Eibenstein ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Raabs an der Thaya im Bezirk Waidhofen an der Thaya im niederösterreichischen Waldviertel mit Einwohnern (Stand ). Bis Ende 1970 war Eibenstein eine selbständige Gemeinde.
Geografie Eibenstein liegt in einer Schlinge der Thaya. Durch den Ort führt die Thayatal Straße, von der drei Nebenstraßen abzweigen, wobei zwei über die Thaya führen. Im sechs Kilometer langen Talabschnitt zwischen Kollmitzgraben und Eibenstein fließt die Thaya in einem weitgehend unberührten Flussbett. Zur Ortschaft zählen auch die Lehsteinmühle, die Oberpfinnigsteigmühle und die Unterpfinnigsteigmühle. Am umfasste die Ortschaft Adressen.
Siedlungsentwicklung Zum Jahreswechsel 1979/1980 befanden sich in der Katastralgemeinde Eibenstein insgesamt 44 Bauflächen mit 19.851 m² und 43 Gärten auf 34.245 m², 1989/1990 gab es 46 Bauflächen. 1999/2000 war die Zahl der Bauflächen auf 127 angewachsen und 2009/2010 bestanden 57 Gebäude auf 128 Bauflächen.BEV: Regionalinformation 31.12.2018 auf bev.gv.at ()
Geschichte Aus der Stiftungsurkunde der Abtei Geras aus dem Jahr 1240 geht hervor, dass die Pfarre Eibenstein bereits vor der Gründung des Stiftes bestanden hatte, ursprünglich unter dem Patronat des Grafen Ulrich von Pernegg stand und von diesem um das Jahr 1155 dem Stift Geras mit allen Nutzungsrechten übertragen worden war.
Der Ort wurde 1160 und 1242 im Zusammenhang mit der über dem gegenüberliegenden Thayaufer liegenden Burg Iwenstein erwähnt, die den Thayaübergang absicherte. In der Burg wohnten bis ins 13. Jahrhundert Ministerialen der Grafen von Pernegg.
Auf dem Weg zur Entscheidungsschlacht gegen König Rudolf von Habsburg bei Dürnkrut und Jedenspeigen soll 1278 König Ottokar II. die Thaya bei Eibenstein überquert haben.
Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 20 Häusern genannt, das über eine Pfarre und eine Schule verfügte. Die Herrschaft Drosendorf besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus, besorgte die Konskription und verfügte über sämtliche Untertanen und Grundholde.
Die Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens beschreibt Eibenstein um 1830/1840 als Dorf mit 21 Häusern. Die nächstgelegene Poststation befand sich in Horn. Die kirchlichen, schulischen und administrativen Belange waren dieselben, wie schon 1822 von Steinius erläutert. Militärisch war Eibenstein dem Werbbezirk des Linieninfanterieregiments Nr. 14 zugeordnet.
In 29 Familien lebten 62 Männer, 49 Frauen und 17 schulpflichtige Kinder. Der Viehbestand umfasste zwei Pferde, 32 Ochsen, 25 Kühe, 76 Schafe, 20 Ziegen und 42 Schweine. Die Einwohner waren überwiegend Landwirte, jedoch ausschließlich Hofstättler, die zwar ein Haus und ein kleines Grundstück besaßen, aber keinen vollwertigen Bauernhof, und Kleinhäusler mit geringem Grundbesitz. Im Ort lebten außerdem ein Fleischer, ein Wagner, ein Schmied und ein Schneider. Die gebirgige Umgebung war für den Ackerbau ungünstig. Die Böden galten zwar als gut, waren jedoch häufig von Überschwemmungen der Thaya betroffen. Angebaut wurden vor allem Roggen und Hafer sowie in geringerem Umfang Weizen, Gerste, Kartoffeln, Flachs, Kraut, Krautrüben, Klee und Wicken. Der Obstbau war im Vergleich zu anderen Orten der Herrschaft stärker ausgeprägt und umfasste Äpfel, Birnen und vor allem Zwetschken, die in manchen Jahren in größerem Umfang verkauft wurden. Die Viehzucht galt im Verhältnis zum Ackerbau als ordentlich, das Vieh war jedoch kleinrahmig; Stallfütterung wurde nicht betrieben.
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Eibenstein zwei Gastwirte, ein Gemischtwarenhändler, ein Müller, ein Landesproduktehändler, ein Trafikant, ein Tischler und einige Landwirte ansässig.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 232 Bis zur Eingemeindung nach Raabs per 1. Jänner 1971 im Rahmen der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung bildete der Ort zusammen mit Unterpfaffendorf und Ober- und Unterreith eine selbständige Gemeinde.
Bodennutzung Die Katastralgemeinde ist landwirtschaftlich geprägt. 124 Hektar wurden zum Jahreswechsel 1979/1980 landwirtschaftlich genutzt und 173 Hektar waren forstwirtschaftlich geführte Waldflächen. 1999/2000 wurde auf 90 Hektar Landwirtschaft betrieben und 206 Hektar waren als forstwirtschaftlich genutzte Flächen ausgewiesen. Ende 2018 waren 77 Hektar als landwirtschaftliche Flächen genutzt und Forstwirtschaft wurde auf 203 Hektar betrieben. Die durchschnittliche Bodenklimazahl von Eibenstein beträgt 32,4 (Stand 2010).
Sehenswürdigkeiten Burgruine Eibenstein Pfarrkirche Eibenstein
Persönlichkeiten Hermann Bauer (1723–1803), Geistlicher und Komponist, wirkte hier 12 Jahre als Pfarrer Joachim Angerer (1934–2019), Musikwissenschaftler und Abt von Stift Geras, war hier Pfarrer und ist hier bestattet
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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