mini|Filialkirche Hl. Dreifaltigkeit mini|Fachwerkstadel mini|Wohnstallbau Großberghausen ist ein Gemeindeteil der Stadt Freystadt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.

Lage Das Kirchdorf liegt auf etwa am nördlichen Hang des 564 m hohen Röschberges südlich des Main-Donau-Kanals. Der Gemeindesitz Freystadt liegt jenseits des Kanals im Nordwesten, Mühlhausen ebenfalls jenseits des Kanals im Nordosten.

Geschichte 1151 ist in einer Urkunde des Benediktinerklosters Plankstetten mit Sigeboto von Berghausen ein Ortsadeliger genannt.Buchner I, S. 333 Zwischen 1183 und 1195 weihte laut dem Pontifikale Gundekarianum Bischof Otto von Eichstätt in „Perchusen“ eine Kirche.Franz Heidingfelder (Bearb.): Die Regesten der Bischöfe von Eichstätt. Erlangen: Palm & Enke, 1938, Nr. 501 (5); das „Berchouen“, wo bereits Gundekar II. um 1060 eine Kirche geweiht hat, ist für Heidingsfelder „unbestimmbar“. Heidingsfelder, Nr. 251 (63) In der Auseinandersetzung zwischen den Herzögen von Bayern und dem Bischof von Eichstätt über das Erbe der 1305 mit Gebhard VII. ausgestorbenen Grafen von Hirschberg „Berchusen“ dem Bischof zugesprochen.Heidingsfelder, Nr. 1346 (1) Der Bischof belehnte Adelige und andere mit diesen Besitz, so um 1385/90 mit Äckern von Berghausen den „Berthold (Betz), des Gutmanns Sohn von Sulzkirchen“.Eckard Lullies: Die ältesten Lehnbücher des Hochstifts Eichstätt, Ansbach 2012, S. 51, Anmerkung zu Nr. 106

Schließlich kamen die Wolfsteiner auf Obersulzbürg in den Besitz von Höfen in Großberghausen, auch wenn der Ort knapp südlich ihres Territoriums lag und deshalb der Hochgerichtsbarkeit des kurpfalz-baierischen Schultheißenamtes Neumarkt unterstand.Heinloth, S. 98, 107 Ihnen gehörten 1658 in Großberghausen zwölf Anwesen,Summarische Designation Der Gräfl. Wolffsteinischen Reichs-Lehen und Allodial-Güter, o. O., [nach 1732], S. 114 von der Größe her ein ganzer Hof, zwei Viertelhöfe, vier -Höfe und fünf -Höfe; ein -Hof, das Glosergut, gehörte später der Hofmark Erasbach und unterstand 1820 bis 1831 der dortigen Patrimonialgerichtsbarkeit II. Klasse des Freiherrn Ruprecht.Heinloth, S. 107, 180 f.; Hirschmann, S. 176 Am 20. April 1740 starb mit Reichsgraf Christian Albrecht von Wolfstein das Geschlecht aus, die Reichsherrschaft Sulzbürg-Pyrbaum fiel als erledigtes Lehen an das bayerische Kurfürstentum, das auch noch den Allodialbesitz der Wolfsteiner erwerben konnte. Die Wolfsteiner Güter in Großberghausen kamen zur kurbaierischen Kabinettsherrschaft Sulzbürg. Am Ende des Alten Reiches, um 1800, bildeten 22 Höfe das Kirchdorf, die drei Grundherrschaften gehörten, der Oberen Hofmark Berngau neun Höfe (als größter der Halbhof Harrer), der kurfürstlichen Kabinettsherrschaft Sulzbürg zwölf Höfe, darunter als ganzer Hof der „Schmelzhof“, und dem Klosterrichteramt Seligenporten der Breindlhof, ebenfalls ein ganzer Hof. Die Gemeinde hatte ein Hirtenhaus.Heinloth, S. 163

Im neuen Königreich Bayern (1806) wurde Großberghausen zusammen mit Kleinberghausen, Obernricht, Schmellnricht, Höfen und Fuchsmühle ein Steuerdistrikt im Landgericht Neumarkt in der Oberpfalz, ab 1827 im Landgericht und Rentamt Beilngries, da das übermäßig große Landgericht Neumarkt verkleinert wurde.Heinloth, S. 316; Hirschmann, S. 176, 210 Bei der Gemeindebildung von 1818 wurde aus den Steuerdistrikten politische Gemeinden; die Gemeinde Großberghausen umfasste das Kirchdorf Großberghausen und den Weiler Kleinberghausen; aus den übrigen Orten des Steuerdistrikts Großberghausen wurde die Gemeinde Höfen gebildet, aus der allerdings Schmellnricht 1857 in die Gemeinde Lauterbach umgegliedert wurde.Hirschmann, S. 213–216 Bei der Kreiseinteilung von 1837 wurde das Landgericht Beilngries und damit auch Großberghausen aus dem bisherigen Regenkreis in den Rezatkreis eingeordnet, der nunmehr Mittelfranken genannt wurde.Hirschmann, S. 181

