Der 10.000-Meter-Lauf der Männer bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde am 20. August 2004 im Olympiastadion Athen ausgetragen. 24 Athleten nahmen teil.
Olympiasieger wurde der Äthiopier Kenenisa Bekele. Er gewann vor seinem Landsmann Sileshi Sihine und dem Eritreer Zersenay Tadese.
Athleten aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.
Aktuelle Titelträger Olympiasieger 2000Haile Gebrselassie ()27:18,20 minSydney 2000Weltmeister 2003Kenenisa Bekele ()26:49,57 minParis 2003Europameister 2002José Manuel Martínez ()27:47,65 minMünchen 2002Panamerikanischer Meister 2003Teodoro Vega ()28:49,38 minSanto Domingo 2003Zentralamerika und Karibik-Meister 2003Eduardo Rojas ()29:37,08 minSt. George’s 2003Südamerika-Meister 2003William Naranjo ()29:37,38 minBarquisimeto 2003Asienmeister 2003Ahmad Hassan Abdullah ()28:45,64 minManila 2003Afrikameister 2004Charles Waweru Kamathi ()28:07,83 minBrazzaville 2004Ozeanienmeister 200210.000-m-Lauf nicht im MeisterschaftsprogrammChristchurch 2002
Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord26:20,31 minKenenisa Bekele ()Ostrava, Tschechien8. Juni 2004Athletics - Progression of outdoor world records, 10.000 m - Men, sport-record.de, abgerufen am 15. Februar 2022Olympischer Rekord27:07,34 minHaile Gebrselassie ()Finale OS Atlanta, USA29. Juli 1996
Rekordverbesserungen Im Rennen am 20. August wurde der olympische Rekord verbessert und es gab einen neuen Landesrekord. Olympiarekord: 27:05,10 min – Kenenisa Bekele (Äthiopien) Landesrekord: 27:22,57 min – Zersenay Tadese (Eritrea)
Resultat 20. August 2004, 22:35 Uhr – Ortszeit Athen (UTC+2) mini|hochkant=2.6| mini|hochkant=1.2| mini|hochkant=1.1| Zwischenzeiten Zwischenzeit-Marke Zwischenzeit Führende(r) 1000-m-Zeit 1000 m 2:50,85 min Dieudonné Disi vor dem geschlossenen Feld 2:50,85 min 2000 m 5:45,16 min Dieudonné Disi vor dem geschlossenen Feld 2:54,31 min 3000 m 8:33,98 min Haile Gebrselassie in einer großen Führungsgruppe 2:48,82 min 4000 m 11:15,87 min Kenenisa Bekele in einer größeren Führungsgruppe 2:41,89 min 5000 m 13:50,87 min Sileshi Sihine in einer Fünfergruppe 2:35,00 min 6000 m 16:34,51 min Kenenisa Bekele in einer Fünfergruppe 2:43,91 min 7000 m 19:11,92 min Sileshi Sihine in einer Vierergruppe 2:37,41 min 8000 m 21:57,18 min Boniface Kiprop 2:46,26 min 9000 m 24:37,19 min Sileshi Sihine in einer Dreiergruppe 2:40,01 min 10.000 m 27:05,18 min Kenenisa Bekele 2:27,91 min
Platz Name Nation Zeit (min) Anmerkung 1 Kenenisa Bekele 27:05,10 OR 2 Sileshi Sihine 27:09,39 3 Zersenay Tadese 27:22,57 NR 4 Boniface Toroitich Kiprop 27:25,48 5 Haile Gebrselassie 27:27,70 6 John Cheruiyot Korir 27:41,91 7 Moses Cheruiyot Mosop 27:46,61 8 Ismaïl Sghyr 27:57,09 9 José Manuel Martínez 27:57,61 10 Fabiano Joseph 28:01,94 11 Wilson Kipkemei Busienei 28:10,75 12 Dan Browne 28:14,53 13 Charles Waweru Kamathi 28:17,08 14 Kamiel Maase 28:23,39 15 Abdi Abdirahman 28:26,26 16 Yonas Kifle 28:29,87 17 Dieudonné Disi 28:43,19 18 Mohammed Amyn 28:55,96 19 Ryuji Ono 29:06,50 20 Teodoro Vega 29:06,55 21 David Galván 29:38,05 DNF John Henwood John Yuda Msuri Dathan Ritzenhein Das Rennen Der Wettkampf wurde bei diesen Spielen ohne Vorläufe ausgetragen.
