Babow, , ist ein Ortsteil der Großgemeinde Kolkwitz im Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg). Bis 1973 war Babow eine selbständige Gemeinde. Von Januar 1974 bis Mai 1990 war es in den Nachbarort Müschen eingegliedert. Nach kurzer Selbständigkeit erfolgte 1993 der Zusammenschluss mit elf anderen Gemeinden zur Großgemeinde Kolkwitz.

Geographie Babow liegt in der Niederlausitz und im Südosten des Biosphärenreservats Spreewald, rund vier Kilometer Luftlinie südöstlich von Burg (Spreewald) und knapp neun Kilometer nordwestlich vom Kernort Kolkwitz entfernt. Der Ortskern liegt bei . Die Gemarkung Babow grenzt im Norden an die Gemarkung von Müschen, im Nordosten an Werben, im Südosten an Milkersdorf, im Süden an Krieschow und Eichow und im Westen an Vetschau und Suschow.

mini|Greifenhainer Fließ im Spreewald bei Babow Die Nordgrenze der Gemarkung wird vom Brahmower Landgraben gebildet, in den mehrere Entwässerungsgräben münden. Im Süden bildet der Priorgraben und das Greifenhainer Fließ (Kzschischoka) über eine größere Strecke die Gemarkungsgrenze. Die Gemarkung hat wenig Morphologie, die Höhenunterschiede betragen weniger als drei Meter zwischen höchsten und tiefsten Punkt.

Zum Ort führen die Kreisstraßen 7131 von Burg (Spreewald) weiter nach Milkersdorf und 7133 von Vetschau/Spreewald.

Geschichte Babow wurde 1458 erstmals urkundlich als Babo erwähnt. Die Herkunft des Namens ist nicht eindeutig. Körner diskutiert die Ableitung von zwei Personennamen altsorbisch *Babov- Ort eines Baba, oder auch altsorbisch *Bobov-, Ort eines Bob. Eine andere Möglichkeit ist die Ableitung von altsorbisch *Bobov- Ort, wo (Sau-)Bohnen angebaut werden. Nach Rudolf Lehmann war es von der Struktur her ein Sackgassendorf, dessen Längsachse Ost-West ausgerichtet war und nach Osten hin als Sackgasse schloss. Das Rittergut bildete sich in der südlichen Häuserzeile aus.

Besitzgeschichte Babow war im 16. Jahrhundert für kurze Zeit geteilt. Die zwei Anteile hatten eine getrennte Geschichte. Sie werden im Folgenden als Anteil I und Anteil II bezeichnet.

Anteil I (von Zabeltitz) Hans von Zabeltitz war 1480 Herr auf Hänchen, Laubsdorf, Kunersdorf, Milkersdorf, Babow, Dissenchen und Wolkenberg. Er besaß außerdem acht Bauern zu Sandow, vier Bauern zu Kiekebusch, drei halbe Hufen zu Groß Döbbern, die Bauern zu Ghor (wohl Gahro), das Vorwerk Wiszen und einen Freihof in Cottbus. Am 27. September 1486 verlieh der brandenburgische Kurfürst Johann Cicero den Töchtern des Siegmund von dem Berge als Zins sechs Scheffel Korn von der Hufe an der Sylischen Straße, so grenzt mit Hans von Zabeltitz Vorwerke. Hans von Zabeltitz starb vor August 1503. Am 28. August 1503 wurden seine Söhne Christian/Christoph, Peter und Caspar mit Babow u. a. Orten belehnt. In der brüderlichen Teilung unter seinen drei Söhnen kam Babow an Peter von Zabeltitz. Babow hatte aber nicht seinem Vater allein gehört hatte, sondern gemeinschaftlich auch seinen Brüdern Christoph von Zabeltitz, kurfürstlicher Rat, Landeshauptmann und Amtmann in Cottbus sowie Tranitz, und Jobst von Zabeltitz auf Sergen, der vor 1497 verstorben war. Babow war in der brüderlicher Teilung zunächst an den Hans von Zabeltitz gefallen. Am 26. Oktober 1512 stellten Kurfürst Joachim und Markgraf Albrecht einen Lehnbrief für den kurfürstlichen Rat Christoph von Zabeltitz für das Dorf Babow, mit Obersten und nidersten gerichten, dinsten, zinsen, rentten und allen zugehorungen und gerechtigkeiten. nichts aussgenommen, wie das In seinen vier Reynen und greniczen gelegen ist, aus. Daraus geht hervor, dass der Vorbesitzer Peter von Zabeltitz obigem Christoph von Zabeltitz, seinen Onkel, Babow verkauft hatte. Christoph von Zabeltitz besaß in Cottbus das dortige Burglehn. Peter von Zabeltitz war schon 1503 im Besitz von Casel und halb Ranzow im Calauischen Kreis der Niederlausitz.

