Kobylinek () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, der zur Landgemeinde Prostki (Prostken) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck) gehört.
Geographische Lage Kobylinek liegt im südlichen Osten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 16 Kilometer südlich der Kreisstadt Ełk (Lyck).
Geschichte Die Gründung des ein paar große und kleine Höfe zählenden Dorfes erfolgte im Jahre 1529Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Kobilinnen, Ort. Im Jahre 1827 folgte im Gemeindegebiet die Errichtung des Gutes KobylinnenDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005). Kobilinnen, Gut, das heute den Kern des Ortes Kobylin bildet.
Kobylinnen wurde im Jahre 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Gorczitzen () eingegliedert, der – nach wenigen Jahren in „Amtsbezirk Borken“ (polnisch Borki) umbenannt – zum Kreis Lyck im Regierungsbezirk Gumbinnen (1905 bis 1945: Regierungsbezirk Allenstein) der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.
Im Jahr 1910 waren in Kobylinnen 165 Einwohner registriert, im Jahre 1933 waren es dann schon 217.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Kobylinnen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Kobylinnen stimmten 100 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfiel keine Stimme.Herbert Marzian, Csaba Kenez: „Selbstbestimmung für Ostdeutschland - Eine Dokumentation zum 50 Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920“; Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 84
Am 3. Juni 1938 änderte sich die Schreibweise des Ortsnamens in „Kobilinnen“. Die Einwohnerzahl belief sich ein Jahr später auf 185.
In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und erhielt die polnische Namensform „Kobylinek“. Heute ist es Sitz eines Schulzenamtes () und somit eine Ortschaft innerhalb der Landgemeinde Prostki (Prostken) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck), bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Religionen Kobylinnen bzw. Kobilinnen waren bis 1945 mit Dorf und Gut in die evangelische Kirche OstrokollenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen, 1968, S. 494 (1938 bis 1945 Scharfenrade, ) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die römisch-katholische Kirche St. Adalbert in Lyck (Ełk) im Bistum Ermland eingepfarrt.
Heute gehört Kobylinek katholischerseits zur Pfarrei in Prostki mit einer Filialkirche im nahegelegenen Sojółki (Sokolken, 1938 bis 1945 Stahnken) im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen. Die evangelischen Einwohner halten sich zur Kirchengemeinde in der Kreisstadt Ełk, einer Filialgemeinde der Pfarrei in Pisz () in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Verkehr Kobylinek ist von der polnischen Landesstraße 65 (einstige deutsche Reichsstraße 132) aus über Niedźwiedzkie (Niedzwetzken, 1936 bis 1945 Wiesengrund) und Miłusze (Mylussen, 1938 bis 1945 Milussen) erreichbar.
Einzelnachweise
Kategorie:Gegründet 1529 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Prostki