Der SC 07 Bad Neuenahr (offiziell: Sportclub 07 Bad Neuenahr e. V.) war ein deutscher Fußballverein aus Bad Neuenahr-Ahrweiler mit den Vereinsfarben Rot und Schwarz. Aushängeschild des Vereins war die 1969 gegründete Frauenfußballabteilung, die 1978 die Deutsche Meisterschaft gewann. Der SC 07 Bad Neuenahr war Gründungsmitglied der Frauen-Bundesliga und gehörte nach mehreren Auf- und Abstiegen von 1997 bis 2013 ununterbrochen dieser Spielklasse an. Nach einem Antrag auf Insolvenz wurde am 28. September 2013 der SC 13 Bad Neuenahr gegründet, der im Januar 2014 die Nachfolge des SC 07 Bad Neuenahr antrat. Die Männermannschaft des SC 07 Bad Neuenahr nahm einmal am DFB-Pokal teil, spielte zwischen 1951 und 1955 in der zweitklassigen II. Division Südwest und gewann zweimal den Rheinlandpokal.
Geschichte Der SC 07 Bad Neuenahr wurde am 8. Juni 1907 unter dem Namen FV 1907 Bad Neuenahr gegründet und gehört damit zu den ältesten Fußballvereinen im Rheinland. Zu einem späteren, nicht genauer bekannten Zeitpunkt, wurde der Verein in SC 07 Bad Neuenahr umbenannt.Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 193. Nachdem der langjährige Präsident und sportliche Leiter Bernd Stemmeler am 17. Mai 2013 verstorben war, stellte der Verein am 27. Mai 2013 beim Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler einen Insolvenzantrag. Wenige Wochen später verkündete die Vereinsführung den freiwilligen Rückzug aus der Bundesliga. In der Saison 2013/14 trat der Verein in der 2. Bundesliga Süd an, mit Beginn der Rückrunde 2013/2014 unter dem Namen SC 13 Bad Neuenahr.
Frauenfußball Frühe Jahre (bis 1990) Die Frauenfußballabteilung wurde am 20. Juni 1969 gegründet, obwohl Frauenfußball zum damaligen Zeitpunkt noch vom Deutschen Fußball-Bund verboten war. Am 1. Mai 1970 richtete der Verein das damals größte Frauenfußballturnier der Welt aus. Der Erfolg des Turniers sprach sich bis nach Italien herum. Der SC 07 Bad Neuenahr wurde daraufhin als deutscher Vertreter zur inoffiziellen Weltmeisterschaft eingeladen. Das historische Datum, der 15. Oktober 1970, wird bis heute alljährlich gefeiert. Nachdem der DFB den Frauenfußball am 31. Oktober 1970 wieder legalisiert hatte, entwickelte sich der SC 07 Bad Neuenahr zum stärksten Verein im Rheinland. Vor Einführung der Bundesliga nahm die Mannschaft an 13 von 17 Endrunden um die Deutsche Meisterschaft teil. Am erfolgreichsten war die Mannschaft im Jahr 1978. Über die Stationen Rendsburger TSV, SC Freiburg und KBC Duisburg wurde das Finale gegen den FC Hellas Marpingen erreicht.
Das Hinspiel im eigenen Stadion gewann Bad Neuenahr vor 1500 Zuschauern mit 2:0. Christa Nüsser erzielte dabei beide Treffer. Das Rückspiel wurde vor 4000 Zuschauern in Eppelborn durch ein Eigentor von Schreiber mit 0:1 verloren. Aber das Ergebnis reichte für die bis heute einzige Deutsche Meisterschaft für die Rheinländerinnen.Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 2: Bundesliga & Co. AGON Sportverlag, Kassel 1997, ISBN 3-89609-113-1, S. 114. 1980 und 1981 erreichte der Verein jeweils das Halbfinale. Dort war jedoch gegen den KBC Duisburg bzw. SSG 09 Bergisch Gladbach Endstation. Im DFB-Pokal-Wettbewerb erreichte Bad Neuenahr in den Jahren 1981, 1982, 1984 und 1986 jeweils das Halbfinale, scheiterte dort aber an der SSG 09 Bad Neuenahr, VfL Wittekind Wildeshausen, VfR Eintracht Wolfsburg bzw. dem TSV Siegen.Grüne (1997), S. 137, 145, 158, 173 Ab Mitte der 1980er Jahre bekam der SC 07 Bad Neuenahr mit dem TuS Ahrbach erstmals ernstzunehmende Konkurrenz, der sich 1985, 1986, 1988 und 1989 jeweils die Rheinlandmeisterschaft sichern konnte und um die deutsche Meisterschaft spielte. Dennoch wurde Bad Neuenahr im Jahre 1990 wieder Rheinlandmeister und qualifizierte sich damit für die seinerzeit eingeführte zweigleisige Bundesliga.
