Die Playoffs um den Stanley Cup des Jahres 2006 begannen am 21. April 2006 und endeten am 19. Juni 2006 mit dem 4:3-Erfolg der Carolina Hurricanes gegen die Edmonton Oilers. Bei ihrer zweiten Final-Teilnahme seit der Niederlage im Playoff-Finale 2002 gewannen die Hurricanes den ersten Stanley Cup ihrer Franchise-Geschichte. Darüber hinaus stellten sie in Person von Torhüter Cam Ward den mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichneten Most Valuable Player der Playoffs, ebenso wie in Eric Staal den Topscorer der post season. Für die unterlegenen Oilers war es die erste Final-Teilnahme seit ihrem Stanley-Cup-Sieg 1990 und zugleich die letzte Playoff-Teilnahme für die kommenden zehn Jahre. Darüber hinaus standen sich im Finale erstmals zwei ehemalige Franchises der World Hockey Association gegenüber.
Während sich in der ersten Runde der Eastern Conference alle Favoriten durchsetzten, geschah im Westen zum ersten Mal in der Ligageschichte das Gegenteil: Alle niedriger gesetzten Teams erreichten die zweite Runde. Dies mündete darin, dass mit den Edmonton Oilers erstmals die an Position acht und somit am niedrigsten gesetzte Mannschaft ins Stanley-Cup-Finale einzog. Die St. Louis Blues verpassten zum ersten Mal seit 1979 wieder die Playoffs, sodass die zu diesem Zeitpunkt drittlängste Serie von 25 Playoff-Teilnahmen in Folge ihr Ende fand. Dem gegenüber qualifizierten sich die New York Rangers erstmals seit 1997 wieder für die post-season, sodass die zu diesem Zeitpunkt fünftlängste Negativserie von sieben verpassten Playoffs in Folge endete.
Modus Nachdem sich aus jeder Conference die drei Divisionssieger sowie die fünf weiteren punktbesten Teams der Conference qualifiziert haben, starten die im K.-o.-System ausgetragenen Playoffs. Dabei trifft der punktbeste Divisionssieger auf das achte und somit punktschlechteste qualifizierte Team, die Nummer 2 dieser Rangliste auf die Nummer 7 usw. Durch diesen Modus ist es möglich, dass eines oder mehrere qualifizierte Teams mehr Punkte als einer der Divisionssieger erzielt haben. Das gleiche Prinzip wird zur Bestimmung der Begegnungen der zweiten Playoff-Runde genutzt.
Jede Conference spielt in der Folge im Conference-Viertelfinale, Conference-Halbfinale und im Conference-Finale ihren Sieger aus, der dann im Finale um den Stanley Cup antritt. Alle Serien jeder Runde werden im Best-of-Seven-Modus ausgespielt, das heißt, dass ein Team vier Siege zum Erreichen der nächsten Runde benötigt. Das höher gesetzte Team hat dabei in den ersten beiden Spielen Heimrecht, die nächsten beiden das gegnerische Team. Sollte bis dahin kein Sieger aus der Runde hervorgegangen sein, wechselt das Heimrecht von Spiel zu Spiel. So hat die höher gesetzte Mannschaft in den Spielen 1, 2, 5 und 7, also vier der maximal sieben Spiele, einen Heimvorteil. Der Sieger der Eastern Conference wird mit der Prince of Wales Trophy ausgezeichnet und der Sieger der Western Conference mit der Clarence S. Campbell Bowl.
Bei Spielen, die nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten unentschieden bleiben, folgt die Overtime, die im Gegensatz zur regulären Saison mit fünf Feldspielern gespielt wird. Zudem endet sie durch das erste Tor (Sudden Death) und nicht, wie in der regulären Saison üblich, mit einem Shootout.
