mini|„Strauß“, Gemälde von 1950. mini|„Komposition 1“, Gouache von 1964. Walter Wohlschlegel (* 8. Juni 1907 in Tumringen; † 1999 in Freiburg) war ein deutscher Maler. Nach einer expressiven und abstrakten Frühphase orientierte sich das Werk von Wohlschlegel an der Kunst des deutschen Informel.
Leben Walter Wohlschlegel machte 1921 eine Lehre als Musterzeichner bei der Firma Köchlin-Stoffdruck in seiner Geburtsstadt Lörrach. Bevor er von 1930 bis 1935 an der Akademie Karlsruhe Meisterschüler von Prof. Albert Haueisen war, besuchte Wohlschlegel 1928 die Mal- und Zeichenklasse der Allgemeinen Gewerbeschule Basel.Walter Wohlschlegel: 70 Jahre Kunst - 30er bis 90er Jahre des 20. Jahrhunderts ; 19. Juli bis 11. Oktober 2009, Grafik-Museum Stiftung Schreiner, Bad Steben Während des Zweiten Weltkrieges diente Wohlschlegel als Soldat in Griechenland. Nach seiner Rückkehr verbrachte er zunächst zwei Jahre in seiner Geburtsstadt Lörrach und siedelte dann nach Freiburg um, wo er 1948 heiratete. Freiburg wurde von dort an sein Hauptwohnsitz, wo er 1999 verstarb.Walter Wohlschlegel: 70 Jahre Kunst - 30er bis 90er Jahre des 20. Jahrhunderts ; 19. Juli bis 11. Oktober 2009, Grafik-Museum Stiftung Schreiner, Bad Steben
Werk und Stil Sein frühes Werk war von der akademischen Gegenständlichkeit und Figuration mit leichten expressiven Tendenzen geprägt, die sich nach dem Krieg in expressionistischen Linolschnitten auflöste. In den 1960er Jahren wandte sich Wohlschlegel wie einige Zeitgenossen gänzlich dem Informel zu, fügte seinen Bildern aber häufig plastisch wirkende Grunde aus Sand und Spachtel hinzu.
In den 1970er Jahren wurde die Malerei von Wohlschlegel zunehmend flächiger. Seine ausdrucksstarken Farben standen scharfkantige Formen und Kontraste gegenüber. Diese Phase seines Schaffens hielt jedoch nur kurze Zeit an. Bereits Ende der 1970er Jahre ging Wohlschlegel ins Konträr seines vorherigen Stils: Der Künstler bediente sich einer weicheren pastelleneren Farbpalette und ließ die Formen im Bildhintergrund miteinander verschwimmen. Die Malerei von Wohlschlegel orientierte sich an surrealen Bildthemen und ging wieder mehr in die figurative Malerei über.
Dieser Stil prägte sich in seinem Spätwerk noch mehr aus. In den 1990er Jahren malte Wohlschlegel emotional mit gestischen Pinselstrichen und tropfenartigen Farbverläufen, die vereinzelt an den abstrakten Expressionismus erinnern. Ausdrucksstarke Farben treten wieder mehr in den Vordergrund des Künstlers.Walter Wohlschlegel: 70 Jahre Kunst - 30er bis 90er Jahre des 20. Jahrhunderts ; 19. Juli bis 11. Oktober 2009, Grafik-Museum Stiftung Schreiner, Bad Steben
Ausgewählte Ausstellungen 1934: „Badische Sezession“, Stadt Freiburg 1941: Oberbadische Kunstausstellung, Baden-Baden 1947: „Badische Sezession“, Universität Freiburg 1950: Staatliche Kunsthalle, Baden-Baden 1951: Haus der Kunst München 1952: Badischer Kunstverein, Karlsruhe 1953: 3. Deutsche Kunstausstellung Dresden 1954: Freie Gruppe Oberrhein, Kunstverein Freiburg 1955: Künstlerbund Baden-Württemberg, Stuttgart 1957: 4. Landesausstellung, Reissmuseum, Mannheim 1958: “Gruppe realité 58”, Kunstverein Freiburg 1958: „Badische Künstler 1958“, Staatliche Kunsthalle, Baden-Baden 1960: Premier Salon international de Peinture et de Sculpture, Frankreich 1962: Einzelausstellung im Kunstverein Freiburg 1965: Einzelausstellung in der Gesellschaft Junger Kunst, Baden-Baden 1970: Einzelausstellung, Galerie Kröner, Freiburg 1974: Künstlerbund Baden-Württemberg, Schwarzes Kloster Freiburg 1977: Einzelausstellung im Schwarzen Kloster, Kunstverein Freiburg 1980: Hôtel de Ville, Mulhouse 1987: Einzelausstellung, Museum für Neue Kunst, Freiburg 1990: Einzelausstellung, Galerie Rombach, Freiburg 1997: Retrospektive, Schwarzes Kloster, Freiburg
Sammlungen Grafikmuseum Stiftung Schreiner, Bad Steben, Grafikmuseum Stiftung Schreiner Museum für Neue Kunst – Freiburg Dreiländermuseum Lörrach, Dreiländermuseum Lörrach Augustinermuseum, Freiburg
Preise und Stipendien 1977 Preis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V., Frankfurt am Main
Publikationen Walter Wohlschlegel: `` 70 Jahre Kunst – 30er bis 90er Jahre des 20. Jahrhunderts ``; 19. Juli bis 11. Oktober 2009, Grafik-Museum Stiftung Schreiner, Bad Steben Weblinks Internetauftritt Walter Wohlschlegel Ein Kunstwerk für die Tumringer Schule - Sohn des Malers Walter Wohlschlegel stiftet ein Gemälde des einstigen Schülers. Badische Zeitung, 2009 Südbadische Malerei, Dreiländermuseum Bildhafte Erinnerungen an die Kindheit Südkurier, 2007 Wohlschlegel, Walter. In: LEO-BW
Einzelnachweise
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