mini|hochkant=1.4|Stolperstein für Eduard Böhm und Hermína Böhmová, nám. Franze Kafky, 2017 Die Liste der Stolpersteine in Prag-Josefov listet die Stolpersteine im Verwaltungsbezirk Josefov in Prag, dem ehemaligen jüdischen Viertel, auf. Die Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, welche von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine werden auf Tschechisch stolpersteine genannt, alternativ auch kameny zmizelých (Steine der Verschwundenen).
Das tschechische Stolpersteinprojekt Stolpersteine.cz wurde 2008 durch die Česká unie židovské mládeže (Tschechische Union jüdischer Jugend) ins Leben gerufen und stand unter der Schirmherrschaft des Prager Bürgermeisters. Die Stolpersteine liegen in der Regel vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.Zdeňka Kuchyňová: Praha má na chodnících své první pamětní kameny holocaustu, Bericht des tschechischen Rundfunksenders Radio Praha vom 19. Oktober 2008, online auf: www.radio.cz/...Stolpersteine in der Tschechischen Republik , Bericht der Vereinigung Stolpersteine.cz, online auf: Die erste Verlegung fand am 8. Oktober 2008 statt, an diesem Tag wurde der Stolperstein für Max Eckstein verlegt.
Liste der Stolpersteine Die Tabelle ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEALOIS BERGMANNGEB. 1899DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDETIN BARANAWITSCHY Maiselova 60/3 bzw. Maiselova 3 wurde am 18. Juni 1899 in Hotzenplotz/Jägerndorf, heute Osoblaha/Okres Bruntál geboren. Seine Eltern waren Samuel und Emma Bergmann. Er war verheiratet mit Beila Bergmannová, geb. Schuminer. Das Paar hatte eine Tochter – Růžena, geboren 1931. 1940 ersuchten Alois Bergmann und seine Frau um ein Leumundszeugnis, da sie eine Ausreise nach Shanghai planten.Alois Bergmann Ansuchen um Leumundszeugnis Zur Ausreise ist es nicht gekommen. Am 2. Juli 1942 wurde Alois Bergmann zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter mit dem Transport AAl (seine Nummer auf dem Transport war die 828) von Prag ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 28. Juli 1942 wurde er (wieder zusammen mit Frau und Tochter) mit dem Transport AAy (seine Nummer auf diesem Transport war die 127) nach Baranawitschy (heute Belarus) deportiert. Alois Bergmann und seine Familie haben die Shoah nicht überlebt.Alois Bergmann auf Holocaust.cz 120px HIER WOHNTEBEILABERGMANNOVÁGEB. 1897DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDETIN BARANAWITSCHY Maiselova 60/3 bzw. Maiselova 3 bzw. (dt.) Berta Bergmann wurde am 18. Juli 1897 in Felsztyn/Galizien, heute Skeliwka/Ukraine als Beila Schuminer geboren. Ihre Eltern waren Baruch und Rosa Schuminer. Sie war verheiratet mit Alois Bergmann; das Paar hatte eine Tochter namens Růžena, geboren 1931. 1940 ersuchten Beila Bergmannová und ihr Mann um ein Leumundszeugnis, da sie eine Ausreise nach Shanghai planten. Zur Ausreise ist es nicht gekommen. Am 2. Juli 1942 wurde Beila Bergmann zusammen mit ihrem Mann und ihrer Tochter mit dem Transport AAl (ihre Nummer auf dem Transport war die 827) von Prag ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 28. Juli 1942 wurde sie (wieder zusammen mit Mann und Tochter) mit dem Transport AAy (ihre Nummer auf diesem Transport war die 126) nach Baranawitschy (heute Belarus) deportiert. Beila Bergmannová und ihre Familie haben die Shoah nicht überlebt.Beila Bergmannová auf Holocaust.cz 120px HIER WOHNTERŮŽENABERGMANNOVÁGEB. 