Die Liste der Kinos im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick gibt eine Übersicht aller Kinos, die jemals im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick existiert haben oder noch existieren. In der Kinoliste sind die Ortsteile entsprechend der Grenzen der Bezirksreform 2001 beachtet: Alt-Treptow, Plänterwald, Baumschulenweg, Johannisthal, Altglienicke, Adlershof, Bohnsdorf, Oberschöneweide, Köpenick, Friedrichshagen, Rahnsdorf, Grünau, Müggelheim, Schmöckwitz. __TOC__
Einleitung Der Bezirk im Osten der Großstadt bestand Anfang des 20. Jahrhunderts aus selbstständigen Orten, die 1920 zu Groß-Berlin eingemeindet wurden. Nach (aktuellen) Ortsteilen gab es acht Kinos im namensgebenden Treptow und drei in Niederschöneweide. Die Ortsteile Adlershof, Altglienicke und Bohnsdorf verfügten über je zwei Kinos und Baumschulenweg und Johannisthal über je eines.
In der Vergangenheit, vor dem Ersten Weltkrieg, bestanden in Köpenick elf, in Oberschöneweide sechs Kinos und drei in Friedrichshagen; in Grünau, Rahnsdorf und Müggelheim war es jeweils ein Kino. In den Ortsteilen Schmöckwitz und Plänterwald gab es keine Kinos.Hans Land: Lichtspiele: Aus:
Im Jahre 2000 wurde für Köpenick festgestellt: Von den früheren fünf Lichtspielhäusern zwischen S-Bahn und Altstadt wurde das Forum nahe dem S-Bahnhof Ende 1998 überraschend geschlossen.
Im Bezirk sind per Ende 2016 sieben Filmspielstätten in Betrieb. In Adlershof das Casablanca, in Friedrichshagen seit 1912 das Union, sowie seit 1931 das Freiluftkino Friedrichshagen im Kurpark. Im Treptower Ortsteil Niederschöneweide besteht seit 1929 das Astra. Hinzu kamen seit den 1990er Jahren die Kinowelt Spreehöfe in der Wilhelminenhofstraße, auf der Treptower Abteiinsel das Insel-Kino. Und 1999 wurde gegenüber vom Parkcenter TreptowEinkaufszentrum Parkcenter am S-Bahnhof Treptower Park ein Multiplex errichtet. In Köpenick wollte Ende der 1990er Jahre ein Investor ein Großkino in Bahnhofsnähe bauen, jedoch der Bezirk mochte hier keine Besucherkonzentration, das Kino sollte in Altstadt-Nähe entstehen, so gab es keinen Neubau.
Zur Kinogeschichte gehört es, dass in Johannisthal Filmstudios entstanden in Folge des Versailler Friedensvertrages, der den Bau von Flugzeugen einschränkte. In ehemaligen Werkhallen des Flugplatzes wurde am 20. Januar 1920 die Johannisthaler Filmanstalt GmbH eröffnet. Der Ingenieur Hackenberger hatte dafür einige Produktionshallen zum damals „größten Filmatelier der Welt“ umgebaut. Unter der folgenden Geschäftsführung des Ingenieurs Hanns Otto entwickelte sich eines der erfolgreichsten Filmstudios Deutschlands. Am 17. Mai 1946 übernahm die DEFA neben der Ufa diesen Tobis-Standort in Johannisthal.
Kinoliste
Name/Lage AdresseDie angegebenen Adressen beziehen sich auf die aktuellen Daten. Einstige Kinoadressen sind im Text vermerkt. Die Ortsteilzuordnung erfolgte entsprechend der Bezirksreform aus dem Jahr 2001, unabhängig von historischen Lagen und Zuordnungen. Bestand BeschreibungAlhambra ()Alt-TreptowPuschkinallee 14 1925–1943140px|rechts|Im Bild rechts an den Kiosken stand das Kino (Zustand 2012)Das Grundstück Treptower Chaussee 14 an der Ecke Elsenstraße 117 lag 1925 unmittelbar vor dem Eingang des Bahnhofs Treptow. Der Bahnhofszugang erfolgte vom Park her, der westliche Zugang lag hinter dem Kinogebäude. Der Kinoname Alhambra wurde in mehreren Ortsteilen Berlins und auch in verschiedenen anderen Städten für repräsentative Kinos genutzt. Friedrich Bley eröffnete die „Alhambra-Film- und Bühnenschau, Treptow“ mit 600–700 Plätzen, im Jahr 1928 sind noch 553 Plätze angegeben. Das Kino wurde täglich bespielt, Stummfilme von fünf Kinomusikern begleitet. Die Kennzeichnung als Film- und Bühnenschau erklärt, dass die Filmvorführungen auch mit Schauspielern ergänzt wurden. Ab 1929 wurde Jacob Reichert der Besitzer des „Alhambra“ und ließ es 1931 zum Abspielen von Tonfilmen technisch aufrüsten. Im Jahr 1933 pachtete Josef Geissel die Einrichtung und änderte den Namen auf „Alhambra-Treptow am Ringbahnhof“. 1934 war hier anstelle von Filmen die Kinderrevue Aladin und die Wunderlampe zu sehen, mit zwölf Personen, eigener Dekoration, Lichtapparaten und Kostümen.Programmzettel zur Kinder-Revue für 18. Februar 1934: Kein Film Ab 1936 übernahm Otto Buckwitz aus Berlin-Hermsdorf das Kino. Bei den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg 1943 wurde das Alhambra schwer getroffen, wodurch ein weiterer Betrieb unmöglich wurde.
