mini|hochkant|Dorfkirche Görlsdorf.

Görlsdorf ist ein Ortsteil der Stadt Luckau im Süden des Landkreises Dahme-Spreewald in Brandenburg. Bis zur Eingemeindung am 26. Oktober 2003 war Görlsdorf eine eigenständige Gemeinde.

Geographische Lage Der Ort Görlsdorf liegt in der Niederlausitz im Landschaftsschutzgebiet Crinnitz-Lausitzer Grenzwall. Nachbarorte sind Frankendorf und Freesdorf im Norden, Egsdorf im Nordosten, Garrenchen und Schlabendorf am See im Osten, Beesdau (zu Heideblick) im Süden, Goßmar (zu Heideblick) im Westen sowie die Stadt Luckau im Nordwesten. Durch den Ort läuft die Kreisstraße 6129.

Zu Görlsdorf gehören die bewohnten Gemeindeteile Frankendorf und Garrenchen sowie der Wohnplatz Wanninchen.

Geschichte mini|hochkant|Gutshof Görlsdorf auf der Gemarkung des Schlosses. Görlsdorf wurde im Jahr 1475 erstmals als Gerlachsdorff urkundlich erwähnt. Weitere frühere Namen des Ortes waren Gerlestorff und Gölißdorff.

Das Rittergut Gölißdorff gehörte vor dem Jahr 1600 der Familie von Maltitz und von 1623 bis ins Jahr 1639 der Familie von Woltersdorff. Nach einer Erbschaft gehörte das Rittergut bis ins Jahr 1890 der Familie von Stammer. Zeitweise war bis 1721 eine Frau von Stammer Gutsherrin am Ort. Bis 1786 war Burchhard (Busso) Adam von Stammer Besitzer, ihm folgte Gottlob Adam Heinrich von Stammer. 1828 heiratete Eckhard(t) von Stammer (1793–1863), Johanniterritter, Kammerherr, Herr auf GörlsdorfGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1914. Jahrgang 15, Justus Perthes, Gotha 1913, S. 784. und Mitglied des Preußischen Herrenhauses, die Gräfin Amalie von Loß. Deren Söhne waren sämtlich Offiziere oder Offiziersanwärter.A. Kaiser, v. Wilcke: Leipziger Zeitung. №. 228, Expedition-Selbstverlag, Leipzig, Sonnabend, den 24. September 1864, S. 5186. Mitte der 1850er Jahre hieß der Gutsherr zwischenzeitlich Hermann von Stammer.Karl Friedrich Rauer (Hrsg.): Alphabetischer Nachweis (Adressbuch) des in den Preussischen Staaten mit Rittergütern angesessenen Adels. Selbstverlag, Berlin 1857, S. 222. 1879 weist das Generaladressbuch der Rittergutsbesitzer konkret 674 ha Besitz aus, davon 258 ha Waldanteil. Diese Adelsfamilie verkauft das Gut etwa im Jahre 1890, vorletzter Vertreter war nach dem Gothaischen Genealogischen Taschenbüchern des Adels der Rittmeister Eckardt Director Prof. Dr. Tzschirner: Programm des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums zu Cottbus, wodurch zu der öffentlichen Prüfung aller Classen am 11. April und zu der Redeübung und Entlassung der Abiturienten am 13. April 1859 im Namen des Lehrer-Collegiums ergebenst einladet. Schulnachrichten, Teil: Alphabetisches Verzeichnis der Schüler nach Klassen. Nummer Tertia. 124. 51, Verlag von G. W. Tornow, Cottbus 1859, S. 33. Otto Karl von Stammer, geboren in Görlsdorf 1843, gestorben Norderney 1894. Dieser war einst Mitglied für das Kredit-Institut der Preußischen Ober-Lausitz und der Nieder-Lausitz der Schlesischen Landwirtschaftlichen BankHandbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1889. Kommission bei R. v. Decker`s Verlag G. Schenck, Berlin 22. November 1888, S. 369. als Teil-Ressort einer Kommunalständischen Verwaltung Oberlausitz mit Sitz in Görlitz. Herr von Stammer-Görlsdorf war ebenso Mitglied des Jagdschutzverein-Landesverein Brandenburg.Mitglieder-Verzeichnis des Allgemeinen Deutschen Jagdschutz-Vereins. 1887. Rudolf Mosse, Berlin 1887, S. 12. Seine Tanten hatten in die Adelsfamilien der näheren Region eingeheiratet, Ida von Stammer den Karl von Larisch-Kümmritz, Berta von Stammer den Freiherrn von Manteuffel-Drahnsdorf. Letzter Stammer auf Görlsdorf waren die Erben, die Brüder Otto Karl Eckard von Stammer und der ältere sächs. Rittmeister Adam Busso Deodat von Stammer. Dieser letztgenannte führte noch den zweiten Familien-Besitz in West(d)orf bei Aschersleben mit 327 ha, in Wahren bei Leipzig wurde er Kirchenpatron. Sein Hauptwohnsitz war aber Dresden, wo er 1914 verstarb. Den Neffen Heinrich Edwin von Stammer zog es als noch Leutnant a. D. ins Ausland, er heiratete in Brasilien eine deutsche Ehefrau und lebte mit ihr und den beiden KindernGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1916. Jahrgang 17, Justus Perthes, Gotha 1915, S. 793–794. bei Buenos Aires.

