Paul Freymuth (geboren 20. Juli 1881 in Mehlauken; gestorben 25. Juni 1944 in Weimar) war ein deutscher Rechtsanwalt und Landgerichtsdirektor in Dortmund und jüdisches Opfer des Faschismus.
Leben Freymuth stammte aus bürgerlichem Elternhaus mit jüdischen Wurzeln und studierte Rechtswissenschaften. Seit 1927 war er Landgerichtsdirektor in Dortmund. Im August 1933 wurde er nach §5 BBG als Amtsgerichtsrat nach Recklinghausen zwangsversetzt.Justiz-Ministerial-Blatt für die preußische Gesetzgebung und Rechtspflege 95 (1933), S. 265 (Nr. 37 vom 21.8.1933) 1935 trat er zwangsweise in den Ruhestand.Bergemann/Ladwig-Winters: Richter und Staatsanwälte jüdischer Herkunft, S. 175 Im Jahre 1936 verzog die Familie nach Garmisch.Otmar Jung: Senatspräsident Freymuth. Richter, Sozialdemokrat und Pazifist in der Weimarer Republik. Eine politische Biographie, Frankfurt/Main 1989 (Rechtshistorische Reihe Bd. 68), S. 323 Im darauffolgenden Jahr 1937 soll er dann in Jena Wohnung genommen haben, wo er mit seiner Frau und den drei Töchtern am Johannisplatz 16 wohnte.Jenaer Arbeitskreis Judentum, Gisela Müller, Schreiben vom 29. April 2009 Am 10. November 1938 wurde er gleich 17 anderen jüdischen Männern in das KZ Buchenwald verschleppt und kehrte nach einigen Wochen mit eingeschlagenen Schneidezähnen zu seiner Familie zurück. Am 14. Juni 1944 wurde er erneut verhaftet und erneut nach Buchenwald gebracht, wo er zehn Tage später ums Leben kam.
Am 27. Januar 1948 gab seine Witwe Margarete bei der Kriminalpolizei Jena Auskünfte über die Umstände seiner Drangsalierung und seines Todes zu Protokoll. Dabei berichtete sie über die grausamen Verhörmethoden des Gestapobeamten Waldemar Eißfeld.Die Gestapo im NS-Gau Thüringen, S. 413
Im Jahre 2009 wurde von dem Künstler Gunter Demnig vor dem Haus Johannisplatz 16 in Jena ein Stolperstein zu seinem Gedenken gelegt.
Literatur Freymuth, Paul, in: Hans Bergemann, Simone Ladwig-Winters: Richter und Staatsanwälte jüdischer Herkunft in Preußen im Nationalsozialismus : eine rechtstatsächliche Untersuchung. Eine Dokumentation. Köln : Bundesanzeiger-Verlag, 2004, S. 175
Weblinks Gedenktafel Thüringer Justizministerium: Paul Freymuth, in: Ich war hier. Eine Spurensuche nach jüdischen Kollegen und Kolleginnen in der Thüringer Justiz nach 1933, PDF
Einzelnachweise
Kategorie:Richter (Landgericht Dortmund) Kategorie:Richter (Kammergericht) Kategorie:SPD-Mitglied Kategorie:Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft Kategorie:Mitglied der Deutschen Liga für Menschenrechte Kategorie:Mitglied im Reichsbanner Kategorie:Todesopfer im KZ Buchenwald Kategorie:Opfer des Holocaust Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1881 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann Kategorie:Person, für die in Thüringen ein Stolperstein verlegt wurde