Die 1990er Jahre mini|hochkant|Steffi Jones In den frühen Jahren der seinerzeit zweigleisigen Bundesliga wurde der SC 07 Bad Neuenahr zu einer Fahrstuhlmannschaft. Nach der ersten Bundesligasaison 1990/91 stiegen die Kurstädterinnen zusammen mit dem TuS Binzen ab. In der folgenden Saison 1991/92 scheiterte die Mannschaft in der Aufstiegsrunde noch am FC Wacker München. Ein Jahr später gelang nach einer ungeschlagenen Aufstiegsrunde die Rückkehr in die Bundesliga Süd. Doch in der Saison 1993/94 ging es gleich wieder runter, nachdem ein Punkt gegenüber den Mitaufsteiger TuS Wörrstadt fehlte. Erneut gelang der direkte Wiederaufstieg, jedoch wurde auch in der folgenden Saison 1995/96 wurde der Klassenerhalt als Tabellenletzter verfehlt. 1997 gelang in der Relegation zur nunmehr eingleisigen Bundesliga der dritte Aufstieg ins Oberhaus, wobei sich die Mannschaft gegen die Bundesligisten TSV Crailsheim und FSV Schwarzbach durchsetzen konnte. Gleichzeitig wurde die Fahrstuhlära beendet.Grüne (1997), S. 212, 224, 232, 239, , 247, 256, 264
In den ersten beiden Jahren der eingleisigen Bundesliga 1997/98 und 1998/99 konnte die Mannschaft nur jeweils knapp die Klasse halten. Dafür wurde der von Iraklis Metaxas trainierte SC 07 Bad Neuenahr in der Saison 1999/2000 zur Überraschungsmannschaft und erreichte den sechsten Platz. Jedoch verlor der Verein am Saisonende Leistungsträgerinnen wie Steffi Jones und Bianca Rech. Im DFB-Pokal schied der Verein zunächst entweder in der ersten oder zweiten Runde aus. Lediglich 1998 und 1999 wurde das Viertelfinale erreicht.
Neues Jahrtausend zur Insolvenz (2000 bis 2013) mini|hochkant|Célia Šašić (geb. Okoyino da Mbabi) Zu Beginn der 2000er Jahre rutschte der Verein zunächst wieder in das untere Tabellendrittel ab, ehe unter der Trainerin Doreen Meier in der Saison 2004/05 Platz fünf erreicht wurde. Im Sommer 2005 übernahm Ex-Profi Dietmar Schacht das Traineramt, er führte die Mannschaft auf Anhieb auf den vierten Platz in der Saison 2005/06. Mit Almuth Schult, Célia Okoyino da Mbabi und Lena Goeßling stellte der Verein zu der Zeit drei A-Nationalspielerinnen. Am 23. Januar 2008 trennte sich der Verein überraschend von Schacht. Die Nachfolge trat als Interimslösung die spielende Co-Trainerin Sandra Minnert an. Thomas Obliers führte das Team in den Saisons 2009/10 und 2010/11 in das obere Tabellendrittel. Darüber hinaus zogen die Kurstädterinnen in der Saison 2010/11 nochmal in das Pokalhalbfinale ein, scheiterten dort aber am 1. FFC Frankfurt.
Am 1. Juli 2011 übernahm Ex-Profi Colin Bell (u. a. TuS Koblenz, 1. FSV Mainz 05, 1. FC Köln) das Zepter an der Ahr und für den Fußballverband Rheinland auch die Koordination der DFB-Eliteschule. Sportlich erreichte die Mannschaft Positionen im gesicherten Mittelfeld der Tabelle, jedoch verschlechterte sich die finanzielle Situation des Vereins immer weiter. Nachdem der Vorstand Ende Mai 2013 den Insolvenzantrag stellte, musste die Mannschaft trotz dem sechsten Platzes in die 2. Bundesliga absteigen.
Statistik Erfolge Deutscher Meister: 1978 DFB-Pokal-Halbfinalist: 1981, 1982, 1984, 1986 20 × Rheinlandmeister 22 × Rheinlandpokal-Sieger
Deutsche Meisterschaft & DFB-Pokal vor 1990 Saison Meisterschaft DFB-Pokal Saison Meisterschaft DFB-Pokal Saison Meisterschaft DFB-Pokal 1973/74 Gruppenphase nicht ausgetragen 1979/80 Halbfinale nicht ausgetragen 1985/86 nicht qualifiziert Halbfinale 1974/75 Viertelfinale nicht ausgetragen 1980/81 Halbfinale Halbfinale 1986/87 Achtelfinale Achtelfinale 1975/76 Achtelfinale nicht ausgetragen 1981/82 Achtelfinale Halbfinale 1987/88 nicht qualifiziert Achtelfinale 1976/77 Viertelfinale nicht ausgetragen 1982/83 Halbfinale Viertelfinale 1988/89 nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1977/78 Sieger nicht ausgetragen 1983/84 Viertelfinale Halbfinale 1989/90 Achtelfinale nicht qualifiziert 1978/79 Viertelfinale nicht ausgetragen 1984/85 nicht qualifiziert Viertelfinale
Saisonbilanzen Grün unterlegte Platzierungen kennzeichnen einen Aufstieg, rot unterlegte einen Abstieg. unterlegte Platzierungen zeigen die Qualifikation für Aufstiegsrunden an.
