Der Taczanowskikolibri (Thaumasius taczanowskii, Syn.: Leucippus taczanowskii) ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Das Verbreitungsgebiet umfasst die Länder Peru und Ecuador. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.
Merkmale mini|links|Taczanowskikolibri, Zeichnung von John Gould Der Taczanowskikolibri hat eine Körperlänge von 11,5 bis 12,5 cm bei einem Gewicht von 6,9 (Weibchen) bis 7,7 g (Männchen). Der leicht gebogene Schnabel ist schwärzlich. Er hat einen bronzenen Oberkopf und eine matt grüne Oberseite. Hinter dem Auge hat er einen kleinen weißen Fleck. Die Unterseite ist schmutzigweiß und wird von auffälligen grünen Flecken durchzogen. An den Flanken sind je nach Vogel variable Grüntönungen zu erkennen. Der Schwanz ist gleichmäßig bronzegrüne.Thomas Scott Schulenberg u. a., S. 228.
Verhalten In Ecuador wurden sie bei der Nektaraufnahme an Inga-Pflanzen und bei der Jagd auf Insekten beobachtet. Außerdem wurden territoriale Streitigkeiten mit Andenamazilien (Amazilia franciae) beobachtet.Juan Fernando Freile u. a., S. B35. Zu den weiteren Pflanzen, die sie anfliegen, gehören Agaven und Bananen (Musa).
Lautäußerungen Ihr Ruf besteht aus einer komplexen Serie von Tschips und pfeifenden zitternden Trällern.
Verbreitung und Lebensraum miniatur|Verbreitungsgebiet des Taczanowskikolibris Sie kommen relativ häufig in trockenem Gestrüpp an den Westhängen der Anden Perus in Höhen zwischen 900 und 1900 Metern vor. Im trockenen Teil des mittleren und oberen Marañón-Tals kommen sie auch gelegentlich zwischen 350 und 2800 Metern vor. Wenige Sichtungen wurden in der Provinz Zamora Chinchipe in Ecuador gemacht.
Unterarten Die Art gilt als monotypisch.IOC World Bird List Hummingbirds Die von Outram Bangs und Gladwyn Kingsley Noble beschriebene Unterart Thaumasius taczanowskii fractusOutram Bangs u. a., S. 451. gilt heute als Synonym zur Nominatform.John Todd Zimmer, S. 6–7.
Etymologie und Forschungsgeschichte Philip Lutley Sclater beschrieb den Taczanowskikolibri unter dem Namen Thaumasius taczanowskii. Das Typusexemplar stammte aus Guajango in der Provinz Cajamarca und wurde dort von Jan Sztolcman und Konstanty Roman Jelski (1837–1896) gesammelt. Władysław Taczanowski schickte Sclater den Balg zur Analyse.Philip Lutley Sclater (1879), S. 145–146. Lange wurde er unter der von Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte 1850 eingeführten Gattung Leucippus u. a. für den Zimtbrustkolibri geführt.Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte, S. 73.Neben dem Zimtbrustkolibri ordnete er dieser Gattung auch Trochilus turnerrii (, 1846) – ein Synonym für eine Unterart der Weißbauchamazilie (Amazilia chionogaster hypoleuca (, 1846)) – zu. Dieser Gattungsname bezieht sich auf »Leukippos « aus der griechischen Mythologie.Leucippus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Heute wird die Art unter der von Sclater im gleichen Artikel eingeführten Gattung Thaumasius geführt.Philip Lutley Sclater (1879), S. 144–145. Dieser Name leitet sich von »thaumasios, thauma, thaumatos « für »fantastisch, wunderbar, Wunder« ab.Thaumasius The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling ab. Der Artname widmete Sclater Taczanowski. Fractus ist das lateinische Wort für geschwächt, gebrochen.fractus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
Literatur
Weblinks
Factsheet auf BirdLife International
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Kolibris