mini|Werbeschild "Radfahrer Station - Pauli's Handbuch der Radfahrer Sachsens" mini|Logo des Lausitzer Radfahrer-Bunds, 1906 bis 1933
Georg Pauli (* 8. Juni 1867 in Dresden; † 18. Mai 1949 in Demitz-Thumitz) war Lehrer und Gründer des Lausitzer Radfahrer-Bundes, den er 1906 mit Mitgliedern des örtlichen Radfahrervereins gründete. Von 1906 bis 1920 war er Vorsitzender des Lausitzer Radfahrer-Bunds, danach Ehrenvorsitzender.Handbuch 1925, Lausitzer Radfahrer-Bund e.V.: Druck von E. L. Försters Erben, Pulsnitz i. Sa., S. 36.
Für seine erste Anstellung als Hilfslehrer in Deutschneudorf zog er ab April 1889 ins Erzgebirge. 1892 heirateten Georg Pauli und Toni Hofman und zogen, nachdem er eine Zeitlang an verschiedenen Dresdner Schulen als Hilfslehrer arbeitete, Ostern 1894 nach Breitenau bei Oederan. Dort lebte und arbeitete er in den nächsten sechs Jahren mit einer ständigen Lehrerstelle.
In Oederan vertrat er die Allgemeine Radfahrer-Union als Consul. Ostern 1900 wechselte er auf die frei gewordene dritte ständige Lehrerstelle nach Demitz-Thumitz.
Ab 1901 veröffentlichte Georg Pauli erstmals das Handbuch der Radfahrvereine Sachsens (später: Paulis Handbuch der Rad- und Motorfahrer Sachsens). Im Vorwort schrieb er 1901: „Vorliegendes Buch enthält in alphabetischer Reihenfolge sämtliche Radfahrvereine Sachsens, ca. 450 an der Zahl“.Georg Pauli: Paulis Handbuch der Radfahrvereine Sachsens, 1901, S. 4. Darüber hinaus veröffentlichte er in verschiedenen Tageszeitungen und für die Radfahrerzeitungen der Lausitz.Deutsche Radler-Post, Pulsnitz Er veröffentlichte Reiseberichte und humoristische Radfahrerliteratur. Pauli baute sich 1905 in Demitz-Thumitz eine kleine Druckerei auf, die er 1930 an seinen jüngsten Sohn weitergab.
Mit 56 Jahren trat Georg Pauli 1924 als Oberlehrer der Volksschule und der Gewerbeschule in den Ruhestand. Nach eigenen Angaben widmete er sich danach vermehrt seinen Vereinen und Ehrenämtern: im Vorstand des Gemeinnützigen Bauvereins G.m.b.H., als Dirigent und Ehrenliedermeister im Männergesangsverein, im Radfahrerverein, im Theaterverein, im Gebirgsverein, im Kaninchenzüchterverein, als Bezirksvorstand im Kaninchenzüchterverband Bischofswerda-Kamenz, als Kassierer im Bezirkslehrerverein Bischofswerda, als Vergnügungsvorstand des Landwirtschaftlichen Vereins und der Schützengesellschaft, im Hausbesitzerverein, in der Freiwilligen Feuerwehr, im Turnverein, im Bienenzüchterverein und anderen.Quelle: autobiografische Aufzeichnungen im Nachlass Georg Paulis
Der Heimatverein Demitz-Thumitz beschloss, das Grab der Familie Pauli zum Gedenken an Georg Pauli auf den Demitzer Friedhof für immer bestehen zu lassen, um daran zu erinnern, dass er nicht nur den Lausitzer Radfahrer-Bund, sondern auch zahlreiche andere Vereine der Region mitgründete.
