Robert Krarup Feidenhans’l (* 29. Juni 1958 in Haderslev) ist ein dänischer Physiker und Wissenschaftsmanager der europäischen Großforschung. Er war Leiter des Niels-Bohr-Instituts und von 2017 bis 2023 der Großforschungsanlage in Hamburg. Seit Januar 2023 leitet er die schwedische Synchrotronstrahlungsquelle MAX IV in Lund.
Beruflicher Werdegang
Nach einem Diplom in Physik und Mathematik 1983 wurde Feidenhans’l 1986 an der Universität Aarhus in Physik promoviert. In demselben Jahr nahm er eine Stelle als Wissenschaftler am Forschungszentrum Risø DTU in Roskilde an. Dort wurde er 1993 Programmleiter für den Bereich Oberflächen und Grenzflächen. Im Juni 2001 wurde er Leiter der Abteilung Materialforschung in Risø mit etwa 150 Mitarbeitern.
2005 trat er eine Professur für Röntgenphysik am Niels-Bohr-Institut der Universität Kopenhagen an. Zwei Jahre später wurde er stellvertretender Leiter des Instituts und 2012 dann kommissarischer Institutsleiter.
Zum Jahresende 2016 gab er die Leitung des Niels-Bohr-Instituts auf und trat im Januar 2017 als Nachfolger von Massimo Altarelli eine Position als leitender Geschäftsführer an der internationalen Forschungsanlage in Hamburg an, die er bis 2023 innehatte.
Mit Wirkung vom 1. Januar 2023 wurde er Vorsitzender des Direktoriums (Board) der Synchrotronstrahlungsquelle MAX IV im schwedischen Lund; sein Mandat dauert bis zum 31. Dezember 2025.
Im Lauf seiner Karriere war Feidenhans’l in verschiedenen beratenden und leitenden Gremien dänischer, ausländischer und internationaler Forschungseinrichtungen tätig, so von 1995 bis 1998 als Mitglied des Forschungsbeirats Synchrotronstrahlung am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY), von 2006 bis 2010 als Vorsitzender des Verwaltungsrates der europäischen Synchrotronstrahlungsquelle ESRF (zuvor 2002–2005 als stellvertretender Vorsitzender) und ab 2010 als Verwaltungsratsvorsitzender des .
Leistungen
Robert Feidenhans’ls Forschungsarbeiten betreffen die experimentelle Oberflächenphysik und Nanophysik, zum Beispiel die Erforschung von Nanodrähten, und insbesondere die Entwicklung von Röntgentechniken zur Materialanalyse. Ebenso war er an der Entwicklung von bildgebenden Röntgenmethoden zur dreidimensionalen Charakterisierung der Mikrostruktur von Materialien, biologischer Gewebe sowie zur Lebensmittelanalyse beteiligt.
Ehrungen und Auszeichnungen
Die Stadt Remscheid zeichnete Feidenhans’l 2024 mit der Röntgen-Plakette aus. Er erhielt die Auszeichnung „für die Entwicklung von Röntgentechniken zur atomaren Analyse von Oberflächen und von bildgebenden Röntgenmethoden zur dreidimensionalen Charakterisierung der Mikrostruktur von Materialien“.
Publikationen
Die Literatur- und Zitationsdatenbank weist Robert Feidenhans’l mit Stand vom April 2024 als Autor oder Mitautor von etwa 200 wissenschaftlichen Fachartikeln mit einem h-Index von 45 aus.
Ausgewählte Fachartikel
Einzelnachweise
Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Physiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Kopenhagen) Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1958 Kategorie:Mann