Die Graf-Adolf-Straße ist eine breite mehrspurige und verkehrsreiche Straße im Zentrum von Düsseldorf, die von West nach Ost verläuft und die in ihrer gesamten Länge ein Teil der südlichen Grenze vom Stadtteil Stadtmitte ist.

Name und Lage Der Name Graf-Adolf-Straße bezieht sich auf Graf Adolf von Berg, der 1288 Düsseldorf die Stadtrechte verlieh. Der Name wurde 1893 offiziell beschlossen.In: Zeittafel zur Friedrichstadt und zum Kirchplatz. 1880 bis 1900. Die Straße beginnt am östlichen Ende des Graf-Adolf-Platzes an der Königsallee und endet am Konrad-Adenauer-Platz (ehemals Wilhelmplatz), der vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof liegt. Sie ist in ihrer gesamten Länge die Grenze zum südlich liegenden Stadtteil Friedrichstadt. Viele Querstraßen, die von Süd nach Nord verlaufen, sind verkehrsreiche Durchgangsstraßen für den Nord-Süd-Verkehr in der Stadt. Beispiele hierfür sind die Berliner Allee und die Oststraße mit der Karl-Rudolf-Straße. Der Stresemannplatz ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, der neben dem Nord-Süd-Verkehr auch für den West-Ost-Verkehr in der Stadt stark genutzt wird. Auch für den öffentlichen Nahverkehr ist die Straße von Bedeutung, da die Gleisanlagen der von West nach Ost und umgekehrt führenden Linien der Straßenbahnen 707, 708 und 709 hier verlaufen.

Infrastruktur Die Straße ist als vierspurige Verkehrsstraße weitgehend mit mittleren und getrennten doppelten Schienenbereichen für den Straßenbahnverkehr, teilweise beidseitigen Parkstreifen für PKW und zusätzlicher Spur für Fahrräder sowie breiten Fußgängerbereichen ausgeführt. Der ursprüngliche auf beiden Straßenseiten vorhandene Baumbestand ist nicht mehr vorhanden. Ab dem im östlichen Bereich der Graf-Adolf-Straße liegenden Stresemannplatz ist die Straße für den Durchgangsverkehr von PKW vom und zum Vorplatz des Bahnhofs inzwischen gesperrt. Die Verkehrsinseln auf dem Stresemannplatz wurden 2007 von der Künstlerin Tita Giese mit Yuccapalmen, speziellen Grasarten und Wild-Krokussen umgestaltet.

links|mini|Blick vom Stresemannplatz nordöstlich in die Karlstraße

Die Gebäudehöhe der Häuser an der Graf-Adolf-Straße ist amtlich vorgeschrieben. 1951 wurde die Baupolizeiverordnung Nr. 778 vom 1. April 1939 überarbeitet. Die zulässige Geschosszahl, die bei vier lag, wurde nun mit sechs Vollgeschossen vorgegeben. Ein Ausbau der Dachgeschosse zu Wohnzwecken ist erlaubt.In: Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf. Nr. 46. 1951, Bagel, S. 326.

An der Graf-Adolf-Straße liegen viele Ladenlokale, Büros, diverse Gastronomie, ein Theater, eine Lichtspielstätte und bis Ende 2014 ein großes Vollsortimentkaufhaus etc. Die Geschäfte sind jedoch, bis auf einen Lebensmittelladen in einem 2018 fertig gestellten Neubau, weniger auf den täglichen Verbrauch ausgerichtet, sondern decken mehr den langfristigen und speziellen Bedarf ab. Durch die Lage im Zentrum der Stadt und Nähe zum Hauptbahnhof und Königsallee sind viele Hotels sowohl direkt an der Straße wie auch auf den anliegenden Nebenstraßen vorhanden. Auch der Christliche Verein junger Menschen (CVJM) unterhält auf der Straße ein Hotel.

Ein bemerkenswerter Standort war die Graf-Adolf-Straße bereits ab Beginn des 20. Jahrhunderts für die Filmindustrie und die für die Vorführung der Filme erforderlichen Theater. Bereits um 1910 sind mindestens sieben Kinos nachweisbar, die zum Teil noch unter dem Namen Kinematographen-Theater vor 1910 eröffnet wurden. Erst mit dem Niedergang der großen Kinosäle in den 1980er Jahren wurden diese Kino-Theater überwiegend geschlossen. Die bekanntesten von diesen inzwischen historischen Kinos waren das „Asta-Nielsen-Theater“ (Gebäude Nr. 33 von 1911–1986), das „Europa-Palast-Theater“ (Gebäude Nr. 44 von (1913) 1929–1962) und das „Residenz-Theater“ (Gebäude Nr. 20 von 1913–1999).Auflistung der Kinos in DüsseldorfDer Residenz-Kinosaal wurde inzwischen zu einem Klub und Veranstaltungssaal umgebaut. Unter der neuen Anschrift „Nacht-Residenz, Bahnstraße Nr. 13–15“ wurde er im November 2000 eröffnet.

