Möning ist ein Gemeindeteil der Stadt Freystadt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern und eine Gemarkung.Quelle: BayernAtlas ALKIS Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen Möning mini|Möning (2024) mini|Möning Ortstraße mit St. Willibald (2024) Geographie

Lage Das HaufendorfHeinloth, S. 3 befindet sich etwa 5 Kilometer nördlich des Hauptortes Freystadt im fruchtbaren Albvorland der Südlichen Frankenalb am Fuße des sich südwestlich von Möning auf 529 Meter erhebenden Möningerbergs, wo auch der Freystädter Gemeindeteil Möningerberg liegt. Die Kreisstraßen NM 17 und NM 45 durchziehen das Pfarrdorf während rd. 1,5 km östlich die Hintere Schwarzach von Norden nach Süden fließt.

Gemarkung Die Gemarkung Möning hat eine Fläche von 8,1367 km². Sie ist in 1114 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7303,54 m² haben. In der Gemarkung liegt der Gemeindeteil Möningerberg und der Ort Möning selbst.

Nachbargemarkungen Quelle

Geschichte

Die Herren von Menega 1142 bis 1519 sind Ortsadelige nachweisbar.Buchner II, S. 162 Am 8. Juni 1142 tritt "Herolt de Menege" als Zeuge einer Urkunde des Abts Heinrich von Plankstetten auf. In welcher Beziehung dieser "Herolt" zu dem in einer Urkunde aus dem Mai Jahres 1142 genannten "Buchardus de Menega" steht ist ungeklärt. "Buchardus" wird dort als Zeuge genannt, als Kaiser Konrad III. das bayerische Kloster Ranshofen bei Braunau am Inn unter seinen Schutz stellte. Im Jahre 1166 ist "Purchart de Menige" in einer Urkunde Kaiser Friedrichs I. aufgeführt, als eine Besitzbestätigung für das Klosters Prüfening ausgefertigt wurde.Walter Stadelmann: Oberpfälzer Kulturbund / Nordgautag-2016 / Die Reichsministerialen von Möning Letztmals tritt Burkhard von Möning im Juni 1183 auf, als er den Regensburger Bischof Konrad bei einer Besitzbestätigung für Abt Reginbot vom Kloster Reichenbach unterstütze. Sein jüngerer Bruder Arnold tritt in einer Urkunde des Markgrafen Berthold von Vohburg im Jahre 1170 als Zeuge auf.

Von der Gründung bis zur Neuzeit Wie Ausgrabungen gezeigt haben, wurde der Ort im 7. Jahrhundert durch die Bajuwaren gegründet. Erstmals im Jahre 1062 wird Möning urkundlich erwähnt, als der Eichstätter Bischof Gundekar II. (* 1019; † 1075) in „Meningen“ eine Kirche weihte.Franz Heidingsfelder (Bearb.): Die Regesten der Bischöfe von Eichstätt. Erlangen: Palm & Enke, 1938, S. 85 (dort Nr. 58); Heinloth, S. 7W. Stadelmann, Die Reichsministerialen von Möning, Festschrift zum 41. Bayerischen Nordgautag, Regensburg 2016

Vor 1286 gab der Reichsministeriale Ulrich von Sulzbürg einen Hof zu Möning aus ehemaligem Reichsgut dem Kloster Seligenporten.Heinloth, S. 80 1286 verkaufte er der Deutschordenskommende Nürnberg all seine Güter zu „Menig“ samt dem Dorfgericht.Heinloth, S. 81; Lullies, S. 21, Nr. 21 Auch an die Nürnberger Kommende veräußerte Gottfried von Heydeck den Meierhof von Möning.Lullies, S. 19, Anmerkung zu Nr. 18 1291 verkauften die Brüder Hilpolt und Heinrich von Stein, gesessen zu Burg Niedersulzbürg, die Burg und das Lehen zu Möning an das Kloster Seligenporten, Güter, die sie durch Heirat von den Sulzbürgern erhalten hatten.Heinloth, S. 94; Buchner II, S. 162 1295 ging von Hilpolt von Stein ein Gut in Möning an die Seligenportener Schwestern.Heinloth, S. 140