Nach dem Krieg wurde die Ruine beräumt. Durch die Teilung der Stadt entfiel ein Stück des historischen Straßenzugs. Die notwendige Änderung der Straßenführung vom Südosten durch Ost-Berlin wurde über die Elsenbrücke geführt und dabei das Grundstück teilweise überbaut. Am S-Bahn-Eingang an der Puschkinallee gibt es seitdem Verkaufskioske und eine Grünfläche. Vom ehemaligen Kino sind keine Baubezüge geblieben. Alter Krug-Lichtspiele ()MüggelheimAlt-Müggelheim 11946–1955140px|rechts|Gaststätte 2014 Am westlichen Ende der ehemaligen Dorfstraße 1 (ab 1935 Alt-Müggelheim) befand sich 1943 die Gastwirtschaft „Alter Krug“ von Otto Sprecher. Wie in anderen Berliner Randgebieten wurde für die kulturelle Versorgung in den Nachkriegsjahren ab etwa 1947 im Tanzsaal dieser Gaststätte auf Karte 2012 ist 1928 das Wirtshaus zum alten Krug, ab 1938 die Gaststätte zum alten Krug aufgeführt. Anzumerken ist, dass das vorher unbebaute Nachbargrundstück Müggelheimer Damm 270 auf der Karte von 1950 als SED-Heim eingezeichnet ist. 1956 ist es nicht mehr als solches benannt. ein zweites Müggelheimer Kino mit 224 Plätzen eingerichtet. Als mit dem innerstädtischen Aufbau der Bedarf im abgelegenen Müggelheim sank, endete der Spielbetrieb in den 1950er Jahren. Nach Schließung der Gaststätte „Zum alten Dorfkrug“ blieb der Saal jahrelang ungenutzt, bis nach entsprechendem Umbau 1958 ein Konsum Selbstbedienungskaufhaus darin eröffnet wurde. Da dieses Gebäude zum denkmalgeschützten Ensemble „Dorfanger Müggelheim“ gehört, wurde nach 1990 das Gebäude denkmalgerecht umgebaut.Mailauskunft vom Müggelheimer Heimatverein, 20. März 2017 Eine Gaststätte entstand anstelle des ehemaligen Dorfkrugs und in die Bauhülle des Tanzsaales (als Alt-Müggelheim 1a) wurde ein Geschäfts- und Wohnhaus gebaut.Ein Blick in unser Lokal Apollo-Theater----Lichtspielhaus,Stadtparkkino,Filmstern ()KöpenickFriedrichshagener Straße 1a 1913–1955140px|rechts|Straßenfront von 2012 Der Neubau steht an einer stumpfen Ecke der Friedrichshagener Straße in Am Generalshof, gegenüber der Puchanstraße. Das eingeschossige Saalgebäude lag im Hinterhof. Ein schmaler Vorraum mit Kasse lag parallel zum Saal mit dem ersten Kino der Dammvorstadt. Auf der Karte von 1928 befindet sich in der Damm-Vorstadt auf dem Grundstück 1 eine Schmiede, die Hoffläche ist von Gebäuden eingefasst, zu denen auch Gaststätten und das Apollo-Theater gehörten.: Friedrichshagener Straße 1 an der Kreuzung mit Alte Fürstenwalder / Kaiserin-Augusta-Straße An der Mündung des Mühlenfließes in Die Alte Spree befand sich eine Wiese, auf der (wohl) die Köpenicker Anwohner ihre Ziegen weideten, was (wie in anderen Berliner Vororten) zum Spitznamen führte. Inhaber des „Neuen Lichtspielhauses“ (Lichtspielhaus Dammvorstadt) war der Gastwirt Max Raedler. Die Sitzkapazität des Kinosaals ist mit 250 Zuschauern angegeben. Als Georg Werner 1920 das Kino übernahm und tägliche Vorstellungen gab, nutzte er den Namen „Stadtpark-Kino“. Nach den Inflationsjahren ist Rosette Klein, geb. Zacharias, die Inhaberin des Lichtspielhauses „Am Stadtpark“. Die Besitzer wechselten häufig, wobei wohl das Kino im Weiteren bereits die Adresse Friedrichshagener Straße 1a trug.Der Adressenwechsel bedeutete wohl auch, dass um 1925 das Lichtspieltheater auf dem Nachbargrundstück unterkam. 1927 führte Siegfried Gottfeld das Kino als „Filmstern-Lichtspiele“, 1928 wurde Max Wolff Inhaber und 1929 Anna Ebbmeyer aus Friedrichshagen. Ab 1930 wurde Martha Hergstell aus Köpenick Inhaberin und benutzte im Kino-Adressbuch den Namen Apollo-Theater für ihr Kino. Sie brachte einen bogenförmigen Schriftzug über dem Einhanh zum Hof an mit dem von Glühlampen angestrahlten Schriftzug „Lichtspieltheater“, eine Fahne mit der Aufschrift „Kino“ ergänzte dies an der Ecke des Vorderhauses.Sylvaine Hänsel, Angelika Schmitt (Hrsg.): Kinoarchitektur in Berlin 1895–1995. Reimer, Berlin 1995, Seite 78 Es hatte nun 260 Plätze und wurde täglich bespielt; als Gründungsjahr wurde 1913. 1934 übernahm Paul Krüger aus Berlin das Kino mit zunächst 271 (277) Plätzen, 1934 sollen 300 Zuschauer Platz gefunden haben. Nach seinem Tod wurde die Witwe Elli Krüger Kinobesitzerin.