Geschichte mini|Am Graf-Adolf-Platz (um 1905). Sicht auf die Graf-Adolf-Straße: Gebäude Heinrich Blanckertz damalig Nr. 2; links daneben Nr. 4 gotischer Prachtbau aus rotem Sandstein mit weithin sichtbarem Turm, Architekt Rudolf Schnütgen (erbaut 1897). Auf der ersten Etage Kaffeehaus „Alter Bahnhof“ mini|Ehemaliges Haus der Handelskammer an der Graf-Adolf-Straße Nr. 47 Die Graf-Adolf-Straße wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts als Allee angelegt. Bei den ersten systematischen Planungen für ein vergrößertes Stadtgebiet vor den 1840er Jahren war der gesamte Bereich im Südosten der historischen Kernstadt mit Altstadt und Carlstadt fast nicht besiedelt. Der Stadtgraben war bis etwa 1835, wie aus dem Stadtplan von „Düsseldorf und seine Umgebungen“ von 1809 ersichtlich ist, noch als oberirdische Fortsetzung mit dem Schwanenspiegel verbunden. Für die nach 1835 angelegten Eisenbahntrassen wurde deshalb 1838 im Südosten am Rande des bestehenden Stadtbereiches der Bahnhof der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft und ab 1845 bzw. 1846 der Bahnhof der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft angelegt. Beide erste Bahnhöfe mit ihren Gleisanlagen lagen somit damals im Südosten vor der Stadt im Gebiet zwischen der aktuellen Graf-Adolf-Straße und der Adersstraße.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann sich das urbane Stadtgebiet durch die Errichtung von Industrieanlagen außerhalb der alten Kernstadt und der dadurch verursachten hohen Zuwanderung stark auszudehnen. Die vorher am Rand der Stadt liegenden Bahnhöfe mit ihren Gleisanlagen behinderten nun die Straßenanbindung des ab 1854 genehmigten und dann neu errichteten Stadtteils Friedrichstadt, der im Südosten der alten Kernstadt lag. Weiter östlich von den vorhandenen zwei Bahnhöfen wurde deshalb ein neuer Hauptbahnhof für die Stadt angelegt und am 1. Oktober 1891 eröffnet. Erst danach konnten sowohl die Gleisanlagen wie auch die beiden alten Bahnhöfe aufgehoben oder abgerissen werden. Mit der Planung der neuen Bebauung im Bereich der frei werdenden Flächen wurde vor 1891 begonnen. Bereits in einem Stadtplan, der dem Adressbuch der Stadt von 1891 beigefügt war, sind für den neuen Bereich die neuen Straßen einschließlich der Graf-Adolf-Straße eingetragen, die, bis auf einige Namensänderungen, weitgehend auch den aktuellen Verhältnissen entsprechen. Allerdings fehlte die Berliner Allee, da diese erst nach 1945 angelegt wurde und nach den ursprünglichen Planungen nicht vorgesehen war.In: Adressbuch der Stadt Düsseldorf. Stadtplan. 1891, S. -. Die Graf-Adolf-Straße wurde weitgehend im Bereich der alten Gleis-Trasse und dem Bahnhof der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn angelegt. Der Abriss der oberirdischen Anlagen und Bahnhofgebäude und die Verlegung der Gleisanlagen beanspruchten einige Zeit. Entsprechend konnten die neuen Straßen und anschließend die Errichtung neuer Gebäude nicht sofort, sondern nur mit etwas Verzögerung angelegt und errichtet werden.

Aus den alten Stadtplänen und den zugehörigen Adressbüchern ist nachfolgender Fortgang für die Anlegung und Bebauung des neuen Stadtbereiches mit und südlich der Graf-Adolf-Straße ersichtlich. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass zu Beginn die Straße als Fortsetzung der Thurmstraße an der Friedrichstraße begann, da zu dieser Zeit der Graf-Adolf-Platz noch nicht vorhanden war. Dieser wurde erst ab 1905 angelegt, als auch Breite Straße und Canalstraße verlängert werden konnten.Bis 1933 wurde als Graf-Adolf-Platz nur der unbebaute, nördlich der Haroldstraße liegende Bereich zwischen Breite Straße einer südlichen Verlängerung der westlichen Königsallee bezeichnet. Die Haroldstraße endete an der Königsallee und der Thurmstraße. Die Verlängerung der Thurmstraße war der westliche Beginn der Graf-Adolf-Straße. Bis 1933 wurde als Graf-Adolf-Platz nur der unbebaute nördlich der Haroldstraße liegende Bereich zwischen Breite Straße einer südlichen Verlängerung der westlichen Königsallee bezeichnet. Erst mit der Umbenennung des Graf-Adolf-Platzes in Adolf-Hitler-Platz wurde 1933 der gesamte Bereich zwischen Elisabethstraße und Königsallee dem Platz zugeordnet und die Thurmstraße aufgehoben. Im Adressbuch der Stadt von 1934 wird die Thurmstraße erstmals nicht mehr angeführt. Auch aktuell umfasst der Graf-Adolf-Platz diesen Gesamtbereich wie er 1933 neu festgelegt wurde.