Saison Liga Platz S U N Tore Punkte Pokal erfolgreichste Torschützin Zuschauerschnitt 1990/91 Bundesliga Süd 9. 3 2 13 13:52 8:28 nicht qualifiziert Annette Eulenbach (3) nicht bekannt 1991/92 Verbandsliga Rheinland 1. 14 0 0 86:2 28:0 2. Runde nicht bekannt nicht bekannt Aufstiegsrunde 4. 0 2 4 6:17 2:10 1992/93 Verbandsliga Rheinland 1. 147:10 37:3 2. Runde nicht bekannt nicht bekannt Aufstiegsrunde 1. 5 1 0 23:3 11:1 1993/94 Bundesliga Süd 9. 2 3 13 23:51 7:29 1. Runde Annette Eulenbach (7) nicht bekannt 1994/95 Verbandsliga Rheinland 1. 19 1 0 152:9 39:1 1. Runde nicht bekannt nicht bekannt Aufstiegsrunde 1. 4 1 1 20:7 9:3 1995/96 Bundesliga Süd 10. 2 2 14 17:65 6:30 2. Runde Carmen Schäfer (8) nicht bekannt 1996/97 Oberliga Südwest 1. 15 1 0 94:11 46 1. Runde nicht bekannt nicht bekannt Relegation 1. 5 0 1 18:8 15 1997/98 Bundesliga 10. 5 4 13 23:49 19 Viertelfinale Carmen Schäfer (11) 239 1998/99 Bundesliga 10. 5 8 9 18:43 23 Viertelfinale Steffi Jones (6) 200 1999/00 Bundesliga 6. 12 2 8 41:28 38 Achtelfinale Carmen Schäfer (10) 232 2000/01 Bundesliga 9. 7 5 10 36:55 26 Viertelfinale Martina Müller (17) 338 2001/02 Bundesliga 9. 6 4 12 24:51 22 Viertelfinale Martina Müller (10) 260 2002/03 Bundesliga 10. 7 2 13 31:73 23 Achtelfinale Martina Müller (14) 292 2003/04 Bundesliga 8. 8 3 11 35:55 27 Viertelfinale Martina Müller (16) 490 2004/05 Bundesliga 5. 10 3 9 40:42 33 Viertelfinale Isabell Bachor (12) 475 2005/06 Bundesliga 4. 14 2 6 61:40 44 Achtelfinale Isabell Bachor (17) 531 2006/07 Bundesliga 5. 10 3 9 45:45 33 2. Runde Lydia Neumann (13) 627 2007/08 Bundesliga 5. 12 1 9 43:33 37 Achtelfinale Isabell Bachor & Célia Okoyino da Mbabi (je 9) 566 2008/09 Bundesliga 10. 5 3 14 26:74 18 Achtelfinale Isabel Bachor (7) 490 2009/10 Bundesliga 6. 10 2 10 35:36 32 2. Runde Célia Okoyino da Mbabi (15) 596 2010/11 Bundesliga 6. 11 0 11 54:48 33 Halbfinale Célia Okoyino da Mbabi (17) 542 2011/12 Bundesliga 7. 7 5 10 26:22 22 Viertelfinale Célia Okoyino da Mbabi (11) 759 2012/13 Bundesliga 6. 8 6 8 25:29 30 Achtelfinale Célia Okoyino da Mbabi (10) 476
Umfeld Stadion
Die Frauenmannschaften des SC 07 Bad Neuenahr trugen ihre Heimspiele im Apollinarisstadion in Bad Neuenahr aus. Das Stadion wurde im Jahre 1969 eingeweiht und bietet Platz für 4558 Zuschauer. Auf der Haupttribüne gibt es 450 überdachte Sitzplätze. Gespielt wird auf Naturrasen, der von einer Leichtathletikanlage umgeben ist.
Nachwuchsförderung Seit dem Sommer 2006 bestand an der Ursulinen-Klosterschule eine DFB-Eliteschule, die mit dem Potsdamer Sportinternat vergleichbar ist. Dort hatten talentierte Nachwuchsspielerinnen in Zusammenarbeit mit dem Fußballverband Rheinland neben der Schulausbildung die Möglichkeit, auf hohem Niveau zu trainieren. Am 31. Juli 2016 wurde die DFB-Eliteschule geschlossen. Das Sprungbrett für die jungen Spielerinnen war die zweite Mannschaft, die in der Saison 2006/07 in der 2. Bundesliga Süd spielte. Darüber hinaus hatte der Verein drei Nachwuchsmannschaften.
Weiter kooperierte der Verein mit dem TSV Emmelshausen, der mit drei Mädchen- und zwei Frauenmannschaften im Spielbetrieb die Ausbildung der talentierten Mädchen unterstützt. Mehrere in Bad Neuenahr spielende Frauen und Mädchen (u. a. Tabea Müller, Marie Pyko, Jana Dörr) hatten über den TSV Emmelshausen den Sprung nach Bad Neuenahr geschafft. Die Kooperation wurde im Mai 2013 durch den SC13 Bad Neuenahr Koordinator Sijamak Sauer und dem TSV Emmelshausen Verantwortlichen Harald Haneder im Rahmen des gemeinsam durchgeführten Talenttages bekanntgegeben.
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