mini|hochkant|Kirche St. Ursula
Dentlein am Forst (amtlich: Dentlein a.Forst, bis 1926: Dentlein) ist ein Markt im Landkreis Ansbach in Mittelfranken und zählt zur Metropolregion Nürnberg. Der Ort ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Dentlein am Forst.
Geografie Geografische Lage Der Hauptort liegt etwa 8 km östlich von Feuchtwangen in einem sehr waldreichen Gebiet. Die hier zahlreich entspringenden Bäche fließen über die Wörnitz und die Altmühl zur Donau.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend gegen den Uhrzeigersinn): Feuchtwangen, Dürrwangen, Langfurth, Burk und Wieseth.
Gemeindegliederung Es gibt zwölf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die Einöde Neumühle zählt zum Gemeindeteil Kaierberg.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Aichau (Gemarkungsteil 0), Dentlein am Forst und Thürnhofen (Gemarkungsteil 0). Die Gemarkung Dentlein hat eine Fläche von 16,236 km². Sie ist in 2544 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6382,12 m² haben. In ihr liegen sämtliche Gemeindeteile mit Ausnahme von Leichsenhof und Kaierberg.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Dentlein am Forst wurde unter dem Namen „Tennlin“ erstmals am 8. Mai 1397 urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Flurnamen ab, dessen Bestimmungswort das mittelhochdeutsche Wort „tann“ (= Tanne(nwald)) mit angehängten Diminutivsuffix „-lîn“ ist und demnach kleiner Tannenwald bedeutet.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 52.
Seit dem 14. Januar 1469 ist in Dentlein eine Pfarrkirche urkundlich belegt. Die Bewohnerzahl stieg vor allem in der Mitte des 17. Jahrhunderts durch die Zuwanderung vertriebener Protestanten aus dem oberösterreichischen „Ländlein ob der Enns“, nachdem das Gebiet um die Gemeinde durch den Dreißigjährigen Krieg stark verwüstet und fast entvölkert worden war. Die zugewanderte Bevölkerung machte um 1660 ungefähr ein Drittel der Bevölkerung aus. Ein Schulhaus war seit 1698 vorhanden. 1842, nach dem Schulhausneubau – dem jetzigen Rathaus – wurde ein zweiter Lehrer (Schulgehilfe) „aufgestellt“.
Dentlein am Forst lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Feuchtwangen. Im Jahre 1732 gab es 26 Anwesen mit 28 Mannschaften. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Klosterverwalteramt Sulz. Alleiniger Grundherr war das Oberamt Feuchtwangen: Stiftsverwalteramt Feuchtwangen: 1 Gut, 1 Gut mit Backrecht; Klosterverwalteramt Sulz: 1 Hof, 8 Güter, 1 Gut mit Taberngerechtigkeit und Backrecht, 2 Güter mit Braurecht, 1 Gut mit Schmiede, 2 Söldenhäuser, 1 Sägemühle; Verwalteramt Forndorf: 4 Güter, 1 Gut mit Schmiede, 2 Güter mit doppelter Mannschaft; Kastenamt Feuchtwangen: 1 Haus mit doppelter Mannschaft. Außerdem gab es noch 1 Kirche (evangelisch) mit Friedhof, 1 Pfarrhaus, 1 Schulhaus, 1 ansbachische Haupt- und Wegzollstätte, 1 Hirtenhaus.Nach der Vetterischen Beschreibung des Oberamtes Feuchtwangen von 1732 (s. a. Dentlein am Forst (Grundherrschaft) auf der Website geschichte-feuchtwangen.de). Gegen Ende des Alten Reiches (1806) gab es in Dentlein 27 Mannschaften.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 583. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.