Von 1891 bis 1894 wurden die neuen Straßen bis zur Luisenstraße (früher Louisenstraße geschrieben) und die südlichen Verlängerungen der Königsallee, Oststraße (aktuell: Karl-Rudolf-Straße), Bahnstraße (aktuell: Pionierstraße), Steinstraße (aktuell: Scheurenstraße) und die neuen Straßen Hüttenstraße, Mintropstraße und Harkortstraße angelegt. Die Bebauung erfolgte naturgemäß erst danach und

bis 1895 ist nur das Gebäude Nr. 2 an der Graf-Adolf-Straße im Bereich der Friedrichstraße als einziges nachweisbar.Dieses war das erste Gebäude an der neuen Graf-Adolf-Straße, die zu diesem Zeitpunkt noch als Fortsetzung der nicht mehr vorhandenen Thurmstraße ab der Friedrichstraße begann. Ab dem folgenden Jahr war der Bereich von der Friedrichstraße bis zur Kreuzung Königsallee bereits durchgehend bebaut.In: Adressbuch der Stadt Düsseldorf. Stadtplan. 1895, S. 550.

1896 wurden entsprechend auf der Südseite der Graf-Adolf-Straße zwischen Friedrichstraße und Königsallee die Gebäude Nr. 1 bis 8 angeführt.Graf-Adolf-Straße 4, erste Etage Kaffeehaus „Alter Bahnhof“ von Franz Geulen, Eröffnung Mai 1897. In Düsseldorfer Volksblatt (No. 144), vom 30. Mai 1897 () Anschließend waren bis zur Hüttenstraße die so genannten Essmann’schen Geschäftshäuser mit Nr. 11/13 in BauGraf Adolphstraße 11/13 Neubauten, in Adressbuch der Stadt Düsseldorf 1896, S. 557 ub.uni-duesseldorf.de und danach bis zur Oststraße die Häuser Nr. 17 und 19 vorhanden. Ab der Oststraße lag nur das Gebäude Nr. 43 vor der Bahnstraße und danach war bis zur Steinstraße (aktuell: Stresemannstraße) nur Nr. 67 bereits vorhanden. Auf der Nordseite der Graf-Adolf-Straße war bis zur Bahnstraße nur das Gebäude Nr. 10 errichtet worden und es folgten bis zur Bahnstraße die Gebäude Nr. 64 bis 70. In anschließender Richtung Wilhelmplatz waren noch keine neuen Bauten vorhanden.In: Adressbuch der Stadt Düsseldorf. Stadtplan. 1896, S. 517. Ab

1897 sind erstmals auch einige Bebauungen nach der Bahnstraße bis zum Wilhelmplatz (aktuell: Konrad-Adenauer-Platz) nachweisbar, und zwar im Bereich bis Steinstraße (aktuell: Stresemannstraße) und Carlstraße sechs Gebäude, und bis zum Vorplatz des Bahnhofs weitere drei.In: Adressbuch der Stadt Düsseldorf. Stadtplan. 1897, S. [660/1]578/9. Diese lagen aber alle auf der Nordseite. Die gesamte Südseite ab Oststraße war zu dieser Zeit noch nicht mit Gebäuden neu bebaut. Weiterhin lagen ab der späteren Pionierstraße bis zum Bahnhofvorplatz noch die „Seifenfabrik R. Dahl“ und das Gelände des Städtischen Fuhrparks.In: Adressbuch der Stadt Düsseldorf. Stadtplan. 1897, S. -.Der Fuhrpark wurde erst nach 1900 nach der Hüttenstraße zwischen Pionier- und Scheurenstraße oberhalb der Feuerwache verlegt. Eine neue Bebauung mit Häusern konnte deshalb auf dem Gelände des ehemaligen Führparks ab der ersten Dekade von 1900 erfolgen. Das „Hansagebäude“ auf Grundstück Nr. 93 zwischen Harkortstraße und Wilhelmplatz wurde erstmals 1902 als noch unbewohnt/ungenutzt erwähnt. (Nachweis: Adressbuch für die Stadtgemeinde Düsseldorf und die Landbürgermeistereien von 1902, S. 206.)