1931DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDETIN BARANAWITSCHY Maiselova 60/3 bzw. Maiselova 3 wurde am 6. Januar 1931 geboren. Ihre Eltern waren Alois und Beila Bergmann. Sie wurde am 2. Juli 1942 zusammen mit ihren Eltern mit dem Transport AAl (ihre Nummer auf dem Transport war die 829) von Prag ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 28. Juli 1942 wurde sie (wieder zusammen mit ihren Eltern) mit dem Transport AAy (ihre Nummer auf diesem Transport war die 128) nach Baranawitschy (heute Belarus) deportiert. Růžena Bergmannová und ihre Eltern haben die Shoah nicht überlebt.Růžena Bergmannová auf Holocaust.cz 120px HIER WOHNTEEDUARD BÖHMGEB. 1874DEPORTIERT 1941NACH ŁÓDŹERMORDET Nám. Franze Kafky 2 wurde am 18. Oktober 1874 in Teplice geboren. Er war der Sohn von Alois Böhm und Eliska Kraus. Er war verheiratet mit Hermína Fischer (auch Fišerová). Das Paar hatte einen Sohn (Jiří, geboren am 19. Dezember 1921). Eduard Böhm war vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Tschechien Handlungsreisender für eine Textilfabrik. Seine letzte Adresse vor der Deportation war die Kaprová 13. Zusammen mit seiner Frau Hermína wurde er am 26. Oktober 1941 mit dem Transport C (seine Nummer auf dem Transport war die 787) ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Das Paar wurde während des Holocausts ermordet.holocaust.cz: EDUARD BÖHM, abgerufen am 3. Februar 2017 Sohn Jiří wurde 1940 nach Palästina geschickt, er war einer der Überlebenden des Schiffes Patria. Er schloss sich dem Widerstand an. Nach 1945 kehrte er nach Prag zurück, wo er Vater zweier Kinder, Milan und Jiřina (später verheiratete Matoušková), wurde. 120px HIER WOHNTEHERMÍNA BÖHMOVÁGEB. 1881DEPORTIERT 1941NACH ŁÓDŹERMORDET Nám. Franze Kafky 2 (geb. Fišerová) wurde am 15. März 1881 in Litoměřice geboren. Sie stammte aus einer deutschsprachigen jüdischen Familie. Sie war Lehrerin für Musik und Englisch. Sie heiratete Eduard Böhm. Das Paar hatte ein Kind, den Sohn Jiří. Ihre letzte Adresse vor der Deportation war die Kaprová 13. Zusammen mit ihrem Ehemann wurde sie am 26. Oktober 1941 mit dem Transport C ins Ghetto Litzmannstadt deportiert. Ihre Nummer auf dem Transport war die 788. Das Paar wurde während des Holocausts ermordet.holocaust.cz: HERMÍNA BÖHMOVÁ, abgerufen am 3. Februar 2017 120px HIER WOHNTEMAX ECKSTEINGEB. 1896DEPORTIERT 1941NACH ŁÓDŹERMORDET Jáchymova 63/3 wurde am 17. April 1896 in Liběchov geboren. Er war der Sohn von Ferdinand und Julie Eckstein, und hatte sieben Geschwister. Seine letzte bekannte Adresse in Prag war die Regnartova 4. Er wurde am 26. Oktober 1941 mit dem Transport Transport C ins Ghetto Litzmannstadt deportiert. Seine Nummer auf dem Transport war die 369. Er wurde vom Nazi-Regime ermordet.holocaust.cz: MAX ECKSTEIN, abgerufen am 31. Januar 2017 Mindestens vier seiner Brüder und Schwestern, sowie zwei Neffen und zwei Nichten wurden ebenfalls während der Shoah ermordet. 120px HIER LEBTERUDOLFFREUDENFELDGEB. 1903DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1944IN AUSCHWITZ Elišky Krásnohorské 11/4 wurde am 4. September 1903 in Beszterec geboren, da sein Vater Sigmund Vítězslav Freudenfeld dort in der österreichisch-ungarischen Armee diente. Seine Mutter war Adéla, geborene Marmorstein. Er hatte drei Brüder (Josef, Gustav und Emil) und drei Schwestern (Margit, Elsa und Charlota). Ab 1905 lebte die Familie in Bosnien und Herzegowina. Rudolf Freudenfeld wurde Schlosser, 1920 heiratete er Marií, geborene Hazsová. Das Paar hatte sieben Kinder: Otta oder Ota; Etela oder Ethel, später verheiratete Waniová; Jiří; Rosemarie; Hildegarda; Josef, auch Pepi genannt, und Anna, später verheiratete Srbová. 1929 zog die Familie nach Prag. Am 3. August 1942 wurde er mit dem Transport AAw von Prag ins KZ Theresienstadt deportiert. Seine Nummer auf dem Transport war die 66. Am 28. September 1944 wurde er mit dem Transport Ek nach Auschwitz deportiert. Seine Nummer auf diesem Transport war die 1782. Er wurde vom Nazi-Regime am Tag der Ankunft in Auschwitz ermordet.holocaust.cz: RUDOLF FREUDENFELD, abgerufen am 4. Februar 2017