Qualifizierte Teams Eastern Conference Atlantic Division (3) (5) (6)
Northeast Division (1) (4) (7)
Southeast Division (2) (8) Western Conference Central Division (1) (4)
Northwest Division (3) (7) (8)
Pacific Division (2) (5) (6)
Playoff-Baum
Conference-Viertelfinale Eastern Conference (1) Ottawa Senators – (8) Tampa Bay Lightning
(2) Carolina Hurricanes – (7) Canadiens de Montréal
(3) New Jersey Devils – (6) New York Rangers
(4) Buffalo Sabres – (5) Philadelphia Flyers
Western Conference (1) Detroit Red Wings – (8) Edmonton Oilers
(2) Dallas Stars – (7) Colorado Avalanche
(3) Calgary Flames – (6) Mighty Ducks of Anaheim
(4) Nashville Predators – (5) San Jose Sharks
Conference-Halbfinale Eastern Conference (1) Ottawa Senators – (4) Buffalo Sabres
(2) Carolina Hurricanes – (3) New Jersey Devils
Western Conference (5) San Jose Sharks – (8) Edmonton Oilers
(6) Mighty Ducks of Anaheim – (7) Colorado Avalanche
Conference-Finale Eastern Conference (2) Carolina Hurricanes – (4) Buffalo Sabres
Western Conference (6) Mighty Ducks of Anaheim – (8) Edmonton Oilers
Stanley-Cup-Finale (E2) Carolina Hurricanes – (W8) Edmonton Oilers
Stanley-Cup-Sieger Der Stanley-Cup-Sieger Carolina Hurricanes ließ traditionell insgesamt 52 Personen, davon 25 Spieler sowie einige Funktionäre, darunter der Trainerstab und das Management, auf den Sockel der Trophäe eingravieren. Unter diesen war als Scout Claude Larose, der den Stanley Cup als Spieler bereits fünfmal gewinnen konnte. Für die Spieler gilt dabei, dass sie entweder 41 Partien für die Mannschaft in der regulären Saison bestritten haben sollten oder eine Partie in der Finalserie. Dabei gibt es aber auch immer wieder Ausnahmeregelungen.
Die 25 Spieler Carolinas setzen sich aus zwei Torhütern, neun Verteidigern und 14 Angreifern zusammen, darunter sechs Europäer. Mark Recchi hatte den Cup 15 Jahre zuvor mit den Pittsburgh Penguins schon einmal gewonnen. Beim Gravieren war ein Fehler unterlaufen, so hatte man Eric Staal versehentlich „Staaal“ geschrieben. Der Fehler wurde nachträglich berichtigt. Stanley-Cup-Sieger90px|Logo der Carolina HurricanesCarolina HurricanesTorhüter: Martin Gerber, Cam Ward
Verteidiger: Anton Babtschuk, Mike Commodore, Bret Hedican, Andrew Hutchinson, František Kaberle, Oleg Twerdowski, Niclas Wallin, Aaron Ward, Glen Wesley
Angreifer: Craig Adams, Kevyn Adams, Rod Brind’Amour (C), Erik Cole, Matt Cullen, Andrew Ladd, Chad LaRose, Mark Recchi, Eric Staal, Cory Stillman, Josef Vašíček, Doug Weight, Ray Whitney, Justin Williams Cheftrainer: Peter Laviolette General Manager: Jim Rutherford
Beste Scorer Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, +/− = Plus/Minus, PIM = Strafminuten; Fett: Bestwert Spieler Team GP G A Pts +/− PIM Eric Staal Carolina 25 9 19 28 ±0 8 Cory Stillman Carolina 25 9 17 26 +12 14 Chris Pronger Edmonton 24 5 16 21 +10 26 Daniel Brière Buffalo 18 8 11 19 ±0 12 Shawn Horcoff Edmonton 24 7 12 19 +4 12 Fernando Pisani Edmonton 24 14 4 18 +4 10 Rod Brind’Amour Carolina 25 12 6 18 +9 16 Chris Drury Buffalo 18 9 9 18 +5 10 Justin Williams Carolina 25 7 11 18 +12 34 Matt Cullen Carolina 25 4 14 18 +2 12 Den Bestwert in der Plus/Minus-Wertung erreichten Henrik Tallinder, Toni Lydman (beide Buffalo) und Todd Marchant (Anaheim) mit +14.
Beste Torhüter Die kombinierte Tabelle zeigt die jeweils drei besten Torhüter in den Kategorien Gegentorschnitt und Fangquote sowie die jeweils Führenden in den Kategorien Shutouts und Siege.
Abkürzungen: GP = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), W = Siege, L = Niederlagen, GA = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GAA = Gegentorschnitt; Fett: Bestwert; Sortiert nach Gegentorschnitt.Erfasst werden nur Torhüter mit 180 absolvierten Spielminuten. Spieler Team GP Min W L GA SO Sv% GAA Ilja Brysgalow Anaheim 11 658:59 6 4 16 3 94,4 1,46 Cam Ward Carolina 23 1319:53 15 8 47 2 92,0 2,14 Jussi Markkanen Edmonton 6 360:23 3 3 13 1 90,5 2,16 Cristobal Huet Montréal 6 385:37 2 4 15 0 92,9 2,33 Dwayne Roloson Edmonton 18 532:59 12 5 45 1 92,7 2,33
Weblinks
Stanley-Cup-Playoffs 2006 auf hockey-reference.com
#2006 Kategorie:Eishockeyveranstaltung 2006