Hermann Raaf (* 23. März 1914 in Nagold; † 17. Oktober 1993 in Reutlingen)Geburtsdatum Kosmos, Band 69, 1973, S. 432, und Eintrag in Degener, Habel, Wer ist Wer, Schmidt Rönhild 1993 war ein deutscher Chemiker und Chemiedidaktiker.

Raaf ging auf das Realgymnasium in Freudenstadt und studierte Chemie, Biologie und Geographie für das Lehramt an höheren Schulen in Tübingen, Königsberg, Göttingen und der Technischen Hochschule Stuttgart. Er wurde 1941 an der TH Stuttgart am Botanischen Institut promoviert, mit dem Thema „Beiträge zur Kenntnis der Fett- und Eiweiß-Synthese bei Endomyces vernalis und einigen anderen Mikroorganismen“.Veröffentlicht in Arch. Mikrobiol., Band 12, 1941, S. 131 Nach dem Krieg und der Kriegsgefangenschaft konnte er 1947 seine Ausbildung zum Lehrer für Gymnasien abschließen. Anschließend war er 15 Jahre lang als Lehrer am Gymnasium in Nagold und am Lehrerseminar tätig.

Als Austauschprofessor unterrichtete er für ein Jahr Chemie und Biologie am Brown-College in den USA und an einer High School. Im Jahr 1962 wurde er zum Dozenten an der neu gegründeten Pädagogischen Hochschule Reutlingen berufen. Dort sollte er das Fach Chemie aufbauen. Zwei Jahre später, im Jahr 1964, erfolgte seine Berufung zum Professor. 1968 war er Mitbegründer des Instituts für Reallehrer. Ab 1975 war er Honorarprofessor der Universität Tübingen. 1979 wurde Raaf pensioniert, er hielt aber weiterhin Vorlesungen an der PH Reutlingen und betreute Studierende. Nach dem Wintersemester 1982/83 zog er sich von diesen Tätigkeiten zurück und war seitdem schriftstellerisch tätig. 1984 erhielt er als Erster den Heinrich-Roessler-Preis für Chemiedidaktik.

Er ist Autor vieler populärwissenschaftlicher Bücher zur Chemie, häufig als Neubearbeiter der Bücher von Hermann Römpp, insbesondere der Chemie des Alltags, einem Bestseller.Ab der 20. Auflage 1967 übernahm Raaf die Bearbeitung. Er war mit Römpp, der 1964 starb, befreundet und über 15 Jahre in Gedankenaustausch, wie er im Vorwort schrieb.

Er wohnte in Reutlingen, war verheiratet mit Ingeborg Eichinger und hatte drei Töchter.

Schriften (Auswahl)

Weitere Ausgaben erschienen im Herder Verlag und eine Lizenzausgabe Was enthält was ? 1995 im Weltbild Verlag

Einzelnachweise

Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, Standort Reutlingen) Kategorie:Absolvent der Universität Stuttgart Kategorie:Chemiedidaktiker Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben im 20. oder 21. Jahrhundert Kategorie:Mann