Das Gebäude mit dem Kino blieb unbeschädigt und wurde in den Kriegs- und Nachkriegsjahren noch bis 1955 (wohl von Frau Krüger) weiterbetrieben. Mit den Zerstörungen in der Innenstadt 1945 wurde wegen des Bedarfs an Kinos die Kulturstätten der Randbezirke wichtiger. Die Schließung 1955 erfolgte wohl wegen der zunehmender Baufälligkeit der Kinoräume. 1959 verblieb wegen eines Brandes nur eine Ruine. Apollo-Theater Oberschöneweide ()OberschöneweideWilhelminenhofstraße 82c 1908–19201920 ist Brandenburg als Kinobesitzer für 82c eingetragen, im Folgejahr nicht mehr.140px|rechts|Haus 82c im Jahr 2017 Das 1906Vor 1905 gab es nur Nummer 82 für den ‚Schloßpark Wilhelminenhof‘ im Eigentum der Borsigwalder Terraingesellschaft. 1905 ist das Haus 82b bewohnt und 82c noch Baustelle, 1906 war auch 82c bewohnt. erbaute Haus hat im Erdgeschoss zwei Ladengeschäfte und in den oberen drei Etagen (nach Sanierung mit Dachgeschoss) befinden sich Mietwohnungen. Die durch die Hofeinfahrt getrennten (Laden-)Räume (zweimal m × 12 m) dürften mit dem Bezug in dieser Funktion bestanden haben. Mit dem Neubau war der Spediteur Paul Schneider Hauseigentümer der Wilhelminenhofstraße 82b und 82c. Die Wilhelminenhofstraße wurde ab 1900 vorrangig an der Nordseite mit Mietshäusern bebaut und von den Arbeitern der entstehenden Industrie bewohnt. In der Wilhelminenhofstraße 82c befanden sich die „Apollo-Lichtspiele“ (Apollo-Theater). Das Kino war mit 165 bis 200 Plätzen angegeben und als Inhaberin Frau Auguste Schneider für das LadenkinoThema Ladenkino: Aus: Berliner Architekturwelt. 1913/14, S. 58–60 eintragen. Das KinoadressbuchReichs-Kino-Adreßbuch, Dritter Jahrgang 1921/22, Verlag der Lichtbild-Bühne: Inhaber Otto Brandenburg, Berlin-Steglitz bezeichnet für 1920 Otto Brandenburg aus Berlin-Steglitz, das Berliner Adressbuch verzeichnet Ernst Brandenburg im Erdgeschoss von 82c. Er gibt als Gründungsjahr 1908 an.
Im Zweiten Weltkrieg war die Umgebung kaum betroffen, so ist auch das Gebäude 82c erhalten geblieben. Das sanierte (mit ausgebautem Dachgeschoss) fünfgeschossige Haus 82c steht am Südrand der Straße neben den Industriegebäuden (Deutsche Niles-Werke AG). Im Erdgeschoss befinden sich zwei Ladengeschäfte an beiden Seiten vom Hauseingang, dieser bot seinerzeit die Durchfahrt zum Hof.Lage des Hauses Wilhelminenhofstraße 82c Nach der bestehenden Situation könnte als „Apollo“ (wohl) ein Teil der den Hof begrenzenden Gebäudereihe (10 m × 25 m) an der rechten Seite in Betracht kommen. AstraInternetpräsenz des Astra Filmpalastes ()JohannisthalSterndamm 69 seit 1928rechts|140px|Eingang über die Straßenkreuzung