Ian Russell (* 30. August 1975 in Seattle, Washington) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Fußballspieler auf der Position eines Mittelfeldspielers. Nach einer frühen Karriere in seinem Heimatbundesstaat kam er Anfang der 2000er nach Kalifornien, wo er bei den Major-League-Soccer-Franchises San José Earthquakes und Los Angeles Galaxy zum Einsatz kam, ehe er sich aus dem aktiven Fußballsport zurückzog und sich auf seine Tätigkeit als Ausbilder und Fußballtrainer konzentrierte.

Vereinskarriere Karrierebeginn und College-Fußball Ian Russell wurde am 30. August 1975 in Seattle, der größten Stadt des Bundesstaates Washington und gleichzeitig der größten Stadt im Pazifischen Nordwesten, geboren. Nachdem er hier auch aufwuchs und die High School besuchte, kam er in weiterer Folge im Jahre 1993 an die University of Washington, wo er noch im gleichen Spiel am Spielbetrieb der Herrenfußballmannschaft der Washington Huskies, der Universitätssportabteilung, teilnahm. Da er keine fünf Jahre in der Mannschaft spielen konnte, hatte er im Laufe seiner dortigen Karriere eine Red-Shirt-Season, in der er dem Spielbetrieb fernblieb und für das Spieljahr 1995 aussetzte.

Bei den Huskies kam er unter dem Trainer Dean Wurzberger als Stammkraft zum Einsatz und wurde von diesem zumeist im rechten Mittelfeld, jedoch gelegentlich auch als Stürmer eingesetzt.University of Washington Official Athletic Site – Men's Soccer – 1997 Outlook – Huskies have high hopes for 1997. (englisch), abgerufen am 26. Februar 2017 Während seiner dortigen Zeit fiel er vor allem als konstanter Assistgeber auf und rangiert in der Allzeitbestenliste des Washington-Huskies-Herrenfußballteams in der Wertung mit den meisten Torvorlagen im Laufe der Collegelaufbahn mit 22 Assists auf dem neunten Platz. Bei den erzielten Treffern schaffte er es mit 28 Toren nur knapp nicht unter die Top 10 der Washington Huskies. Bereits im Jahre 1994 führte er seine Mannschaft als teaminterner Torschützenkönig mit neun Treffern an und führte auch die teaminterne Bestenliste mit den meisten Scorerpunkten in diesem Spieljahr an, wobei ihm 22 Scorerpunkte (9 Tore und 4 Vorlagen) gelangen.

In der Mannschaft kam er neben zahlreichen späteren Profispielern zum Einsatz, darunter unter anderem Torhüter Bill May, Abwehrrecke Craig Waibel, Stürmer Jason Boyce, die Nationalspieler Joe Franchino und Chad McCarty, Verteidiger Brandon Prideaux und diverse andere. Der über ein Sportstipendium an die University of Washington gekommene Russell schaffte es in seiner Collegelaufbahn zweimal (1994 als Stürmer und 1997 als Mittelfeldspieler) in die All-Mountain-Pacific-Sports-Federation-First-Team-Selection. Im Jahre 1996 schaffte er es in keine Auswahl der All-MPSF, erhielt jedoch eine Honorable Mention, eine ehrenvolle Erwähnung. Darüber hinaus wurde er, damals noch als Stürmer eingesetzt, im Jahre 1994 ins NSCAA-All-Far-West-Region-Third-Team gewählt und war in seinem Senior-Jahr in der Kalenderwoche 44 des Jahres 1997 im Soccer-America-Team-of-the-Week. Des Weiteren war er im Laufe seiner Karriere ein vierfacher Letterman (1993, 1994, 1996 und 1997) und schaffte es mit der Mannschaft in den Jahren 1996 und 1997 in die zweite Runde der NCAA Division I Men’s Soccer Championship.

Wechsel zu den Seattle Sounders Nach dem Ende seines Studiums schloss er sich im Jahre 1998 den Seattle Sounders mit Spielbetrieb in der von den United Systems of Independent Soccer Leagues organisierten A-League, aufgrund der Organisation auch USISL-A-League genannt, an und wurde zu einer starken Offensivkraft der Sounders in den späten 1990er Jahren. In der regulären Spielzeit des Spieljahres 1998 rangierten die Sounders im Endklassement der Pacific Division, einer von vier parallel laufenden Staffeln, auf dem zweiten Platz hinter San Diego Flash. In den nachfolgenden Conference-Quaterfinals gewann die Mannschaft zwar knapp mit 2:1 über Orange County Zodiac, unterlag jedoch im Hin- und Rückspiel der Conference-Semifinals dem Franchise Minnesota Thunder jeweils mit 1:2 und schied so von den laufenden Play-offs aus. Nachdem der organisierende Verband United Systems of Independent Soccer Leagues sich 1999 wieder umbenannte und unter dem heute noch gebräuchlichen Namen United Soccer Leagues auftrat, kam Ian Russell weiterhin als Stammkraft der Seattle Sounders in der nunmehrigen USL-A-League zum Einsatz. In dieser rangierte er mit den Seattle Sounders mit 81 erzielten Punkten hinter den Vancouver 86ers (84 Punkte) und dem Division-Sieger San Diego Flash (90 Punkte) auf dem dritten Tabellenrang. In den nachfolgenden Play-offs schaffte es das Team nach einem klaren 6:3-Sieg über Orange County Zodiac in die Conference-Semifinals, in denen die Mannschaft erneut unterlag. Diesmal deutlich mit 0:6 im Hin- und 0:1 im Rückspiel gegen San Diego Flash. Zusammen mit seinem Teamkollegen Mark Baena bildete er dabei ein kongeniales Angriffsduo, das für die meisten Scorerpunkte in der Mannschaft sorgte. Für seine Leistungen wurde er am Ende des Spieljahres unter anderem ins All-League-Second-Team gewählt. (englisch), abgerufen am 26. Februar 2017

Sprung in die Major League Soccer Über den MLS SuperDraft 2000 schaffte Ian Russell als 52. Pick in der fünften Runde den Sprung in die höchste nordamerikanische Fußballliga, die Major League Soccer, kurz MLS. Dabei wurde er zum Franchise San José Earthquakes gedraftet und bekam in weiterer Folge auch einen Vertrag bei den Kaliforniern. Unter dem damaligen Trainer Lothar Osiander, der im Jahre 1958 von Deutschland in die Vereinigten Staaten auswanderte, wurde er bereits als Stammspieler eingesetzt, wobei er es auf 28 Ligaeinsätze und drei Tore, sowie zwei Assists brachte. Bei seinen 28 Einsätzen in der regulären Saison war er in 20 von Beginn an am Rasen. Da die Mannschaft in der zum damaligen Zeitpunkt in drei parallel laufenden Divisions ausgetragenen regulären Spielzeit nur den letzten Platz der Western Division und auch in der zusammengefassten Tabelle am Ende der regulären Saison nur den letzten Platz belegte, hatte die Mannschaft keine Möglichkeit an den saisonabschließenden Play-offs teilzunehmen. Im Lamar Hunt U.S. Open Cup 2000 kamen die Earthquakes bis ins Viertelfinale, in dem sie Los Angeles Galaxy mit 0:2 unterlagen. Aufgrund seiner konstanten Leistungen erhielt Russell in weiterer Folge die Möglichkeit an Probetrainings bei europäischen Klubs teilzunehmen und absolvierte dabei unter anderem Einheiten beim Stockport County FC, der zu diesem Zeitpunkt noch in der zweitklassigen englischen Football League Championship vertreten war, und beim polnischen Erstligisten Lech Posen. Bei den Polen kam er dabei sogar am 23. September 2000 im Drittrundenspiel des Polnischen Fußballpokals 2000/01 gegen Odra Wodzisław Śląski, einer 0:1-Niederlage, zum Einsatz und spielte die vollen 90 Minuten durch.Lech Poznań – Odra Wodzisław Śląski (0:1) (polnisch), abgerufen am 26. Februar 2017

Erster Meistertitel Nach dem Abenteuer in Europa kehrte er wieder in die Vereinigten Staaten zurück und startete unter einem neuen Trainer, Frank Yallop, ins Spieljahr 2001. Dieses wurde mitunter auch eines seiner erfolgreichsten Jahre in seiner Karriere, wobei er selbst in allen 26 Ligapartien der Regular Season von Beginn an eingesetzt wurde und dabei drei Tore und neun Torvorlagen beisteuerte. Mit einem zweiten Platz in der Western Division und zwei Punkten Rückstand auf LA Galaxy nahm Russell mit den Earthquakes an den abschließenden Play-offs teil. Dort wurde er erneut in allen Spielen seiner Mannschaft eingesetzt, wobei er es auf sechs Einsätze, ein Tor und eine Torvorlage brachte. Nach Siegen in den beiden Conference Semifinals, verlor er mit San José das erste Spiel der Conference Finals gegen Miami Fusion, konnte jedoch in den beiden folgenden Spielen gegen Miami Fusion überzeugen. Das saisonabschließende Spiel, der MLS Cup 2001, das vor rund 22.000 Zuschauern im Columbus Crew Stadium ausgetragen wurde, gewannen die San José Earthquakes nach einem Golden Goal von Dwayne De Rosario mit 2:1 in der Verlängerung. Im Lamar Hunt U.S. Open Cup 2001 zog das Team bis ins Viertelfinale ein und unterlag dort Los Angeles Galaxy erst im Elfmeterschießen mit 9:10. Am Ende des Jahres gewannen die Earthquakes in der Teamwertung den MLS Fair Play Award.

Mit dem ersten Titel in der Geschichte des Franchises startete er mit den Quakes ins Spieljahr 2002, in dem er lediglich in 15 seiner 24 Ligaeinsätze von Beginn an auflief, zudem torlos blieb und nur zwei Assists beisteuerte. Beim CONCACAF Champions’ Cup 2002, für den sich das Team aufgrund des Titels des vorangegangenen Jahres qualifiziert hatte, schaffte er es mit den Earthquakes bis ins Viertelfinale. Dort unterlag das Franchise, nach einer 0:3-Niederlage im Hinspiel und einem 1:0-Sieg im Rückspiel aufgrund des Gesamtergebnisses mit 1:3 und musste so vom laufenden Turnier ausscheiden. Mit der Mannschaft, die erneut die niedrigste Zuschauerzahl der gesamten Liga verzeichnen musste, schaffte er es im Endklassement der regulären Spielzeit auf den zweiten Platz der Western Conference, einer von mittlerweile nur mehr zwei Conferences. In den Play-offs schied die Mannschaft bereits frühzeitig nach zwei Niederlagen in den Conference Semifinals aus und erreichte auch beim Lamar Hunt U.S. Open Cup 2002 zum wiederholten Male nur das Viertelfinale. Da LA Galaxy in diesem Jahr neben dem MLS Cup auch das MLS Supporters’ Shield gewann, qualifizierten sich die San José Earthquakes als Zweitplatziert um den Erhalt des MLS Supporters’ Shields für den CONCACAF Champions’ Cup 2003.

Zweiter Meistertitel In das Spieljahr 2003 startete Ian Russell mit seinem Team mit der Teilnahme am La Manga Cup des Jahres 2003, wo die Mannschaft in der Gruppenphase gegen Rosenborg Trondheim, Rubin Kasan und Viking Stavanger, sowie im Spiel um Platz 7 gegen Lyn Oslo antrat. Daraufhin absolvierte er mit dem Team die beiden Erstrundenspiele des CONCACAF Champions’ Cups 2003 gegen den guatemaltekischen Verein CSD Municipal und schied, nach einer 2:4-Niederlage im Hinspiel und einem 2:1-Sieg im Rückspiel mit einem Gesamtscore von 4:5 vom laufenden Wettbewerb aus. In weiterer Folge startete die Mannschaft wenige Wochen später erfolgreich in das MLS-Spieljahr 2003, wobei die Mannschaft die Western Conference über die gesamte Regular Season anführte. Im Endklassement rangierten die Earthquakes mit neun Punkten Vorsprung auf die zweitplatzierten Kansas City Wizards auf dem ersten Tabellenplatz, und das, obwohl man in den letzten vier Meisterschaftsrunden keinen einzigen Sieg mehr einfahren konnte. Nach einer ersten Niederlage im Semifinalhinspiel der Conference-Play-offs, gewann San José das Rückspiel in der Verlängerung und konnte sich auch im nachfolgenden Finalspiel in der Verlängerung gegen die Kansas City Wizards durchsetzen. Im wenige Tage später folgenden MLS Cup setzte sich das Team rund um Ian Russell mit 4:2 gegen Chicago Fire durch und wurde zum zweiten Mal in der Geschichte des Franchises nordamerikanischer Fußballmeister. Dadurch qualifizierte sich das Team erneut für den CONCACAF Champions’ Cup. Ian Russell selbst wurde in diesem Jahr in 18 Spielen der regulären Spielzeit eingesetzt, wovon er in 16 von Beginn an zum Einsatz kam. Des Weiteren absolvierte er vier Play-off-Spiele, bei denen er zwei Treffer für seine Teamkameraden vorbereitete. Im Lamar Hunt U.S. Open Cup 2003 hingegen lief es für die Mannschaft nicht optimal; bereits im ersten Spiel, der Viertrundenpartie gegen die Seattle Sounders, unterlagen die Earthquakes mit 0:1.

Langsamer Niedergang bei den Earthquakes