Guido Hermann Schäf (* 14. Oktober 1840 in Grünhainichen; † 14. Mai 1911 in Freiberg) war ein sächsischer Orgelbauer.
Leben und Werk Schäf erlernte ab 1862 den Orgelbau bei Christian Friedrich Göthel, dessen Geselle und Meisterschüler er wurde.Klaus Walter: Der sächsische Orgelbauer Christian Friedrich Göthel. In: Alfred Reichling (Hrsg.): Acta Organologica. Band 20. Merseburger, Kassel 1988, S. 162–291. Am 1. Oktober 1870 gründete Schäf in Grünhainichen seine eigene Werkstatt, die er am 28. August 1879 nach Freiberg verlegte und bis zu seinem Tod im Jahr 1911 führte.Pape: Lexikon norddeutscher Orgelbauer. Band 2. 2012, S. 331. Bisher sind sieben Orgelneubauten und zahlreiche Reparatur- und Wartungsarbeiten sowie Renovierungen bekannt. So wurde ihm die Pflege der Freiberger Orgeln von Gottfried Silbermann übertragen, dessen große Orgel im Freiberger Dom er von 1889 bis 1911 wartete.Dähnert: Historische Orgeln in Sachsen. 1980, S. 108. 1892 stimmte er die Silbermann-Orgel in Forchheim, 1901 die in Nassau. In der Kirche Oberbobritzsch renovierte er 1898/1899 die Silbermann-Orgel und ersetzte zwei Register, in Zöblitz führte er 1893 Wartungsarbeiten durch.Dähnert: Historische Orgeln in Sachsen. 1980, S. 101, 209, 211, 283. Großen Anteil hatte er am Bau der Orgeln in Grünlichtenberg, Simselwitz, Eppendorf und Gahlenz. Sein Wirkungskreis blieb auf die Orgellandschaft Sachsen beschränkt.Fischer: 100 Jahre Bund deutscher Orgelbaumeister. 1991, S. 290.
Aus der Ehe mit Laura Auguste Schäf gingen zwei Söhne hervor. Nach dem Tod von Schäf übertrug Laura Auguste Schäf das Geschäft an Alfred Schmeisser.Christian Friedrich Göthel. In: , Programmheft, Ev.-Luth. St.-Nikolai-Kirchgemeinde Grünlichtenberg, 2017.
Werkliste Die Werkliste führt seine bisher bekannten Orgelneubauten auf.
In der fünften Spalte bezeichnet die römische Zahl die Anzahl der Manuale, ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal und die arabische Zahl in der vorletzten Spalte die Anzahl der klingenden Register.
Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Anmerkungen 1871 Weißenborn/Erzgeb. Dorfkirche I/P 9 Neubau 1876 Langenau St.-Leonhards-Kirche II/P 11 Neubau 1876 Gränitz Bethaus II/P 11 Neubau; erhaltenOrgel in Gränitz, abgerufen am 6. März 2017. 1878 Annaberg-Buchholz Lehrerseminar Annaberg II/P 14 Neubau; 1914 Umsetzung nach Ulbersdorf 1880 Wilkau-Haßlau Michaeliskirche Wilkau zentriert|160x160px II/P 20 Neubau, 1926 Umbau Jehmlich / 1970 Umbau Schuster → Orgel 1887 Kleinhartmannsdorf Kleinhartmannsdorfer Kirche II/P 14 Neubau
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Orgelbauer (19. Jahrhundert) Kategorie:Orgelbauer (Deutschland) Kategorie:Orgellandschaft Sachsen Kategorie:Person (Freiberg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1840 Kategorie:Gestorben 1911 Kategorie:Mann