Seine Mutter und mindestens drei seiner Geschwister wurden ebenfalls während der Shoah ermordet. Alle sieben Kinder von Rudolf Freudenfeld konnten überleben. 120px HIER LEBTEADÉLAFREUDENFELDOVÁGEB. 1881DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1942IN AUSCHWITZ Elišky Krásnohorské 11/4 (geb. Mamorstein) wurde am 11. Juli 1881 in Nové Zámky (Slowakei) als Adela Marmorstein geboren. Sie war die Tochter von Samuel und Jana Johanna Marmorstein. 1898 heiratete sie Sigmund Vítězslav Freudenfeld, geboren am 28. Juli 1874 in Liběšice. Er war Hornist und Trommler im 28. Infanterie-Regiment der österreichisch-ungarischen Armee. Das Paar hatte sieben Kinder: Josef, geboren am 20. Mai 1900; Margit, geboren am 2. Dezember 1901; Rudolf, geboren am 4. September 1903 in Beszterec; Elsa, geboren am 20. Mai 1905; Gustav, geboren am 20. November 1907 in Mostar; Emil, geboren am 20. Oktober 1909 in Mostar und Charlota, geboren am 7. oder 17. Dezember 1911 in Mostar.
1929 zog ein Teil der Familie nach Prag. Hier arbeitete Adéla Freudenfeldová als Krankenschwester für Prager jüdische Familien. Am 2. Juli 1942 wurde Adéla Freudenfeldová mit dem Transport AAl von Prag ins KZ Theresienstadt deportiert. Ihre Nummer auf dem Transport war die 200. Am 26. Oktober 1942 wurde sie mit dem Transport By nach Auschwitz deportiert. Ihre Nummer auf diesem Transport war die 761. Hier wurde sie vom Nazi-Regime ermordet.holocaust.cz: ADÉLA FREUDENFELDOVÁ, abgerufen am 4. Februar 2017https://www.myheritage.com/FP/genealogy-search-ppc.php?lang=DE&type=&action=person&siteId=248531081&indId=3500056&origin=profile
Ihre Söhne Rudolf, Gustav und Emil und ihre jüngste Tochter Charlota wurden ebenfalls während der Shoah ermordet. Gustav starb am 16. August 1942 in Theresienstadt, Emil Ende des Jahres 1942 in Treblinka, Charlota 1943 in Auschwitz und Rudolf am 28. September 1944, ebenfalls in Auschwitz.holocaust.cz: GUSTAV FREUDENFELD, abgerufen am 4. Februar 2017holocaust.cz: EMIL FREUDENFELD, abgerufen am 4. Februar 2017holocaust.cz: ŠARLOTA ŽIŽALOVÁ, abgerufen am 4. Februar 2017 120px HIER LEBTEERVÍN FRÖHLICHGEB. 1903DEPORTIERT1942 NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET Pařížská 34 wurde am 18. März 1903 in Prag geboren. Seine Eltern waren Leopold und Pavla Fröhlich. Er hatte eine Schwester namens Irma und war verheiratet mit Vera.Ervín Fröhlich bei Yad Vashem Ervín Fröhlich war Facharzt für Innere Medizin und praktizierte in Prag. Er bewohnte eine Wohnung in der Norimberská zusammen mit seiner Mutter und zwei Untermietern (Rudolf Reich und Friedrich Glücklich). Seine Schwester Irma emigrierte in die USA, ihre zwei Töchter verblieben in Prag. Ervín Fröhlich und seine Mutter Pavla Fröhlichová kümmerten sich um die Kinder und konnten ihnen im Oktober 1939 die Ausreise in die USA ermöglichen.Raya Schapiro: Letters from Prague: 1939–1941, 2006 Am 20. November 1942 wurde er mit dem Transport Cc von Prag ins Ghetto Theresienstadt deportiert, seine Nummer auf dem Transport war die 266. Von dort wurde er am 20. Januar 1943 mit dem Transport Cq nach Auschwitz deportiert, seine Nummer auf dem Transport war die 539. Ervín Fröhlich wurde hier am 21. Januar 1943 in einer Gaskammer ermordet.Ervín Fröhlich auf Holocaust.cz