mini|Die 1836 eröffnete Pinakothek in München, Vorbild für viele Gemäldegalerien
Als Gemäldegalerie oder Pinakothek wird ein Kunstmuseum bezeichnet, das hauptsächlich Werke der Malerei (Gemälde) ausstellt. Gemäldegalerie, die. Auf duden.de In der Regel handelt es sich um eine Dauerausstellung.
Entwicklung Die ältesten Belege für Bildergalerien stammen aus Indien, wo drei Typen von Galerien (Chitrasalas) unterschieden wurden: Palastgalerien, öffentliche und private Galerien.
Eine bekannte antike Pinakothek war das Heraion von Samos.Strabon: Geographika, 14.637. Nach Vitruv sollten solche Räume großVitruv: De architectura, 6.3.8. und des Lichtes wegen nach Norden gelegen und vom Peristyl aus zugänglich sein.Vitruv: De architectura, 1.2.7, 6.4.2, 7.3.
Bereits im 16. Jahrhundert wurde in den Uffizien in Florenz eine galleria im Obergeschoss zur Ausstellung von Bildern benutzt. Eines der ersten selbständigen Galeriebauten zur Ausstellung von Kunst entstand mit der 1709 bis 1712 errichteten Gemäldegalerie Düsseldorf. Der älteste erhaltene fürstliche Galerie- und Museumsbau in Deutschland ist die zwischen 1755 und 1764 erbaute Bildergalerie Sanssouci. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde im Schlossbau ein langer, stark durchfensterter Trakt so bezeichnet, der sich besonders gut zur Präsentation von Gemälden eignete. Prägend für die weitere Begriffsgeschichte wurde die Grande Galerie des Louvre, in dem bedeutende Gemälde der italienischen und französischen Schule erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Fortan bezeichnete man vor allem Museen, die eigens zur Präsentation von Gemälden errichtet wurden, als Galerien.
Bezeichnung Der Begriff Pinakothek (von ) bezeichnete in der Antike den Raum eines Tempels bzw. Hauses, in dem Pinakes bzw. Tafelbilder aufbewahrt wurden. Andere Räume hingegen, die der Aufbewahrung repräsentativer Gemälde dienten, wie die Lesche der Knidier in Delphi oder die Stoa Poikile in Athen wurden nicht als Pinakotheken bezeichnet.
Die übliche Bezeichnung Pinakothek für den Nordflügel der Propyläen auf der Athener Akropolis, in dem Weihgeschenke aufbewahrt wurden, ist nicht antik.
Die Verwendung des Begriffs Pinakothek für eine Gemäldegalerie im deutschsprachigen Raum geht auf König Ludwig I. von Bayern zurück, der in München die Alte und die Neue Pinakothek gründete.
Beispiele mini|Alte Pinakothek in München, Saal IX
mini|Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden|alternativtext= mini|National Gallery of Art
Deutschland
Alte Pinakothek, Neue Pinakothek, Pinakothek der Moderne, München Anhaltische Gemäldegalerie Dessau, Dessau-Roßlau Bildergalerie (Sanssouci), Potsdam Galerie Neue Meister, Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden Gemäldegalerie, Berlin Gemäldegalerie, Dachau Gemäldegalerie, Düsseldorf Gemäldegalerie Alte Meister, Kassel Staatsgalerie Neuburg, Neuburg an der Donau
International
Brukenthalsche Gemäldesammlung, Sibiu, Rumänien Dulwich Picture Gallery, London, Großbritannien Fondation Beyeler, Riehen, Schweiz Galleria Estense, Modena, Italien Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste, Wien, Österreich Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums, Wien, Österreich Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, Dänemark Nationalmuseum Kiewer Kunstgalerie, Kiew, Ukraine Österreichische Galerie Belvedere, Wien, Österreich Pinacoteca Ambrosiana, Mailand, Italien Pinacoteca di Brera, Mailand, Italien Pinacoteca do Estado de São Paulo, Brasilien Pinacoteca Giovanni e Marella Agnelli, Turin, Italien Pinacoteca Nazionale di Bologna, Bologna, Italien Residenzgalerie, Salzburg, Österreich Vatikanische Pinakothek (Teil der Vatikanischen Museen), Vatikanstadt, Italien
Ehemalige Gemäldegalerien
Pinacothèque de Paris (geschlossen), Frankreich
Sammlung Orléans (historisch), Paris, Frankreich Gemäldesammlung der Familie Ravené, Berlin
Siehe auch :Kategorie:Gemäldegalerie Alte Meister :Kategorie:Kunstsammlung
Literatur W. Ehrlich: Die griechische Tafelmalerei und die Entstehung der Pinakothek. In: Altertum 23 (1977), S. 110–119.
Christoph Höcker: Metzler Lexikon antiker Architektur. 2. Auflage. Metzler, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-476-02294-3, S. 196.
Weblinks
Einzelnachweise
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