Die Wolfsteiner, Besitznachfolger der Herren von Stein, zählten zu ihrer Herrschaft Sulzbürg nur einen Achtelhof Mönings, zu ihrer Herrschaft Pyrbaum dagegen 44 Höfe unterschiedlicher Größe.Heinloth, S. 107 f. Der Deutschordenspfleger zu Postbauer verfügte laut einer Güterbeschreibung von 1670 über 15 Besitzungen in Möning.Heinloth, S. 166

1556 wurde unter Pfalzgraf Ottheinrich die Reformation eingeführt; 1625 wurde die Oberpfalz und damit auch Möning wieder katholisch. 1604 ist eine Schule genannt. 1788 wurde sie neu erbaut, 1826 durch einen Schulhaussaal und 1889 noch einmal erweitert. Ein neues Schulhaus wurde 1965 bis 1967 erbaut, das nach 2015 zugunsten der Schule in Freystadt seine Tore schloss.Buchner II, S. 164 f., 169 f., 173

Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, umfasste Möning 104 Anwesen, die fünf grundherrschaftlichen Ämtern unterstanden. Der Obernen Hofmark Berngau gehörten 30 Höfe, dem kurfürstlichen Klosterrichteramt Seligenporten zehn Höfe, dem Deutsch-Ordenspflegamt Postbauer 19 Höfe, der kurfürstlichen Kabinettsherrschaft Pyrbaum, errichtet nach dem Aussterben der Wolfsteiner 1740 und dem Heimfall ihrer Lehen an Bayern, 44 Höfe, und der kurfürstlichen Kabinettsherrschaft Sulzbürg ein Hof.Heinloth, S. 270

Gemeinde Möning Im Königreich Bayern wurde mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Ruralgemeinde Möning aus Möning, Möningerberg und Reckenstetten gebildet. Sie gehörte dem Landgericht (ab 1862 Bezirksamt, ab 1879 Landkreis) Neumarkt an.Heinloth, S. 325 1836 bestand das Dorf aus 103 Häusern, 1 Pfarrkirche, 1 Kapelle, 1 Pfarrhof, 1 Schulhaus und 2 Wirtshäusern.Repertorium des topographischen Atlasblattes. Neumarkt, 1836, S. 22

1875 hatte die Gemeinde Möning in ihren drei Orten insgesamt 568 Einwohner, die alle katholisch waren. Im Gemeindesitz gab es 278 Gebäude, davon 121 Wohngebäude; es wurden 28 Pferde (davon 27 in Möning selbst), 535 Stück Rindvieh (davon 509 in Möning selbst), 342 Schafe, 287 Schweine und 13 Ziegen gehalten.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 881 1900 hatte die 811 Hektar große Gemeinde 116 Wohngebäude und 596 Einwohner, darunter zwei Protestanten. In den drei Orten gab es nunmehr insgesamt 24 Pferde, 590 Stück Rindvieh, 167 Schafe, 517 Schweine und neun Ziegen.Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Sp. 866 Der Rückgang der Schafhaltung und die erhebliche Zunahme der Schweinehaltung ist in diesem Zeitraum von 25 Jahren auch in vielen anderen Gemeinden zu beobachten.Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 550

Am 4. Oktober 1958 wurde der Wasserversorgungs-Zweckverband „Möninger Gruppe“ gegründet. Der Bau der notwendigen Einrichtungen und Leitungen erfolgte in den Jahren 1959 bis 1963. Die Einweihung und Inbetriebnahme des Leitungsnetzes erfolgte am 22. Juni 1963 mit 548 Hausanschlüssen in den Orten Möning, Pavelsbach, (twl.) Reckenstetten und Seligenporten.Johann Gruber und Hans Brandl: Möning, Wöis amal woar / Möning im März 2017

Gemeindegebietsreform Mit der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Möning zum 1. Januar 1972 in die Stadt Freystadt eingemeindet.Wilhelm Volkert (Hg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980, München 1983, S. 533