In Görlsdorf erwarb vor 1896 der Bremer Großkaufmann M. H. Hoffmann das gutsherrliche Anwesen mit damals 702 ha. Zu jener Zeit gehörte auch das 168 ha-Rittergut in Garrenchen zu Görsldorf. Man wirtschaftete mit Ostfriesischen Milchvieh und betrieb eine Molkerei.Paul Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche. I. Das Königreich Preussen. I. Lieferung: Provinz Brandenburg. 3. Auflage, Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1896, S. 88–89.

Um 1914 waren die Rittergüter Görlsdorf mit Vorwerk Frankenhof und Garrenchen sowie Wannichen bei der Familie Kehren zusammengefasst.Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. . Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Regierungsbezirk Frankfurt a. O. Kreis Luckau, Reichenbach`sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 312–313. 1930 beinhaltete das Rittgergut Görlsdorf für sich genommen 408 ha, davon 198 ha Wald. Verwalter war der Administrator Ernst Hildebrand.Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. . Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts, Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, Band Regierungsbezirk Frankfurt a. O. Kreis Luckau, (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Selbstverlag von Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 252. Die letzten bekannten Besitzer des Gutes war die Familie Kehren, sie hatten zwei Söhne. Gutseigentümer waren der Jurist und Diplomat, bis 1912, Hans Josef Kehren-Görlsdorf (1873–1939) dann Elisabeth Kehren geb. Hardt, sie lebten zuvor in Berlin.Cilli Kasper-Holtkotte: Deutschland in Ägypten. Orientalistische Netzwerke, Judenverfolgung und das Leben der Frankfurter Jüdin Mimi Borchardt. De Gruyter Oldenbourg, Berlin/Boston/München 2017, S. 28–29. u. Anm. 80.

1945 brannten Teile des Herrenhaus-Gebäudes ab. Die verbliebenen Teile des Hofes befinden sich heute in privater Nutzung.Stadt Luckau (Hrsg.): Luckauer Ortsteile: Görlsdorf. Luckau.de; abgerufen am 7. März 2017.

Ab dem Jahr 1952 gehörte Görlsdorf zum Kreis Luckau. Nach der Wiedervereinigung bildete Görlsdorf zusammen mit 15 weiteren Gemeinden vom 25. Mai 1992 bis zum 25. Oktober 2003 das Amt Luckau. Am 6. Dezember 1993 kam Görlsdorf zum neu gegründeten Landkreis Dahme-Spreewald. Am 26. Oktober 2003 wurde Görlsdorf nach Luckau eingemeindet.

Eingemeindungen Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Frankendorf, Garrenchen und Wanninchen eingegliedert.

Bevölkerungsentwicklung

mini|hochkant|Rittergut Görlsdorf. 1861/1862.

Persönlichkeiten Eckard(t) Adam von Stammer-Görlsdorf (1725–1799), in Görlsdorf geboren, als sächs. Oberst, Träger d. Ordens Pour le Mérite, zul. kursächs. Generalmajor, 1791 KommandeurGeorge Eberhard Hans Ferdinand Julius Freiherr von Hodenberg: Das Königlich Sächsische 1. (Leib-) Grenadier Regiment Nr. 100 in seinen hervorstechenden Erlebnissen und Thaten, Verlag D. Heinrich, Dresden 1883, S. 104. d. 1. Königlich Sächsisches Leib-Grenadier-Regiment Nr. 100

Literatur Vinzenz Czech, Christiane Salge: Görlsdorf / Niederlausitz. In: Peter Michael Hahn, Hellmut Lorenz: Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Kommentierte Neuausgabe des Ansichtenwerks von Alexander Duncker (1857–1883), 856 S., 275 farbige, 825 SW-Abb., Hier. Band 2, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 2000, ISBN 3-87584-024-0, S. 184–186. Görlsdorf, In: Alexander Duncker: Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie, nebst begl. Text. Band 4, Berlin 1861/1862, Litho u. Textblatt.

Weblinks

Einzelnachweise

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