mini|Graffito von Heiko und Henny Ploeger, nach einem Foto auf einem Stromkasten gesprüht von Sponk alias Dan Geffert Heiko Ploeger (* 12. Juli 1898 in Leer (Ostfriesland); † 15. September 1944 in Dortmund) war ein deutsches Mitglied der kommunistischen Knöchel-Seng-Gruppe im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Er wurde 1944 hingerichtet.
Leben
mini|Grabstein von Heiko Ploeger bei der Gedenkveranstaltung 2017 Heiko Ploeger erlernte den Beruf des Maschinenschlossers. Als 17-Jähriger meldete er sich im Ersten Weltkrieg freiwillig zur Marine. Mit dreißig Jahren kam er nach Herford und heiratete Henny Niederbeckmann. Vermutlich durch den Einfluss seiner Frau, die aus einer sozialdemokratischen Familie stammte, wurde er 1928 Mitglied der SPD und des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes. Heiko Ploeger engagierte sich in der Partei gegen den Nationalsozialismus. Noch vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten verteilte er zusammen mit seiner Frau Henny und anderen in Herford Flugblätter und schrieb Parolen an Wände. Diese Aktionen setzten sie nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten fort. Vermutlich geschah die Verteilung von Flugblättern innerhalb einer konspirativen Gruppe von Sozialdemokraten und Kommunisten, da die Ploegers eng mit ihrem kommunistischen Nachbar Willi Osterhagen befreundet waren. , Begleitmaterialien zur Ausstellung, Zusammengestellt und herausgegeben von Saskia Bruns und Christoph Laue, Schriftenreihe der Gedenkstätte Zellentrakt, Band 2, 2015 Ploeger arbeitete seit 1928 in den Dürkopp-Adler-Werken in Bielefeld, dort agitierte er in einer Gruppe gegen den Nationalsozialismus und nutzte dabei Informationen, die er durch BBC und andere Feindsendern gewonnen hatte.
Heiko Ploeger wurde am Abend des 18. Januar 1944 gleichzeitig mit anderen in seiner Wohnung in Herford verhaftet und anschließend ins Polizeigefängnis nach Bielefeld gebracht.widerstand-gegen-ns.de, Heiko Ploeger Am 15. September 1944 wurde er in der Justizvollzugsanstalt Dortmund hingerichtet, nachdem er vom Oberlandesgericht Hamm wegen Hochverrat zum Tod verurteilt worden war. Seine letzten Worte an seine Frau waren: „Ich hoffe, dass ein freieres Deutschland für Euch entsteht. Ich habe dafür gestrebt und gelitten. Deutschland wird es anerkennen.“, Website der Ernst Barlach Schule, 18. Januar 2013
Nach seiner Hinrichtung wurde er zusammen mit dem ebenfalls hingerichteten Gustav Höcker und anderen Kollegen in einer Friedhofsecke verscharrt., Bielefelder StadtarchivIm Zeichen des Hakenkreuzes. Bielefeld 1933-1945, Reinhard Vogelsang, Bielefeld 1986, S. 93ff Stolperstein von Gustav Höcker, www.stolpersteine.de Die für sein Todesurteil verantwortlichen Richter waren nach dem Ende des Krieges weiterhin als Richter tätig.
Ehrungen nach seinem Tode
mini|Heiko Ploeger Gedenkveranstaltung 2017 Heiko Ploeegers Leiche wurde nach Kriegsende nach Herford überführt und dort bei einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung von SPD und KPD beerdigt. Eine Straße in Herford ist nach Heiko Ploeger benannt.Heiko Ploeger Weg, meinestadt.de Die Leichen der ebenfalls hingerichteten Kollegen von Heiko Ploeger wurden in Bielefeld auf dem Sennefriedhof in ein Ehrengrabfeld für politische Gefangene beigesetzt. Von 1988 bis 2008 wurde zunächst jährlich und später alle zwei Jahre der Heiko-Ploeger-Preis für Zivilcourage vergeben.Politik streitet um Heiko-Ploeger-Preis Neue Westfälische, 17. Oktober 2011 2010 entbrannte ein Streit um den potentiellen Preisträger, da der aussichtsreichste Kandidat von der CDU abgelehnt worden war.Das zukünftige Erinnern an Heiko Ploeger Neue Westfälische, 1. März 2012 Seit 2012 findet stattdessen jedes Jahr zu seinem Todestag eine Gedenkveranstaltung an seinem Grab auf dem Friedhof Ewiger Frieden in Herford statt.ostwestfalen-lippe.dgb.de, Flyer für die Heiko Ploeger Gedenkveranstaltung am 15. September 2013Angst lähmt - damals wie heute , Neue Westfälische, 17. September 2012 Im Mai 2018 wurde ein Stromkasten im Rahmen des Kunstprojektes Graffiti an Stromkästen auf Initiative des Herforder Vereines Rat und Tat mit dem Porträt von Henny und Heiko Ploeger besprüht.Historische Motive bereichern Herforder Stadtbild Neue Westfälische, 25. Mai 2018 Im September 2023 wurde neben Heiko Ploegers Grabstein auch ein Grabstein in Erinnerung an seine Frau Henny angebracht.Herford Grabstein für eine starke Frau Westfalen-Blatt, 9 September 2023
Literatur Dieter Begemann: „Ich hoffe, daß ein freieres Deutschland für Euch entsteht“. Das Schicksal des 1944 hingerichteten Arbeiters Heiko Ploeger. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1988, ISBN 3-927085-03-0.
Einzelnachweise
Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer) Kategorie:Person, für die in Nordrhein-Westfalen ein Stolperstein verlegt wurde Kategorie:SPD-Mitglied Kategorie:Person (Herford) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1898 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann Kategorie:Person der Knöchel-Seng-Gruppe