1836 ist ein Wirtshaus erwähnt.Repertorium des topographischen Atlasblattes. Neumarkt, 1836, S. 5 1875 zeigte sich die landwirtschaftliche Prägung des Ortes durch einen Großviehbestand von acht Pferden und 135 Stück Rindvieh; in Kleinberghausen standen neun Pferde und 74 Stück Rindvieh.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München 1876, Sp. 1157 f. 1900 wurden in der Gemeinde Großberghausen 15 Pferde, 217 Stück Rindvieh, 142 Schweine und sechs Ziegen gehalten.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern... [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], München 1904, Spalte 808 Das Kirchdorf Großberghausen war Filiale der katholischen Pfarrei Forchheim, wohin die Kinder deshalb zur Schule gingen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl aufgrund von Flüchtlingen vorübergehend von durchschnittlich 120 auf nahezu 150 an. Mit der Gebietsreform in Bayern verlor Großberghausen seinen Gemeindestatus und wurde zum 1. Juli 1972 in die Stadt Freystadt des oberpfälzischen Landkreises Neumarkt eingemeindet. Seitdem ist Großberghausen einer von 33 amtlich benannten Gemeindeteilen der Stadt Freystadt.

Einwohnerentwicklung des Kirchdorfes 1830: 118 (25 Anwesen)Hirschmann, S. 214 1836: 130 (25 Häuser)Popp, Th. D. (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 65 1875: 125 (66 Gebäude, 70 Wohngebäude)Ortsverzeichnis 1876, Spalte 1158 1885: 119 (25 Wohngebäude)Karl v. Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern [nach dem Stand der Volkszählung von 1885], München 1888, Spalte 776 1900: 120 (25 Wohngebäude)Ortsverzeichnis 1904, Spalte 808 1937: 119Buchner I, S. 336 1950: 148 (24 Anwesen)Hirschmann, S. 214 1961: 116 (25 Wohngebäude)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 518 1978: 98Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand: 1. Mai 1978. München 1978, S. 121 1987: 100 (32 Wohngebäude, 33 Wohnungen)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 258 31. Dezember 2016: 109Website der Gemeinde Freystadt

Einwohnerentwicklung der Gemeinde (1888 und 1984: 401 Hektar) 1830: 188 (35 Höfe)Hirschmann, S. 214 1875: 174 (nur Katholiken; 36 Wohngebäude)Ortsverzeichnis 1876, Spalte 1157 1885: 172 (35 Wohngebäude)Ortsverzeichnis 1888, Spalte 776 1900: 167 (35 Wohngebäude)Ortsverzeichnis 1904, Spalte 808 1950: 206 (34 Wohngebäude)Hirschmann, S. 214 1961: 162 (34 Wohngebäude)Ortsverzeichnis 1964, Spalte 518

Katholische Filialkirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit

Die von Bischof Otto gegen Ende des 12. Jahrhunderts geweihte Kirche hatte als Kirchenpatronin die hl. Walburga; der jetzige Titulus SS. Trinitas ist wahrscheinlich nachreformatorisch. Zunächst Filiale von Weidenwang, wurde Großberghausen 1702 eine Filiale von Forchheim.Buchner I, S. 333 f. 1914 kam eine Orgel von Edenhofer in Deggendorf in die aus dem 17. Jahrhundert stammende, 12 × 9 m große Kirche (Turm romanisch).Buchner I, S. 335 1937 hingen zwei Glocken im Turm, von 1746 und 1750.Buchner I, S. 337

Baudenkmäler Außer der Filialkirche gelten als Baudenkmäler Haus Nr. 6, als Kleinbauernhaus ein Wohnstallbau aus dem 18./19. Jahrhundert, zu Haus Nr. 15 der Fachwerkstadel aus dem 19. Jahrhundert, Haus Nr. 17, ein Wohnstallbau aus dem 18./19. Jahrhundert.Sixtus Lampl und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern, Band III: Oberpfalz. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler, München: R. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 146

Burgstall Der Burgstall bei Großberghausen besteht aus einem Hügel, auf dem ein Wohnturm stand, einen im Bogen geführten Graben und einem Außenwall.Kurt Romstöck: Geschichte des Neumarkter Landkreises, o. O., o. J., ohne Paginierung

Vereine Freiwillige Feuerwehr Großberghausen Obst- und Gartenbauverein Großberghausen Krieger- und Soldatenkameradschaft Weidenwang-Großberghausen

Verkehrsanbindung Großberghausen liegt an der Kreisstraße NM 19, die von Mühlhausen (Opf.) herkommend über den östlich gelegenen Nachbarort Weidenwang nach Großberghausen führt und nach dem westlich gelegenen Nachbarort Kleinberghausen die Kreisstraße NM 5 kreuzt. Die Kanalüberquerung ist über die Kreisstraße NM 5 und über die Staatsstraße 2237 möglich; diese kreuzt östlich von Weidenwang die Kreisstraße NM 19.

Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt, I. Band: Eichstätt 1937, II. Band: Eichstätt 1938 Bernhard Heinloth (Bearbeiter): Historischer Atlas von Bayern. Teil Altbayern, Heft 16: Neumarkt, München 1967

Friedrich Hermann Hofmann und Felix Mader (Bearb.): Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz & Regensburg. XII Bezirksamt Beilngries, I. Amtsgericht Beilngries, München 1908

Weblinks

Geläute der Filialkirche

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Stadtteil von Freystadt Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) Kategorie:Ersterwähnung 1151 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)