Im Jahre 1806 kam Dentlein an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Dentlein gebildet. Zu diesem gehörten Angerhof, Erlmühle, Eschenlach, Großohrenbronn, Kleinohrenbronn, Ölmühle, Schwaighausen, Wehlmäusel, Weikersdorf und Zinselhof. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Dentlein mit den Orten Angerhof, Erlmühle, Eschenlach, Fetschendorf, Großohrenbronn, Kleinohrenbronn, Obermosbach, Ölmühle, Schwaighausen und Zinselhof. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Feuchtwangen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Feuchtwangen zugeordnet (1919 in Finanzamt Feuchtwangen umbenannt). Eschenlach wurde noch vor 1840 nach Krapfenau umgemeindet. Ab 1862 gehörte Dentlein zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt) und von 1943 bis 1973 zum Finanzamt Dinkelsbühl, seit 1973 zum Finanzamt Ansbach. In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Feuchtwangen zuständig (1879 in Amtsgericht Feuchtwangen umbenannt), seit 1973 ist es das Amtsgericht Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 12,585 km².
Eingemeindungen Am 1. Juli 1971 wurde ein Teil der ehemaligen Gemeinde Thürnhofen eingegliedert. Am 1. Januar 1972 folgte ein kleiner Teil der aufgelösten Gemeinde Aichau.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 2400 auf 2312 um 88 Einwohner bzw. um 3,7 %. Gemeinde Dentlein Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2005 2011 2017Einwohner 572 828 1103 1233 1227 1098 1089 1116 1069 1107 1116 1114 1117 1204 1144 1342 1450 1490 1948 1862 2062 2319 2396 2465 2345 2325HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2017 als Wohngebäude. 121 155 221 242 240 252 262 333 406 655 749 769Quelle Für die Gemeinde Dentlein zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Angerhof (S. 5), Erlmühle (S. 23), Eschenlach (S. 24), Fetschendorf (S. 25), Großohrenbronn (S. 32), Kleinohrenbronn (S. 48), Obermosbach (S. 67), Ölmühle (S. 70), Schwaighausen (S. 84) und Zinselhof (S. 107). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis 1953 hatte die Gemeinde 822 Einwohner.
Ort Dentlein Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2003 2017Einwohner 202 307 449 398 375 374 434 655 736 841 835 952 873Häuser 46 59 87 89 84 107 143 229 Quelle auf: dentlein.de Einwohnerzahlen auf der Website dentlein.de
Politik Marktgemeinderat Der Marktgemeinderat hat (ohne Bürgermeister) 14 Mitglieder. Freie Wähler Bürgerliche Einheitsliste Vereinigte Wählergemeinschaft Unabhängige Wähler Sitze gesamt 2008 5 4 3 2 14 2014 4 4 3 3 14 2020 5 2 3 4 14
Bürgermeister Zum Bürgermeister gewählt wurde 2020 Thomas Beck mit 55,92 % der Stimmen. Sein Vorgänger war Friedrich Wörrlein, gewählt im März 2014 mit 71,79 Prozent der Stimmen.
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist grün-gelb.
Baudenkmäler mini|Die Zirkelkappl im Oktober 2016
Kirche St. Ursula in Dentlein am Forst Zirkelkappl (Cyriacus-Kapelle) bei Schwaighausen Kriegerdenkmal in Dentlein am Forst Kirche St. Raphael in Großohrenbronn
Bodendenkmäler
Verkehr Die Kreisstraße AN 52 verläuft nach Thürnhofen zur Staatsstraße 2222 (2,7 km nordwestlich) bzw. über Großohrenbronn nach Burk zur Staatsstraße 2248 (4,5 km südöstlich). Die Kreisstraße AN 53 verläuft über Erlmühle zur Staatsstraße 2220 bei Angerhof (4,7 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Kaierberg zur Staatsstraße 2222 (2 km nördlich), nach Lichtenau (2,7 km nordwestlich) und an Fetschendorf vorbei nach Obermosbach (1,9 km südlich).
Persönlichkeiten Fritz Muck (* 1837 in Dentlein am Forst; † 1891 in Bochum), Chemiker, Begründer der Steinkohlenchemie im Ruhrgebiet
Literatur
Weblinks
Website der Gemeinde
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1397 Kategorie:Markt in Mittelfranken Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach