Die Playoffs um den Stanley Cup des Jahres 2008 begannen am 9. April 2008 und endeten am 4. Juni 2008 mit dem 4:2-Erfolg der Detroit Red Wings über die Pittsburgh Penguins. Die Red Wings errangen damit ihren elften Stanley Cup und stellten in Henrik Zetterberg den zweiten Europäer der Liga-Historie, der mit der Conn Smythe Trophy als Most Valuable Player der Playoffs ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit Sidney Crosby von den Penguins führte Zetterberg auch die Scorerliste der post-season an. Ferner sorgte der Stanley-Cup-Gewinn für die Aufnahme von Zetterberg und seinen schwedischen Teamkollegen Nicklas Lidström und Mikael Samuelsson in den Triple Gold Club.

Modus Nachdem sich aus jeder Conference die drei Divisionssieger sowie die fünf weiteren punktbesten Teams der Conference qualifiziert haben, starten die im K.-o.-System ausgetragenen Playoffs. Dabei trifft der punktbeste Divisionssieger auf das achte und somit punktschlechteste qualifizierte Team, die Nummer 2 dieser Rangliste auf die Nummer 7 usw. Durch diesen Modus ist es möglich, dass eines oder mehrere qualifizierte Teams mehr Punkte als einer der Divisionssieger erzielt haben. Das gleiche Prinzip wird zur Bestimmung der Begegnungen der zweiten Playoff-Runde genutzt.

Jede Conference spielt in der Folge im Conference-Viertelfinale, Conference-Halbfinale und im Conference-Finale ihren Sieger aus, der dann im Finale um den Stanley Cup antritt. Alle Serien jeder Runde werden im Best-of-Seven-Modus ausgespielt, das heißt, dass ein Team vier Siege zum Erreichen der nächsten Runde benötigt. Das höher gesetzte Team hat dabei in den ersten beiden Spielen Heimrecht, die nächsten beiden das gegnerische Team. Sollte bis dahin kein Sieger aus der Runde hervorgegangen sein, wechselt das Heimrecht von Spiel zu Spiel. So hat die höher gesetzte Mannschaft in den Spielen 1, 2, 5 und 7, also vier der maximal sieben Spiele, einen Heimvorteil. Der Sieger der Eastern Conference wird mit der Prince of Wales Trophy ausgezeichnet und der Sieger der Western Conference mit der Clarence S. Campbell Bowl.

Bei Spielen, die nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten unentschieden bleiben, folgt die Overtime, die im Gegensatz zur regulären Saison mit fünf Feldspielern gespielt wird. Zudem endet sie durch das erste Tor (Sudden Death) und nicht, wie in der regulären Saison üblich, mit einem Shootout.

Qualifizierte Teams Eastern Conference Atlantic Division (2) (4) (5) (6)

Northeast Division (1) (7) (8)

Southeast Division (3) Western Conference Central Division (1) (8)

Northwest Division (3) (6) (7)

Pacific Division (2) (4) (5)

Playoff-Baum

Conference-Viertelfinale Eastern Conference (1) Canadiens de Montréal – (8) Boston Bruins Das eigentlich vom Papier her eindeutige Duell der Original-Six-Franchises aus Montréal und Boston entwickelte sich zu einer umkämpften Serie, die erst im entscheidenden siebten Spiel zu Gunsten der Canadiens ausfiel, obwohl diese in der regulären Saison alle acht Partien für sich entschieden hatten.

Die ausgeglichen besetzten Canadiens gingen in der Serie schnell mit zwei Siegen in Führung und feierten die Saisonsiege 9 und 10 über die Bruins, wodurch diesen bereits frühzeitig die Playoff-Tauglichkeit abgesprochen wurde. Boston kämpfte sich aber durch Siege in der dritten, fünften und sechsten Partie zurück und machte den zwischenzeitlichen 0:2- und 1:3-Rückstand in der Serie mit viel Kampfgeist wett. Zudem profitierten sie von den gelegentlichen Schwächen des relativ unerfahrenen Rookies Carey Price im Tor Montréals, der aber mit zwei Shutouts auch maßgeblichen Anteil am Weiterkommen der Canadiens hatte. Auf Seiten Montréals überzeugte zudem das junge Brüderpaar Andrej und Sjarhej Kaszizyn sowie Alexei Kowaljow.

