Die Keratektasie ist eine krankhafte Ausdünnung der Hornhaut mit Vorwölbung nach außen.

Es handelt sich um eine umschriebene Ausdehnung und Ausweitung der Hornhaut meist am Rand (Randektasie) und kann nach einem nicht perforiertem Ulcus der Hornhaut auftreten.Keratektasie. In: Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266., aktualisierte Auflage. de Gruyter, Berlin 2014, ISBN 978-3-11-033997-0.

Eine Keratektasie kann frühes Symptom eines Keratokonus (primäre Keratektasie) sein, oder als Komplikation einer Augenbehandlung mit Laser auftreten (sekundäre Keratektasie).

Die iatrogene Keratektasie kann sich rasch, aber auch erst Jahre später entwickeln, die Häufigkeit wird auf zwischen 0,04 und 2,8 % geschätzt.

Kennzeichen sind eine fortschreitende Kurzsichtigkeit mit Astigmatismus mit Verminderung der Sehschärfe.

Als Risikofaktoren werden dünne oder abnormal geformte Hornhaut, eine starke Kurzsichtigkeit (über 8 Dioptrien), jugendliches Alter, Neurodermitis, familiäres Vorkommen von Keratokonus oder Bindegewebserkrankungen angesehen.M. Kohlhaas: Iatrogene Keratektasie – eine Übersicht. In: Klinische Monatsblatter für Augenheilkunde, Band 232, Nr. 6, Juni 2015, S. 765–772, doi:10.1055/s-0035-1545737, PMID 25853948 (Review).

Diagnose Die Diagnostik erfolgt durch die augenärztliche Untersuchung.

Therapie Neben konservativer Therapie der Kurzsichtigkeit kommen operative Verfahren infrage wie Keratoplastik, KollagenvernetzungM. Kohlhaas, E. Spoerl, A. Speck, T. Schilde, D. Sandner, L. E. Pillunat: Eine neue Behandlung der Keratektasie nach LASIK durch Kollagenvernetzung mit Riboflavin/UVA-Licht. In: Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde, Band 222, Nr. 5, Mai 2005, S. 430–436, doi:10.1055/s-2005-857950, PMID 15912463. oder Implantation von Ringsegmenten.M. El-Husseiny, L. Daas, A. Langenbucher, B. Seitz: Intrakorneale Ringsegmente bei Keratektasien – Zwischenergebnisse und potenzielle Komplikationen. In: Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde, Band 233, Nr. 6, Juni 2016, S. 722–726, doi:10.1055/s-0042-108653, PMID 27315293.

Siehe auch Staphylom

Literatur Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 256. Auflage. De Gruyter, Berlin / New York 1990, ISBN 3-11-010881-X. Franz Grehn: Augenheilkunde. 30. Auflage. Springer Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-540-75264-6.

Einzelnachweise

Kategorie:Krankheitsbild in der Augenheilkunde