Der Sohn Caspar des Hans von Zabeltitz erwarb noch vor 1511 den Ort Illmersdorf. Der Sohn Christoph des Hans von Zabeltitz, erhielt Wolkenberg u. a. und ist vor 1519 verstorben, Etliche der Cottbuser Güter fielen nun an Peter von Zabeltitz, der 1536 als Besitzer des Freihauses und Vorwerks in Cottbus, von Dissenchen, von halb Lobendorf, von sieben Hüfnern und zwei Gärtnern in Gahro, von drei Bauern in Laasow, von vier Bauern in Kiekebusch und von der Hälfte von Ranzow auftritt. Mitbelehnt waren seine Vettern Siegmund von Zabeltitz in Cottbus und Tranitz, Christoph, der Sohn des Jobst auf Sergen, Andreas, der Sohn von Christoph auf Wolkenberg, und Hans, Christoph, Joachim und Caspar zu Hänchen, die Söhne von Caspar von Zabeltitz in Illmersdorf.

Der cottbusische Amtmann und Landeshauptmann (1509) Christoph von Zabeltitz auf Tranitz und dem Burglehn von Cottbus, der 1511 Babow von seinem Neffen Peter erworben hatte, war vor 1515 gestorben. Er soll nach der Zabeltitzschen Familiengeschichte mit einer von Kracht aus dem Hause Strega verheiratet gewesen sein. 1515 wird Dorothea, die Witwe des Christoph genannt. Eine Hälfte muss noch zu seinen Lebzeiten oder auch etwas später (terminus post quem non: wohl schon 1536 oder sicher 1541) an Hanns von Pannwitz oder Wolf von Pannwitz gekommen sein. Christoph von Zabeltitz hatte drei Söhne namens Christoph, Hans und Bernhard. Der Sohn Christoph scheint Tranitz erhalten zu haben, denn dort saß 1536 dessen Sohn Siegmund. Die Söhne Bernhard und Hans erhielten je ein Viertel von Babow. Der Bruder Hans verkaufte sein Viertel an Babow an Melchior von Muschwitz. Der Sohn des Bruders Bernhard namens Martin erbte ein Viertel von Babow, die sein Vater besaß. Martin hatte einen Sohn Caspar, der 1592 sein Viertel an Babow an Otto von Pannwitz verkaufte. Auch das andere Viertel von Babow im Besitz derer von Muschwitz war schon vor 1583 an Otto von Pannwitz gelangt, der nun ganz Babow besaß.

Anteil II Nach Gerhard Krüger soll schon um 1500 halb Babow im Besitz des Joachim Nickel von Köckritz gewesen sein. Nach Houwald ist dieser Besitz jedoch zweifelhaft, da die Köckritzsche Familiengeschichte ihn und den Besitz von Babow nicht aufführt, und zu dieser Zeit doppelte Vornamen unüblich waren. Außerdem deutet der Wortlaut des Lehenbrief von 1512 für Christoph von Zabeltitz recht eindeutig darauf hin, dass Babow zu diesem Zeitpunkt noch nicht geteilt war.

Wann genau die von Pannwitz zunächst die eine Hälfte von Babow erworben haben, bleibt ungewiss. Am 22. Oktober 1500 leistete Hans von Pannwitz auf Kathlow die Erbhuldigung für den brandenburgischen Kurfürsten Joachim I. und den brandenburgischen Markgrafen Albrecht; von Babow ist dabei nicht die Rede. Nach dem Tod des Vaters 1536 wurden die Söhne des Hans von Pannwitz auf Kathlow, Schlichow, Klein Bademeusel, Anteil Babow und dem Freihaus in Cottbus, namens Andreas, Antonius, Hans und Wolf mit den Gütern ihres Vaters belehnt. Anscheinend erhielt Wolf den Anteil Babow und Klein Oßnig. 1541 saß jedenfalls Wolf von Pannwitz bereits auf Babe und Osnigk. Er war mit einer Margaretha NN. verheiratet. Eine weitere Ehestiftung von Wolf von Pannwitz mit einer Margaretha NN. datiert von 1551. Nach Houwald starb Wolf von Pannewitz 1557 unter Hinterlassung von drei, teils noch unmündigen Söhnen namens Hans, Wolf und Otto. Erbe auf Babow wurde wohl zunächst der Sohn Wolf. Bei der Musterung der Ritterpferde 1565 im Cotbuschen Weichbild mussten Antonius und Wulff von Pannewitz drei gerüstete Pferde stellen; Orte wurden aber nicht genannt.