(2) Pittsburgh Penguins – (7) Ottawa Senators Die Serie zwischen den jungen Pittsburgh Penguins und dem Vorjahresfinalisten Ottawa Senators war bereits nach der Minimalanzahl von vier Spielen beendet. Die Penguins gewannen sowohl ihre zwei Heimspiele als auch die beiden Partien in Ottawa deutlich und revanchierten sich somit für die 1:4-Niederlage in der letztjährigen Playoff-Serie beider Teams.

Vor allem die Offensive der Penguins unter der Führung von Sidney Crosby und Jewgeni Malkin, die acht respektive sieben Scorerpunkte erzielten, stellte eine unlösbare Aufgabe für die Verteidigung der Senators dar. Allein Torhüter Martin Gerber, der Ottawas bester Spieler der Serie war, zeigte überdurchschnittliche Leistungen. Die namhafte erste Sturmreihe der Senators um Jason Spezza, Dany Heatley und Daniel Alfredsson, der nach einer Verletzung erst im dritten Spiel zur Verfügung stand, brachte es auf lediglich zwei Torvorlagen und hatte somit, wie auch Pittsburghs Torwart Marc-André Fleury, maßgeblichen Anteil am einzigen Sweep in den acht Viertelfinalpaarungen.

(3) Washington Capitals – (6) Philadelphia Flyers Einen für die Playoffs unüblich offensiven Schlagabtausch boten sich die Washington Capitals und Philadelphia Flyers in ihrer sieben Spiele umfassenden Serie, die die Flyers knapp für sich entscheiden konnten. Dabei war vor allem auf ihr funktionierendes Powerplay um Daniel Brière Verlass.

Philadelphia gewann nach einer unglücklichen Auftaktniederlage die folgenden drei Partien und sah bereits wie der sichere Sieger der Serie aus. Zudem schaltete Philadelphias Defensive Washingtons Superstar Alexander Owetschkin, der nur ein Tor in den ersten fünf Partien erzielte, weitestgehend aus. Dafür hielt jedoch Mike Green mit wichtigen Toren dagegen und widersetzte sich dem Flyers-Offensivduo Daniel Brière und Václav Prospal. Owetschkin erzwang durch seinen Siegtreffer im sechsten Spiel trotz eines 0:2-Rückstandes in der Partie noch ein siebtes Spiel, das die Flyers aber in der Overtime gewannen.

(4) New Jersey Devils – (5) New York Rangers Die Serie der beiden Franchises von den Ufern des Hudson River gewannen die New York Rangers deutlich mit 4:1 und setzten damit ihre Dominanz gegenüber den New Jersey Devils aus der regulären Saison fort, in der sie nur eines der insgesamt acht Spiele verloren hatten.

Von Beginn an wurden die Paarungen zum Duell der beiden Torhüter Henrik Lundqvist und Martin Brodeur stilisiert, wobei die Rangers immer wieder versuchten, Brodeur aus dem Rhythmus zu bringen. Sean Avery ging dabei so weit, dass die Liga nach dem dritten Spiel der Serie eine neue Regel einführte, die sein Verhalten fortan als unsportlich einstufte und mit einer 2-Minuten-Strafe belegte. Avery hatte während einer 5-gegen-3 Überzahl seines Teams seine Hände und seinen Stock vor Brodeurs Gesicht hin- und herbewegt, ohne aktiv am Spielgeschehen teilzunehmen (s. „Sean-Avery-Regel“). New York gewann drei Spiele im Prudential Center, der Heimspielstätte New Jerseys, und diktierte weitestgehend das Tempo der Serie. Die Offensive der Rangers um Jaromír Jágr, Scott Gomez, Brandon Dubinsky und Sean Avery, gegen die die Devils mit ihrer defensiven Spielweise kaum ein geeignetes Mittel fand, erzielte in den fünf Partien insgesamt 19 Treffer. Der einzige Heimsieg der gesamten Serie gelang den Rangers im vierten Spiel.

Western Conference (1) Detroit Red Wings – (8) Nashville Predators Nicht ganz so viele Probleme wie die Canadiens de Montréal als topgesetztes Team der Eastern Conference hatten die Detroit Red Wings bei ihrem 4:2-Sieg über die Nashville Predators, die selbst bei ihrer vierten Playoff-Teilnahme nicht in der Lage waren, erstmals auf fremdem Eis einen Sieg zu entführen.