Eigene Veröffentlichungen mini|Paulis Handbuch der Rad- und Motorradfahrer Sachsens 1906, I. Teil
Eine Morgenfahrt des Radfahrer-Klubs Geölter Blitz, in: Radfahrersport, 1899, (Radfahrer-Pantomimen 7)Vgl. Heinrich Conrad: Christian Gottlob Kayser's Vollständiges Bücher-Lexicon. Sach- und Schlagwortregister zum dreiunddreissigsten und vierunddreissigsten Bande 1903-1906, Leipzig 1908, S. 311 Paulis Führer durch Dresden und die Sächs.-Böhm. Schweiz für Radfahrer : nebst einer Uebersichtskarte hrsg. von Georg Pauli, Demitz, Sa., Mittelbachs Verlag, Leipzig, 1902. Der Klosterberg und seine Umgebung : Mit Karten und Abbildungen : im Auftrag des Gebirgsvereins Demitz-Thumitz-Klosterberg, hrsg. mit Oswald Zickmantel (Lehrer), Selbstverlag, Demitz-Thumitz, 1910, SLUB, DNB Deutsche Radler-Post, ab 1911, DNB Lausitzer Radlerpost, 23 Jahrgänge Um den ersten Preis, Radlerschwank, 1913 Zucht- und Kassabuch für Kaninchenzüchter, 1918 Radler-Lust : Liederbuch für Radfahrer, Druck und Verlag: Rauh & Pohle, Leipzig 1922 Freud' und Leid aus meiner Radlerzeit, 1924 Adress- und Heimatbuch für Demitz-Thumitz, 1925 Adress- und Heimatbuch für Demitz-Thumitz mit Karte, 1929 Meine Kindheit : Lebenserinnerungen von Georg Pauli, 1933, SLUB Meine Studienzeit : Lebenserinnerungen von Georg Pauli, II. Teil, 1934, SLUB
Paulis Handbuch der Rad- und Motorfahrer Sachsens mini|Quelle: Paulis Handbuch der Rad- und Motorradfahrer Sachsens 1906, II. Teil, S. 2/3
Paulis Handbuch erschien in 17 Jahrgängen ab 1901.SLUB Dresden: Paulis Handbuch der Radfahrvereine Sachsens, 1901.DNB-Katalog.SLUB Dresden: Paulis Handbuch der Rad- und Motorfahrer Sachsens, ab 1906. Die Handbücher enthielten Angaben der Vertreter und Adressen der sächsischen Radfahrvereine und -verbände, Polizeiverordnungen, "Sports-Chroniken", Angaben zu sächsischen Fahrradfabriken, -händlern und Reparaturwerkstätten, Tourenbeschreibungen, Hotels, Gasthäuser und Einkehrstellen.Paulis Handbuch der Radfahrer Sachsens, 1903, Inhaltsverzeichnis.
Georg Paulis verlegerische Tätigkeit umfasste darüber hinaus Festschriften und Titel wie z. B. Die christliche Wissenschaft des Pfarrers Dr.lie. Zöller.Quelle der Veröffentlichungen: autobiografische Aufzeichnungen im Nachlass Georg Paulis; Lebenserinnerungen: Meine Kindheit (1933), Meine Studienzeit (1934), beide: in SLUB Dresden.
Literatur Jens Bemme: Der Lausitzer Radfahrer-Bund. Spurensuche in der Sport-, Verkehrs- und Vereinsgeschichte der Oberlausitz. In: Görlitzer Magazin 29/2016, S. 82 ff., digitale Version. ISBN 978-3-944560-39-7 Jens Bemme: Radfahrer-Bünde in der Oberlausitz. Fortsetzung einer Spurensuche im Jubiläumsjahr „200 Jahre Fahrrad“. In: Görlitzer Magazin 30/2017, S. 82 ff., digitale Version. ISBN 978-3-944560-47-2
Fußnoten
Kategorie:Demitz-Thumitz Kategorie:Radsportler (Deutschland) Kategorie:Person (Fahrradorganisation) Kategorie:Person (Lausitz) Kategorie:Person (Oberlausitz) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1867 Kategorie:Gestorben 1949 Kategorie:Mann