Einwohnerentwicklung Durch die Ausweisung von Neubaugebieten entwickelte sich die Einwohnerzahl ab dem Jahre 1968 recht dynamisch. Nachstehend die Daten zu den Hauptwohnsitzen in Möning: +Gemeinde MöningBerichtsjahrEinwohnerzahlAnmerkungen18406361852601185560918615751875541121 WohngebäudeOrtschaften-Verzeichnis 1875, Spalte 881188055818905751900596116 WohngebäudeOrtschaften-Verzeichnis 1904, Spalte 88619106291925610193959019506831961652131 WohngebäudeOrtsverzeichnis 1964, Spalte 550 +Pfarrdorf MöningBerichtsjahrEinwohnerzahlAnmerkungen1875545264 GebäudeOrtschaften-Verzeichnis 1875, Spalte 8811900576111 WohngebäudeOrtschaften-Verzeichnis 1904, Sp. 8661938599nur KatholikenBuchner II, S. 1741961624126 WohngebäudeOrtsverzeichnis 1964, Spalte 5501987778197 Wohngebäude 222 WohnungenAmtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 25820161090QuelleWebsite der Gemeinde Freystadt20231115QuelleMitteilungsblatt der Stadt Freystadt 01/2024 Seite 1320241126QuelleMitteilungsblatt der Stadt Freystadt 02/2025 Seite 920251107QuelleMitteilungsblatt der Stadt Freystadt 01/2026 Seite 9 mini|hochkant|Pfarrhaus mini|hochkant|Kriegerdenkmal mit Mariensäule mini|hochkant|Ehem. Gaststätte

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Vereine und Gruppierungen In Möning gibt es (Stand: 2026) fünf Vereine und fünf Gruppierungen. Neben dem ältester Verein, der Freiwillige Feuerwehr, sind in Möning der Obst- und Gartenbauverein, der Soldaten- und Reservisten-Verein, die Bergschützen Möning und der FC Möning aktiv. Bei dem Sportverein, der neben Fußball, Ski, Tennis und Tischtennis auch Breitensport anbietet, handelt es sich um den mitgliederstärksten Verein Mönings. Die KLJB, der Stiefelclub, der Modellsegelflugclub Möninger Berg, der FC Bayern-Fanclub Möning 2001 und die Nachbarschaftshilfe Möning runden das Möninger Vereinsspektrum ab.

Baudenkmäler Neben der Pfarrkirche St. WillibaldBuchner II, S. 172 f., 174; zweiseitiger Kirchenführer in der Kirche. gelten das Pfarrhaus aus dem Jahre 1816 mit Mansardenwalmdach (der Vorgängerbau war 1807 abgebrannt)Sixtus Lampl und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern, Band III: Oberpfalz. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler, München: R. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 147; Buchner II, S. 169 und das Kriegerdenkmal mit der Mariensäule von 1920.

Zwei Wegkapellen aus dem 18./19. Jahrhundert, die

"Schmierl-Kapelle" an der Dr. Buchner Straße und die "Grafenbauer-Kapelle" an der Pavelsbacherstraße

sind ebenfalls als Baudenkmal erfasst. Daneben sind noch die

"Waldbauer-Kapelle" an der Kreuzung Seligenportener- und Raiffeisenstraße und die "Gusl-Kapelle" bei der Abzweigung an der Freystädterstr. 14

zu nennen.

Ortsnamensdeutung Der Ortsname deutet auf eine Bajuwaren-Sippensiedlung des Meno oder Mano.Heinloth, S. 7

Gemäß den Forschungen der Kommission für bayerische Landesgeschichte basiert der Ortsname auf den althochdeutschen Personennamen Man(n)o oder Menno und dem Suffix -ing- der die Zugehörigkeit zu einer Personensippe bezeichnet. Die Namensbedeutung ist somit "bei den Leuten des Man(n)o bzw. Menno".

Verkehrsanbindung Zu erreichen ist das Dorf von Osten und von Norden her über die Kreisstraße NM 17, von Westen her über die Kreisstraße NM 45. Gemeindeverbindungsstraßen führen von Möning nach Wolfsricht und nach Pavelsbach.

Über die VGN-Buslinien 514 und 516 ist Möning an den ÖPNV angebunden.

Persönlichkeiten Franz Xaver Buchner (1872–1959), Priester, Domkapitular in Eichstätt und Kirchenhistoriker, ist gebürtig von Möning.

Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, II. Band: Eichstätt 1938 Bernhard Heinloth (Bearbeiter): Historischer Atlas von Bayern. Teil Altbayern, Heft 16: Neumarkt, München 1967 Eckard Lullies: Die ältesten Lehnbücher des Hochstifts Eichstätt, Ansbach 2012

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Stadtteil von Freystadt Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) Kategorie:Ersterwähnung im 11. Jahrhundert Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)