Als Favorit galt der äthiopische Weltmeister und Weltrekordler Kenenisa Bekele. Sein Landsmann, der Olympiasieger von 1996 und 2000 sowie mehrfache Weltmeister Haile Gebrselassie. laborierte an einer Wadenverletzung und hatte seine Vormachtstellung bereits im Vorjahr an Bekele abgeben müssen. Konkurrenz für Bekele kam vor allem aus dem eigenen Lager. Sileshi Sihine als WM-Dritter galt als eindeutiger Medaillenkandidat. Alle weiteren Athleten mit Aussichten auf vordere Platzierungen waren Afrikaner. Vor allem den drei Kenianern John Cheruiyot Korir, WM-Vierter, Charles Waweru Kamathi, Weltmeister 2001 und WM-Fünfter 2003, sowie Moses Cheruiyot Mosop wurden Chancen eingeräumt, vorne mitzumischen.
Wie schon bei den letztjährigen Weltmeisterschaften in Paris wurden die ersten drei Kilometer mit 1000-Meter-Zeiten von knapp über oder knapp unter 2:50 Minuten äußerst gemächlich gelaufen. So blieb das Teilnehmerfeld lange zusammen. Dann setzten sich die Äthiopier Bekele, Gebrselassie und Sihine an die Spitze und forcierten das Tempo. Auch das war in Paris genauso gewesen. Das Feld zog sich nun mehr und mehr in die Länge und allmählich wurde die große Führungsgruppe immer kleiner. Bei Streckenhälfte war die Gruppe auf fünf Läufer zusammengeschrumpft. Die drei Äthiopier lagen vorn, dahinter folgten die beiden Kenianer Kiprop und Korir. Mit zehn Metern Abstand hatten sich für kurze Zeit Zersenay Tadese aus Eritrea und Kamathi als Zweiergruppe zusammengefunden. Doch dabei blieb es nicht, Tadese schloss wieder zu den Führenden auf, als das Tempo zwischen Kilometer fünf und sechs vorübergehend etwas nachließ. Der Druck der Äthiopier an der Spitze wurde jedoch wieder stärker, so verloren Tadese und auch Korir den Anschluss, das Rennen wurde jetzt noch schneller. Nach achtzehn Runden konnte auch Gebrselassie nicht mehr folgen. Die Spitzengruppe bestand nur noch aus drei Läufern, vorne lagen Bekele und Sihine, dahinter Kiprop, der dann selber die Führung übernahm. In der 22. Runde war es dann auch um den Kenianer geschehen. Bekele und Sihine setzten sich ab und schnell wuchs der Abstand nach hinten. Auf den letzten tausend Metern erhöhte Bekele das Tempo noch einmal enorm, diesen letzten Abschnitt legte der Äthiopier in 2:27,91 min zurück und löste sich von seinem Begleiter. Mit mehr als vier Sekunden Vorsprung wurde Kenenisa Bekele Olympiasieger und stellte dabei trotz der gemächlichen ersten drei Kilometer noch einen neuen Olympiarekord auf. Sileshi Sihine gewann die Silbermedaille. Mehr als elf Sekunden hinter ihm kam Zersenay Tadese als Bronzemedaillengewinner ins Ziel. Weitere knapp drei Sekunden zurück wurde Boniface Kiprop Vierter, Haile Gebrselassie belegte Rang fünf, John Cheruiyot Korir kam als Sechster vor Moses Cheruiyot Mosop ins Ziel. Der Franzose Ismaïl Sghyr war als Achter mehr als fünfzig Sekunden hinter dem Olympiasieger bester Nichtafrikaner in diesem Rennen.
Kenenisa Bekele gewann die dritte Goldmedaille in Folge für Äthiopien in dieser Disziplin.
Zersenay Tadesse gewann die erste olympische Medaille überhaupt für Eritrea.
Videolinks kenenisa bekele 10000M Olympic Games Athènes 2004, youtube.com, abgerufen am 15. Februar 2022 2004 Olympic Men's 10,000m, youtube.com, abgerufen am 23. April 2018
Weblinks Athletics. Official Report of the XXVIII Olympiad – 3 Results, Athletics, Resultate Leichtathletik, S. 148–149, digital.la84.org, englisch/französisch (PDF, 2219 KB), abgerufen am 15. Februar 2022 Athletics at the 2004 Summer Olympics, 10,000 metres, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 15. Februar 2022 Athens 2004, Athletics, 10000m men Results, olympics.com, abgerufen am 15. Februar 2022 Athletics at the 2004 Athina Summer Games: Men's 10,000 metres, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 15. Februar 2022
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2004 Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Marousi Kategorie:Laufveranstaltung in Griechenland