Maria Laufen, Oberhausen 2026, ISBN 978-3-87468-527-6, S. 59.

Werke (Auswahl) Einzelausstellungen 2006: Die letzten Tage der Gegenwart, Galerie Ben Kaufmann, Berlin 2007: Das Unsichtbare ist weder dunkel noch geheimnisvoll, es ist transparent (mit Nick Laessing), Galerie Jacky Strenz, Frankfurt/Main 2009: Andreas Bunte Bielefelder Kunstverein, Bielefeld 2009: Künstliche Paradiese, Galerie Ben Kaufmann, Berlin 2008: Der Garten des M. Leretnac, Open Space, Art Cologne, Köln 2012: World at the threshold, ARGE Kunst, Bozen 2012: Analogue Stories (mit Melvin Moti), Fotogalleriet, Oslo (NO) 2014: Andreas Bunte, Lettuce Partially Emerging from a Shopping Bag Kunsthalle Lingen, Lingen 2014: Lettuce partially emerging from a shopping bag, Republic Gallery, Vancouver (CA) 2014: Two Films about Pressure, Or Gallery, Vancouver (CA) 2014: Norma (mit Eva Berendes), Ancient & Modern, London (UK) 2014: Welt vor der Schwelle, INCA Institute, Seattle (US) 2015: Welt vor der Schwelle, Kunstverein Hildesheim, Hildesheim 2015: The Passing of a Grain of Sand through a Sieve, Kunstnerneshus, Oslo (NO) 2016: Erosion, Simon Fraser University Gallery, Vancouver

Gruppenausstellungen 2000: Das fünfte Element, Geld oder Kunst Kunsthalle Düsseldorf, Düsseldorf 2008: Wessen Geschichte, Kunstverein in Hamburg, Hamburg 2008: VideoKoop, kuratiert von Julia Stoscheck, KIT, Düsseldorf 2008: Zeitblick, Ankäufe aus der Sammlung Zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland 1998–2008, Martin-Gropius-Bau, Berlin 2008: After October, Elisabeth Dee Gallery, New York 2009: crotla presents Lothringer13, München 2009: Hidden in Remembrance is the Silent Memory of our Future, 4th Biennial of Moving Image, Mechelen 2009: Report on Probability, Kunsthalle Basel, Basel 2009: Green light, Laura Bartlett Gallery, London 2009: After October, Gallery TPW, Toronto 2009: A letter Concerning Enthusiasm, ARGE Kunst Bozen 2009: Reading the city, kuratiert von Yilmaz Dziewior u. Andrea Nollert, ev+a Limerick 2010: End Note, Tanya Leighton Gallery, Berlin 2010: Fischgrätenmelkstand, kuratiert von John Bock, Temporäre Kunsthalle, Berlin 2010: I remain silent, Galerie Krinzinger, Wien 2011: Bird’s Eye View Of..., Palais des Beaux-Arts, Charleroi 2013: Old School, Anachronismus in der zeitgenössischen Kunst Kunsthalle zu Kiel, Kiel 2013: Anguish&Enthusiasm, Cornerhouse, Manchester 2013: Conversations électriques, Le Panacée, Montpellier 2014: Beyond Architecture, Kunstverein Aachen, Aachen 2014: Vor Ort, Ausstellung im öffentlichen Raum kuratiert von Thomas Thiel, Sennestadt 2015: Bild und Anpassung, Kunstverein Waldkraiburg 2016: Beton, Kunsthalle Wien, Wien 2016: In Time (The Rhythm of the Workshop), Museum of Art & Design, New York 2016: Traversing the Phantasm – 11th Forum Expanded, Akademie der Künste, Berlin 2017: Ever elusive, Transmediale, curated by Florian Wüst, Berlin 2017: Skulptur.Projekte, Münster (Westfalen) 2018: A Visibility Matrix, Douglas Hyde Gallery in Dublin, Dublin 2018: (Anti)thesis of Architecture, Zarya Center for Contemporary Art, Vladivostok 2018: Thick Space, Ruhr-Universität Bochum

Filme

2005: Shelbourne Park Nights 2005: May the Circle Remain Unbroken 2006: Die letzten Tage der Gegenwart 2007: La Fée Electicité 2008: Der Garten des M. Leretnac 2009: Künstliche Paradiese 2010: Beton 2012: Welt vor der Schwelle 2013: Two Films about Pressure 2014: Formen Legitimer Herrschaft 2014: Lettuce Partially Emerging from a Shopping Bag 2015: Safe Disassembly 2016: Erosion 2017: Laboratory Life 2018: Interludes 2020: Euphoria Physics 2022: Parallel Motion 2024: Love Songs to the World of Matter 2026: Slow Dissolve

Weblinks Website Andreas Bunte

Andreas Bunte bei e-flux

Einzelnachweise

Kategorie:Träger des Villa-Romana-Preises Kategorie:Installationskünstler (Deutschland) Kategorie:Filmschaffender Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1970 Kategorie:Mann