Karl Heinrich Wilhelm Hülsemann (* 26. April 1853 in Arnstadt;Geburtsangabe in Privilegirtes Arnstädtisches Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 3. September 1853, S. 317. † 22. September 1932 in Sigmaringenbeigesetzt ebenda am 24. September (Nachruf S. 78).) war ein Verwaltungsjurist, Fürstlich Hohenzollernscher Geheimer Hofkammerrat und Vorsitzender des Kommunallandtags der Hohenzollernschen Lande.
Wilhelm war der erste Sohn von Julius Hülsemann (* 1824, † 24. März 1888), Rechtsanwalt und später Oberbürgermeister von Arnstadt, und seiner Ehefrau Hermine geb. Falke (* 1827, † 28. September 1896Todesanzeige in Der Deutsche. Zeitung für Thüringen und den Harz vom 29. September 1896 4. Seite.). Beide Eltern waren Nachkommen des lutherischen Theologen Johann Hülsemann (1602–1661). Der Verwaltungsjurist Wilhelm Hülsemann (1812–1862) in Sondershausen war ein Bruder von Julius.
Nach dem Abitur 1873Verzeichnis der Arnstädter Abiturienten S. 21. studierte Hülsemann Rechtswissenschaft in Leipzig.Eingeschrieben am 22. April 1873 (Die Matrikel der Universität Leipzig. Teilband III. Weimar 2008. ISBN 978-389739-608-1, S. 284). Ab Oktober 1881 war er Gerichtsassessor in Sondershausen;Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen vom 1. Oktober 1881, S. 469. im November verehelichte er sich mit Maria Schott.Heiratsanzeige in Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen vom 29. November 1881, S. 572. Ab Oktober 1882 war er Regierungsassessor.Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen vom 30. September 1882, S. 469. Im Januar 1886 ging er als Kammerdirektor zu dem Grafen Alfred zu Stolberg-Stolberg (1820–1903) in Stolberg.Der Deutsche. Zeitung für Thüringen und den Harz vom 27. Januar 1886, 2. Seite, 2. Spalte.
Zum 1. Oktober 1891 wurde er Hofkammerratlaut Nachruf S. 77. in den preußischen Hohenzollernschen Landen in Sigmaringen bei Fürst Leopold von Hohenzollern und ab 1905 Wilhelm von Hohenzollern. Dort hatte er zunächst die Angelegenheiten der Fürstlichen Familie und deren ausländische Besitzungen zu betreuen.Vgl. Hülsemanns Rückblick vom 26. August 1924 (Handschrift und Transkript in Commons). Am 1. Juni 1894 wurde er Justitiar für die gesamte Hohenzollernsche Verwaltung. Ab 1895 war er als Vertreter und im Auftrag des Fürsten Mitglied des Hohenzollernschen Kommunallandtags,Mühlebach 1972, S. 89. ab 1896 zudem in dessen Exekutivorgan, dem Landesausschuss. Im Ausschuss hatte der Repräsentant des Hauses Hohenzollern zugleich die Interessen der Häuser Thurn und Taxis und Fürstenberg wahrzunehmen;Hohenzollernsche Amts- und Landesordnung, § 70 (Amtsblatt der Königlich Preußischen Regierung zu Sigmaringen vom 4. Oktober 1873, S. 193). daher vertrat Hülsemann faktisch alle drei Häuser. Schon Mitte 1894 war er zum Vertreter des Hohenzollernschen Repräsentanten des Ausschusses bestimmt worden.Vgl. Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1895, S. 669. Er gehörte von März 1896 bis 1898 der Kommission für die Ackerbau- und Landwirtschaftliche Winterschule in Sigmaringen an.Handbuch […] für das Jahr 1897, S. 696. Im Januar 1899 wählte ihn der Kommunallandtag zu seinem Vorsitzenden (als Nachfolger von August Evelt); damit war er zugleich Vorsitzender des Landesausschusses. In dem Amt war er mit mannigfachen Gegenständen befasst. Er gehörte der Kommission für das Fürst-Karl-Landesspital in Sigmaringen und der Kommission zur Erforschung und zum Schutze der Denkmäler an.Handbuch […] für das Jahr 1901, S. 743f. Darüber hinaus war er besonders mit einer Neuordnung des Etats des Landesverbands und der Förderung des Verkehrswesensin Zusammenarbeit mit dem Landesbaurat Max Leibbrand (1851–1925); vgl. Mühlebach 1972, S. 36. im allgemeinen und der Hohenzollerischen Landesbahn im besonderen befasst. Von November 1901 bis Ende 1919 war er Vorsitzender des Aufsichtsrats der Hohenzollernschen Landesbahn. Hülsemanns Mandat im Kommunallandtag endete am 18. November 1918, da sein Fürst in der Folge der Novemberrevolution das Vertretungsrecht im Landtag verlor.Mühlebach1972, S. 105. Er trat zum 1. Oktober 1921 in den Ruhestand.
Am 7. März 1908 wurde er zum Geheimen Hofkammerrat befördert. Ihm wurden mehrere Orden verliehen, u. a. der Rote Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife, der Königliche Kronenorden 3. Klasse, das Ehrenkomturkreuz des Fürstlich Hohenzollernschen Hausordens, der Verdienstorden vom Heiligen Michael 2. Klasse mit Stern, der Württembergische Friedrichs-Orden, Komtur 2. Klasse.Vgl. Handbuch […] für das Jahr 1918. Berlin 1918 (Digitalisat), S. 825.
Literatur Familie Hülsemann Stammtafel I. o. O., o. J. [Hrsg. Familienbund Hülsemann. 1928.] Familie Hülsemann Stammtafel I A. (Nachkommen des Johann Heinrich Christian Hülsemann, VII, 1 der Stammtafel I.) o. O., o. J. [Hrsg. Familienbund Hülsemann. 1928.] [Nachruf.] In: Hülsemann-Bundesblatt (hrsg. v. Familienbund Hülsemann). Arnstadt. Jg. 6, 1933. Nr. 6, Juli 1933, S. 77f. Josef Mühlebach: Der Landeskommunalverband der Hohenzollerischen Lande. Geschichtliche Entwicklung, Rechtsgrundlagen und Aufgabengebiete. (Reihe Arbeiten zur Landeskunde Hohenzollerns, Heft 10.) Sigmaringen 1972, S. 105 (Porträtphoto S. 125).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied des Kommunallandtags der Hohenzollernschen Lande Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 3. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 3. Klasse Kategorie:Ehrenkomtur des Fürstlichen Hausordens von Hohenzollern Kategorie:Ritter II. Klasse mit Stern des Verdienstordens vom Heiligen Michael Kategorie:Träger des Friedrichs-Ordens (Komtur) Kategorie:Person (Sigmaringen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1853 Kategorie:Gestorben 1932 Kategorie:Mann