Der Außenseiter aus Nashville verkaufte sich dank seines Torhüters Dan Ellis teuer. Trotz eines 0:2-Rückstandes in der Serie schafften die Predators den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 2:2 und überraschten die eigentlich dominanten und individuell stärker besetzten Red Wings immer wieder mit furiosen Comebacks innerhalb der Spiele. Zur tragischen Figur der Serie avancierte ausgerechnet der teilweise brillant aufgelegte Ellis, dem im sechsten und letztlich entscheidenden Spiel ein folgenschwerer Fehler unterlief, als er einen Weitschuss aus der gegnerischen Hälfte passieren ließ. Detroits Sieg im sechsten Spiel war zugleich der einzige Auswärtssieg der gesamten Serie und unterstrich die Entscheidung Mike Babcocks ab dem fünften Spiel Chris Osgood statt Dominik Hašek als Stammtorwart einzusetzen.

(2) San Jose Sharks – (7) Calgary Flames Die wohl umkämpfteste und engste Serie der gesamten ersten Playoffrunde lieferten sich die San Jose Sharks und Calgary Flames. San Jose benötigte trotz der teilweise großen Überlegenheit und Favoritenrolle sieben Partien um die aufopferungsvoll kämpfenden Flames auszuschalten und in die nächste Runde einzuziehen.

Beide Teams hatten bereits früh in der Serie die Möglichkeit, die Serie in ihre Richtung zu lenken und dem Gegner die vorentscheidende Niederlage beizubringen. So vergaben die Sharks im dritten Spiel einen sicher geglaubten Sieg nach einer frühen 3:0-Führung im ersten Drittel und Calgary musste im vierten Spiel den Siegtreffer San Joses zehn Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit hinnehmen. Insgesamt agierten die Sharks mit ihrem breiten Angriff überlegen, doch Miikka Kiprusoff, Jarome Iginla und Dion Phaneuf hielten Calgary lange im Rennen. Im letzten und entscheidenden Spiel trumpfte Altstar Jeremy Roenick mit Torbeteiligungen an vier der fünf Tore San Joses groß auf.

(3) Minnesota Wild – (6) Colorado Avalanche Deutlich enger und ausgeglichener, als es das Endergebnis von 4:2-Siegen für Colorado vermuten ließ, verlief die Serie zwischen den Northwest-Division-Rivalen Minnesota Wild und Colorado Avalanche. Fünf der sechs Spiele endeten mit nur einem Tor Unterschied, davon weitere drei erst in der Overtime.

Nachdem die ersten drei Partien erst in der Verlängerung entschieden worden waren, setzte die Avalanche im vierten Spiel mit einem 5:1-Sieg ein Ausrufezeichen und drehte die Serie zu ihren Gunsten. Das starke Auftreten ihres Torhüters José Théodore in den beiden folgenden Partien sicherte Colorado den Einzug in die nächste Runde. Minnesotas Topscorer der regulären Saison, Marián Gáborík, enttäuschte mit nur einer einzigen Torvorlage im sechsten Spiel auf ganzer Linie. Bei Colorado zeichnete sich Andrew Brunette mit drei Treffern zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung aus.

(4) Anaheim Ducks – (5) Dallas Stars Deutlich einseitiger als von vielen erwartet verlief die Serie zwischen dem Stanley-Cup-Titelverteidiger Anaheim Ducks und den Dallas Stars, die die Serie problemlos mit vier Siegen aus sechs Spielen gewinnen konnten. Durch das Ausscheiden der Ducks qualifizierte sich der amtierende Titelträger zum fünften Mal in Folge nicht für die zweite Runde.

Bereits im ersten Spiel unterstrichen die Dallas Stars ihre Dominanz über den Division-Rivalen mit einem 4:0-Sieg, bei dem sie alleine drei Tore im Powerplay erzielten. Die Offensive der Stars um Mike Ribeiro, Brenden Morrow, Mike Modano und Brad Richards nutzte die Schwächen der Defensive und von Jean-Sébastien Giguère im Tor der Ducks rigoros aus. Zudem schaltete Dallas’ Torwart Marty Turco die Offensive des Gegners mit Ausnahme des dritten und fünften Spiels weitestgehend aus, woran auch das Comeback von Corey Perry nichts änderte.

Conference-Halbfinale Eastern Conference (1) Canadiens de Montréal – (6) Philadelphia Flyers Mehr als deutlich gewannen die Philadelphia Flyers ihre Serie gegen die Canadiens de Montréal, den Primus der regulären Saison der Eastern Conference, obwohl sie in selbiger noch alle vier Begegnungen verloren hatten. Am Ende gaben die unterschiedlichen Torhüterleistungen den Ausschlag für den 4:1-Sieg der Flyers.