Später erscheint Otto von Pannwitz auf Babow und Klein Oßnig. Otto von Pannwitz war 1558 noch unmündig und kämpfte 1566 in Ungarn gegen die Türken. 1571 huldigte Antonius von Pannwitz zu Kathlow dem neuen brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg. In der Eintragung werden Hans, Wolff und Otto ungesunderte Kinder, zu Klein Ossnig genannt. 1576 prozessierte Caspar von Penzig gegen die Brüder Hans, Wolf und Otto von Pannwitz auf Hornow, Klein Oßnig und Babow, sowie gegen ihre Vettern und Konsorten. 1583 mussten die Panwitzer wegen ihrer Dörfer Klein Oßnig, Kathlow und Babow drei gerüstete Ritterpferde stellen. 1590 ist Otto von Pannwitz Besitzer von Babow und Klein Oßnig. 1589 hatte er das Dorf Gulben erworben, eine sächsische, zum Calauischen Kreis zählende Enklave inmitten des Cottbusischen Kreises. Er besaß außerdem eine Hälfte von Döbbrick, seit 1591 Groß Gaglow und seit 1600 Klein Gaglow. Ob Otto auch den Anteil derer von Muschwitz an Babow, erwerben konnte, oder schon sein Lehensvorgänger ist unsicher. 1592 erwarb er das letzte Viertel an Babow von Caspar von Zabeltitz. Er war in erster Ehe mit Elisabeth von Zabeltitz verheiratet, die am 9. Dezember 1596 in Gulben verstorben ist. Er heiratete in zweiter Ehe 1597 Ursula von Seyffertitz von Vetschau. Fünf Kinder des Otto sind urkundlich belegt, die Söhne Heinrich, Wolf, Bernhard und Hans Christoph sowie die Tochter Margaretha. Am 6. Oktober 1642 verabredeten Otto von List auf Casel und Margaretha von Pannewitz, Tochter des Otto von Pannewitz auf Babow, ein Ehegeld in Höhe von 3.000 Talern. 1598 verkaufte Otto von Pannwitz Gulben an Hans von Schlieben auf Vetschau, der am 25. Juli 1598 mit Gulben belehnt wurde. 1615 ist Otto von Pannwitz gestorben.

1615 wurde Ottos Sohn Wolf von Pannwitz mit Babow und einem Freihaus in Cottbus belehnt. Er hatte nur eine Tochter Anna Maria, die mit Georg von Rochlitz verheiratet war. Nach seinem Tod fiel Babow und das Freihaus in Cottbus an seinen Bruder Hans Christoph, der mit Anna von Zabeltitz, Tochter des Heinrich von Zabeltitz und der Catharina von Zicker von Gablenz verheiratet war. Der Dreißigjährige Krieg traf Babow schwer; Hans Christoph von Pannwitz meldete Schäden in Höhe von 1.233 Talern an, die ihm von September 1633 bis Pfingsten 1634 von kaiserlichen Truppen und Kroaten verursacht wurden. Hans Christoph hatte die Töchter Ursula, verheiratet mit Joachim von Hohenstein auf Sagritz und Margarethe, verheiratet mit Gottfried von Mühlen auf Simmersdorf sowie den Sohn Otto Heinrich (* 17. September 1627; † März 1683). Das Gut Babow war aufgrund der Kriegsschäden mit hohen Schulden belastet. Hans Christoph war vermutlich noch 1634 von sächsischen Reitern jämmerlich erschossen worden. 1644 verstorben, denn beim Regierungsantritt des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm hätte zur Huldigung und erneuten Empfang der Lehen 1644 bereits Otto Heinrich, Hans Christophs sel. Sohn erscheinen sollen. Er war jedoch abwesend unter Sr. Churfl. Durchl. Reutern. Die Witwe des Hans Christoph, Anna von Zabeltitz heiratete in zweiter Ehe Caspar von Schönfeldt auf Werben.